<% user.display_name %>
Schiffskater Pixie. Mit James Cook um die Welt Bd 2 (von Madeira bis Otaheite) wird wie der bereits erschienene Band 1 eine künstlerisch-literarische Hommage an die großen Leistungen der Schiffskatzen und des berühmten Seefahrers James Cook. Das Buch behandelt den zweiten Teil der ersten Forschungsreise des Kapitäns James Cook, erzählt aus der Sicht des tapferen Schiffkaters Pixie Catpickle und mit den Zeichnungen des Schiffskatzenmalers Jonathan Petry umfangreich und großformatig illustriert.
344 €
4.200 € Fundingziel
6
Unterstützer*innen
Projekt beendet
17.06.19, 11:20 Wolfgang Schwerdt
Backstage in der Schreibwerkstatt 2 Wie bereits im Post „Recherchen zu Schiffskaters Reise“ beschrieben, bediene ich mich zur Entwicklung der Geschichte des Schiffskaters Pixie mehrerer zeitgenössischer Originalquellen. Wie das am Beispiel eines verhältnismäßig kurzen Tagebucheintrags aussieht, möchte ich euch heute vorstellen. Tatsächlich handelt es sich hier um ein recht überschaubares Beispiel. Viele durchaus auch kürzere Pixie-Tagebucheintragungen basieren auf mehreren Textseiten der Originaldokumente, die über den jeweiligen bei Pixie behandelten Aspekt hinaus umfassende Zusatzinformationen beinhalten, die für mich als Hintergrund teils relevant, teils völlig unbedeutend sind. Viel Spaß auch bei der Lektüre insbesondere der sprachlich recht anspruchvollen Quellen, die in diesem Fall sogar noch recht verständlich formuliert sind. Eintrag in Pixies Reisetagebuch vom 24. November 1768 Banks schickt wieder heimlich seine Diener an Land, bin gespannt, wann er selbst den Versuch wagt. Gegen Mittag trifft ein zweimastiges Schiff im Hafen ein und ankert ganz in der Nähe der Endeavour. Rodrigo ist ganz aus dem Häuschen, denn es ist, wie er aufgeregt maunzt, das spanische Paketboot, mit dem er ein Jahr zuvor in Rio gelandet war! Klar, dass mein spanischer Schiffskaterfreund bei der ersten Gelegenheit wieder an Bord seines Schiffes übersetzt. Ich mache mich sofort daran, einen Brief an Onkel Catpickle zu schreiben. denn Rodrigos Kapitän Don Antonio de Monte Negro y Velasco hat Cook angeboten, seine Protestbriefe und Beschreibungen, wie schlecht der Vizekönig uns behandelt, an die britische Admiralität und den Portugiesischen König weiterzuleiten. Und natürlich wird Rodrigo meinen Brief bei dieser Gelegenheit direkt bei Onkelchen abliefern. Logbuch James Cook: Thursday, 24th. This day a Spanish Packet (a Small Brig) from Buenos Ayres put in here in her way to Spain. This Vessel belonged to his Catholic Majesty, and notwithstanding the Vice-Roy had all along pretended that the orders he had respecting Foreign Vessels were General, yet this Vessel meet with very Different Treatment from us. No Guard was put over her, and her Officers and Crew went wherever they pleased. Journal Joseph Banks: 1768 December 2. This Morn thank god we have got all we want from these illiterate impolite gentry, so we got up our anchor and saild to the point of Ilhoa dos cobras, where we were to lay and wait for a fair wind which shoud come every night from the Land. We were fortunate in the arrival of a Spanish Brig comeing from Buenos Ayres with Letters for Spain which arrivd about a week ago; her officers were receivd ashore with all possible politeness and allowd to take a house without the least hesitation. The Captn Don Antonio de Monte Negro y Velasco with all possible politeness offerd to take our letters to Europe which we accepted of as a very Fortunate circumstance and sent them on board this morn. Hawkesworth: Des Leutenant Cook's Reise um die Welt Am 2ten langte ein spanisches Paquetboot allhier an; es kam von Buenos Ayres, brachte von dorther Briefe nach Spanien, und wurde von Don Antonio de Monte Negro y Velasco commandirt. Dieser Herr erboth sich sehr höflich, Briefe von mir nach Europa mitzunehmen, wenn ich dergleichen mitgeben wollte. Ich ergriff dieses gütige Anerbieten und gab ihm ein Paquet an den Secretair der Admiralität mit, darinn ich von alle denen zwischen mir und dem Vicekönige gewechselten Aufsätzen eine Abschrift einsandte: eine zweyte Abschrift von diesem Briefwechsel ließ ich bey dem Vicekönige zurück und bath ihn, solche seiner Seits ebenfalls an seinen Hof abzufertigen . Quelle: Geschichte der See – Reisen Und Entdeckungen im Süd-Meer welche auf Befehl Sr. Großbrittannischen Majestät unternommen, und von Commodore Capitain Carter et Capitain Wallis und Capitain Coock im Dolphin, der Swallow, und dem Endeavour nach einander ausgeführet worden sind; aus den Tagebüchern der verschiedenen Befehlshaber und den Handschriften Joseph Banks Esq. in drey Bänden verfaßt von Dr. Johann Hawkesworth. Mit des Herrn Verfassers Genehmhaltung aus dem Englischen überset von Johann Friedrich Schiller.
