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Projekte / Musik
Für die Aufführung der ersten Szenen der Oper "Ovartaci - crazy, queer & loveable" und die Lieder "Die Kriminellen der Frau A." in der Werkstatt der Staatsoper Berlin brauchen wir Unterstützer*Innen, die auch Lust haben das Konzert zu hören! Die Staatsoper stellt den Raum und die Infrastrukur, und wir sammeln für die Honorare der sieben ausgezeichneten Sängerinnen und MusikerInnen und eine minimale Ausstattung. Du kannst dabei sein, es erleben, hören, sehen!
Berlin
2.280 €
3.000 € Fundingschwelle
10
Fans
22
Unterstützer
12 Tage
01.12.2016, 15:37 Tanja Langer
Ovartaci, dem wir unser Opernprojekt widmen, war ein ungewöhnlicher Mensch. Er wurde in Ebeltoft geboren, einer kleinen Stadt nördlich von Aarhus, in Dänemark. In Ebeltoft gab es im 19. Jahrhundert einen gewissen wirtschaftlichen Aufschwung wegen einer Malzfabrik und wegen des Seehandels: Schiffe legten dort an. Ovartacis Vater hatte eine Färberei, es ging der Familie nicht schlecht. Ovartaci hatte mehrere Geschwister, manche starben noch als kleine Kinder. Ein Bruder war blind, spielte aber die Orgel in der Kirche, ein anderer soll "geisteskrank" gewesen sein. Ovartacis Vater starb, als er fünf war, darüber, wie die Familie das Leben danach meisterte, weiß man nicht viel. Allerdings ist bekannt, dass Ovartaci aufgeweckt und neugierig war. Er besuchte die Schule, machte eine Lehre als Dekorateur und Maler und interessierte sich früh für fremde Sprachen und Länder, aber auch für spirituelle Fragen und - Yoga! Sicher weckten die Schiffe, die in Ebeltoft anlegten und wieder wegfuhren, sein Fernweh - denn so viel Interessantes gab es in dieser kleinen Stadt nicht. Als Ende der zwanziger Jahre die Wirtschaft in Dänemark stagnierte, zog es viele nach Lateinamerika. Auch Ovartaci hoffte, dort sein Glück zu machen. Er heuerte auf einem Schiff nach Argentinien an. Es gibt ein einziges Foto aus dieser Zeit, es zeigt ihn mit zwei Freunden, einer von ihnen hieß Emil. Ovartaci hatte verschiedene Jobs, nicht nur als Anstreicher und Maler. Er war kräftig und handwerklich nicht ungeschickt, was man ja später in seiner künstlerischen Arbeit sieht. Doch irgendwann wurde es wohl schwierig, einen Job zu finden, und Ovartaci erzählte später, dass er oft nichts zu essen hatte - mehrere Tage lang. Vielleicht machte er sich deshalb auf den Weg nach Norden und in den Dschungel. Sein Freund Emil berichtete der Familie irgendwann in einem Brief, dass sie sich aus den Augen verloren hatten, und dass Louis, wie Ovartaci eigentlich hieß, sich so sonderbar verändert hatte: Er behauptete, dass ihn unterirdische Radioantennen belauschten, dass er verfolgt würde und er begann, überall Zeichen und Hinweise zu sehen, ein Phänomen, das nicht selten bei schizophrenen Menschen auftritt. Emil zeigte sich sehr besorgt. Hatte der Hunger bei Louis etwas ausgelöst, oder waren es Drogenexperimente, die er mit Einheimischen machte? In unserer ersten Szene wird er auf dem Schiff auf dem Rückweg von Argentinien nach Dänemark davon singen, er wird zugleich von Stimmen bedrängt werden und den Wesen, die er in den Flammen des Heizofens zu sehen glaubt.

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