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Projekte / Bildung
In den Kassen vieler Rathäuser herrscht Ebbe. Trotzdem erwarten Bürger/innen ein breites Dienstleistungsangebot auf hohem Niveau. Strategische Verwaltungssteuerung bietet einen Ausweg aus diesem Dilemma. Strategie meint eine klare Orientierung auf wenige, aber für die Stadtgesellschaft wichtige Ziele und Wirkungen. Wir sind Verwaltungswissenschaftler und wollen den Nutzern einer Online-Lernplattform mit kurzen Filmen den Einstieg in das Thema erleichtern und die "Lust auf Strategie" wecken.
195 €
4.000 € Fundingziel
11
Fans
5
UnterstĂĽtzer
Projekt beendet
14.04.17, 16:59 Maximilian Fischer
Politik und Verwaltung in Kommunen stehen unter einem doppelten Erwartungsdruck: Sie sollen Bürger*innen und Unternehmen eine gut ausgebaute und funktionierende Infrastruktur bieten und gleichzeitig darauf achten, dass Beiträge, Gebühren und Steuern nicht aus dem Ruder laufen. Allerdings belegen die Zahlen, dass dieser Spagat selten gelingt. Seit Jahrzehnten eilen die kommunalen Ausgaben den Einnahmen davon, allein zwischen 1970 und 2010 wuchs der Schuldenberg der Gemeinden um 600 Prozent. Deutsche Kommunen haben ein strukturelles Problem mit ihren Finanzen. Während über diese Diagnose weitgehend Einigkeit besteht, wird über die Wege zu einem fiskalischen Gleichgewicht und zu einer dauerhaften Konsolidierung der Haushalte gestritten. So ist es fraglich, ob eine Verbesserung der kommunalen Einnahmesituation durch höhere Schlüsselzuweisungen oder Mehrbelastungen der Leistungsadressaten das Problem allein dauerhaft lösen könnte. Dass die Mehreinnahmen gezielt zur Sanierung der Haushalte eingesetzt werden, ist keinesfalls sicher. Die gewonnenen finanziellen Spielräume könnten auch Treibstoff für die »Ausgabenlust« kommunaler Politiker und Verwaltungen sein und so das Gefälle der Schieflage mittelfristig sogar noch erhöhen. Wenn Kommunen sparen müssen wird traditionell immer noch häufig die »Rasenmähermethode« eingesetzt: Mehr oder weniger alle Budgets werden um einen bestimmten, meist recht geringen Prozentsatz gekürzt. Befürworter favorisieren diese Methode, weil aus ihrer Sicht die Formulierung und das Durchhalten konsistenter Ausgabenstrategien zu anspruchsvoll wären und an der kurzfristigen Perspektive der Haushaltsführung, am Widerstand benachteiligter Verwaltungsbereiche als auch an der Eigenlogik des Parteienwettbewerbs scheitern müssen. Allerdings: Diese „Rosskur“ mag kurzfristig wirken, beseitigt aber in der Regel nicht die Gründe für Ungleichgewichte im Budget, die dann zu einer neuen Verschuldung führen. Auch ist das flächendeckende »Niedermähen« von Ausgaben ohnehin in der Regel auf wenige Haushaltsjahre beschränkt, wenn die Kommune nicht »kaputt gespart« werden soll. Langfristige Konsolidierungserfolge sind so in der Regel nicht zu erreichen. Langfristig ausgeglichene Haushalte erforderten vielmehr eine Orientierung an mittel- und langfristigen Entwicklungsperspektiven und eine kritische Prüfung der Wirkungen aller Haushaltsausgaben und -entscheidungen, so Dr. Jens Weiß, Professor für Verwaltungswissenschaften an der Hochschule Harz. „Diese Herangehensweise“ so erläutert Weiß, „benötigt inhaltliche, politisch legitimierte Schwerpunktsetzungen für die kommunale Entwicklung. Die Ziele der Entwicklung müssen so klar sein, um überhaupt sinnvoll über die Verlagerung oder Streichung von Ausgaben nachdenken zu können.