08.06.19, 10:25 Wolfgang Schwerdt
wie meine Illustrationen zu Schiffskater Pixie entstehen Meine Bilder zu Pixies Reise mit James Cook entstehen oft ganz spontan. Auch die der letzten Jahre, die Wolfgang als Vorlage für seine Schiffskaterabenteuer dienen und nicht unbedingt dem zeitlichen Ablauf der Reise folgen. Ich habe schlichtweg gemalt, was mir beim Lesen Cooks Logbüchern und diversen Berichten aus anderen Büchern in den Kopf gekommen ist. Natürlich informiere ich mich auch über die Kultur der jeweiligen Völker, die Besonderheiten der Seefahrt jener Zeit, schiffbautechnische Details, Architektur und Natur der besuchten Orte und vieles mehr. Denn auch mein Anspruch ist die historische Genauigkeit. Die korrekte zeitliche Anordnung und Ausgestaltung der Bilder, wird am Ende jedoch durch die Journaleinträge Pixies vorgegeben. Das bedeutet aber auch, dass einige der Bilder um Aspekte der Schiffskaterabenteuer ergänzt werden müssen. Da ist zum Beispiel der Pelikan, der eines Tages auf dem Schiff landete, der Festungskater von Madeira oder der Postschiffkater Rodrigo, der von Pixie in Rio de Janiero befreit wurde (was eben nicht in den offiziellen Menschenberichten, sondern nur in Pixies Reisetagebuch verzeichnet ist). Diese Figuren und Elemente (beispielsweise die Bromelie auf der Veranda des Vizekönigs von Brasilien) male ich dann einfach dazu (siehe die Beispielbilder). Dafür eignet sich die Mischtechnik mit Aquarellfarben und Deckweiß (in diesem Fall weiße Dispersionsfarbe) hervorragend. Damit lassen sich immer wieder neue Dinge hineinmalen. Mit reiner Aquarellmalerei wäre das nicht möglich, da muß jeder Strich sitzen. Und so nenne ich meine Malerei "Wachsebilder", da sie im wahrsten Sinne des Wortes anwachsen an Motiven. Es macht unglaublich viel Spass mit Wolfgang zu arbeiten,weil mit den von ihm geschriebenen Abenteuern immer wieder neue Ideen entstehen. Und die führen nicht nur zur Ergänzung bereits bestehender Bilder sondern auch zu ganz neuen Illustrationen wie beispielsweise die Schmetterlingsjagd oder die Szene mit den Fliegenden Fischen. Es sind die immer neuen Ideen, die am Ende gar nicht alle in diesem Buch umgesetzt werden können und der kreative Austausch zwischen den recht unterschiedlichen Kunstformen Wort und Bild, die das Schiffskater Pixie-Projekt für uns so aufregend (und arbeitsintensiv) machen. Mit besten Grüßen Jonny
06.06.19, 08:48 Wolfgang Schwerdt
Bordroutine Das Manuskript für den zweiten Band von ist noch längst nicht fertig geschrieben, Schiffskater Pixie hat aber inzwischen bereits seine Abenteuer in Rio de Janiero hinter sich und befindet sich jetzt auf dem Weg nach Süden genauer zur Tierra del Fuego in Patagonien. Die großen Abenteuer erleben Pixie und seine Freunde in fernen Ländern. Die tägliche Bordroutine birgt aber ebenfalls die eine oder andere kleine Überraschung, wie die noch unkorrigierten Auszüge aus Pixies Tagebuch zeigen: 16. September 1768 Sir John Montacat, der Chefkater des Postschiffs HMS Rose, ist vorgestern mit meinem Brief an Onkel Catpickle abgesegelt. Ziemlich regnerisch hier, aber angenehm warm. Ich habe mich auf die Reling des Achterdecks gelegt. Wie Wasserkäfer krabbeln Boote zwischen der Insel und unserem Schiff hin und her. Sie bringen die großen Wasserfässer aus dem Bauch des Schiffes an Land und noch größere Fässer vom Land zur