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„Das Publikum wird Teil der Produktion“ Gratiskultur im Internet
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„Das Publikum wird Teil der Produktion“ Gratiskultur im Internet

12.04.2012
3 min Lesezeit

... dieses Zitat stammt aus einem Interview von Tagesschau.de mit Felix Stalder, einem Dozent der Zürcher Hochschule für Medien. Im Beitrag geht es um die Gratiskultur im Internet und dem sich allmählich verändernden Verhalten der Konsumenten von Musik, Film und anderer kreativer Werke im Netz.

Der Artikel geht auf die Chancen von Crowdfunding im Internet ein und Stalder kommt zu folgender Erkenntnis: „Solche Modelle sind nicht für alle Künstler super, weil man Fans und eine Community braucht, die auch bereit sind, im Vorfeld Projekte zu unterstützen und zu finanzieren. Und man muss sich als Künstler häufig selbst um deren Akquise kümmern ...  Das Publikum wird Teil der Produktion.“

Tatsächlich ist ein wesentlicher Umdenkprozess erforderlich, denn beim Crowdfunding produziert der Künstler nur, wenn er Unterstützer findet. Selbstverliebte und nur auf das Endprodukt bezogene Herangehensweisen, wie es im Rahmen der Kulturförderung vielleicht noch möglich ist, sind kaum denkbar. Der Künstler wird zum aktiven Produzenten unter Beobachtung. Das bedeutet auch, dass der Produktionsprozess und dessen Transparenz enorm an Stellenwert gewinnen. Das Werk entsteht sozusagen im Schaufenster, und die Konsumenten genießen den Moment der Entstehung und sind deshalb im Vorfeld bereit Geld auszugeben. Das Werk und dessen Verwertung spielt beim Crowdfunding nicht mehr die einzige Rolle, wenngleich hier bereits gesagt werden muss, dass Investment-Funktionen auch bei kreativen Projekten auf dem Vormarsch sind.

Leider geht der Artikel nicht darauf ein, an welcher Stelle wir damit im deutschsprachigen Raum stehen.

Profitmodelle der Vertriebsplattformen

Kritisiert werden parallel die Plattformen (iTunes und co.), die heute den Vertrieb kreativer Werke übernehmen, sich aber nicht um die Förderung von neuen Projekten und Künstlern kümmern. Der Zugang zu kreativen Inhalten ist zwar geschaffen und denkbar einfach, aber noch immer steht der Konsument am Ende der Verwertungskette. Erfolgreich sind die, die entdeckt werden oder deren Marketing im Sinne klassischer Muster erfolgreich funktioniert. Kritisiert wird in dem Zusammenhang der unbedingte Profitwille der Infrastrukturdienstleister.

Hierzu bringen wir gerne das Modell der Gemeinnützigkeit einer solchen Struktur zur Diskussion. Was bei Wikipedia unter bestimmten Bedingungen funktioniert, kann auch Basis von Crowdfunding-Plattformen sein. Mit Startnext versuchen wir ein entsprechendes Modell zu etablieren, welches einer gewissen Unabhängigkeit unterliegen soll, solange durch Spenden der Betrieb der Plattform realisierbar ist. Ob das funktioniert, wird sich in Zukunft zeigen. Das Publikum kann aber schon jetzt wählen. Unter den fünf deutschen Crowdfunding-Plattformen bietet derzeit nur Startnext ein Modell an, wo der Projektinitiator sein Geld ohne Provisionsabzüge erhält.

Niedergang alter Modelle

Stalder spricht vom „Niedergang der alten Modelle – Aufblühen alternativer Ideen“. Während die alten Modelle auf starken Urheberrechtskontrollen (Verwertungsmechanismen, Lizenzen) beruhen, ermöglichen aktive Fans in Crowdfunding-Prozessen das Projekt überhaupt und konsumieren schon deshalb das Projekt auf andere Weise.

Entscheidend ist aus meiner Sicht, dass die Konsumenten die Bedeutung der neuen Möglichkeiten erkennen und feststellen, dass Partizipation am Produkt Spaß macht, einen gesellschaftlichen Stellenwert bekommt und letztlich die einzige Form der freien Entscheidungsfähigkeit bedeutet. Auch wenn es beim Crowdfunding zunächst um Geld geht, so ist Partizipation bereits durch Weitersagen oder Kommentieren möglich. Jeder kann also mitmachen. Keine klassische Verwertungsgesellschaft kann diese Nähe und Teilhabe bieten.

Nachzulesen ist der Artikel unter: http://www.tagesschau.de/inland/kinoto108.html
Felix Stalder wurde von Simon Kremer für tagesschau.de interviewt.

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