Crowdfunding beendet
Das Schreiben von Trauerkarten ist eine herausfordernde Angelegenheit. Wir finden, dass niemand damit allein gelassen werden sollte. Deswegen sind unsere Karten nicht nur handwerklich-sinnlich gestaltet, sondern enthalten zusätzlich auf das Motiv abgestimmte Schreibimpulse. Unsere Trostkarten helfen immer an zwei Seiten: Den Tröstenden und den Trauernden. Damit die ehrliche Antwort auf die Frage „Wie geht es dir?“ lauten kann „Scheiße. Aber das hier, das macht‘s ein kleines Stückchen leichter."
9.591 €
Fundingsumme
148
Unterstütz­er:innen
Datenschutzhinweis
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 Trostkarten
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Über das Projekt

Finanzierungszeitraum 13.03.22 18:00 Uhr - 10.04.22 23:59 Uhr
Realisierungszeitraum Frühjahr / Sommer 2022
Startlevel 8.000 €

Die Funding-Summe finanziert die gesamte erste Produktionsschleife: Die Entwicklung, den Druck und die Veredlung der Trostkarten-Basiskollektion.

Kategorie Social Business
Stadt Bielefeld

Projektbeschreibung anzeigen ausblenden

Worum geht es in dem Projekt?

Verluste können wir leider nicht rückgängig machen. Worauf wir jedoch Einfluss haben, ist, wie wir mit ihnen umgehen - alleine, miteinander und als Gesellschaft.

Aber wie funktioniert das?“ - da ist man als Betroffene:r schnell überfragt. Wenn wir anderen beistehen wollen, dann doch gerne schnell und direkt. Die Zeit rast uns gefühlt davon. Wir sind überfordert und wissen nicht, was wir tun sollen.

Genau da setzt Trauergestalt an: Mit kleinen, niedrigschwelligen Angeboten - an den Stellen, wo sie akut gebraucht werden. Zum Beispiel beim Schreiben einer Trauerkarte.
Selten weiß man vorab genau, was man darin sagen möchte. Vor einem liegt eins der beängstigendsten leeren Papiere überhaupt.
Wie finde ich Worte, wenn die Ehefrau meines langjährigen Nachbarn verstorben ist? So gut kannte ich die beiden doch gar nicht. Habe ich überhaupt etwas zu sagen? Was ist angebracht?

Eine übliche Trauerkarte beantwortet all‘ diese Fragen nicht für dich. Sie ist leider auch nur ein bedrucktes Stück Papier. Mit dem Inhalt bist du alleine gelassen. Was wäre, wenn sie auch eine Begleiterin wäre, die dir in der Situation als Verfasser:in Sicherheit gibt?
Wir glauben, dass die Karte als Medium noch viel mehr kann und das wollen wir ausreizen: Eine sinnliche Gestaltung; Unterstützung und Hilfe für die schreibenden Tröstenden durch erweiterte Inhalte und Schreibimpulse zur spezifischen Karte.

Nicht nur der Wirkung von Karten, sondern auch ihrer Vielfalt werden wir uns widmen. Wir sagen bewusst „Nein!“ zu Tabuthemen im Bereich der Trauer. Wir vermissen auf dem Markt und in den Ladenregalen noch so vieles.
Welche Karte eignet sich für Menschen, die ein Kind verloren haben? Was passt, wenn es um Alltagstrauer, wie den Verlust von Freundschaften, geht? Bekommen blinde Menschen eigentlich Trauerkarten? [...]

Wir wollen genau zuhören und näher hinsehen, um Karten zu gestalten, die auf spezifische Situationen zurechtgeschnitten sind. Konkret bedeutet das, wir setzen regelmäßig ein Tabuthema, wie Kindesverlust, in unseren Entwicklungsfokus. Daraus entsteht eine eigene Kartenreihe und mit der Zeit ein vielfältiges Gesamt-Sortiment.

Karten zu Tabuthemen anzubieten, macht sie eben auch sichtbarer – damit sie irgendwann keine Tabuthemen mehr sind.
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Trauer ist auch Liebe.
Die Zeit nach einem Verlust ist gefüllt von Erinnerungen an geliebte Menschen, besondere Zeiten oder Orte. Wir fertigen für oder gemeinsam mit euch individuelle Erinnerungsstücke.

