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Projekte / Film / Video
Sturmflutkommando | Poesie-Animationsfilm
Experimenteller Animationsfilm & PoetryClip: „Weil ich zwar sprechen will, aber nicht sprechen kann verharre ich, verzaudernd, still, inmitten dieser Massen die verstummt am Abgrund stehen, das Rechts und Links zum Selbstschutz ausgeblendet.“
Offenbach
1.559 €
850 € Fundingziel
40
Fans
21
Unterstützer
Projekt erfolgreich
 Sturmflutkommando | Poesie-Animationsfilm

Projekt

Finanzierungszeitraum 30.04.14 10:30 Uhr - 10.06.14 23:59 Uhr
Realisierungszeitraum 6-7 Monate
Fundingziel 850 €
Stadt Offenbach
Kategorie Film / Video

Worum geht es in dem Projekt?

"Der gekerbte Raum aus Stein gegen ein Ideal aus Glas" wird ein Animationsfilm und meine Interpretation des Gedichtes "Sturmflutkommando" von Josefine Berkholz (siehe unten).

Darin wird ein zeitloses, menschliches Problem geschildert: wenn in einer Gesellschaft etwas schief läuft - wer wird für das Richtige einstehen, was ist überhaupt das Richtige und warum läuft es gerade in die falsche Richtung? Hält die Gesellschaft zusammen oder zerbricht sie aus Angst und Kapitulation? Wer reagiert? Was passiert, wenn Gesetze nicht ausgeführt werden können, weil sie realitätsfern und viel zu abstrakt sind.

Darüber denke ich nach und möchte diese Überlegungen in einem animierten Film modellieren. Meiner Meinung nach verkörpert der Animationsfilm eine Abstraktion der Wirklichkeit und bietet der Poesie besonders viele visuelle Möglichkeiten sich neu zu entfalten.

Ich arbeite mit der Technik der Rotoskopie, d.h. ich drehe zuerst reale Szenen mit Schauspielern, welche ich danach Bild für Bild abzeichne. Diese Technik habe ich gewählt, weil sie weit genug von der Wirklichkeit entfernt ist, eine symbolische Bedeutung zu erlangen, jedoch nah genug, um als Dokumentation dieser Wirklichkeit zu gelten.

Beim stundenlangen Zeichnen tausender Bilder entsteht jeder Frame und jede Linie mit einem anderen Gefühl und neuen Gedanken. Es ist eine fast meditative Auseinandersetzung mit dem Thema, bei welcher eine Symbiose aus Videokunst und Poesie hervorgehen wird.

Was sind die Ziele und wer ist die Zielgruppe?

„Sturmflutkommando“ beschreibt eine Problematik, die meines Erachtens auf viele Geschehen in Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart übertragen werden kann. Wichtig ist, dass man diesen Zustand erkennt und sich mit dem betreffenden Konflikt beschäftigt – darüber redet, auch wenn es unangenehm sein mag!

Ein weiteres Ziel ist es, einen visuell ansprechenden Film zu kreieren, dessen Form und Bildsprache den Inhalt wiedergibt; dabei wird an neuen gestalterischen Möglichkeiten geforscht und mit deren Wirkung experimentiert.

Im Allgemeinen ist dieses Projekt für Arthaus-, Independent-, Poesie- und Kunstliebhaber; es wird Menschen ansprechen, die sich für die Thematik interessieren und/oder die visuelle Umsetzung originell finden.

Warum sollte jemand dieses Projekt unterstützen?

Abgesehen von der gesellschaftlichen Relevanz ist dieses Projekt konzeptionell gut durchdacht und wird professionell umgesetzt. Es definiert sich durch die ausgefallene Bildsprache und der experimentellen Erzählweise.
Gerade wegen dieser Eigenständigkeit, ist Crowdfunding eine tolle Chance für diesen Film, da er gezielt von Menschen mit ähnlichen Interessen gefördert werden kann.

Für eure Förderung und das entgegengebrachte Vertrauen möchte ich mich mit angemessenen Dingen bedanken, die über reproduzierbare, unpersönliche Buttons und T-Shirts hinausgehen. Ich möchte jeder Förderin und jedem Förderer ein Stück vom Film zuteil werden lassen – und was liegt da wohl näher am Film, als die Zeichnungen selbst? Schon für kleine Spenden will ich euch mit originalen Frames meinen Dank ausdrücken, damit ihr immer eine Erinnerung an eure Verbindung zum Film habt.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Für dieses Projekt werde ich ca. neuntausend analoge Zeichnungen auf Papier anfertigen; daher sind die Kosten für Materialien und Geräte sehr hoch. Wenn die Zeichnungen fertig sind, werden alle einzeln abfotografiert und am Computer koloriert. Da dies eine sehr langwierige und zeitaufwendige Arbeit ist, werde ich hierfür mehrere Leute beschäftigen müssen, die ich mit einer kleinen Gage entlohnen möchte.

