Crowdfunding beendet
Mauersegler verbringen 10 Monate im Dauerflug. Mit Hilfe von GPS-Mini-Rucksäcken wollen wir herausfinden, welche Zugrouten und Gebiete sie in Afrika nutzen, wie sie auf den Klimawandel reagieren und wie wir sie schützen können.
6.005 €
Fundingsumme
33
Unterstütz­er:innen
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 GPS4APUS
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Über das Projekt

Finanzierungszeitraum 13.04.22 14:04 Uhr - 21.06.22 23:59 Uhr
Realisierungszeitraum Sommer in einem Jahr
Startlevel 6.000 €

Damit können wir schon die ersten 10 Mauersegler besendern, aber wir benötigen viel mehr Logger für unsere Fragen. Jeder Logger zählt!

Kategorie Wissenschaft
Stadt Siegen

Projektbeschreibung anzeigen ausblenden

Worum geht es in dem Projekt?

Wer kennt sie nicht, die rasanten Flieger, die im Sommer die Städte und Dörfer mit ihren gewagten Flugkünsten und lauten Rufen beleben und in Gruppen durch die Straßenzüge fliegen. Der Mauersegler ist ein faszinierender Vogel. Er verbringt sein ganzes Leben - mit Ausnahme der Brutzeit – im Flug. Er frisst, trinkt und schläft im Flug und auch die Fortpflanzung erfolgt in luftiger Höhe.
Die Mauersegler sind nur ca. 3 Monate - von Anfang Mai bis Ende Juli - für die Brutzeit bei uns. Dann geht es für sie schon wieder im Dauerflugmodus Richtung Afrika. Wir haben das Glück, dass wir seit einigen Jahren Zugang zu einer Mauerseglerbrutkolonie in der Nähe von Olpe (Sauerland, NRW) haben. Wir erfassen dort ihren Bruterfolg und können den Altvögeln am Ende der Brutsaison GPS-Logger anlegen. Mit Hilfe dieser kleinen GPS-Rucksäcke wollen wir faszinierende Fragen zum Mauersegler und zu seinem Schutz beantworten.

Was sind die Ziele und wer ist die Zielgruppe?
  • Welche Routen nutzen die Mauersegler zu den Überwinterungsgebieten?

Die Mauersegler „unserer“ Kolonie brüten im Sauerland bei Olpe. Ende Juli / Anfang August machen sie sich auf die Reise nach Afrika. Es geht zunächst in südwestliche Richtung, dann nach Afrika entlang der Westküste. Unsere Kenntnisse haben wir durch die Auswertung von sogenannten Geolokatoren gewonnen. Diese sind aber sehr ungenau, was zu unpräzisen Routendarstellungen führte. Wir benötigen daher GPS-Sender, die die Positionen der Mauersegler genau aufzeichnen. Mit Ihrer Hilfe können wir die „Blackbox“ der Mauersegler knacken.

  • Welche und wie viele Überwinterungsgebiete nutzen sie?

Etwa im Oktober erreichen die Mauersegler das erste afrikanische Überwinterungs-gebiet, über dem sie mindesten 14 Tage ununterbrochen herum fliegen. Welche Gebiete nutzen sie für ihren Aufenthalt und warum? Hier möchten wir die GPS-Daten mit Wetterdaten und Satellitenaufzeichnungen zur Vegetation zusammenführen und auswerten. Wir gehen davon aus, dass jeweils das Vorkommen von Fluginsekten das Aufenthaltsgebiet und die Dauer der Mauersegler in diesem Gebiet bestimmen. Ist die Vegetation grün, kommen dort Insekten vor, ist das Gebiet in der Satellitenaufnahme bräunlich, hat es wenige bis keine Insekten. Ist dies dann der Zeitpunkt für die Mauersegler diese Region zu verlassen und in eine andere Regionen Afrikas zu ziehen? Den genauen Zusammenhang kennen wir noch nicht. Hier wollen wir mit Ihnen wissenschaftliches Neuland betreten. Seien Sie dabei, werden Sie Teil des Teams.

  • Verbringen Brutpaare den Winter zusammen oder getrennt voneinander?

Wir kennen von einem einzigen Brutpaar die Zugrouten und Überwinterungsgebiete aus einem Winter. Unser Brutpaar Max und Mona haben getrennt voneinander überwintert und haben sich erst wieder nach 10 Monaten am alten Nest in Olpe wieder getroffen. Ist das für Brutpaare die Regel oder eher die Ausnahme? Das wollen wir gerne mit Ihrer Hilfe herausfinden und viele Mauerseglerpärchen mit GPS-Sendern versehen.

  • Nutzen sie dieselben Routen und Gebiete Jahr für Jahr?

Durch einen Zufall haben wir die Zugrouten und Überwinterungsgebiete von drei Mauerseglermännchen aus zwei aufeinanderfolgenden Überwinterungsperioden erhalten. Jedes Männchen flog „eigene“ Routen und überflog „eigene“ Überwinterungsgebiete aber jeweils dieselben in den beiden Überwinterungsperioden. Zumindest diese drei Männchen sind somit Individualreisende, obwohl sie aus derselben Brutkolonie sind. Gilt dies aber auch für Mauerseglerweibchen und für weitere Mauersegler? Wir werden es zusammen mit Ihnen herausfinden.

  • Welche Routen und Gebiete nutzen die Jungen, die sich zum ersten Mal ohne die Eltern auf die Reise begeben?

