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Projekte / Journalismus
interstellarum
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05.12.14, 17:23 Ronald Stoyan

Die interstellarum Story
Teil 3: Kampf mit der Post

In der letzten Folge ging es um das erste Heft. Heute berichte ich, wie es mit den nächsten Ausgaben weiterging.

interstellarum die Zweite

Der Erfolg der ersten Nummer hatte uns überrascht. Nachdem die 350 Hefte innerhalb weniger Tage vergriffen waren, planten wir bei der zweiten Ausgabe 800 Stück ein. Diesen Kraftakt konnten wir dank vieler neu hinzugewonnener Abos stemmen. 24 Mark waren für die vier Hefte im Jahr zu bezahlen. Dieser niedrige Preis war nur möglich, da wir drei Herausgeber ohne jede Aufwands- oder Kostenentschädigung arbeiteten und auch Hard- und Software, die für die Erstellung der Zeitschrift notwendig waren, selbst finanzierten.

Auch die Teleskophändler hatten mit der zweiten Ausgabe Vertrauen gefasst: In Heft 2 war bereits von Baader bis Vehrenberg alles, was damals Rang und Namen hatte, mit einer Anzeige dabei. Die Preise waren auch denkbar günstig: 80 Mark kostete eine ganzseitige Anzeige. Dies ist heute anders – der Anzeigenanteil von ca. 15% des Umfangs ist aber bis heute in etwa gleich geblieben.

Die Post beschwert sich

Das Versenden der Hefte erledigten wir in einer Gemeinschaftsaktion auf der Nürnberger Sternwarte. Sternfreunde halfen uns dabei, die Hefte mit den beigelegten Aufsuchkarten einzukuvertieren und die Adressaufkleber anzubringen. Nach Mitternacht war es geschafft. Mit mehreren hundert Heften im Kofferraum klapperten wir zahlreiche Briefkästen im Stadtgebiet von Nürnberg ab und stopften sie mit den Heften randvoll. Die letzten landeten schließlich vor dem Postamt am Fürther Hauptbahnhof.

Dies brachte uns eine Beschwerde der Post ein: Man müsse keine Briefkästen verstopfen und damit den Briefeinwurf für unbescholtene Bürger nicht unnötig erschweren – dafür gäbe es doch gezielte Dienstleistungen der Post wie den Presseversand. Doch damit begannen die Probleme für uns erst.

Ist interstellarum keine Zeitschrift?

Die Post war damals noch eine Bundesbehörde – mit entsprechend strengen Vorschriften und einer gewissen Unflexibilität, wenn sich Neuerungen einstellten. Wie vorgeschlagen beantragten wir bei der Post, interstellarum per Pressevertrieb zu versenden. Doch als die Beamten eines unserer Hefte in Augenschein nahmen, lehnten sie unser Ansinnen ab: interstellarum sei gar keine Zeitschrift, weil es nicht "richtig" gedruckt sei. Somit könnte es auch keinen Pressevertrieb geben.

Tatsächlich nutzten wir damals ein relativ neues Druckverfahren: Den Digitaldruck. Ohne dieses besonders für kleine Auflagen preisgünstige Verfahren hätten wir interstellarum gar nicht drucken können, denn Offsetdruck galt erst ab Auflagen von deutlich mehr als 1000 Exemplaren als machbar. Doch die Post stellte sich stur und wollte von dieser Druckart nichts wissen. Erst nach langem Hin und Her konnten wir durchdringen – interstellarum war bundesweit eines der ersten Blätter, das trotz Digitaldruck die amtliche Anerkennung als Zeitschrift erhielt. Damit konnten ab Heft 3 die Nürnberger Briefkästen verschont werden.

Im nächsten Teil: Crowdfunding anno 1997: Ein Farbcover für Heft 10.

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Zum Foto: Die drei Gründer der Zeitschrift bei einer gemeinsamen Exkursion in den Alpen. Frisuren und Kleidung sind zeitgemäß...