Endeavour, wo sie in ihrem offenen Maul verschwinden. Matrosen hämmern, klopfen und pinseln am Schiff herum, John ist nicht dabei. Der steht auf dem Deck und schaut an der Bordwand herunter, wo das kleine Boot der Endeavor liegt. Dann blickt er auffordernd zu mir herüber und ich spurte los. Mein erster Landgang auf dieser Reise! John klettert bereits die Bordwand hinunter. Ich stürze mich mit einem beherzten Satz vom Schanzkleid und lande elegant auf Johns Schulter. Der verliert prompt das Gleichgewicht und plumpst unbeholfen ins Boot, wo er von Young Nick und den anderen Matrosen aufgefangen wird. Na ja, mein Zweibeiner ist eben doch nur ein Mensch, denen mangelt es grundsätzlich an einer gewissen Reaktionsschnelligkeit und Geschmeidigkeit. Muss wohl das nächste Mal daran denken. Jetzt ist aber Entdecken angesagt. 20. September 1768 Aus naheliegenden Gründen vermeiden wir Katzen im Moment den Aufenthalt auf dem Mannschaftsdeck. Aber unter Deck gibt es derzeit ohnehin genug zu tun. Nur weil die Laderäume und Vorratskammern nun mit allerlei Essbarem vollgestopft sind, glauben die graubefellten pfeifenden Raffzähne, sich nach Belieben bedienen zu dürfen. Mr. Wichtig hüpft wieder einmal in den Rüsten herum und wirft sein Netz aus, nur um blau leuchtende Glibbertiere einzufangen. Zumindest er und sein Kollege scheinen Spaß daran zu haben. 21. September 1768 Windig und klar. Kapitän Cook lässt Werkzeug und Schnüre an die Mannschaft verteilen. Die ist nun fast den ganzen Tag damit beschäftigt, Netze zu flechten mit denen die Ladung an Deck festgezurrt werden kann. Selbstverständlich helfen wir dabei, indem wir die zappelnden Enden der Schnüre fangen und festhalten, damit sie nicht entkommen können. Nicht alle unserer zweibeinigen Freunde wissen unsere selbstlose Unterstützung zu würdigen. Wir lassen uns trotzdem nicht stören, nehmen ein paar der widerspenstigen Schnüre gefangen und schleppen sie unter Deck in sichere Verstecke. 04. Oktober 1768 Heute ist Flaute. So nennen es die Menschen, wenn kein Wind weht und das Schiff vor sich hindöst. Vor ein paar Tagen ist noch eine Insel an uns vorbeigetrieben und nun scheint es weit und breit nichts zu geben als Wasser. Es ist heiß und weder große noch kleine Vögel noch fröhlich herumspringende Riesenfische lassen sich heute blicken. Der letzte große Fisch landete vor drei Tagen auf dem Tisch im Salon. Es war ein Thunfisch, der eine sehr ausgiebige Untersuchung über sich ergehen lassen musste, bevor sein Fleisch in den Mägen der Zweibeiner landete. Eigentlich machen die Naturforscher nichts anderes als wir Katzen. Sie fangen ihre Beute, spielen mit ihr, zerlegen sie und fressen am Ende davon auf, was ihnen schmeckt. Wahrscheinlich sind viele von uns sogar die besseren Naturforscher. Da die Endeavour, wie die schlaffen Segel zeigen, eingeschlafen ist, rudert Banks mit seinem Boot um das Schiff herum, um mit seinem Kescher allerlei auf der Wasseroberfläche herumlaufendes Kleingetier einzufangen. Bei seiner Beute sind sogar zwei kleine Fische mit einem Horn auf dem Kopf. Die landen nicht im Kochtopf, dafür gibt der Kapitän Sauerkraut und Suppe für alle aus. Ich vermute, dass da auch die restlichem Zwiebeln drin sind, denn es riecht gewaltig. Trotzdem lassen wir uns den Spaß nicht nehmen, an der Tafel der Wichtigen teilzunehmen. Die bekommen, sehr zur Freude der Mannschaft, heute nämlich auch nichts anderes vorgesetzt als dieses Zeug. Wir sind natürlich nicht darauf angewiesen, was uns der Kapitän vorsetzt, bei uns steht leckeres Hühnchen auf dem Speiseplan. Das soll nämlich heute Abend beim Kapitänsdinner serviert werden, Banks Diener hat da schon mal was vorbereitet und wir erlauben uns, in seiner Abwesenheit schon einmal eine wissenschaftliche Voruntersuchung vorzunehmen. 