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Projekte / Journalismus
2013: Was von Deutschland ├╝brig bleibt
Ich bin Journalist und m├Âchte Deutschland f├╝r ein Buchprojekt zu Fu├č durchqueren. Im Winter. Von Slubice in Polen nach Venlo in den Niederlanden. Mein Weg wird mich ab dem 19.2. durch acht Bundesl├Ąnder f├╝hren. Dabei soll eine sehr pers├Ânliche Wanderreportage entstehen, eine Reise zu meinen eigenen Wurzeln. Es geht um den demografischen Wandel, und wie vielleicht doch alles anders kommt, als wir heute glauben.
Berlin
3.240 ÔéČ
3.000 ÔéČ Fundingziel
142
Fans
106
Unterst├╝tzer
Projekt erfolgreich
 2013: Was von Deutschland ├╝brig bleibt

Projekt

Finanzierungszeitraum 06.03.13 11:07 Uhr - 05.04.13 23:59 Uhr
Fundingziel 3.000 ÔéČ
Stadt Berlin
Kategorie Journalismus

Worum geht es in dem Projekt?

Es geht um eine Reise zu Fu├č. Im Winter. Durch Deutschland. Knapp 1000 Kilometer werde ich zur├╝cklegen, von Slubice in Polen nach Venlo in den Niederlanden. Dabei m├Âchte ich ein sehr pers├Ânliches Wanderbuch schreiben, in dem es um den demografischen Wandel geht. In den vergangenen Jahren war oft zu h├Âren, dass die deutsche Provinz an Bev├Âlkerung verliert und ├╝beraltert. Ich glaube, dass wir derzeit an einem Wendepunkt stehen. Das Leben in den St├Ądten wird immer teurer. Und gleichzeitig haben viele Kommunen endlich angefangen, dem demografischen Trend entgegenzusteuern. Aber neben den Fakten ist da noch so ein Gef├╝hl: Die deutsche Provinz war stets besser als ihr Ruf. Lebendinger, ideenreicher. Ich pers├Ânlich kann mir ein Deutschland ohne das, was in all den kleinen und mittleren St├Ądten passiert, nicht vorstellen.

Das hat auch mit meiner Geschichte zu tun. Und davon handelt diese Reise:

Als ich jung war, wollte ich unbedingt weg aus Frankenberg. Heute freue ich mich ├╝ber jeden, der dageblieben ist.

Meine kleine Heimatstadt in Nordhessen hat weder Showmaster noch Olympiasieger hervorgebracht. Es ist eine Stadt, die 45 Fahrminuten von der n├Ąchsten Autobahn entfernt liegt, f├╝r nichts auf der Welt bekannt ist und in der jeder gro├če Trend mit mindestens einem Jahr Versp├Ątung imitiert wird. Nach dem Abitur packte ich mein Auto bis unters Dach voll und fuhr ab Richtung S├╝den.

Ich habe in M├╝nchen studiert, mir von Oberbayern aus einen ├ťberblick verschafft. ├ťber Deutschland. Ich habe einiges gelernt. Zum Beispiel, dass 75 Prozent aller deutschen Kinder in ├Ąhnlichen Verh├Ąltnissen aufgewachsen sind wie ich, n├Ąmlich au├čerhalb der etwa 100 deutschen Gro├čst├Ądte. Dass der deutsche Mittelstand, der ├╝ber 60 Prozent der Arbeitspl├Ątze in diesem Land stellt, mehrheitlich in der Provinz zuhause ist. Dass all die beeindruckenden Zahlen von der deutschen Exportweltmeisterschaft niemals m├Âglich w├Ąren, wenn es nicht die vielen Menschen im l├Ąndlichen Deutschland g├Ąbe, die immer wieder schrullige und geniale Ideen haben, auf die niemand in Berlin, Hamburg oder K├Âln kommt. Das Telefon ist nicht in M├╝nchen erfunden worden, sondern im s├╝dhessischen Friedrichsdorf. Das Kugellager in Schweinfurt. Und der Erfinder des Computers, Konrad Zuse, hat seine ersten wissenschaftlichen Gehversuche in Hoyerswerda gemacht  die deutsche Stadt, die heute am st├Ąrksten vom demografischen Wandel betroffen ist. Ich merkte, dass ich jahrelang die Mittelm├Ą├čigkeit meiner Heimat beklagt hatte. Und dabei das Besondere ├╝bersehen hatte: Der Unternehmer aus der Nachbarstra├če, der mit einer Fabrik f├╝r industrielle Waffeleisen Weltmarktf├╝hrer geworden ist. Ich erinnerte mich an meinen alten Musiklehrer, der mit viel Idealismus Musiktalente ausgebildet und ein Orchester an unserer Schule aufgebaut hat. Sp├Ątestens w├Ąhrend eines Auslandaufenthaltes in Frankreich merkte ich, wie au├čergew├Âhnlich es ist, in einem Land zu leben, das von innen heraus w├Ąchst  und nicht aus einer einzigen Metropole heraus seine gesamte Bedeutung sch├Âpft. Ich kn├╝pfte Freundschaften mit jungen Franzosen, die es unbedingt nach Paris schaffen mussten, um Erfolg im Beruf zu haben. Eine starke Provinz bedeutet Freiheit. Auch in der Lebensgestaltung.

