Crowdfunding beendet
Unsichtbare Regeln - Diskriminierung im Alltag
In diesem Projekt wollen wir mit eurer Unterstützung durch eine kreative mobile Straßenaktion auf die Willkürlichkeit und Absurdität menschenfeindlicher Diskriminierung aufmerksam machen. Wir stellen dazu „unsichtbare Regeln“ auf, die für Betroffene von Diskriminierungen im Alltag zu gelten scheinen und machen daraus allgemeine öffentliche Warnhinweise.
800 €
Fundingsumme
29
Unterstütz­er:innen
Datenschutzhinweis
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 Unsichtbare Regeln - Diskriminierung im Alltag
 Unsichtbare Regeln - Diskriminierung im Alltag

Über das Projekt

Finanzierungszeitraum 17.05.13 15:59 Uhr - 06.06.13 23:59 Uhr
Startlevel 800 €
Kategorie Kunst
Stadt Dresden

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Worum geht es in dem Projekt?

Unser aktuelles Projekt trägt den Arbeitstitel „Unsichtbare Regeln“. Mit eurer Unterstützung wollen wir durch eine kreative mobile Straßenaktion auf die Willkürlichkeit und Absurdität menschenfeindlicher Diskriminierung aufmerksam machen. Wir stellen dazu „unsichtbare Regeln“ auf, die für Betroffene von Diskriminierungen im Alltag zu gelten scheinen und machen daraus allgemeine öffentliche Warnhinweise.

Die Geschichte des Projekts begann mit einem neuen Mitglied von Bürger.Courage: Tim* will sich beim Verein engagieren, weil er die rassistischen Beleidigungen und Schmähungen gegenüber seinem schwarzen Kind nicht mehr erträgt. Nur eine kleine Auswahl aus seinen Erzählungen:
• Auf dem Stadtfest wird die kleine Familie von ca. 20 Nazis verfolgt und bedroht.
• Die Oma spielt im Großen Garten mit dem Enkel, da hält ein Fahrradfahrer und sagt, die alte Frau solle "sich mit ihrem Bastard verpissen".
• Er steht mit seinem Kind vor dem Flaschenautomaten im Supermarkt – da kommt ein alter Mann mit Rollator und fährt das Kind an, er käme vor dem Ausländerkind dran.

Wer sich mit dem Thema beschäftigt, weiß, dies sind keine Einzelfälle.

* Name geändert


Kunstinstallation gegen Diskriminierung

Ein von uns präpariertes Auto, das an Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr, Polizei oder des Rettungsdiensts erinnert, wird mit montierten Lautsprechern bestückt und an öffentlichen Plätzen in Dresden geparkt. Aus den Lautsprechern werden in regelmäßigen Abständen laute Warnhinweise ertönen, die den Passanten zunächst völlig sinnlos und willkürlich erscheinen müssen:

• „Seien Sie auf der Hut vor alten Männern mit Rollatoren!“
• „Rechnen Sie damit, dass Sie in einer Bäckerei nicht bedient werden!“
• „Steigen Sie nur vorne in den Bus ein!“
• „Schauen sie jungen Männern nicht in die Augen“
• …

Wenn sich die Passanten nun neugierig dem „Einsatzfahrzeug“ nähern, können sie in den Autofenstern kurze Berichte von Menschen lesen, die aufgrund ihres Aussehens, ihrer Sprache oder anderen Merkmalen massive Diskriminierungen, Beleidigungen und Übergriffe in Dresden erfahren haben. Den Betrachtern wird klar, dass die eben gehörten Warnhinweise nicht ihnen gelten, sondern Menschen, die mit fremdenfeindlichen, homophoben oder anderen Diskriminierungen im Alltag konfrontiert sind. Zum anderen fragen sie sich vielleicht: „Wie wäre das, wenn solche absurden „unsichtbaren Regeln“ für mich gelten würden?“, „Was würde es bedeuten, wenn Angst und Ausgrenzung ein fester Bestandteil meines Alltags wäre?“.


Was steckt dahinter?

