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Projekte / Journalismus
Wortwalz - Eine Gesellenwanderung durch den Lokaljournalismus
Hallo. Ich bin Jessica und ich gehe diesen Sommer auf die Wortwalz. Was das ist? So etwas wie eine Gesellenwanderung durch den deutschen Lokaljournalismus. Als Reporterin werde ich von Redaktion zu Redaktionen tippeln und mein Handwerk anbieten.
M├╝nchen
2.132 ÔéČ
142 ÔéČ Fundingziel
100
Fans
74
Unterst├╝tzer
Projekt erfolgreich

Projekt

Finanzierungszeitraum 18.06.14 14:12 Uhr - 20.07.14 23:59 Uhr
Realisierungszeitraum Sommer 2014
Fundingziel 142 ÔéČ
Stadt M├╝nchen
Kategorie Journalismus

Worum geht es in dem Projekt?

Nach den alten Regeln der Walz wandern Zimmerleute und Steinmetze durchs Land. Oder auch Tischlerinnen oder Gesellinnen auf der B├Ąckerwalz. Nach ihrer Ausbildungszeit ziehen die los, um das, was sie gelernt haben, vor Ort bei verschiedenen Meistern anzuwenden. Neue Techniken, neue Rezepte zu lernen. Wandergesellen wissen dabei morgens nicht, wo sie abends schlafen werden. Sie folgen einer alten Tradition und halten sich an viele besondere Regeln. Das fasziniert mich. Und genau das will ich auch machen.

Ich habe zwei linke H├Ąnde, ich kann nur Schreiben. Mein Material sind die Buchstaben, mein Werkzeug ist das Fragenstellen. Mein Handwerk ÔÇô den Journalismus ÔÇô habe ich auf der Deutschen Journalistenschule gelernt. Danach habe ich als freie Reporterin gearbeitet. Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass ich immer weniger raus komme, immer seltener weg vom Schreibtisch. Und jetzt will ich wieder da hin, wo ich mal angefangen habe zu berichten: Vor Ort, im Lokalen.Vereinsjubil├Ąen, Kaninchenz├╝chtertreffen, Insektensammlerb├Ârsen. Ich will wieder davon erz├Ąhlen, wof├╝r die Menschen sich in diesem Land begeistern.

Auf der Wortwalz will ich mich dabei so gut wie m├Âglich an die Regeln der Wandergesellen halten: Kein eigenes Handy, keinen Laptop, kein Geld f├╝r Zugreisen oder Hotelzimmer. Das wird nicht leicht. Und um ehrlich zu sein: Ich bin auch erst ein Mal in meinem Leben getrampt. Und das war auch noch mit einer ziemlich netten Omi. Aber ich will dieses Leben auf der Stra├če ausprobieren. Ich will wissen, wie es, wenn man sich an das alte Gesellenmotto h├Ąlt: Arbeiten um zu reisen - Reisen um zu arbeiten.

Eines muss dabei klar sein: Ich bin keine echte Handwerksgesellin. Ich bin auch keine drei Jahre und einen Tag lang unterwegs. Aber wann immer es m├Âglich ist, will ich das Leben der Fremdgeschriebenen, wie sich nennen, ein bisschen besser verstehen.

Ende Juli werde ich hier in M├╝nchen losgehen. Wie es sich geh├Ârt, werde ich am Stadtrand eine Flasche Schnaps verbuddeln und dann versuchen ├╝ber das Ortsausgangsschild von M├╝nchen zu klettern. Danach liegt ein Bannkreis von 50 Kilometern um meinen Wohnort, in den ich nicht zur├╝ckkehren darf.

Was ich von meiner Reise mitbringen m├Âchte, sind aber nicht nur fettige Haare und einen m├╝ffelnden Schlafsack. Sondern auch ein paar Einblicke in die Arbeit von Lokaljournalisten im ganzen Land bekomme. Ich will herausfinden, die die heute Ihre Seiten vollkriegen, welche Tools sie benutzen, ├╝ber welche Themen sie mal ganz anders berichten. Ich will herausfinden, wie der Lokaljournalismus ├╝berleben kann. Alle sagen ja immer, die gedruckte Zeitung wird bald aussterben. Aber ich glaube, das Handwerk des Geschichtenerz├Ąhlens, das wird immer weiterleben.

├ťber all das schreibe ich auf meiner Seite www.wortwalz.de. Dort stehen dann auch meine Texte aus den Schrebergartenkolonien und aus den Freib├Ądern der Republik.

Was sind die Ziele und wer ist die Zielgruppe?

1.) Wortwalz will zeigen, dass Journalismus ein Handwerk ist. Man kann es an Ausbildungsinstitutionen lernen ÔÇô aber man muss es vor allem in Praxis ausprobieren

2.) Vielerorts gibt es nur noch Einzeitungskreise, die Lokalredaktionen bluten aus, werden aufgekauft, zusammengelegt oder weggespart ÔÇô Wortwalz will zeigen, wie wertvoll das Handwerk Lokaljournalismus ist und dass die Zukunft des Journalismus gerade im Lokalen liegt.

3.) Wortwalz zeigt deutsche Handwerkstradition: Das duale Ausbildungssystem ist eine typisch deutsche Besonderheit. Die Tradition der Walz ist weltweit einmalig. Ich will das technische und handwerkliche K├Ânnen deutscher Gesellen beschreiben. Die Walz ist eine eigene Welt. Ich will sie erkl├Ąren. In der Sprache der Gesellen wimmelt es von Br├Ąuchen und Begriffen. Zum Beispiel bezeichnen sich die Wandergesellen als ÔÇ×FremdgeschriebeneÔÇť, die in Sch├Ąchten organsiert sind. Wir wenden diese Begriffe auf das Handwerk Lokaljournalismus an. Die Recherche wird zur Tippelei, ich werde zur fremdgeschriebenen Fremdschreibenden.

