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Projekte / Kunst
Freizeit dan sejenis
'Freizeit dan sejenis' ist ein interkulturelles Kunstprojekt zur Entwicklung künstlerischer Interventionen in Kampung Baru Kubur Koja, dem Slum von Jakarta.
Jakarta
1.060 €
500 € Fundingziel
10
Fans
27
Unterstützer
Projekt erfolgreich

Projekt

Finanzierungszeitraum 28.10.16 12:14 Uhr - 30.11.16 23:59 Uhr
Realisierungszeitraum 02. - 20. Dezember 2016
Fundingziel 500 €
Stadt Jakarta
Kategorie Kunst

Worum geht es in dem Projekt?

Im Dezember 2016 wollen wir in einem drei-wöchigen Arbeitsprozess zusammen mit den BewohnerInnen des Quartiers über den Begriff der Freizeit Gemeinsinn-stiftende Projekte entwickeln. Dabei sind für uns die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen vor Ort maßgeblich: Ein weiterer bedeutender Aspekt ist, den Slum nicht als pittoreske Szenerie oder Gegenstand fürsorglicher Belagerung zu begreifen, sondern ihn vielmehr als lebendigen Alltagsort mit spezifischen Problemen und Chancen zu verstehen, der im Kontext sozioökonomischer Entwicklungen gewachsen ist und Überlebensfähigkeit, Zusammenhalt, Kreativität und Respekt erfordert.
Es ist uns ein großes Anliegen, dass das Kunstprojekt ins Viertel wirkt. Ob es materiell Bestand haben wird als Skulptur, gestaltete Fläche, Gerätschaft oder neue Ideen, vielleicht sogar Traditionen in Gang setzt, ist offen.
Wir werden ab Beginn der Vorrecherche bis zur Konzeptentwicklung und in allen Schritten der Realisation mit den BewohnerInnen zusammenarbeiten: Ihre Lebensumstände sind Ausgangspunkt unseres Kunstprojekts. Der Schlüssel zum Gelingen der Kommunikation mit den lokalen Menschen ist die Kooperation mit dem Künstler Jhoni Karlah von TrotoArt, der selbst in Kampung Baru Kubur Koja aufgewachsen ist und noch immer dort lebt und arbeitet.

Was sind die Ziele und wer ist die Zielgruppe?

Es fehlt im Viertel an Infrastruktur für Freizeitgestaltung. Wir möchten dieses urbane Problemfeld aufgreifen und in künstlerischen Prozessen bearbeiten.
Uns geht es darum, Zeit zu teilen, einander kennenzulernen, Bedürfnisse ausfindig zu machen und zum Handlungsimpuls für künstlerische Interventionen werden zu lassen. Das geschieht offen und partnerschaftlich. Wir sind ebenso wie die BewohnerInnen Experten und Lernende zugleich. Kulturell und milieubedingt unterschiedliche Herangehensweisen werden aufeinanderprallen. Das ist produktiv! Spaß und Humor sind als kreativer Motor eingeplant.

Warum sollen europäische Künstler und eine Kulturmanagerin in ein Schwellenland reisen und dort Kunstprojekte realisieren? Und warum Indonesien?

Es ist uns wichtig, in der die Zusammenarbeit und Entwicklung mehr als nur eine Einbahnstraße zu sehen. Wir EuropäerInnen sind es gewohnt, dass unsere (Infra-) Struktur allzeit funktioniert. Störungen wie Stromausfälle oder die Nichtverfügbarkeit bestimmter Produkte lassen uns hilflos zurück. Hingegen produziert das Fehlen solcher Strukturen in Entwicklungs- und Schwellenländern ein Vakuum, in dem Einfallsreichtum und Kreativität gefragt sind. Die Notwendigkeit ist so oft die Mutter der Erfindung! Und auch die kulturellen Unterschiede sind wesentlich: wir EuropäerInnen glauben an lange Vorbereitungs- und Planungsphasen, während sich IndonesierInnen ungern langfristige, feste Ziele setzen und lieber improvisieren. Anders ausgedrückt: Für uns EuropäerInnen wird es eine Herausforderung sein einen spontanen Umgang mit den dortigen Gegebenheiten zu finden. Und die BewohnerInnen des Slums werden sich mit Sicherheit über unsere Unbeholfenheit im Umgang mit diesen Unwägbarkeiten amüsieren, aber uns ihre unkonventionellen Lösungswege zeigen. So lernen wir von ihnen!
Und wenn darüber hinaus das Viertel eine kleine qualitative Veränderung als Hinterlassenschaft bekommt, in welcher Form auch immer: umso besser! Davon profitieren die Bewohnerinnen!

Das Gesamtprojekt soll in einem Internetblog dokumentiert werden (Sprachen: Deutsch, Indonesisch, Englisch):

freizeitdansejenis.com

Warum sollte jemand dieses Projekt unterstützen?

