Crowdfunding beendet
"Ich bin noch da" erzählt von Septemberwespen und Schnee, von Mon-Cheri-Überdosen und Kriegsschutt, von Waschmaschinen, Sommernächten und von der Ewigkeit. Das Album verknüpft mein Schreiben mit meiner Vernetzung in der Musikszene. Viele Kolleg*innen geben jedem der Songs eine besondere Atmosphäre. Live aufgenommen in einem der letzten großen Studios in München und kongenial fotografiert von Lena Semmelroggen ist dieses Werk Poesie-Album, Musik-Album und Fotoalbum in einem.
15.329 €
Fundingsumme
106
Unterstütz­er:innen
Charlott Roth
Charlott Roth Projektberatung "Grandios wie hier die Kraft der Crowd sichtbar wurde."
21.08.2021

Ein Hürdenlauf

Stefan Noelle
Stefan Noelle3 min Lesezeit

Liebe Leute,
seit dem Ende des Crowdfundings sind nun bald vier Monate ins Land gegangen. Als ich es am 9. März ins Leben rief, hatte ich über vier Monate ohne Live-Konzert hinter mir - und ein einzig gähnendes Sommerloch vor mir. Es gab praktisch keine Buchungen. Dann musste ich wie bekannt die Aufnahmen in den Juni verschieben (die insgesamt sechste Verschiebung des Projekts), und während ich Ende April und im Mai darauf fieberte, endlich mit den Kollegen ins Studio gehen zu können, explodierte mein Sommerkalender.

Mit den Aufnahmen vom Juni bin ich sehr glücklich. Sie sind genau so geworden, wie ich es mir vorgestellt hatte. Was ich mir nicht vorgestellt habe: Es könnte jemand Wichtiges, auf den ich selber angewiesen bin, krankheitsbedingt ausfallen. Es könnte das, was ich als Foto-Musik-Album realisieren will, leider ein so extravagantes Druckerzeugnis sein, dass es viel mehr Abstimmungsarbeit im Vorfeld braucht, bevor man überhaupt das „Go“ für eine Produktion geben kann. Beides ist der Fall.

Hatte ich im Video zum Funding noch den September als Zeitraum der Veröffentlichung genannt, habe ich In den letzten Wochen darum gekämpft, zumindest einen späteren Termin im Herbst realisieren zu können (Stichwort „Weihnachtsgeschäft“). Der aktuelle Stand des Projekts ist jedoch: Die Audio-Mischung ist fast fertig, aber eben nur fast. Die grafische Umsetzung ist in Arbeit, kann aber nicht beendet werden, denn bevor die endgültigen Längen und die Reihenfolge der Stücke und alle Produktions-Details nicht klar sind, kann man keine endgültigen Druckvorlagen herstellen. Was die Gestaltung betrifft, bin ich allerdings froh: Lena Semmelroggen hat bei den Juni-Aufnahmen ihr überragendes Timing einmal mehr bewiesen und viele schöne Bilder geschossen; mit Sabine Schmid vom bekannten Münchner Grafik/Design-Büro SCHMID WIDMAIER konnte ich eine vielfach ausgezeichnete Grafikerin gewinnen.

Wirklich frustrierend ist hingegen, dass alle von mir angefragten Anbieter für die Pressung von Vinyl und CD und die Herstellung der Drucksachen ohne mit der Wimper zu zucken einen Zeitrahmen von „25-30 Wochen“ nennen oder „wenn Sie heute abgeben, haben Sie’s vielleicht Ende April“ (O-Ton). Das sprengt meine Vorstellung. Alle Welt will offenbar Vinyl pressen. Ich war, was das angeht, einfach viel zu blauäugig. Das ist mein Fehler, das muss ich mir und Euch und Ihnen allen eingestehen. Ich bin ja irgendwie schon ein alter Hase, aber im Plattenproduziergeschäft der Jetztzeit wohl doch zu sehr Greenhorn.
Ich werde weiterhin alles tun, um so schnell zu sein wie möglich. Auf Wunder zu hoffen ist nicht meine Art. Wohl aber entspricht es mir, all die Menschen, die dieses Album finanziell unterstützt haben, um Verzeihung und gleichzeitig um Verständnis zu bitten, dass ich noch nicht wie geplant werde liefern können. Ich komme mir dabei vor wie ein Politiker, der Verzögerungen beim Bau eines Großflughafens einräumen muss, und ja - es gibt Dinge, die sich besser anfühlen.

Die nächsten zwei Wochen mache ich Ferien. Mein Ziel ist, im September alles so weit zu haben, dass dann Pressung und Druck endlich gestartet werden können. Viele im Crowdfunding vereinbarte Unterrichtseinheiten habe ich schon gegeben, erste Hauskonzerte gespielt. Auch hier gibt es noch weitere Verpflichtungen von mir einzulösen. Was ich nach wie vor ganz sicher sagen kann, ist: Das wird ein wunderbares Album. Es hat auf dem Weg übrigens noch mal seinen Namen geändert und heißt jetzt statt „Ich bin noch da"

WIE ES MICH ZIEHT

Dass ich noch da bin und bleibe, steht ja ohnehin außer Frage. Ziehen hingegen tut es mich. Zu Konzerten mit meiner Band, zu sicheren und stattfindenden Buchungen, zu Abenden im Winter, an denen die Säle und Theater geöffnet sind. Zu meinem Livepublikum. Zu Euch, zu Ihnen.

Danke fürs mit Durchhalten - herzlich,

Euer/Ihr

Stefan Noelle

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