Diese Frage kann noch niemand beantworten. Es wurden noch nie flugfähige Jungvögel mit GPS-Datenlogger besendert. Die Jungvögel verlassen das Nest, wenn sich die Eltern schon längst in Richtung Südeuropa auf den Flug gemacht haben. Woher „wissen“ die Jungen, in welche Richtung es gehen soll, welche Routen sie fliegen und welche Überwinterungsgebiete sie nutzen sollen und vieles mehr? Mit Hilfe Ihrer Spende betreten wir auch hier wissenschaftliches Neuland. Seien Sie dabei, wenn zum ersten Mal die Routen der jungen Mauersegler entschlüsselt werden.

  • Wie wirkt sich der Klimawandel in Afrika auf die Mauersegler aus?

Auch in Afrika ist der Klimawandel Realität. Es kommt zu längeren Dürreperioden und häufigeren Unwetter- und Starkregenereignisse. Beide Klimawandelfolgen sind für die Mauersegler von Nachteil, weil weder in trockenen Gebieten noch bei dauerhaften Regenfällen Fluginsekten unterwegs sind und die Mauersegler daher keine Nahrung finden. Sie sind dann gezwungen, andere Gebiet aufzusuchen. Doch ist es dort besser? Um diese Fragen beantworten zu können, benötigen wir genaue Daten über die Zugrouten und Aufenthaltsgebiete der Mauersegler in Afrika. Unser Projekt ist auf 10 Jahre ausgelegt, so dass unsere Langzeitdaten mögliche Veränderungen im Zugverhalten als Reaktion auf den Klimawandel aufdecken könnten.

  • Mauerseglerforschung für den Mauerseglerschutz

Artenschutz und der Verlust der Biodiversität sind für jeden topaktuelle und wichtige Themen. In keinem Zeitalter zuvor verschwanden in so kurzer Zeit so viele Arten. Um eine Art effektiv schützen zu können, benötigen wir fundiertes Wissen zur Biologie der Art. Der Mauersegler brütet in Europa. Sein Bestand kann dort durch das Angebot künstlicher Nistplätze erhalten bzw. gefördert werden. Aber welche Gefahren bedrohen den Mauersegler während seines Dauerfluges in Afrika? Auch in Afrika werden täglich Wälder abgeholzt und Land in Industriestandorte umgewandelt. Dies bleibt auch für die Mauersegler nicht ohne Folgen: kein Wald, keine Savanne heißt keine Fluginsekten, von denen sich die Mauersegler ausschließlich ernähren.

Der Tierschutz ist uns sehr wichtig. Wir konnten zeigen, dass Segler mit Rucksack genauso häufig nach dem Dauerflug in Afrika zu „unserer“ Brutkolonie bei Olpe zurückkehrten wie Segler ohne diesen Minirucksack. Der Bruterfolg der „Rucksacksegler“ war bislang genauso gut wie der der anderen Mauersegler.
All diese Fragen lassen sich mit den kleinen GPS-Sendern beantworten. Ein kleiner Sender mit großem Output. Eine lohnende Investition.

Warum sollte jemand dieses Projekt unterstützen?

Artenschutz geht uns alle an und jede/jeder kann hier aktiv werden. Beim Mauersegler kann jede/r helfen und zu Hause an passender Stelle Nistkästen aufhängen. Aber was nutzt der Schutz zu Hause, wenn wir die Gefahren und die Auswirkungen des Klimawandels für die Segler in Afrika nicht kennen? Jeder kann mit der Unterstützung des Projektes einen wichtigen Beitrag zum Schutz des Mauerseglers leisten und dazu beitragen, dass dieser faszinierende Vielflieger auch in Zukunft die Sommer bei uns bereichert.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Dieses Projekt will ausschließlich kostendeckend arbeiten. Die Endsumme ist ausschlaggebend dafür, wie umfangreich wir unsere geplante Studie umsetzen können. Hier möchten wir euch klar strukturiert aufzeigen, welche Finanzierungssumme welchen Umfang für die Studie bedeutet.

1. Level: 6000 €:
Mit dieser Summe können wir die ersten 10 Logger kaufen, das Geschlecht der 10 Mauersegler bestimmen und die daraus entstehenden Daten langfristig und sicher speichern.

2. Level: 20.000 €:
Einen großen Schritt würden wir damit schaffen. Ganze 30 Logger können damit finanziert werden und somit wäre der Stichprobenumfang 3-mal so groß wie bei Level 1. Auch hier ist die Geschlechtsbestimmung und Datensicherung inbegriffen.

3. Level: 52.000 €:
Hiermit wären wir am Ziel angekommen:) 80 Logger ermöglichen uns einen sehr großen Stichprobenumfang und somit auch eine valide statistische Auswertung der Daten. Mit den 80 Loggern können wir langfristig arbeiten und auch sehr spezifische und vielseitige Einblicke in das Migrationsverhalten der Mauersegler bekommen.

Wer steht hinter dem Projekt?

Prof. Dr. Klaudia Witte leitet die Abteilung Organismische Biologie am Institut für Biologie der Universität Siegen. Sie ist Verhaltensforscherin und Ornithologin und leitet seit 2007 das Mauerseglerprojekt „Ein Leben im Flug - Längsschnittstudie zu den Lebenslaufstrategien der Mauersegler“. Sie hat bereits viele Fachpublikationen und populärwissenschaftliche Arbeiten zur Biologie der Mauersegler veröffentlicht und viele Vorträge gehalten. Sie setzt sich aktiv für den Schutz der Mauersegler und anderer Vogelarten und den Naturschutz ein.

Mark Alexander Hase ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Organismische Biologie am Institut für Biologie der Universität Siegen. Im Rahmen seiner Promotion arbeitet er seit 2019 im Mauerseglerprojekt. Er hat schon diverse Vorträge zum Mauersegler gehalten und Poster zu seinem Thema präsentiert und war in einigen Fernsehbeiträgen für Erwachsene und Kinder zum Mauersegler zu sehen. Er steht im engen Kontakt mit diversen Naturschutzorganisationen.

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