Crowdfunding beendet
Das Kinderbuch "Die total verrückte Reise der Familie Nussbaum" der Tharandter Autorin Anja Schenk eroberte im Coronasommer 2020 die Herzen vieler Kinder. Kein Wunder: Auch bei Familie Nussbaum geht alles schief, genauso wie bei uns allen in letzter Zeit. Für uns als Reiseverlag war das letzte Jahr finanziell sehr schwer. Aber wir möchten weitermachen und vielen Kindern ein neues lustiges, schräges und herzerwärmendes Abenteuer der Nussbaums schenken. Sei dabei und unterstütze uns!
6.861 €
Fundingsumme
78
Unterstütz­er:innen
Michael Schmidt
Michael Schmidt Projektberatung "Brillante Crowd-Finanzierungsrunde, ich bin gespannt wie es mit diesem Projekt weitergeht."
08.06.2021

Burgrecherche

Anja Schenk
Anja Schenk2 min Lesezeit

Zum Schreiben gehört Recherche. Klar, bietet das Internet heute unzählige Möglichkeiten, Themen und Orte zu durchleuchten, über die man erzählen will. Aber es ersetzt nicht ganz das Empfinden, selbst am Ort des Geschehens zu sein, Gerüche wahrzunehmen, Geräusche zu hören, die Dinge mit eigenen Augen zu sehen, Gegenstände zu berühren. Das direkte Erleben vor Ort mit allen Sinnen verschafft mir erst so richtig das Gefühl für das Setting, in dem mein Buch spielt. Und deshalb haben meine Beine ewig unter dem Schreibtisch vor Ungeduld zappeln müssen, weil aufgrund des Lockdowns derartige Recherchebesuche lange nicht möglich waren. Aber eines Tages im April war es endlich soweit! Das Wetter hätte nicht besser sein können und das meine ich absolut ernst: wolkenverhangener Himmel, Nebel, Regen, ungemütlicher Wind. Perfekt für eine Stippvisite auf Burg Kriebstein! Sachsens schönste Ritterburg ist das Vorbild für die fiktive Burg Schauderfels in meinem Buch. Und so zog mich an diesem ungemütlichen Apriltag diese alte Burg mit ihrem mittelalterlichen Charme in ihren Bann. Bei meinen Streifzügen schlüpfte ich innerlich in die Rolle der Figuren meines Manuskriptes. Das klingt vielleicht etwas schräg, aber wenn ich monatelang an einer Geschichte schreibe, dann bin ich zwangsläufig mit den Protagonisten verwurzelt, so dass es mir nicht schwerfällt, den Ort des Geschehens durch ihre Augen zu sehen. Ich stieg knarzende Stufen hinauf, schlich über einsame Gänge, berührte alte Mauern, las in Chroniken und geschichtlichen Dokumenten und überlegte, was sich hinter geheimnisvollen Türen verbirgt. Ich versuchte mir vorzustellen, wie es sich anfühlt, in einer kiloschweren Ritterrüstung zu stecken, betrachtete alte Gemälde und malte mir aus, wie die Porträtierten plötzlich zum Leben erwachen. Bei so viel schauerlicher Burgatmosphäre fühlte ich mich ins Mittelalter zurückversetzt. Und als ich gehen wollte, war da plötzlich so ein seltsamer, feiner Windhauch in meinem Nacken, wie ein Schleier. Was das wohl war? Mein Notizbuch war am Ende jedenfalls vollgekritzelt und die Inspirationen sprudelten anschließend aus meinem Kopf direkt aufs Papier. Ein Aufenthalt am Handlungsort ist eben durch nichts zu ersetzen.

12.07.2021

ENDSPURT

Britta Schmidt von Groeling
Britta Schmidt von Groeling3 min Lesezeit
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