Über 20 Prozent der Menschen in Jakarta leben in Slums – meist mehrere Generationen auf beengtem Raum, teilweise ohne Strom oder fließendem Wasser. Regelmäßig werden ganze Viertel durch sich schnell ausbreitende Feuer zerstört oder die Bewohner kämpfen aufgrund der Nähe zum Meer mit Überflutungen. Bei all diesen Schwierigkeiten darf allerdings nicht vergessen werden, was die Slums für die BewohnerInnen bedeuten: Der Zusammenhalt der Menschen ist eng und der soziale Charakter ausgesprochen bedeutend, besonders imponierend sind Lebensfreude und Optimismus der Menschen.
Die grundlegenden Probleme der Slums werden wir nicht ändern können und möchten uns auch nicht anmaßen uns dieses Ziel zu setzen. Gleichwohl hoffen wir einen kleinen Beitrag leisten zu können: in dem wir gemeinsam mit den Bewohnern künstlerische Möglichkeiten zur Freizeitgestaltungen schaffen.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Eure Spenden fließen ausschließlich in die Produktion der Projekte, als Material- oder Dienstleistungskosten. Reisekosten und Unterkunft sind bereits finanziert bzw. organisiert. Da für alle Beteiligten dieses Kunstprojekt ein persönliches Anliegen ist, werden wir uns keine Honorare auszahlen.

Wir haben € 500,00 als erfolgreiches Ziel dieser Crowdfunding-Kampagne angesetzt. Jeder zusätzliche Euro wird in weitere Materialien investiert! Darauf freuen wir uns!

Wer steht hinter dem Projekt?

Chris Dörken (Kulturmanagerin, Deutschland)
Seit 13 Jahren arbeite ich als Kulturmanagerin und habe ich für zahlreiche Projekte, Festivals und Unternehmen Kunstprojekte und Veranstaltungen geplant und ausgeführt. Im Dezember 2014 habe ich zum ersten Mal den Kampung Baru Kubur Koja besucht und Jhoni Karlah, seine Frau und Familie und viele Nachbarn und Freunde kennen gelernt. Die Gastfreundschaft und Offenheit mir gegenüber wie auch ihr Engagement hat mich unglaublich begeistert und daraus ist die Idee zu diesem Kunstprojekt entstanden.

Markus Lohmann (Künstler, Deutschland) In Auseinandersetzung mit und Anwendung von handwerklichen Fähigkeiten dekonstruiere ich das homogen auftretende Bild des Alltags und lege dessen sinnstiftende Muster frei. Dabei interessieren mich die sozialen, ökonomischen und politischen Strukturen des öffentlichen Raums. Als Mitbegründer von KUNSTrePUBLIK arbeite ich seit 2006 als Kurator, Künstler, Forscher und Aktivist. Zwischen 2003 und 2015 entstanden zahlreiche eigene Arbeiten im öffentlichen Raum Hamburgs. Seit 2009 arbeite ich als Bühnen- und Kostümbildner für das transnationale Kunstprojekt HAJUSOM e.V.

Chris Meighan (Künstler, Niederlande) Ich arbeite mit Performance, Text, Video und „technische Forschung als künstlerisches Medium“. Meine Arbeit untersucht die Beziehung zwischen der konstruierten Umwelt (der physischen, technologischen, sozialen) und dem einzelnen Menschen, und insbesondere die Art und Weise, wie wir, die aus der entwickelten Welt stammen, uns von einer Wirklichkeit des Denkens und Schaffens durch körperliche Aktivität losgelöst haben. Meine ausgedehnten Reisen in der ehemaligen Sowjetunion und einigen Entwicklungsländer befeuerte eine Faszination für Lösungen, die aus der Abwesenheit von effektiven und omnipräsenten Regierungen und Märkten heraus erwachsen und wie diese die oben erwähnte ‚Armut’ des Westens, d.h. Loslösung von Umwelt und von Notwendigkeiten zum Erfinderischen, unterstreicht.

David Rauer (Künstler, Deutschland)
Mein Name ist David Rauer (* 1986), und ich arbeite in erster Linie als Bildhauer und professionelle Keramiker. Ich wohne in Osnabrück, wo ich ein kleines Studio eingerichtet habe. Neben der Arbeit mit Ton liegt mein Interesse auf Raum im Allgemeinen. So werden aus einigen meiner Arbeiten eine Art Installation und entwickeln sich ortsspezifisch.

Irwan Ahmett & Tita Salina (Künstlerduo, Indonesien)
Im Jahr 1994 haben wir das Ahmett Salina Design-Studio gegründet. 2010 haben wir zum ersten Mal als Künstlerduo zusammengearbeitet und unser Schwerpunkt lag dabei auf urbanen Themen, insbesondere auf dem öffentlichen Raum. Sozialpolitische Probleme wurden dabei zu Quellen unserer kreativen Arbeit. Gegenwärtig haben wir uns auf komplexere Themenbereiche wie Ungerechtigkeit, politische Unruhen, Umwelt, Energie und ausgegrenzte Menschen konzentriert. In unseren Performances werden oft universal menschliche Werte generiert.

TrotoArt
Die Künstler und Initiatoren von TrotoArt, die selbst in diesem Slum leben und als angesehene Player soziale Projekte realisieren (im Besonderen Jhoni Karlah), haben uns eingeladen und werden das Bindeglied ins Viertel sein. TrotoArt ihrerseits sind am Austausch mit ausländischen Künstlern interessiert, an der gemeinsamen Arbeit im Zusammenhang mit künstlerischen Ansätzen und sozialen Prozessen.


Dieses Kunstprojekt wird gefördert von
Institut für Auslandsbeziehungen (ifa)

Impressum
Christiane Dörken
Eifelwall 36
50674 Köln Deutschland

Steuernummer 214/5047/3005

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