Der demografische Wandel bedroht diese Freiheit. Deutschland w├Ąchst nicht mehr von innen heraus, sondern schrumpft. Demografen zeichnen drastische Zukunftsszenarien, im Jahr 2050 soll der Altersdurchschnitt in den meisten Landkreisen au├čerhalb der so genannten Metropolregionen bei ├╝ber 55 Jahren liegen  junge Familien w├Ąren dann die Ausnahme. Doch die Zukunft Deutschland l├Ąsst sich nicht ausrechnen, weil sich die daf├╝r n├Âtigen Parameter st├Ąndig ver├Ąndern. Schon jetzt steigen die Mieten selbst in fr├╝her erschwinglichen St├Ądten wie Berlin auf ein Niveau, dass sich selbst Akademiker nur noch schwer leisten k├Ânnen. Gleichzeitig entstehen auf dem Land Konzepte, um den Wegzug zu stoppen: Praxisorientierte Studieng├Ąnge an regional organisierten Fachhochschulen, Familienprogramme, die Herausbildung von Stadtprofilen. Und manchmal sind es auch engagierte Einzelpersonen, die einiges Bewegen.

Es soll ein Buch entstehen, das entgegen vieler anderer Beschreibungen nicht nur vom Niedergang handelt, sondern auch vom Besonderen im Kleinen. Denn wir k├Ânnen uns ein Deutschland ohne Provinz nicht leisten.

Meine Route (Planungsstand 12.2.13): Slubice - Frankfurt/Oder - F├╝rstenwalde - Erkner - Berlin - Potsdam - Beelitz - Wittenberg - Leipzig - Halle - Eisleben - Sangerhausen - Nordhausen - Duderstadt - G├Âttingen - Kassel - Fritzlar - Frankenberg - Willingen - Olsberg - Meschede - Schwerte - Hagen - Dortmund - Herne - Gelsenkirchen - Oberhausen - Duisburg - Moers - Venlo.

Mein Blog: https://deutschlandwanderung.wordpress.com/

Was sind die Ziele und wer ist die Zielgruppe?

Das Buch soll ein St├╝ck literarischer Journalismus werden. Kein Almanach, der die n├Âtigen Zahlen liefert. Sondern eine Erz├Ąhlung, die verstehen hilft. Eine Entdeckungsreise im Winter. Warum gerade dann? Weil die gr├Â├čten Geheimnisse dann zu entdecken sind, wenn niemand hinschaut. Es gibt genug sch├Âne Werbebilder, die das deutsche Mittelgebirge im Sommer zeigen. Zielgruppe sind all jene, die neugierig auf das Deutschland jenseits von Berlin, Hamburg und M├╝nchen sind.

Warum sollte jemand dieses Projekt unterst├╝tzen?

Es geht um unabh├Ąngigen Reportagejournalismus, der jenseits der gro├čen deutschen Redaktionen und Verlage entsteht. Es geht um ein Projekt, f├╝r das ich seit f├╝nf Jahren k├Ąmpfe - und dessen Verwirklichung nun ganz nah ist.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Die Kosten des Projekts liegen bei etwa 2000 Euro. Darin sind unter anderem die ├ťbernachtungen, Kosten f├╝r das Equipment (gute Wanderstiefel, Kamera, Kartenmaterial) und die Kosten f├╝r die R├╝ckreise von Venlo nach Berlin enthalten. Jeder weitere Euro hilft mir sehr beim Schreiben des Buches. Wenn ich unabh├Ąngig von anderen Auftr├Ągen an dem Buch schreiben kann, w├Ąre ich in der Lage, Verlagen ein fertiges Manuskript anzubieten, das genau meinen W├╝nschen und Vorstellungen entspricht. Eure Beteiligung ist ein Investment in meine schreiberische Freiheit. Und daf├╝r w├Ąre ich Euch extrem dankbar.

Wer steht hinter dem Projekt?

Sebastian Christ, 32 Jahre alt, Journalist und Schriftsteller. Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in M├╝nchen, Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung. War als Redakteur f├╝r stern.de und das Handelsblatt t├Ątig, seine Reportagen erschienen dar├╝ber hinaus u.a. auch in der ZEIT, ZEIT Campus und bei Spiegel Online.

Sein Roman "... und w├╝nschen Ihnen f├╝r die Zukunft alles Gute!" (Goldmann, 2009) besch├Ąftigt sich mit der sozialen Situation von Praktikanten in Deutschland: http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/und-wuenschen-Ihnen-fuer-die-Zukunft-alles-Gute-Ein-Leben-als-Praktikant/Sebastian-Christ/e274275.rhd

Mindestens einen dieser Schl├╝sseldialoge des Romans ├╝ber Starksein, Erfolghaben und Sicherheitssuchen hat jeder zwischen 20 und 30 schon einmal gef├╝hrt. Sebastian Christ hat diesen Alltag eingefangen und ihn auf den Punkt gebracht. Und deswegen kann man sein Buch &und w├╝nschen Ihnen f├╝r die Zukunft alles Gute!' wirklich einen Generationenroman nennen. DIE ZEIT

In "Das Knurren der Panzer im Fr├╝hling" (Pattloch /Droemer und Knaur, 2011) schreibt Christ in 30 journalistischen Kurzgeschichten ├╝ber den Krieg in Afghanistan. http://www.droemer-knaur.de/sixcms/detail.php?template=dkr_buch_detail&id=7768531

"Christs Sprache ist lebendig, anschaulich, zupackend, frei von Pathos und doch einf├╝hlsam, subjektiv und sinnlich: Der Leser schmeckt den Staub der afghanischen W├╝ste, k├Ąmpft mit dem Schlamm an den Stiefeln, riecht den Dieselgestank aus tausenden Aggregaten und schwitzt unter der Last schwerer Schutzwesten. Christs Geschichten sind mal ber├╝hrend, mal witzig, mal verst├Ârend und mal grotesk, und immer erhellend. Und sie bleiben den Beweis f├╝r des Autors These nicht schuldig, dass die Wirklichkeit oft absurder ist als die Fantasie. Dass der Krieg keinen Frieden bringt." Der Tagesspiegel

Impressum
Sebastian Christ
L├╝becker Stra├če 26
10559 Berlin Deutschland

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