Die Idee zu dem Projekt kam uns, weil Betroffene von Diskriminierung mit ihren eigenen Erlebnissen auf uns zugekommen sind. Was sie uns erzählt haben, hat uns immer wieder schockiert und ratlos gemacht, obwohl wir uns schon seit Jahren mit dem Thema beschäftigen. Es sind nicht nur die oben beschriebenen Erlebnisse des Familienvaters. Ein anderes Beispiel ist die afrodeutsche Dresdnerin, die in der Bäckerei von der Verkäuferin ignoriert und nicht bedient wurde. Dass viele Menschen mit anderer Hautfarbe sich nicht trauen, in der Nacht mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren, haben wir ebenfalls von Betroffenen immer wieder gehört. Im Fachjargon heißen solche Orte „Angstzonen“. Eine Atmosphäre der Angst wollen wir in unserer Stadt aber für keinen Menschen!

Wir haben die Erfahrungsberichte dieser Menschen provokativ auf „Regeln“ zugespitzt, die so willkürlich und absurd sind wie die Diskriminierungen selbst. Denn anscheinend müssen sich Betroffene aber diesen „Regeln“ unterwerfen, um nicht beleidigt oder angegriffen zu werden.

Was sind die Ziele und wer ist die Zielgruppe?

Wir haben uns gefragt: Warum erfährt man von solchen Vorfällen eigentlich kaum etwas? Wieso bleiben sie meist im Verborgenen? Den Menschen und ihren persönlichen Erfahrungen mit Diskriminierung wollen wir mit dem Projekt eine Stimme und Öffentlichkeit geben.

Wir wollen die Willkürlichkeit von Diskriminierung klar machen und vor Augen zu führen, welchen absurden Freiheitsbeschränkungen manche Menschen dadurch ausgeliefert sind. Es ist für Nicht-Betroffene sicherlich nur schwer vorstellbar, wie sich solche „unsichtbare Regeln“ auf den Alltag der Betroffenen auswirken und deren Bewegungsfreiheit einschränken.

Wir wollen in erster Linie Menschen erreichen, an deren Alltag solche Erlebnisse bisher vorbeigegangen sind, die sich mit Problemen wie Alltagsrassismus noch nicht auseinandergesetzt haben.

Warum sollte jemand dieses Projekt unterstützen?

Wir brauchen eure Unterstützung, weil wir es wichtig finden, auf die Lebensrealitäten von Menschen aufmerksam zu machen, die häufig Diskriminierungen ausgesetzt sind und sich dadurch ausgegrenzt fühlen.

Durch unsere außergewöhnliche Aktion im öffentlichen Raum wecken wir die Neugier der Passanten. Durch die geschilderten realen Vorfälle regen wir zu einer unmittelbaren Auseinandersetzung mit der Situation der Betroffenen und dem Problem von Diskriminierung an.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Mit den Mitteln aus dem Crowdfunding werden wir unsere fahrbare Kunstinstallation schaffen, welche an sehr unterschiedlichen Orten in Dresden stehen wird - an prominenten Orten wie auch an vielbegangenen Straßen und Plätzen.

Das Geld brauchen wir ganz konkret für die technische Umsetzung des Projekts: für die Lautsprecher-Installation und die Gestaltung eines alten Autos (fast) ohne TÜV; sowie für die umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit.

Die Aktion soll auch mit einem Kino-Spot, der als Dokumentar-Kurzfilm angelegt ist, sowie mit einer Postkartenaktion begleitet werden.

Wer steht hinter dem Projekt?

Der Bürger.Courage e.V. ist eine rein ehrenamtliche, gemeinnützige und überparteiliche Bürgerinitiative mit Sitz in Dresden. Wir engagieren uns für alle Facetten der Demokratie und wirken mit unseren politisch-künstlerischen Aktionen gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Demokratieverdrossenheit.

Bürger.Courage hat es in den letzten Jahren geschafft, mit öffentlichkeitswirksamen Projekten brisante Stadtgespräche auszulösen, die überregional, teilweise sogar weltweit (etwa Aktion "18 Stiche") für Aufsehen gesorgt haben.

Ziel unserer Projekte ist es immer, jene Menschen zu erreichen, die gerade nicht an Podiumsdiskussionen teilnehmen, weil sie sowieso schon klare GegnerInnen eines jeweiligen Standpunkts sind oder politischen und gesellschaftlichen Themen mit Resignation begegnen. Einen Überblick über die vorangegangene Projekte unseres Vereins und der Presseechos bekommen sie auf unserer Webseite: http://www.buerger-courage.de

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Unsichtbare Regeln - Diskriminierung im Alltag
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