“ Um Konsolidierungsziele zu erreichen könne es sogar notwendig sein, trotz allgemeiner Sparbemühungen in ausgewählten Bereichen mehr Geld auszugeben, insbesondere dann, wenn dadurch das primäre Ziel des Haushaltsausgleichs unterstützt wird. Freilich fordere die Festlegung auf solche Strategien den Akteuren Selbstdisziplin ab: Nur wenn die Ziele - und damit die ausgabenintensiven Prioritäten – über einen längeren Zeitraum stabil bleiben, könnten inhaltliche Entwicklung und fiskalische Gesundung in Deckung gebracht werden, so Jens Weiß. Tatsächlich gibt es in zahlreichen Städten und Gemeinden in verschiedenen europäischen Ländern Erfahrungen mit Formen einer solchen strategischen Steuerung, die Grundlage einer besseren kommunalen Haushaltsführung sein könnte. Um die Erfahrungen dieser Kommunen für die Ausbildung von Studierenden der Verwaltungswissenschaften und die Weiterbildung von Verwaltungsbeschäftigten aber auch von ehrenamtlichen Politikerinnen und Politikern nutzbar zu machen, hat Weiß gemeinsam mit vier anderen europäischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen das Projekt »KoWiSt: Kompetenzaufbau für eine wirkungsorientierte Steuerung« initiiert. Es wird im Rahmen des Programms ERASMUS+ über drei Jahre von der EU gefördert. Ziel des Projekts ist der Aufbau einer Open Education Resource (OER)-Plattform mit Lehr- und Lernmaterialen für die Aus- und Weiterbildung. Die Plattform soll durch die Aufbereitung von Beispielen »guter Praxis« und die Analyse von zielorientierten Wirkungsmodellen zeigen, wie Kommunen Instrumente strategischer Steuerung einsetzen und vor allem die Frage beantworten: Wie machen es Kommunen, die es besonders gut machen? Wie Weiß sagt, „steht die Überlegung im Zentrum, dass sich die Entwicklungschancen kleiner und mittlerer Kommunen verbessern, wenn die Management- und Steuerungskompetenzen von Verwaltungsmitarbeitern und Mandatsträgern gestärkt werden.“ Dafür konnte er Partner in vier europäischen Nationen begeistern: Beteiligt sind neben der Hochschule Harz die slowakische P.J. Safarik University, die Fachhochschule Kärnten, die Berner Fachhochschule und die EURAC in Bozen. Bemerkenswert sei, so Jens Weiß weiter, dass die Perspektiven der Wissenschaftler sehr verschieden sind. „Das spiegelt die sehr unterschiedlichen Situationen wider, in denen sich die Kommunen in den Partnerländern befinden. Während wir aus deutscher Perspektive stark auf Haushaltskonsolidierung fokussieren, leiden die Gemeinden in den anderen Nationen weniger stark unter einer Verschuldung. Dort ist man an wirkungsorientierter Steuerung interessiert, um das Management weiter zu verbessern.“ Jede der beteiligten Wissenschaftseinrichtungen hat mittlerweile in Kommunen die etablierten Prozesse strategischer Steuerung dokumentiert. Jetzt werden diese für die OER-Plattform aufbereitet. „Spannend ist auch der internationale Vergleich“, so Jens Weiß, „denn die Rahmenbedingungen für die politische Steuerung von Kommunen sind sehr verschieden.“ Gerade im Erfassen dieser Vielfalt liegt seiner Meinung nach ein originärer Beitrag des Projektes, von dem Praktiker, Verwaltungswissenschaftler und Studierende gleichermaßen profitieren könnten. Die – durch die Unterstützung der Startnext.de-Spender*innen ermöglichten – Videos sollen den Nutzwert und die Attraktivität dieser OER-Plattform erhöhen. Noch bis einschließlich Sonntag ist eine Unterstützung dieses Projekts möglich - wir freuen uns über jede/n, der/die sich "auf den letzten Metern" noch anschließen möchte.
12.04.17, 17:41 Maximilian Fischer
Zur großen Freude des Projektteams hat der "Wernigeröder General-Anzeiger" in seiner Ausgabe vom Wochenende einen kurzen Beitrag über das PuMa Clips-Projekt veröffentlicht - vielleicht bringt uns das auf den letzten Metern ja doch noch ein paar zusätzliche Fans und Unterstützer*innen. Vielen Dank!