4.) Gesellen ziehen auf die Walz, um neue Arbeitspraktiken kennenzulernen. Das gleiche will Wortwalz. Ich habe mein Handwerk an der Deutschen Journalistenschule gelernt. Nun will ich wissen, wie es Praktiker im ganzen Land tats├Ąchlich handhaben. Will Erlerntes auf seine Anwendbarkeit testen. Wie geht Datenjournalismus lokal? Schon mal Storify f├╝r eine Landrecherche benutzt? Wie sieht die Leser-Blatt-Bindung eigentlich beim Westfalen Blatt aus?

Warum sollte jemand dieses Projekt unterst├╝tzen?

Unterwegs werde ich auf die Hilfe von vielen Menschen angewiesen sein. Journalisten, die mich in ihren Redaktionen arbeiten lassen. Gesellen, die mich ein vielleicht ein St├╝ckchen mitnehmen und Menschen, die mir eine Unterkunft oder eine Mitfahrgelegenheit bieten.

Jetzt bleibt noch eine Frage: Warum ├╝berhaupt Crowdfunding? Eigentlich bei├čt sich das doch mit Regeln der Walz. Es ist nat├╝rlich aber so: ich habe in M├╝nchen laufende Fixkosten wie zum Beispiel meine Versicherung bei der K├╝nstlersozialkasse oder die Miete f├╝r das Journalistenb├╝ro. Aber genau daf├╝r, will ich kein Geld sammeln. Ich will, wenn ich auf Wortwalz gehe, auch f├╝r kleinere Zeitungen und Lokalblogs schreiben, unabh├Ąngig davon welches Zeilengeld die mir zahlen k├Ânnen.

Deswegen habe ich mir was ├╝berlegt: Ich bitte hier nur um das Geld f├╝r eine Zugfahrt in den Norden. Das sind aktuell 142 Euro im Normaltarif der Deutschen Bahn. Dort oben im Norden wird n├Ąmlich wie jedes Jahr die Sommerbaustelle der deutschen Handwerksgesellen stattfinden. Das ist ein Treffen von allen, die grad auf der Walz sind, bei dem sie gemeinsam etwas bauen. Die machen das f├╝r den guten Zweck, um sich bei der Bev├Âlkerung zu bedanken daf├╝r, dass sie das ganze Jahr so viel Unterst├╝tzung bekommen. Und da will ich nat├╝rlich hin, als einer meiner ersten Anlaufpunkte.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Wenn ihr mich auf der Wortwalz unterst├╝tzen wollt, dann freue ich mich ├╝ber einen Zuschuss f├╝r die Reisekasse. Sollten mehr als 142 Euro zusammenkommen, kann ich l├Ąnger auf Wortwalz sein, unabh├Ąngiger meine Redaktionen ausw├Ąhlen und kritischer berichten ├╝ber die ├╝blichen Honorare f├╝r freie Mitarbeiter in deutschen Lokalredaktionen - Ich bin ja dann nicht drauf angewiesen.

Was ich von euch, von der Crowd, aber vor allem brauche, ist Unterst├╝tzung. Habt ihr Ideen, wo ich hinsoll? Kennt ihr Lokalredaktionen, die ich unbedingt mal besuchen sollte? Dann fahr ich da hin.

Wer steht hinter dem Projekt?

Mein Name ist Jessica Schober und ich bin freie Journalistin in M├╝nchen. Mein Handwerk ÔÇô den Journalismus ÔÇô habe ich auf der Deutschen Journalistenschule gelernt. Danach habe ich als freie Reporterin gearbeitet, zum Beispiel f├╝r Focus, S├╝ddeutsche Zeitung und Cosmpolitan. Ich habe Politikwissenschaft und Soziologie studiert, wer mehr ├╝ber mich erfahren will, kann sich gerne www.jessicaschober.de anschauen oder mein Torial-Profil.

Den Lokaljournalismus liebe ich von Beginn an: Als Sch├╝lerin habe ich meinen ersten Artikel f├╝r die Hannoversche Allgemeine Zeitung geschrieben, ├╝ber Kaninchenz├╝chter. Jetzt will ich wieder da hin, wo ich mal angefangen habe zu berichten: Vor Ort, im Lokalen. Ich will wieder davon erz├Ąhlen, wof├╝r die Menschen sich in diesem Land begeistern.

Eines muss dabei klar sein: Ich bin keine echte Handwerksgesellin. Ich bin auch keine drei Jahre und einen Tag lang unterwegs. Aber ich bin so fasziniert von der Idee der Walz, dass ich es einmal selber ausprobieren will.

Impressum
Jessica Schober
Kirchenstra├če 5, c/o Fischer Medien Production
81675 M├╝nchen Deutschland

├ťber Startnext

Startnext ist die gr├Â├čte Crowdfunding-Plattform f├╝r kreative und nachhaltige Ideen, Projekte und Startups in Deutschland, ├ľsterreich und der Schweiz. K├╝nstler, Kreative, Erfinder und Social Entrepreneurs stellen ihre Ideen vor und finanzieren sie mit der Unterst├╝tzung von vielen Menschen.

Startnext Statistik

39.274.870 ÔéČ von der Crowd finanziert
4.562 erfolgreiche Projekte
780.000 Nutzer

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