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5+1 Crowd-Agent:innen gefunden!
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5+1 Crowd-Agent:innen gefunden!

6 min Lesezeit

Wir haben aus 887 spannenden Bewerbungen 6 heraus gesucht und dabei versucht unsere Biases zu durchbrechen. Ob das geklappt hat und wie erfährst du hier.

Es finden immer die zusammen, die sich mögen und verstehen. Ich will gerne mit den Menschen arbeiten, die mich bestätigen. Ich schaue nur darauf welches Talent du mitbringst. Wie sieht dein Lebenslauf aus? Was sind deine Stärken? Bist du Konkurrenz für andere Mitarbeitende oder bist du Ally?

Ich könnte jetzt stundenlang solche Fragen und Thesen aufstellen. Am Ende belegen sie, dass ich mich als Mensch mit Personalverantwortung meinen Biasen und Schubladen unterwerfe. Wie komme ich da raus?

Startnext hat Anfang Juni 5 Stellen à 15h für Crowd-Agent:innen ausgeschrieben. Die sind jetzt besetzt + 1, dazu später mehr.

Zusammen mit Lisa, Lilli und Ricarda, dem "Blind-Audition-Team", habe ich aus 887 ernsthaften Bewerbungen, die  über unser inzwischen viel gelobtes Bewerbungsformular zusammenkamen, zunächst 20 Menschen vorausgewählt um dann 6 spannende Menschen anzustellen. Innerhalb von vier Wochen war uns das möglich.

Das Emotionale vorab

Du wirst nicht glauben, wie aufgeregt ich, Lisa, Ricarda, Lilli und Charly, Michi und Rosalie von der Projektberatung waren, als wir gemeinsam mit unserer Vorauswahl in den ersten Zoom-Workshop gestartet sind. Nach mehr als 15 Monaten Corona-Pandemie fühlte es sich außergewöhnlich an, gleich 20 neue Menschen kennenzulernen. Sehr einladend war dabei, dass alle vor Begeisterung gestrahlt haben, als hätte es diese Pandemie nicht gegeben.

Ich betrachte es als die Leistung des "Blind-Audition-Teams", dass wir durch das Prinzip unserer Auswahl von Anfang an eine Atmosphäre des Miteinanders schaffen konnten. Immerhin konnten 20 Teilnehmende nur auf 5 Plätze verteilt werden. Noch nie saßen bei uns alle Bewerber:innen gleichzeitig an einem Tisch. Ich habe keine Konkurrenzsituation wahrnehmen können, es ging locker und offen zu.

Vielfalt ist der Schlüssel

Das Bild was sich vor meinen Augen endlich entschlüsselt hatte, gab mir Anlass zur Freude. Wir sind mit der These gestartet: ein diverses Team kann diverse Projekte fördern und hervorbringen. Vielfalt ist der Schlüssel zu einer gerechten Gesellschaft. Die Projekte auf Startnext sind schon seit Jahren feministisch, antirassistisch, von Schwarzen, BIPoC, LGTBQI+ usw. Wir wollten mit der Ausschreibung jetzt unser Team auch weiter diversifizieren ohne das wir klar wussten, wie das gehen kann. Unsere Lösung war deshalb: die "Blind Audition" - wir wollen euch nicht kennen, bevor wir euch einladen. Das Bewerbungsformular hat jegliche Hinweise auf Vita, Vorlieben, Lebensumstände etc. vermieden. Was wir gefragt haben, lest ihr unten.

6 statt 5 aus 20 - Wieso?

Bei der finalen Auswahl aus den 20 inspirierenden Menschen ging es uns weniger, um sichtbare Talente oder vorhanden Fähigkeiten, es ging uns darum via Zoom Diversität zu sichern. Ich hätte gerne alle eingestellt. Sie sind für den Job mehr als geeignet, aus meiner Sicht. Als wir uns dann in unserem "Blind-Auditions-Team" für fünf Agent:innen entschieden hatten, ist uns aufgefallen, dass nur ein männlich gelesener Agent dabei war. Das war nicht so optimal wie gewünscht und der Einwand von Lilli gab uns hier nochmal ordentlich zu denken.