10.04.17, 15:05 Maximilian Fischer
Den Text der folgenden Pressemitteilung der Hochschule Harz zum Start unseres Crowdfunding-Projekts "PuMa Clips" in die Finanzierungsphase, möchten wir unseren Fans und Followern nicht vorenthalten. Studierende der Hochschule Harz starten Crowdfunding-Projekt Gemeinsam mit vier Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus fünf EU-Ländern arbeitet der Fachbereich Verwaltungswissenschaften der Hochschule Harz an der Schaffung einer neuartigen Online-Lernplattform für die Aus- und Weiterbildung von Studierenden, Verwaltungsmitarbeitern sowie Ratsmitgliedern. Im Rahmen des Projekts „KoWiSt“ (Kompetenzaufbau für eine wirkungsorientierte Steuerung in kleinen und mittleren Kommunen) befasst sich Projektleiter und Public Management-Experte Prof. Dr. Jens Weiß mit Best Practice-Ansätzen in der kommunalen Steuerung: „Im Mittelpunkt des Projekts stehen kleine und mittelgroße Kommunen der beteiligten Länder, die Formen einer strategischen Steuerung bereits in der Praxis anwenden. Ihre Erfahrungen werden für den Aufbau der Lernplattform genutzt.“ Der studentische Mitarbeiter Maximilian Fischer möchte die Plattform mit praxisnahen Lehrvideos zum Public Management – den „PuMa Clips“ – noch bekannter machen. Aktuell wird daher über die Crowdfunding-Plattform „StartNext“ Geld eingeworben, um die Filme gemeinsam mit Kommilitonen des Studiengangs Medieninformatik drehen zu können. „Mindestens 4.000 Euro für Reisekosten und die Bezahlung studentischer Hilfskräfte sollen auf diese Weise zusammenkommen“, erklärt der 27-Jährige, und ergänzt: „Verwaltungsreform klingt zunächst nach einem Thema, für das man nicht viele Menschen begeistern kann. Tatsächlich hat aber jeder ein Interesse daran, dass die eigene Kommune gut verwaltet wird. Wir wollen nicht nur den Mitarbeitern in den Verwaltungen, sondern auch allen ehrenamtlichen Kommunalpolitikern dabei helfen, mit begrenzten Ressourcen die bestmöglichen Ergebnisse zu erreichen.“ Bereits Mitte März startete die Finanzierungsphase der „PuMa Clips“. Sollte die benötigte Summe nach sechs Wochen nicht erreicht sein, fließt das gesamte Geld wieder an die Unterstützer zurück. In Anbetracht so kurzer Zeit müssen die potentiellen „Crowdfunder“ motiviert werden: „Neben der Unterstützung für ein gutes Projekt, von dem eines Tages auch die eigene Kommune profitieren könnte, haben wir überlegt, wie wir uns zusätzlich bedanken können – dazu gehört beispielsweise die namentliche Nennung in den Videos“, berichtet Fischer. Für ganz besonders großzügige Helfer geht es im Mai sogar nach Italien: Wer sich mit 1.000 Euro beteiligt, wird zum Auftaktworkshop an die Universität in Bozen eingeladen. Partner des Projekts „Kompetenzaufbau für eine wirkungsorientierte Steuerung“ (KoWiSt) sind die slowakische P. J. Safarik University in Kosice, die Fachhochschule Kärnten, die Berner Fachhochschule, die EURAC in Bozen und die Hochschule Harz. Das Projekt wird gefördert durch das EU-Programm ERASMUS+.
14.03.17, 11:53 Maximilian Fischer
Vier Hochschulen aus Österreich, der Schweiz, Deutschland und der Slowakei und eine Forschungseinrichtungen aus Italien bauen im Rahmen des gemeinsamen Projektes »KoWiSt« (Kompetenzaufbau für eine wirkungsorientierte Steuerung in kleinen und mittleren Kommunen*) eine innovative Online-Lernplattform (OER) für die Aus- und Weiterbildung von Studierenden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in kommunalen Verwaltungen und ehrenamtlichen Kommunalpolitiker*innen auf. Auf der Lernplattform wollen wir existierende Beispiele wirkungsorientierter Steuerung in Kommunen nachvollziehbar darstellen, und Nutzern die Möglichkeit bieten, Steuerungsmodelle für den eigenen Aufgabenkreis zu entwickeln. Um den Gebrauchswert und die Attraktivität der Lernplattform zu erhöhen, hatten wir die Idee, mehrere Kurz-Filme zu produzieren, in denen die Systematik der Wirkungsorientierung erklärt und Kommunen vorgestellt werden, die diese Form strategischer Steuerung bereits anwenden. Die Filme sollen durch Studierende des Bachelorstudiengangs Medieninformatik B.Sc. an der Hochschule Harz realisiert werden. Um die Produktionskosten in Höhe von 4.000 € zu decken, habe ich die Crowdfunding-Initiative »PuMa Clips« gestartet. PuMa steht übrigens als Akronym für Public Management. Seit 13. März befinden sich die »PuMa Clips« nun in der Finanzierungsphase. Bis Mitte April können interessierte Unterstützer*innen durch ihre Spende mithelfen, das Ziel von 4.000 € »zu knacken« und so die Produktion der Kurz-Filme zu ermöglichen. Für Ihren Support bedanke ich mich an dieser Stelle im Voraus. Ihr Max Fischer *KoWiSt wird durch die EU aus dem Programm „Erasmus+“ gefördert. The creation of these resources is funded by the ERASMUS+ grant program of the European Union under grant no. 2015-1-DE01-KA203-002156. Neither the European Commission nor the project's national funding agency DAAD are responsible for the content or liable for any losses or damage resulting of the use of these resources.

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