So rekonstruieren wir zum Beispiel aus antiken Kochbüchern der verstorbenen Oma ihre Handschrift und schreiben damit ihre besten Sprüche auf. Gedruckt und gerahmt kann so die ganze Familie ein Oma-Original an der Wand haben, nah bei sich. - Eine immense Wertschätzung an einen ganz besonderen Menschen.
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Es ist so wichtig in schwierigen Zeiten Halt zu finden. Das können unterstützende Worten von außen sein oder eine Stärkung von innen heraus.
Und wenn es das, was du dafür brauchst, noch nicht gibt, dann suchen wir gemeinsam danach.

Damit die ehrliche Antwort auf die Frage „Wie geht es dir?“ lauten kann „Scheiße. Aber das hier, das macht‘s ein kleines Stückchen leichter.

Was sind die Ziele und wer ist die Zielgruppe?

Auf kurze Sicht:

  • Hilfreiche Inhalte für Tröstende erarbeiten
  • Eine erste hochwertige Kartenreihe produzieren lassen
  • Ein Portfolio an verschiedenen Gedenkstücken aufbauen

Auf lange Sicht:

  • Trauer enttabuisieren / Austausch ermöglichen
  • Fürsorge als menschliche Eigenschaft kultivieren
  • Individuelle Trauerprozesse unterstützen
  • Die bestehende Trauerkultur überdenken + mitgestalten
  • Enge Zusammenarbeit mit Praxisberufen + der Wissenschaft
  • Empathische Geschäftsführung

Der Traum:

  • Trauerbegleitung mit Gestaltungsschwerpunkt
  • Erarbeitung eines Systems zur solidarischen Finanzierung (Damit die Inanspruchnahme unserer Angebote keine Frage des Geldbeutels ist)

Unsere Zielgruppe sind Menschen, die Trost wertschätzen. Die, die wissen, dass auch die kleinen Worte und Gesten Großes bewirken können. Die, die seufzen, wenn sie im Kartenregal wieder nicht das Richtige gefunden haben. Und insbesondere die Menschen, die gerne trösten würden, aber noch nicht so recht wissen, wie.

Warum sollte jemand dieses Projekt unterstützen?

Weil eure Unterstützung eben nicht nur Kohle ist, sondern auch richtig was anfeuert. Sie ist vor allem ein kräftiges: „Ja, da muss echt endlich mal was passieren!“. Ein Ja dafür, Menschen zusammenbringen, in Zeiten, die einen so leicht voneinander abtrennen können. Raum für Trauernde, ihre Emotionen und ihre Anliegen zu schaffen.
Ein „Nein, danke!“ zum Ausklammern von Trauer aus dem Leben. Ein „Ja, bitte!“ für machbare, niedrigschwellige Auseinandersetzungen mit Trauer und das Schaffen sozialer Nachhaltigkeit für schwierigen Lebenslagen.

Eine unserer Trostkarten hilft immer an zwei Seiten: Den Tröstenden und den Trauernden.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Die Crowdfunding-Summe ermöglicht uns die Produktion der ersten Trostkarten-Kollektion. Dadurch können wir Wert auf eine hochwertig-handwerkliche Herstellung legen - etwas schaffen, das schön zum Ansehen, Anfassen und Aufbewahren ist.

Konkret heißt das:

  • Warmes, weiches und hochwertiges Naturpapier
  • Präge-, Stanz-, und Druckformen, die unsere Karten veredeln
  • Druck im klassischen Letterpress und Buchdruck-Verfahren
  • Erarbeitung und Druck von Schreibimpulsen als hilfreiche Kartenbeilage
  • Umfangreiche Schreibhilfen als kostenfreien Download in PDF Form möglich machen
  • Anfertigung von Gedenkstück-Prototypen

So können wir in diesem Jahr als Unternehmen für euch mit einem soliden Basis-Sortiment an den Markt starten. Das gibt uns Sicherheit und legt den Grundstein für die Bearbeitung von zahlreichen Trauer-Tabuthemen, die noch vor uns liegen.

Weniger ans Geld denken zu müssen, heißt eben auch, mehr Zeit zum Zuhören zu haben. Im direkten Austausch mit Trauernden und Tröstenden hören wir eure Bedürfnisse und Wünsche für die Zukunft.

Wer steht hinter dem Projekt?

