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Fair Fashion: Das Modelabel Shipsheip verbindet Ästhetik und Ethik
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Fair Fashion: Das Modelabel Shipsheip verbindet Ästhetik und Ethik

Anna Theil
16.02.2016
4 min Lesezeit

Was hinter Shipsheip steckt, ist simpel: Mode aus Leidenschaft und faire und organische Produktion. "Holistic Fashion" steht für Mode, die bewussten Konsum fördert und mit dazu beiträgt, dass die Herstellung nicht auf Kosten anderer geht, sondern ecofaire Standards zum Alltag macht. Wie sie dazu kamen, erklären euch die beiden Gründerinnen des jungen Kölner Labels im Interview.

Wer seid ihr und was macht ihr?

Wir sind Joana und Danny, und zusammen haben wir im letzten Herbst SHIPSHEIP gegründet. Dahinter steckt nicht nur ein Fashionlabel, das entlang der gesamten Wertschöpfungskette fair und organisch produziert, sondern vielmehr die Kombination von zwei Dingen, die sich unserer Meinung nach perfekt ergänzen: Ethik und Ästhetik.

Wir lieben Mode, aber für die Herstellung eines T-Shirts oder Schals gegen Menschenrechte zu verstoßen oder Umweltverschmutzungen in Kauf zu nehmen, stellt für uns keine Option dar. Die traurige Wahrheit ist allerdings, dass der Großteil der Branche das mit einer alltäglichen Selbstverständlichkeit tut. Unser Ziel ist es deshalb, mit dazu beizutragen, ecofaire Mode zum Alltag zu machen. Indem wir mit unseren eigenen Produkte zeigen, dass es anders geht. Aber auch durch inhaltlichen Input und die Sensibilisierung für die Themen, die dahinter stehen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Hauptsächlich machen wir das eisige Berliner Kontinentalklima dafür verantwortlich – und vielleicht ein Stückweit die Tatsache, dass sich unsere Studiengänge und Interessen perfekt ergänzt haben. 2011 haben wir zusammen in Berlin gewohnt, beide noch studiert – Joana Modedesign, Danny Theologie mit Schwerpunkt Wirtschaftsethik – und schnell gemerkt, dass wir das, was wir da in der Theorie vor uns haben, praktisch umsetzen wollen. Das windige, kalte Berlin hat dann zu unserem ersten Keyprodukt geführt, dem Kapuzenschal. Danach hat es zwar noch drei Jahre gedauert, bis wir wirklich ernsthaft an der Umsetzung unseres Labels gearbeitet haben, aber die Grundidee an sich stand seitdem fest.

 

 

Wie habt ihr zusammen gefunden?

Kennen tun wir uns bereits seit einer gefühlten Ewigkeit, aber in unserer gemeinsamen Gaudyresidenz am Mauerpark haben wir gemerkt, dass uns mehr verbindet. Das Interesse an Mode und das ausgeprägte Selbstverständnis, dass wir so arbeiten, produzieren und leben wollen, dass es nicht auf Kosten anderer geht, sondern dass alle, die beteiligt sind, etwas davon haben. Wir lieben, was wir tun und stehen zu 100% dahinter. Diese Basis hat uns nicht nur zusammen gebracht, sondern sie hält uns, egal wie anstrengend es zwischendurch wird, vor allem auch zusammen.

Warum ist es euch wichtig, das Projekt zu realisieren?

Weil für uns der Status quo kein Zustand ist. Die Mehrheit – und zwar die große Mehrheit – der Modebranche lässt immer noch so produzieren, dass es zu Lasten anderer geht: menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, Ausbeutungen, Menschenrechtsverstoße, massive Umweltverschmutzungen und Klimabelastungen. Allein ein Blick auf unsere Ressourcen zeigt, dass wir nicht ewig so weitermachen können.

Damit einher geht die Tatsache, dass es schon längst nicht mehr um das, was Mode eigentlich sein sollte, geht. Zwölf Kollektionen pro Jahr und täglich neue Trends haben nichts mehr mit kreativem Design zu tun noch damit, dass Kleidung eigentlich etwas sein sollte, mit dem sich jeder Einzelne individuell ausdrücken kann.
Auch wenn das gesellschaftliche Bewusstsein dafür mittlerweile sehr viel größer ist als noch vor ein paar Jahren und die Problematiken dahinter, insbesondere durch Katastrophen wie Rana Plaza, bekannter sind – ecofaire Mode ist immer noch viel zu weit davon entfernt, selbstverständlich zu sein. Uns geht es deshalb darum - und genau das meinen wir mit Holistic Fashion - Mode zu entwerfen, die nicht nur auf alle Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette achtet, sondern die sich für bewussten Konsum einsetzt, die mitdenkt und immer einen Schritt weitergeht.

Welchen Crowdfunding Tipp könnt ihr zukünftigen Startern weitergeben?

Gut vorbereiten und frühzeitig Feedback einholen :-) Je mehr man selber im eigenen Thema drinsteckt, desto leichter kann man den Blick dafür verlieren, wie das Ganze von außen wahrgenommen wird. Und beim Crowdfunding ist es natürlich am wichtigsten, dass alle ganz fix verstehen, worum es geht und was genau das Projekt so unterstützenswert macht. Da hilft es sehr, externe Meinungen einzuholen. Außerdem ist es natürlich wichtig, dass so viele Leute wie möglich von der Kampagne erfahren. Ein Großteil der Crowdfundingarbeit ist daher reine PR-Arbeit. Und die ist zeitintensiver als man denkt! Die gute Nachricht dabei ist allerdings: Selbst wenn die Kampagne nicht erfolgreich ist, ist diese Arbeit nicht umsonst gewesen – weil man seinen Bekanntheitsgrad immens gesteigert hat.

Vielen Dank für das Interview und alles Gute für euer Projekt!

Hier könnt ihr das Projekt unterstützen.

© Bilder: Christoph Benjamin Schnedler

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