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Projekte / Journalismus
interstellarum
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02.01.15, 13:20 Ronald Stoyan

Die interstellarum Story
Teil 6: Neue Perspektiven

Im letzten Teil ging es um die vorläufige Einstellung und Neugründung von interstellarum 1999 und 2001. Heute berichte ich vom großen Relaunch mit Heft 20.

Perspektive gefragt

Der Neustart der Zeitschrift Anfang 2001 war erfolgreich gewesen – aber auch erfolgreich genug, um uns dauerhaft von unserer Arbeit ernähren zu können? Daran hatten wir unsere berechtigten Zweifel: Mit der Beschränkung auf die relativ kleine Szene der Deep-Sky-Beobachter war eine Auflagenzahl von 2000 kaum zu übertreffen – viel zu wenig um kommerziell erfolgreich zu sein.

Heiß diskutierten wir deshalb die möglichen Zukunftsperspektiven: Wenn wir beim Thema Deep-Sky blieben, müssten wir das Blatt internationalisieren, um mehr Leser gewinnen zu können. Das hieße eine Veröffentlichung in englischer Sprache und vor allem den Vertrieb in den USA und weltweit zu organisieren. Würden wir beim deutschsprachigen Magazin bleiben wollen, müssten auch Sternfreunde, die sich für Sonnen-, Planeten-, Kometenbeobachtung und die vielen anderen Aspekte des Hobbys interessieren, angesprochen werden.

Quo vadis?

Wir sondierten die Chancen für eine weltweite Deep-Sky-Zeitschrift. Klar war uns: Ohne namhafte Mitstreiter aus den USA und Großbritannien würden wir es von Deutschland aus nicht schaffen, das auf die Beine zustellen. Die Resonanz war gut, doch fürchteten einige kleinere Gruppen um ihren Einfluss und begannen unsere Pläne aktiv zu bekämpfen. Damit war klar: In diese Konfliktzone wollten wir uns nicht begeben.

Die Entscheidung fiel deshalb für ein neues, großes, deutschsprachiges Astronomie-Magazin. Damit wollten wir alle Sternfreunde ansprechen – egal welches Alter, welche Erfahrung und welche speziellen Interessen: In jedem Heft sollte für jeden Leser etwas dabei sein. Uns war klar, dass wir dazu neue Wege gehen mussten: ein Abschied von der Zurückhaltung bei Tests, und viel mehr visuelle Reize als bisher. Außerdem setzten wir auf durchgehend farbige Gestaltung, einen attraktiven Heftpreis (5,50€) und sechs Ausgaben im Jahr. Mit einer neuen Redaktionsmannschaft und regelmäßigen redaktionellen Mitarbeitern wurde auch personell eine Zäsur geschaffen – nun war ich der letzte der drei Gründer im Redaktionsteam.

Mit voller Kraft

Ausgabe 20 war die Realität gewordene Umsetzung dieser Überlegungen: Endlich gab es eine lebendige Zeitschrift, wie wir sie für Deep-Sky-Beobachter 1994 gegründet hatten, für alle Bereiche des Hobbys. Niemand musste sich mehr ausgegrenzt fühlen, wir konnten die gesamte Astronomie-Szene ansprechen.

Das revolutionäre neue Konzept, vom Layout farblich unterstrichen, gliederte sich in die Bereiche Erde, Mond, Sonne, Planeten, Kometen, Milchstraße und Universum. Damit wollten wir auch symbolisch alle Amateurdisziplinen einbeziehen. Dazu eine eigene Einsteiger-Rubrik, Artikel zur Astronomiegeschichte und jede Menge Tests: Wir hofften, mit diesem Konzept überzeugen zu können.

Tatsächlich war die Resonanz enorm: Nie wieder hat interstellarum in so kurzer Zeit so viele neue Abonnenten gewonnen. Für die Beteiligten war es jedoch ein gewaltiger Kraftakt, der im Wesentlichen von nur zwei Personen gestemmt wurde – zu an Selbstausbeutung grenzenden Stundenlöhnen. Diese Willensanstrengung war nur möglich, weil wir nun eine langfristige Perspektive sahen.

Im nächsten Teil: Print reicht nicht – der interstellarum Newsletter erscheint.

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