Hallo, ich bin die Marie!
Auf Beerdigungen war ich schon zu oft;
Die eingeschränkte Auswahl an Trauerkarten im Supermarkt schockiert mich;
Und ich geb‘ mir verdammt nochmal Mühe, wenn mir etwas am Herzen liegt.

was Soziales... was Gestalterisches... was Soziales... was Gestalterisches [...]?“, schon als Jugendliche war ich in der Berufswahl hin- und hergezogen. Erst lernte ich Erzieherin mit Schwerpunkt der stationären Jugendhilfe, dann zog ich für das Kommunikations-Design-Studium in die „große Stadt“ nach Bielefeld. Die letzten Jahre war ich dort selbstständige Buchstaben-Gestalterin - irgendwo fehlte mir zuletzt aber immer öfter der Inhalt.

Über eine berufliche Veränderung hatte ich schon lange nachgedacht. Durch die Pandemie büßte ich dann dreiviertel meines Auftragsvolumens ein. Es war nicht nur der Wille zum Wandel da, sondern nun auch die Notwendigkeit.

Geliebt habe ich Projekte, bei denen ich nah an und mit Menschen gestalten konnte. Immer wieder kamen Kund:innen auf mich zu, die von der aktuellen Angebotspalette im Bereich der Trauer enttäuscht waren oder ganz besondere Wünsche hatten. In sensibler Zusammenarbeit entstanden tröstende Worte, Erinnerungen und Bilder.
Irgendwann saß ich auf dem Balkon meiner Freundin Jessi und erzählte ihr begeistert davon. Ich sprach laut aus: Davon will ich mehr machen.. Ein angenehmes Kribbeln fuhr mir durch den Körper. Instinktiv wusste ich, was zu tun ist. Jessi beobachtete mich freudig beim Nachdenken und fügte hinzu: „Wenn das jemand machen kann, Marie, dann du.“.

Ein Wunsch alleine schafft aber noch nichts.
Ich arbeitete die Idee aus, bewarb mich damit auf eine Teilnahme im Center For Entrepreneurship der Fachhochschule Bielefeld und bekam die Förderung. Seitdem hieß es für mich neun Monate lang: Lernen, lernen, lernen.
Nun finden all‘ diese Erfahrungen in meinem neuen Projekt Trauergestalt wieder zueinander.

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Wenn ich hier von wir / uns spreche, dann meine ich auch all‘ die warme und tatkräftige Unterstützung, die mich umgibt. Diese Freund:innen und Unterstützer:innen sind zwar auf dem Blatt Papier kein Bestandteil des Unternehmens, dadurch aber nicht weniger wichtig. Eure Hilfe trägt mich durch die turbulente Zeit. Euer Rat holt mich aus den Zwickmühlen raus. Die warmen Gespräche nehmen mir jeden Zweifel.
Wirklich - ohne euch wär‘s nicht möglich. Von Herzen „Danke“, dass ihr an mich und dieses Projekt glaubt.

Insbesondere danken für ihre Mithilfe an dieser Kampagne möchte ich...
Stefanie Pannier vom CFE (Persönlichkeitscoaching, Projektbetreuung), Fabio Hennecke (Schreib-Coaching), Daniel (Website, nur am nörgeln), Johannes Belach (Mastermind in allen Lebenslagen, Video-,Ton- und Gestaltungs-Beratung), Julia Winkler (Mastermind in allen Lebenslagen, Gestaltungs-Beratung), Vera Surall (Inhaltliche Unterstützung aus therapeutischer + wissenschaftlicher Sicht, Emotional Support seit Anbeginn), David Mair (Reflektion und viel Liebe), Lukas Gawor vom CFE (Crowdfunding Beratung), Maxi Blasius (Schauspiel und Ton-Mischung), Suzanne Austin, Verena Fink, Carina Thomas, Julian Mayland, Darja Koch (Schauspiel), dem Startnext-Team (Academy, Beratung), dem Land NRW (Gründungs-Stipendium) und meinem Therapeuten, der mich durch die Turbulenzen begleitet hat.

Unterstützen

Kooperationen

Center For Entrepreneurship, FH Bielefeld

Trauergestalt ist Teil des Innovationslabors des CFE, dem Inkubatorprogramm der FH Bielefeld. Die Förderung umfasst Coachings, Trainings und eine starke Netzwerk-Struktur.

Gründerstipendium NRW

Seit Mai 2021 wird Trauergestalt durch ein Gründer:innen-Stipendium gefördert. Dies ermöglicht ein intensives und fokussiertes Erarbeiten des Geschäftskonzepts von der Idee bis zum Markteintritt.

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Trostkarten
www.startnext.com

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