Crowdfunding beendet
Spoken Word trifft auf atmosphärische Beats. Unser Livekonzept #poetrymeetsbeats auf Platte. Das ist IKARUS: eine Flaschenpost-Geschichte von Hochmut, Enttäuschung, Freiheit, Hoffnung und Gott. Eine Geschichte, die sich über die ganze Länge eines Albums erstreckt, sodass aber jedes Kapitel auch alleine stehen kann. Die alte Sage neu gehört. Pop und Poesie, Beats und Melodien.
15.925 €
Fundingsumme
244
Unterstütz­er:innen
02.07.2018

Gitarrenmusik für IKARUS-Mythen

Marco Michalzik
Marco Michalzik5 min Lesezeit

Überraschung! Nein, hier ist nicht - wie sonst - Marco, sondern Theo. Genau, der Typ, der bei diesem Projekt Gitarre spielt. Die dritte Person im Staat IKARUS, das dritte Rad am Wagen. Ich wurde dazu überredet, euch heute hier mal einige der Künstler und Songs mitzugeben, die für mich als Vorbilder für dieses unseres Projekt dienen. Denn wenn man damit anfängt, so ein Spoken-Word-Elektro-und-Gitarre-Album wie IKARUS zu machen, dann stellen sich ein paar Fragen: Wie muss die Musik geschrieben und gespielt sein, dass sie gleichzeitig spannend ist und aber den gesprochenen Text unterstützt? Die folgende Liste von Songs (die HIER auch als Spotify- und HIER als Youtube-Playlist liegt) ist ein Versuch, diese Frage zu beantworten - und gleichzeitig ein Vorwegnehmen der Klangfarben, die sich dann auf der Platte finden werden. Aber zuerst: Neuigkeiten! Wir haben am Donnerstag angefangen, das Album aufzunehmen, weil wir uns sicher sind, dass dieses Crowdfunding gut durchlaufen wird. Natürlich sind wir noch nicht am Ziel und wir könnten uns irren. Deswegen: Bitte bewerbt dieses Projekt nochmal bei euren Freunden oder spendet uns etwas!

1. Jacques Brel - Marieke
Den Anfang meiner Playlist macht Jacques Brel, der mir beigebracht hat, dass Musik was kann, was einfacher Text nicht kann. Denn wenn ich mir ein Buch, das auf französisch geschrieben worden ist, vornehmen würde, dann würde ich genau niente verstehen. Bei Liedern wie diesem verstehe ich aber ganz genau, was gemeint ist. Für IKARUS heißt das für mich: meine Gitarrenspuren so zu gestalten, dass sie die Emotionen des Textes wiederspiegeln und unterstreichen.

2. 13&God - Ghostwork
Bei 13&God kommen Sachen zusammen, die ansonsten selten zusammen sind: die großartigen The Notwist und das Künstlerkollektiv und Label anticon., Indie-Elektro-Pop und abstrakter HipHop, Oberbayern und San Francisco. Dabei herausgekommen sind zwei wenig bekannte, überraschend gute und überraschend überraschende Alben voller Songs wie "Ghostwork". Diese Alben haben mir mitgegeben, dass die Stilgrenzen dafür da sind, überschritten zu werden. Und ist "The sort of evening you want to say something words cannot." nicht die perfekte Beschreibung von diesem unbeschreibbaren Gefühl?

3. Odd Nosdam - Sisters
Bleiben wir kurz beim Künstlerkollektiv anticon. und hören auf Odd Nosdam, der in diesem Stück verschiedene Sample aus unterschiedlichen Musikstilen und Zeitaltern zu einem stimmigen und doch irgendwie unruhigen Gesamtwerk zusammenmischt. Der Mut, sich aus so vielfältigen Quellen zu bedienen für Samples, Klänge und Soundideen, beeindruckt mich.

4. Sufjan Stevens, Bryce Dessner, Nico Muhly, James McAlister - Mercury
Nochmal eine Supergroup und nochmal ein Album, das mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. "Planetarium" nimmt uns mit auf eine Reise durch unser Sonnensystem und hüllt das in Popmusik mit orchestralen Streichern, flirrenden Gitarren und immer mal wieder einer durch Autotune verfremdete Stimme. Dieser Song ist ein gutes Vorbild dafür, wie man Intensität in Musik langsam steigern kann durch wiederkehrende Strukturen. Solche Steigerungen werden wir auch auf IKARUS wiederfinden.

5. Portishead - All Mine
Wenn man über Niedrig-Geschwindigkeits-Elektro-Musik mit Hip-Hop-Einflüssen redet (und wer tut das nicht?), dann kommt man nicht um Portishead herum. Hier das untypisch positiv klingende Lied "All Mine". Was sicherlich mehr über mich aussagt als über den Song: Als mich mein Gitarrenlehrer damals darum gebeten hat, Gitarrensolos in den Unterricht mitzubringen, damit er mir zeigen kann, wie man die spielt, habe ich dieses Lied mitgebracht. Ein Solo, dessen wichtistes Element das Wahwah-Pedal ist und nicht die Geschwindigkeit der Finger.

6. Thom Yorke - Hearing Damage
Keine Playlist ist komplett ohne Radiohead - deswegen hier ein Song von deren Frontmann Thom Yorke, erschienen auf dem (erstaunlich und irgendwie auch erschreckend) guten Soundtrack zum (ja ...) zweiten Twilight-Film. Beeindruckt hat mich hier neben dem aufgeschnittenen Schlagzeugbeats die Geschmeidigkeit, mit der Thom Yorke zwischen Verse und Refrain hin- und herwandert; und schließlich diese strategisch eingesetzten Hallmomente der Stimme.

7. Radiohead - House of Cards
Da (wie gesagt) keine Playlist komplett ist ohne Radiohead und der vorherige Song nicht auf Spotify liegt, hier ohne weiteren Kommentar ein Song vom Album "in Rainbows".

8. Sigur Ros - Svefn g englar
Wenig Stilmittel meines Gitarrespiels sind so eindeutig geklaut wie die Idee, einen Cellobogen zu nutzen - und geklaut habe ich die von der isländischen Band Sigur Ros. So ein Bogen hilft dabei, dass die Gitarre eine ganz andere Klangfarbe bekommt und viel singendere Melodien möglich sind. Genauso kann man aber mit einem Bogen auch wunderbare Klangwände erzeugen. Deswegen wird das auch so auf mehreren Songs auf dem Album so stattfinden.

9. Erdmöbel - Busfahrt
Der letzte Song der Playlist fällt ein wenig aus der Reihe, da er deutschsprachig und recht klassisch instrumentiert ist. Aber er ist eines der besten Beispiele der Musikrichtung "Geschrabbel mit gesprochenen Texten", also sicher ein Vorbild für IKARUS. Und wer kennt das Gefühl nicht, das dieser Song beschreibt?

Die ganze Playlist auf Spotify findet Ihr hier: https://open.spotify.com/user/mmichalzik/playlist/73EpMKMlIrJkPMz7gIHNFT?si=dphXHyEcR32OcSxjoOU9rQ

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Album IKARUS (Marco Michalzik & Manuel Steinhoff)
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