21. Oktober 1768 Heute ist der kleine Vogel verschwunden, der im Salon immer die Fliegen weggefangen hat. Die Tür zu Käfig stand offen! Wie könnte es anders sein, wird laut Banks Eintrag in sein Reisetagebuch „die Katze“ des Vogelmordes bezichtigt. Ich weiß ja nicht, wie er darauf kommt, die Indizien reichen bestenfalls für einen vagen Anfangsverdacht. Und wer von uns mit „die Katze“ gemeint sein könnte, geht aus seinem Bericht auch nicht hervor. Daher werde ich mich dazu nicht weiter äußern. 25. Oktober 1768 Irgendetwas geht heute vor an Bord. Die Leute sitzen zusammen, sind unruhig. Einer geht mit einem Papier herum und notiert den Namen jedes Zweibeiners und jedes Vierbeiners an Bord. Am Abend bringt ein Zweibeiner das Papier zum Kapitän. Der schaut mit bedeutungsvollem Blick darauf, nickt und reicht es einem Zweibeiner vom hinteren Zwischendeck, wo die Halbwichtigen wohnen. Die ganze Mannschaft ist bereits vor dem Mast versammelt, Viele scheinen sich auf das, was jetzt passiert, zu freuen, andere blicken etwas besorgt drein. Sogar die Wichtigen vom Achterdeck sind vollzählig auf dem Quarterdeck angetreten, von denen blickt keiner besorgt. Und nun baut sich das halbwichtige Blaufell auf dem Quarterdeck auf. Jeder Einzelne auf der Liste wird aufgerufen und befragt. Dann macht Herr Halbwichtig ein Kreuz auf der Liste und schickt den Befragten zur einen oder anderen Seite. Zu meiner Verwunderung fällt Susies, Boobies und auch mein Name. Ganz schön dreist, als ob unsereins sich einfach so irgendwo hin zitieren ließe. Nicht mal Seefisch hat der Schnösel in der Hand, als er uns aufruft. An unserer Stelle tritt John vor, redet mit Halbwichtig und gesellt sich zu den Männern der Gruppe, die sich eindeutig auf die kommenden Ereignisse freut. „Der hat ihnen seine Rationen Wein der nächsten vier Tage versprochen, wenn sie dich nicht ertränken.“ Ich schaue Sir Booby entsetzt an. „Ja, die Menschen nennen das Äquatortaufe.“ Booby ist stolz darauf, sein Wissen und seine Erfahrung an mich weitergeben zu können. „Jeder, der das erste Mal auf seiner Reise den Ort erreicht, an dem die Sonne Mittags direkt über dem Schiff steht und es keinen Schatten gibt, wird von denen ertränkt, die schon einmal da waren. Es sei denn“, maunzt Sir Booby wichtigtuerisch, „er spendiert seine Rationen Rum oder Wein der nächsten Tage. Aber die anderen werden ertränkt, habs selbst schon erlebt!“
01.06.19, 17:03 Wolfgang Schwerdt
