<% user.display_name %>
Projekte / Film / Video
Dokumentarfilm: Algo mío - Argentiniens geraubte Kinder
30 Jahre nach dem Ende der argentinischen Diktatur tauchen immer noch Opfer auf: Kinder von damals Verfolgten, die bei Militärfamilien aufwuchsen und nun ihre wahre Identität entdecken. Mit eurer Unterstützung wollen wir die Schicksale von zwei geraubten "Kindern" zeigen - und von ihrer Schwierigkeit erzählen, ein neues Leben anzunehmen. +++ para ver versión español clicar este enlace: www.startnext.de/en/geraubte-kinder +++
12.434 €
10.000 € Fundingziel
134
Unterstützer*innen
Projekt erfolgreich
06.08.14, 12:31 Jenny Hellmann

Nach vielen Schreckensmeldungen über eine drohende Staatspleite erreicht uns am Dienstagabend endlich mal wieder eine schöne Nachricht aus Argentinien, die wir unbedingt mit euch teilen wollen: "Apareció el nieto de Estela" - der Enkel von Estela wurde gefunden!

Estela de Carlotto ist die Präsidentin der Abuelas de Plaza de Mayo. Unter schwierigsten Bedingungen hat sie vor mehr als 36 Jahren mit der Suche nach den verschwundenen Enkeln der Militärdiktatur begonnen. Ihre Tochter Laura war im dritten Monat schwanger, als die Schergen des Regimes sie mitnahmen. Gut sechs Monate später ließen die Militärs ihren toten Körper im Vorgarten der Familie zurück. Der Hausarzt konnte feststellen, dass sie ihr Kind zur Welt gebracht hatte. Es sollte Guido heißen.

Estela hat ihr Leben seitdem der Suche nach den verschwundenen Enkelkindern gewidmet. Sie hat die Organisation der Abuelas zu der bekannten und respektierten Institution gemacht, die sie heute ist. Sie war maßgeblich am Aufbau der nationalen Gendatenbank beteiligt, die es ermöglicht, Familienzugehörigkeiten zu ermitteln. Über 100 Mal hat sie gefeiert, gelacht und vor Freude geweint, wenn der Enkel einer anderen Großmutter gefunden werden konnte. Auch Hilarios Großmutter Coqui und den Angehörigen von Cata hat sie die große Freudenbotschaft überbracht. Heute ist ihr Tag.

Schlagzeile Nummer eins in Argentinien

Von Guido wissen wir bereits, dass er Musiker ist und bislang Ignacio genannt wurde. Mit Zweifeln an seiner Identität hat er sich im Juli selbst an die Abuelas gewandt. In Argentinien verbreitet sich die Nachricht wie ein Lauffeuer, es ist Schlagzeile Nummer eins in allen Medien. Die Menschen in Buenos Aires feiern dieses Ereignis.

Vor dem Abuelas-Haus hat sich eine große Menschenmenge versammelt, hupende Autokorsos fahren durch das Viertel. Für einen kurzen Moment scheinen die vielen Sorgen vergessen. Hin und wieder tritt Estela auf den Balkon und winkt den Leuten mit glänzenden Augen zu. "Ich wollte nicht sterben, bevor ich ihn nicht in meine Arme schließen kann", sagt Estela zu den Journalisten. Schon bald wird sie ihn umarmen können.

Wir haben Estela bei unseren Dreharbeiten erlebt und kennengelernt (im Bild oben seht ihr sie, im weißen Kleid, bei einer Veranstaltung für eine japanische Reisegruppe). Sie ist eine beeindruckende Frau mit einer grenzenlosen Energie und Willenskraft. Auf ein Wiedersehen in wenigen Wochen sind wir gespannt.

Alles Gute Estela, wir freuen uns riesig mit dir über diese wunderbare Nachricht.