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Projekte / Bildung
Während eines zweiten Jahres in Brasilien möchte ich sowohl praktische Arbeit in der nichtstaatlichen Vereinigung Aramitan machen und für soziale Integration und Musik arbeiten, als auch weiter Forschung zwischen Theologie, Sozialwissenschaften und indigenen Völkern betreiben.
São Paulo
5.200 €
5.000 € Fundingziel
9
Fans
14
Unterstützer
Projekt erfolgreich
 Praxis und Wissenschaft in Brasilien

Projekt

Finanzierungszeitraum 17.02.17 01:05 Uhr - 15.03.17 23:59 Uhr
Realisierungszeitraum Mai 2017 bis April 2018
Fundingziel 5.000 €
Stadt São Paulo
Kategorie Bildung

Worum geht es in dem Projekt?

Das Projekt, mit dem ich jetzt in Brasilien bin, nähert sich langsam dem Ende. Im Umfeld der Vereinigung Aramitan habe ich langsam immer mehr Kontakte zur Bevölkerung geknüpft. Diejenigen SchülerInnen, die zu meinem Flötenunterricht kamen, wie auch zu Stunden anderer Freiwilliger, die Schlagzeug, Theater und Capoeira (brasilianischer Tanz und Kampfsport, eine Tradition der Nachkommen der aus Afrika verschleppten Sklaven in Brasilien), waren sehr aktiv. Wir machten bei Festen in Embu Guacu gemeinsam Musik, mit zwei Blockflöten; auch spielte ich mit Querflöte die brasilianische Musik der Chorinhos, und jemand von den Schlagzeugschülern eines anderen Mitarbeiters spielte dazu Trommel. – Eine Person, die Blockflöte lernt, würde sehr gern von mir Querflöte lernen.
Dadurch, dass ich aber in dieser verarmten Gegend immer mehr Menschen kennenlerne und Zeit mit ihnen teile, sie mich zum Teil einladen, wächst der Sinn meines Hierseins als ‘Begleitung’. Wenn ich Menschen begleite, oder wie es einige Autoren (W. Mignolo) formulieren, "gemeinsam mit ihnen die Grenze bewohne", d.h. die Grenzen, die zwischen gesellschaftlichen Schichten entstehen, überschreite, dann führt das zu größerer Wertschätzung und auch Selbstwertschätzung bei Gruppen von Menschen, die sozial an den Rand gedrängt sind – im Sinne materieller und kultureller Verarmung.
Besonders diesen Aspekt meines jetzigen Aufenthaltes in Brasilien möchte ich gern noch ein Jahr weiterführen bzw. nach einer kurzen Pause ab Ende April/Anfang Mai neu beginnen, da dies mit den gewachsenen Kontakten und meiner besseren Kenntnis der Situation der Menschen im zweiten Jahr besser möglich sein wird als bisher.
Ein weiteres Thema, das ich zu praktizieren anstrebe, ist die Theologie. Im Gebiet der Favelas und ähnlicher verarmter Gebiete nimmt der Einfluss der Pfingstkirchen immer mehr zu, welche dann oft die einzige Quelle der Inspiration oder der kulturellen sinnbezogenen Erweiterung für viele Menschen bildet. Als Alternative plane ich, eine Gesprächsgruppe zu Themen der Religion, der Bibel zu initiieren, wo diese Dinge eher im Sinne der Befreiungstheologie angesprochen und ins Gespräch gebracht werden können, in Richtung der Hoffnung, Betroffenheit und Praxis in der Gegenwart, der Ermutigung und des Selbstbewusstseins der Menschen.

Sowohl, was mein Visum anbelangt, als auch von der Universität her, kann ich meinen Aufenthalt in Brasilien auf maximal zwei Jahre verlängern.