Eure Unterstützung ist allerdings nicht nur eine finanzielle, sondern vor allem eine Geistige: dass Jemand hinter einem steht, sich mit einem solidarisiert und auf das Ergebnis freut - das sind alles Anreize, aus denen wir sehr viel Kraft und neuen Antrieb schöpfen werden. Für eure Unterstützung werden wir euch sehr dankbar sein!

Wer steht hinter dem Projekt?

Ich, Brenda Lien, 19, studiere nun seit fast zwei Jahren an der Hochschule für Gestaltung (Offenbach) Film und Illustration. Ich liebe und lebe die Kunst und möchte in meinen Arbeiten meine Sicht auf die Dinge zum Ausdruck bringen, aber auch das aktuelle Zeitgeschehen dokumentieren und damit in Interaktion treten. Was finde ich gut, was sollte sich verändern und welchen Beitrag kann ich als Künstlerin dazu leisten?

Ich, Josefine Berkholz, 20, studiere am Deutschen Literaturinsitut in Leizpig und bin seit 5 Jahren Spokenwordartist und Poetry Slammerin.
Meine Texte sind für mich eine Art mit der Welt umzugehen, die mich umgibt; das, was drückt unter der Matratze hervorzuholen, auszulöten und zu versprachlichen.
Dabei entsteht etwas Abstraktes, das hoffentlich Raum bietet für den Zuhörer und die Geschichte, die er wiederum mitbringt. Wenn ich so einen Text schaffen kann, der mit dem Zuhörer genau so viel zu tun hat wie mit mir, (und vielleicht sogar noch mit der Welt, wenn man das so übergroß und kitschig sagen darf), dann ist etwas richtig gelaufen.

Für den Film werde ich, Brenda, ca. 9000 Zeichnungen anfertigen und eine Filmmusik komponieren. Diese Bilder werden von mehreren Kommilitonen digitalisiert und anschließend koloriert. Da ich mit der Technik der Rotoskopie arbeite, habe ich zuvor mit Schauspielern verschiedene Szenen gedreht, die ich nun abzeichne. Dazu gehören Lena Lauzemis, Baris Tangobay, Lili Ullrich, Anica Happich, Anale Moebius, Alexej Lochmann, Matthias Vogel und Korbinian Schlosser.

Damit ihr einen kleinen Vorgeschmack vom Film bekommt und etwas nachvollzieht, was mir an diesem Gedicht so sehr gefallen hat, könnt ihr es im Folgenden lesen.


Sturmflutkommando

Es wird Zeit für große Worte,
kleiner Mann.
Doch mir gefriert die Stimme auf den Lippen.
Weil ich zwar sprechen will, aber nicht sprechen kann
verharre ich, verzaudernd, still, inmitten dieser Massen
die verstummt am Abgrund stehen,
das rechts und links zum Selbstschutz ausgeblendet.
Keiner hier weiß wie die Geschichte endet,
da bleibt nur uns so schnell im Kreis zu drehen
bis die Konturen ineinander übergehen.
Und nichts mehr bleibt.
Das uns an unsre Winzigkeit erinnert.
Bis uns die eigene Ohnmacht fast schon nicht mehr kümmert
und man vergessen kann
dass jede der vier Wände bebt.

Vor den Abgrund geparkt
Stehen die Massen und schauen nicht nach unten.
Stehen die Massen verstummt scharren mit dem Fuß, schauen nicht nach unten
Es gibt nichts zu sehen, bitte gehen sie weiter.
Es gibt nichts zu sehen bitte gehen sie weiter.
Es gibt nichts zu sehen, bitte gehen sie weiter.
Es gibt nichts zu sehen, bitte gehen sie weiter -
Kein Wind bewegt sich
Kein Mensch erhebt sich.
Der Boden hier trägt nicht
und stetig
verliert man beim Warten an Raum.
Kaum Atem mehr übrig.
Wer aufmuckt betrügt sich
Der Kluge begnügt sich
Und hält seine Worte im Zaum.
Was weißt du denn davon
Wie die Welt funktioniert?
Was weißt du denn davon
Was hier wirklich passiert?
Reagiert irgendwer, oder tut es schon gar nicht mehr weh?
Funktioniert grad nichts mehr
Also lass es uns einfach nicht sehen.