Backstage: In Schiffskater Pixies Schreibwerkstatt Auf den ersten Blick scheint es bei entsprechender Phantasie nicht sonderlich schwierig zu sein, das Reisetagebuch eines Schiffskaters zu verfassen. Schließlich handelt es sich ja um eine fiktive Geschichte. Dennoch, dieser fiktive Schiffskater beschreibt ja die erste Reise des realen Seefahrers James Cook und da sind die Ereignisse und Abenteuer, die er zu bestehen hat, natürlich an den historischen Rahmen gebunden. Mir als Autor liegen da neben der modernen Fachliteratur vor allem drei historische Quellen vor: 1) Das Logbuch Kapitän Cooks (engl.). Hier sind in täglichen Eintragungen in knapper Form vor allem Wetterverhältnisse, Positionsbestimmungen, nautische Daten, Einträge über Bestrafungen, Proviantangelegenheiten, und eben alle Dinge, die den Schiffsbetrieb und besondere Ereignisse betreffen, enthalten. 2) Das Reisetagebuch von Joseph Banks (engl.) , dem Wissenschaftler und Hauptsponsor der Expedition. Darin beschreibt er vor allem seine Forschungsaktivitäten, also insbesondere, wie und unter welchen Umständen er Tiere und Pflanzen einsammelt, welche Tiere und Pflanzen er entdeckt hat, wie die heißen und welche davon bisher noch nicht beschrieben, ja nicht einmal bekannt sind. Hinzu kommen seine Beobachtungen an Land über Produkte, kulturelle Besonderheiten und vieles mehr. Geschehnisse an Bord, Wetter oder auch persönliche Befindlichkeiten registriert er ebenfalls. 3) Jakob Cook's sämmtliche Reisen um die Welt. Erster Theil. Die erste Reise in den Jahren 1768 bis 1771 (deutsch). Erschienen 1803. Dieses Buch ist eine Zusammenfassung der Beschreibung von Cooks Reise, die der Schriftsteller John Hawkesworth im Auftrag der Admiralität aus Cooks und Banks Journalen erstellt hat. Die Vollständige Reisebeschreibung Hawkesworths (engl.) liegt mir als Quelle und zum Vergleich ebenfalls vor. Nicht nur aufgrund der inhaltlichen Schwerpunkte und Interessen sondern auch in der Genauigkeit der Angaben unterscheiden sich die Originalquellen teilweise erheblich. Zudem stimmen aus verschiedenen Gründen die jeweils angegebenen Tage zu den beschriebenen Ereignissen nicht immer überein. Das hat unter anderem damit zu tun, dass die Tage in den Logbüchern der damaligen Zeit von mittags bis mittags gemessen wurden, im Journal Banks entspricht die Datierung jedoch unseren Gewohnheiten (also von Mitternacht bis Mitternacht). Die antiquierte Sprache sowohl in den englischen als auch in den deutschen Quellen, machen die Recherchen zu einer zusätzlichen Herausforderung. Bei dem Verfassen des Tagebuches von Schiffskater Pixie habe ich schließlich die Aufgabe, nun noch ein weiteres Zeitempfinden und einen ganz anderen Erlebnis- und Ereignishorizont mit den realen historischen Geschehnissen (und Personen) in Übereinstimmung zu bringen. Eine Aufgabe, die noch zusätzlich dadurch erschwert wird, dass Informationen, die Pixies Abenteuer betreffen, teilweise in den zugrunde liegenden Menschenjournalen nicht zu finden sind. Als Beispiel mag hier die Tierwelt in Rio de Janiero im Jahre 1768 genannt werden. Während die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass Pixie in Madeira tatsächlich auf herumstreunende Katzenbanden getroffen ist, dürften seine Artgenossen in Rio dank der raubtierreichen Fauna des Landes kaum oder nur selten vorgekommen sein. Verlässliche Quellen darüber gibt es jedoch nicht, denn weder den Wissenschaftlern noch dem Kapitän der Endeavour waren Hauskatzen eine Notiz wert. Andere Quellen müssen also bemüht werden, um der Geschichte bei aller Phantasie eine realistische Grundlage zu geben. Ach ja, natürlich gehören auch Jonnys Bilder, an denen er seit 10 Jahren malt, ebenfalls zu meinen zu berücksichtigenden "Quellen". Glücklicherweise darf ich sagen, denn hier kommen - wie beispielsweise mit dem Kater Rodrigo - viele