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Projekte / Community
Du bekommst keinen Kredit, keinen Handy-Vertrag, und auch bei der Bewerbung um die schöne Wohnung ziehst Du dauernd den Kürzeren. Woran das liegt? An der SCHUFA natürlich! Wirklich? Benachteiligt die SCHUFA eine Gruppe von Menschen gegenüber einer anderen? Verstärkt sie Ungerechtigkeiten? Das wollen wir herausfinden. Und dazu brauchen wir Dein Geld (wenig) – und Deine Daten (möglichst viele)!
43.367 €
50.000 € 2. Fundingziel
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Unterstützer*innen
Projekt erfolgreich
29.11.18, 12:30 AlgorithmWatch

Lange hat es gedauert, aber jetzt wurden die ersten Analysen des OpenSchufa-Datensatzes veröffentlicht! Die Datenredaktionen von Spiegel Online und dem Bayerischen Rundfunk haben die anonymisierten Daten, die wir mit eurer Unterstützung seit dem Frühjahr gesammelt haben, ausgewertet. Vielen Dank an alle, die uns für das Projekt Geld, Zeit und Daten gespendet haben!

Unter der Überschrift „Blackbox SCHUFA“ veröffentlichten Spiegel Online und der Bayerische Rundfunk ihre Ergebnisse.Insgesamt flossen mehr als 2000 Datensätze von OpenSCHUFA in die Recherche ein.

Die Redaktionen machen deutlich, dass die ihnen vorliegenden Daten keineswegs als repräsentativ gelten können. Dennoch konnten sie diverse Auffälligkeiten in den Daten feststellen. Etwa war auffällig, dass zahlreiche Personen von der SCHUFA verhältnismäßig negativ eingestuft werden, obwohl die SCHUFA keine negativen Informationen, beispielsweise Zahlungsausfälle, über sie vorliegen haben. Auch scheint es offenbar bemerkenswerte Differenzen zwischen verschiedenen Versionen des SCHUFA-Scores zu geben: Die Auskunftei bietet ihren Kunden (beispielsweise Sparkassen oder Telekommunikationsunternehmen) einen auf ihren Geschäftsbereich zugeschnitten Score an. Der unterscheidet sich in einem vorliegenden Fall mit 10 Prozent, je nachdem ob der Kunde auf die Version 2 oder 3 des Scores zurückgreift. Ein Fingerzeig dafür, dass die SCHUFA selbst bei der Version 2 ihres Scoring-Algorithmus einiges für verbesserungswürdig hält. Doch Version 2 wird offenbar immer noch weithin von SCHUFA-Kunden verwendet.

In der Berichterstattung wird auch auf das unlängst erschienene Gutachten des Sachverständigenrats für Verbraucherfragen zu „Verbrauchergerechtes Scoring“ eingegangen. Darin wird ein deutlich besseres Informationsgebaren und mehr Klarheit von den Auskunfteien gefordert. Die Redaktionen führen als positives Beispiel die US-amerikanische Auskunftei Fico an, die versucht, recht verständlich die Funktionsweise ihres Scoring-Algorithmus zu vermitteln.

Die Arbeit von Spiegel Online und dem Bayerischen Rundfunk zeigt, dass per Crowdsourcing zumindest im Ansatz Licht in Dunkel von gesellschaftsrelevanten automatisierten Entscheidungssystemen gebracht werden kann. Die ansehnliche Präsentation, bei denen beide Medien eigene Grafiken und Erklärvideos produzierten, machen das komplexe Thema gut zugänglich. Leider hat die SCHUFA erneut auf die Strategie gesetzt, den Redaktionen zu untersagen, aus den ausführlichen Antworten auf ihre Fragen zitieren zu dürfen oder sinngemäß wiederzugeben.

Im ARD Wirtschaftsmagazin PlusMinus war am gestrigen Abend ein Beitrag zu den Recherchen der beiden Redaktionen zu sehen. Spiegel Online und BR veröffentlichte zudem einen Hintergrund zur Arbeitsweise bei der Recherche in den Daten. In den kommenden Tagen werden weitere Berichte zur Auskunftei SCHUFA erscheinen.

Die aktuelle Berichterstattung im Überblick

Bildnachweis: Spiegel Online