An der Methodistischen Universität von Sao Paulo habe ich im Rahmen einer Postdoktorandentätigkeit über Monate eine geistes- und humanwissenschaftliche Forschung betrieben, bei der ich Theologie, interreligiösen Dialog und Soziologie mit Fragen indigener Völker verknüpfe. Es geht darum, wie in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen sozialer Sinn und Ökonomie verknüpft werden. Sozialer Sinn ist bei indigenen Völkern auch in deren Bewusstsein der Mensch-Natur-Beziehung gegenwärtig; d.h. sie begrenzen die (ökonomische) Nutzung der Natur, um eine gute soziale und spirituelle Beziehung mit ihr zu bewahren. In der gegenwärtigen, überwiegend kapitalistischen, Wirtschaft wird dagegen vielfach der soziale Sinn der Nutzung oder dem Ziel der Geldvermehrung untergeordnet und immer wieder geopfert. Das betrifft sowohl die Natur (v.a. die Lebewesen der Biosphäre: Umweltschädigung, Monokulturen, Massentierhaltung), als auch die Menschen selber, die in Lateinamerika immer mehr vom Land und ihrer Subsistenzwirtschaft vertrieben werden, oft arbeitslos in Randgebieten großer Städte landen wie hier um Sao Paulo herum. Da ist das Hauptproblem der Menschen weniger die Ausbeutung als das Ausgeschlossensein von den materiellen und kulturellen Reichtümern der Gesellschaft. In diesem Zusammenhang suche ich bei Praktiken und Denkweisen indigener Völker, und soweit ich sie jetzt kennenlerne, auch bei afrobrasilianischen Traditionen, und im Vergleich in Christentum und Theologien, nach Alternativen. Bei indigenen Völkern ist häufig die Nutzung fremder Arbeit (von Menschen und Natur) in den sozialen Sinn eingebettet, “eingebaut”, indem sie reziproke Verhältnisse des Gebens und Nehmens schaffen, sowohl zwischen den Menschen, als auch zwischen Mensch und Natur. Ich möchte gern innerhalb eines zweiten Jahres Menschen indigener Völker dazu befragen und dieses Thema mit Theologie und interreligiösem Dialog verknüpfen. Einige Gespräche mit Menschen indigener Völker, wie mit Guarani und Kaingang, habe ich in Brasilien schon geführt. Und ich habe begonnen, Praktiken der afrobrasilianischen Religion, des Candomblé, kennenzulernen, die sich unter den aus Afrika verschleppten Sklaven und deren Nachkommen in Brasilien entwickelt haben. Die Befreiungstheologie, die v.a. in der katholischen Kirche Lateinamerikas entstand, die es auch bei evangelischen Kirchen gibt, strebt nach sozialer Gerechtigkeit in allen Lebensbereichen; und ein wichtiger Vertreter von ihr, Leonardo Boff, thematisiert immer mehr das Problem der Ökologie und der anzustrebenden Verbundenheit und ökologischen Gerechtigkeit mit den Lebewesen der Natur. Die Personen und Professoren, die mich zur Aktivität an der Methodischischen Universität einluden, sind sowohl an der Befreiungstheologie, als auch am interreligiösen Dialog orientiert.
Ich plane also, in einem zweiten Jahr in Brasilien (das sowohl vom Visum, als auch von der Einladung der Universität her verwirklichbar ist) die Forschung weiterzuführen und zugleich die inhaltlich verbundene oder verknüpfbare praktische Tätigkeit in Aramitan weiterzuführen und auszubauen. Dazu gehören die Praxis des Flötenunterrichts, Gestaltung gemeinsamer Musik, Besuche und Kontakte mit Menschen des Stadtviertels bei Aramitan. Auch plane ich im Rahmen einer Studiengruppe meine Erfahrungen der Befreiungstheologie weiterzugeben und zu diskutieren, damit nicht nur die recht autoritär orientierten Pfingstkirchen sich an die dortigen Menschen wenden. Diese praktischen Tätigkeiten werden sich mit der Forschung verknüpfen und zu einer wachsenden Integration der Menschen des verarmten Gebietes beitragen.

Was sind die Ziele und wer ist die Zielgruppe?

Zwischenziele sind bei der praktischen Tätigkeit die Mitarbeit am Haus (alltägliche Arbeiten wie Saubermachen), Flötenunterricht usw., und bei der theoretischen Tätigkeit Schreiben und Veröffentlichen geisteswissenschaftlicher Texte.
Ziele sind soziale und kulturelle Integration; Zielgruppen zum einen verarmte Bevölkerung außerhalb von Sao Paulo, als auch nichtwestliche Kulturen wie indigene Völker und afrobrasilianische Bevölkerung.
Sehr allgemein formuliert ist es das Ziel, zu einer humanen und lebensfreundlichen Reproduktion der Mensch-Natur-Beziehung beizutragen.

Warum sollte jemand dieses Projekt unterstützen?

Die Verbindung von praktischer und Forschungsarbeit in Brasilien scheint mir sehr fruchtbar zu sein und zu werden. Ich verfüge nicht über die finanziellen Mittel, die ich dazu brauche, und werde mich deshalb über eine Unterstützung sehr freuen.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Das Geld werde ich vor allem für die täglichen Kosten verwenden wie Lebensmittel und tägliche Bus- und U-Bahnfahrten.

Wer steht hinter dem Projekt?

Hinter dem Projekt stehen meine Initiative, die Menschen der Umgebung der Vereinigung Aramitan und Professoren wie Studierende der Metodistischen Universität von Sao Paulo.

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