Die Crowd-Agent:innen erledigen einen Care-Job, indem sie Projekte beraten, empowern und fördern. Ist es ein Bias, dass wir hier zu Frauen tendieren?

Frauen <> Care-Job, merkste? Okay, das geht natürlich nicht. Männer können das genauso gut und können dafür ebenfalls Vorbild sein. Es ist mir, in meiner Rolle als Geschäftsführer, leicht gefallen das Problem dadurch zu lösen, dass wir nicht eine der ausgewählten Frauen raushauen, sondern noch einen spannenden Typen hinzunehmen. Und damit waren es sechs.

In dieser Woche haben wir diese 6 Agent:innen über ihren neuen Job informiert und hoffen, sie gehen die nächsten Monate mit uns. Stay tuned!

887 > 20 > 6 - Wie geht das?

887, das ist mächtig viel. Das Ziel war 500 Bewerbungen. Das haben wir ziemlich gut geschafft. Wir wollten alle möglichen Biase ausschalten, schrieb ich vorhin. Das das nicht geht, ist sicher klar.

Hier die Auflösung:

Die Vorauswahl erfolgte durch Lisa, Lilli, Ricarda und mich. Lisa hat uns jeweils 5 verschiedene Excel-Tabellen aus den eingegangen Daten gebaut. Wir 4 hatten dann die Aufgabe pro Tabelle ein:e Favorit:in herauszupicken. Die Tabellen waren per Zufall gebaut. Keine Bewerber:in war irgendwo doppelt. Jede:r von uns hat 5 Personen aus ungefähr 220 ausgewählt.

Ich habe pro Tabelle einen anderen Modus angewendet. Ich habe z.B. mal lediglich die Frage nach der wertvollsten Angst als Hauptkriterium genommen und eine spannende für mich untypische Antwort als Sieger:in gewählt. In einer anderen Tabelle habe ich die Frühstückstische entscheiden lassen. Insgesamt habe ich dann geschaut, wie sich die Entweder-oder-Fragen aller meiner Favorit:innen zueinander verhalten. Ausgewogen, was ich als gut durchmischt interpretiere.

Welche der 20 Menschen in unserem Zoom-Call nun von mir ausgewählt worden sind, kann ich bis heute nicht sagen. Es gibt kein Match zwischen meiner neutralen Auswahl und den Gesichtern im Zoom. Die Namen waren mir bei der Auswahl nicht bekannt. Als wir uns die jeweiligen Entscheidungen vorgestellt haben, konnten wir feststellen, dass jede:r einen anderen Modus eingebracht hat. In meinen Augen, haben wir unsere Biases so gut zerhäckselt, wie es uns möglich war. Insgesamt haben wir für die Vorauswahl ca. 10-12h in Summe gebraucht.

Die Auswahl nach unserem gemeinsamen Zoom-Call mit den 20 potenziellen Agent:innen lief anders ab. Da zählte für mich, was ich sehen, hören und fühlen konnte. Als Hilfestellung haben wir zusätzlich auf Alter, Herkunft, Geschlecht und Spezialkompetenzen geachtet. Wir haben gemeinsam diskutiert und so nochmal je 2h investiert.

Als das finale "Go" durch das Audition-Team ausgesprochen war, konnte sich die Begeisterung über das entstandene Ergebnis endlich entfalten. Aus der „Blind Audition“-Idee von vor 8 Wochen und der Idee Mittels Grundeinkommen von 1.500€ Kreative und andere bei uns anzudocken, die schon ein halbes Jahr älter war, entsteht nun ein neues Team aus Crowd-Agent:innen, welches wir jetzt einarbeiten und euch dann vorstellen werden.

Fazit: Wir sind begeistert. Du wirst begeistert sein. Fühle dich motiviert unser Bewerbungsmodell zu kopieren, zu remixen und zu diskutieren.

Denis


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