Unter wachsenden Wolken
im Schlagschattenbrausen sich brauender Stürme
Stehen die Massen und schauen nicht nach oben.
Noch fällt ja kein Tropfen, noch müssen wir nicht reagieren
Komm, wir stopfen uns Wachs in die Ohren und schließen die Augen
Dann kann uns bestimmt nichts passieren.

Als ich mal sagte ´Ich hab keine Angst!'
Da war das nicht gelogen.
Aber da hatte ich auch noch die Augen zu
Und es ist schwer zu sehen womit man es zu tun hat und trotzdem nicht die Schultern einzuziehen.

Es wär Zeit für große Worte kleiner Mann.
Doch meine Argumente Kippen
Weil was ich rede keiner hören kann
Alles verstummt und beugt sich vor den Klippen.

Wir haben so lange trefflich ignoriert was über, unter, rechts und links von uns passiert,
Was ich nicht weiß ist sicher auch nicht wahr.
Was ich nicht sehen kann ist ganz bestimmt so schnell nicht da, dann reißt die Wolkendecke.
In dem Moment als alle wachsam warten, brechen die Stille und das Gleichgewicht,
HÄNDE HOCH!
Schreit uns der Sturm entgegen,
... OKAY! Erwidert die Masse, Schlagfertigkeit ist nicht unsere Stärke.
Intermezzo: Sitzen zwei Blondinen im Tretboot. Es fängt an zu regnen, die eine Blondine springt ins Wasser. Warum hast du das gemacht? Fragt die andere. Damit ich nicht nass werde!
Du lachst, du hast es nicht verstanden.

Vor den Abgrund geparkt
Im Schlagschattenbrausen uns umlauernder Stürme
Stehen wir und wissen nicht so recht, wohin wir schauen sollen.
Kurz halten wir inne und überlegen ob es sinn macht, angst zu haben.
Wir wägen ab wie viel angst wir empfinden können, es ist nicht genug.
Wir werden nicht panisch.
Und hey, wenn wir den Regen nur lang genug prasseln lassen,
dann sind wir halt nass.
Also wirfst du den Kopf in den Nacken, wir landen
Nicht mehr in trockenen Schuhen mein Freund ist egal.
Wirf das Kind in den Brunnen du und ich ertrinken
Sowieso, kapitulier.
Du bist die Blondine im Wasser.
Und ich denke mir jetzt, dass jede sinnlose Tat, jeder blinde Versuch, wenigstens ein Statement wäre,
wenn wir doch wenigstens ein Statement hätten,
wir könnten immerhin guten Willen beweisen,
immerhin Willen beweisen
immerhin wollen,
ich will das so nicht.
Als ich mal sagte ich hab keine Angst war das nicht gelogen.
Aber da hatte ich auch noch keine Ahnung, und es ist schwer zu sehen womit man es zu tun hat und trotzdem nicht die Hände hochzuheben,
Es ist Zeit für große Worte kleiner Mann.
Aber ich weiß nicht was ich sagen soll,
weil ich nicht lügen will
Aber viel weniger noch Schweigen kann.

Also beiß die Zähne zusammen.
Und wenn du dich fürchtest, reiß die Lefzen hoch.
Ich schlag für dich gerne die Arme vorm Kopf hoch, dann können wir vielleicht nichts mehr tun
Und jetzt: Schlag ein, Herzkesselblitzschlag.
Brich dich, Tsunami, brich dich an uns, zieh herauf,
unkontrollierbarer Sturm, hüll uns in Windhosen,
Donnergetöse Verdammnis verfärbende Wolkenpaläste, brecht ein.
Und wenn wir am Ende noch stehen wird vielleicht
das Erlebte begreifbarer sein.
Und wenn wirs auch nicht ganz verstehen wird vielleicht
Reagieren viel einfacher sein.

Uns bleibt die Tapferkeit der Unterlegenen
Wenn über uns die Wolkendecke bricht.
Der Mut der bis zuletzt verwegenen
Denn die Moral, die die Geschichte uns verspricht
Bleibt einzig und allein das Kinn zu heben.
Aller Vernunft
Und aller Angst
Und aller Offensichtlichkeit
entgegen.

Impressum
Brenda Lien
Gustav-Heinemann-Ring 60
63128 Dietzenbach Deutschland

www.brendalien.de

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