meiner Inspirationen für Pixies Abenteuer her. Und so entsteht für den zweiten Bildband über Pixies Abenteuer unter anderem aus diesem Bild und den Tagebucheinträgen von Cook und Banks (insgesamt etwa 4 einzeilig bedruckte Din A4 Seiten) folgende kleine historisch untermauerte Passage aus Pixies Tagebuch, an die sich dann Pixies ganz persönliches Abenteuer in Rio anschließt: " 20. November 1768 Ein windiger und regnerischer Tag. Heute geht es an Land. Leutnant Hicks soll mal wieder Protestbriefe zum Vizekönig bringen. Meine Wache stellt die Besatzung der Barkasse und ich bin natürlich dabei Kaum sind wir gelandet eilt Herr Hicks zum Vizekönig. Währenddessen besetzen Soldaten das Boot. Als unser Blaufell in Begleitung weiterer Soldaten des Vizekönigs zurückkehrt, gibt es so richtig Ärger. Großes Menschenpalaver, meine ganze Wache wird gefangengenommen und in einen modrigen Raum gezerrt, wo schwarze Menschen an den Wänden angekettet sind. Meine zweibeinigen Freunde wehren sich nicht, sie hätten sowieso keine Chance. Aber für mich gilt das natürlich nicht. Ihr hättet mich sehen sollen, liebe Freunde. Jedenfalls richte ich die Soldaten nach Schiffskatermanier so richtig zu. Hilft aber nichts, die Soldaten entkommen, die Tür knallt zu, meine Leute sind gefangen. Ich zwänge mich durch die Gitterstäbe des kleinen Fensters. Wie erwähnt, habe ich noch etwas zu erledigen. Antônio Álvares da Cunha war mir bereits unsympathisch als ich Cook bei seinem Antrittsbesuch beim Vizekönig begleitete. Den klangvollen Namen habe ich damals von dem großen roten Vogel erfahren, der einfach nicht aufhören wollte, zu plappern. Dagegen war der zerzauste grüne Krummschnabel sehr schweigsam. Kein Wunder, denn er war genauso angekettet, wie der grimmig wirkende, in Wirklichkeit aber todunglückliche Kater unter dem Schreibtisch des portugiesischen Granden. Während die Zweibeiner höfliche Gemeinheiten austauschten, maunzte ich mit meinem Artgenossen ausführlich über dessen Schicksal...." Bei aller Arbeit, die bei diesem Buchprojekt in jedem Absatz steckt, macht das Recherchieren und Fabulieren ungemein viel Spaß. Und ich hoffe, dass in den Schiffskater-Pixie-Büchern genau das zum Ausdruck und dem Leser die Texte (und auch Jonnys Bilder, die nicht unbedingt mit weniger Hintergrundarbeit verbunden sind) leicht, spannend und unterhaltsam rüberkommen.
28.05.19, 09:34 Wolfgang Schwerdt
Während wir hier um Unterstützung für das Publikationsprojekt werben, arbeiten wir im Hintergrund unter Hochdruck am Gegenstand unserer und hoffentlich auch eurer Begierde: Dem Inhalt des Buches. So lasse ich mir vom Kater Pixie seine Tagebucheinträge in die Tastatur diktieren. Inzwischen haben der taffe Kater und seine Kumpels - nach den Abenteuern auf Madeira - bereits die Äquatortaufe hinter sich und die Endeavour steuert Rio de Janiero an. Obwohl er schon seit 10 Jahren an den Bildern für das Projekt arbeitet, zeichnet Jonny seinerseits wie ein Weltmeister, um seine Werke an den Text anzupassen und neue Bilder zu schaffen. Etwa das von den Fliegenden Fischen, das ich hier in einem Entwurfsausschnitt präsentiere und das in voller Pracht eine Doppelseite des neuen Buches zieren wird. Text und Bild entwickeln sich gegenseitig, das ist das Spannende an dem Buchprojekt, das sich wie gesagt, im Hintergrund dieser Crowdfunding-Kampagne abspielt.