Crowdfunding beendet
Mata Hari ist ein sich selbst erfindendes Phänomen, das den jähen Aufstieg als Sexsymbol mit dem langsamen Abstieg in die Bedeutungslosigkeit und den Widerstand gegen das eigene Verblassen mit dem Tod bezahlt hat. Das Kollektiv Barnay ist ein Zusammenschluss professioneller Bühnenkünstler*innen, die Theaterstücke entwickeln und inszenieren. Wir möchten das Leben der hingerichteten Spionin und Tänzerin Mata Hari in einem „Schauspiel mit Musik“ dramatisieren und brauchen dafür eure Unterstützung
1.815 €
Fundingsumme
39
Unterstütz­er:innen

Über das Projekt

Finanzierungszeitraum 18.12.20 10:53 Uhr - 27.02.21 23:59 Uhr
Realisierungszeitraum 31.01.2021- 30.04.2021
Startlevel 4.500 €

Das Team soll für den 3-mon. Zeitraum (Recherche, Entwicklung des Grundgerüstes, Schreiben des Textbuches, Komposition) eine Aufwandsent. von 500€/M erhalten.

Kategorie Theater
Stadt Berlin

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Worum geht es in dem Projekt?

Nadine Aßmann (Regisseurin, Autorin), Heike Falkenberg (Autorin, Schauspielerin) vom Kollektiv Barnay der Künstlerkolonie e.V. und der Komponist Seyyit El-Cherbiny entwickeln Theaterstücke, in deren Mittelpunkt selbstbestimmte, mutige und vielschichtige Frauenfiguren stehen.
Da aktuelle Projekte coronabedingt ausfallen, möchten sie die Zeit zur Entwicklung ihrer Stückidee über die hingerichtete, berühmte Spionin und Nackttänzerin Mata Hari nutzen.
Ihr Schicksal erzählt von Spionage, geliehenen Identitäten, kultureller Aneignung, Machtmissbrauch, Sensationsgier, die Reduzierung auf den makellosen Körper, die Katastrophe als Künstlerin zu altern und dem Kampf ums Überleben.

Was sind die Ziele und wer ist die Zielgruppe?

Stücke von und über Frauen sind in der Theaterwelt signifikant unterrepräsentiert. Wir möchten zu einer Veränderung dieser Situation beitragen. Die hochaktuelle Biographie der Tempeltänzerin Mata Hari bietet die historische Vorlage einer widersprüchlichen Persönlichkeit, die ihren Kampf um ein selbstbestimmtes, freizügiges Leben (vermutlich) unschuldig mit dem Tod bezahlt hat. Das Genre Schauspiel mit Musik soll ein breites Publikum mit diesem Thema unterhalten und berühren.

Warum sollte jemand dieses Projekt unterstützen?

Kultur ist herzrelevant!
Mit eurem Beitrag unterstützt ihr drei professionelle Künstler*innen, die der Corona-Krise trotzen wollen!

Mata Hari hat sich stets neu erfunden, mehrmals ihre Lebensgrundlage verloren, nie aufgegeben und einen lebenslangen, lustvollen Tanz auf dem Vulkan gewagt.
Ihr unterstützt unsere Auseinandersetzung mit einer exzessiven Künstlerin und unseren Plan mit diesem Projekt den Startschuss für weitere Stückentwicklungen zu geben, die von mutigen Lebensentwürfen erzählen.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Das Geld erhalten die zwei Autorinnen und der Komponist als Recherche-/ Schreib- / und Kompositionsstipendium.
Das Kollektiv könnte sich für die Arbeit an diesem umfangreichen Schauspiel mit Musik eine Gage auszahlen, um somit den zu erwartenden Zeitraum der Schließung der Theater zu überbrücken.

Wer steht hinter dem Projekt?

Unser Team besteht aus den Autor*innen Nadine Aßmann und Heike Falkenberg vom Künstler*innenkollektiv Barnay (www.kollektivbarnay.berlin) der Künstlerkolonie e.V. und dem Komponisten Seyyit El-Cherbiny. Alle drei sind freischaffende Künstler*innen, die seit vielen Jahren erfolgreich künstlerisch arbeiten.

Nadine Aßmann (Regisseurin, Schauspielerin, Autorin, Sängerin)
www.nadineassmann.com

Heike Falkenberg (Autorin, Schauspielerin)
www.heikefalkenberg.de

Seyyit El-Cherbiny (Musiker, Komponist.)
www.elcherbiny.de

Hintergrundinformationen:

Das Kollektiv Barnay
www.kollektivbarnay.berlin

Das „Kollektiv Barnay“ beruft sich auf den Theaterleiter Ludwig Barnay *1842. Barnay war ein bedeutender Charakterdarsteller. Als Mitbegründer der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger 1871, ist er der geistige Vater der Künstlerkolonie. Barnay leitete seit 1906 das Königliche Schauspielhaus in Berlin und wird Mata Hari auf der Bühne gesehen haben, die 1907 im Wintergarten an der Friedrichstraße in Berlin auftrat. Die Aufritte von Mata Hari waren eine Sensation und sowohl der Aufstieg als auch der Fall dieser exotischen Künstlerin wurden von der Öffentlichkeit begeistert verfolgt. Ludwig Barnay hat für Pensionsfonds, für Frauenschutz und Beschäftigungsansprüche, Standesgeist und Gemeinsinn gekämpft - Mata Hari war eine Einzelkämpferin, raffiniert in der Selbstinszenierung, dem persönlichen Erfolg nachjagend und mit der Wahrheit geschickt jonglierend. Ein aufregendes Spannungsfeld.

Die Künstlerkolonie Berlin
Die Künstlerkolonie Berlin Wilmersdorf wurde von 1927-1930 auf Initiative der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger und des Schutzverbandes deutscher Schriftsteller errichtet. Das denkmalgeschützte Wohnanlage birgt ein in Vergessenheit geratenes, historisch und künstlerisch bedeutendes Erbe. 1930 lebten rund 300 Künstler*innen in den als Gartenstadt konzipierten Wohnblocks. Ziel war es, bezahlbaren Wohnraum und Ateliers zur Verfügung zur stellen. Die einsetzenden Terror- und Repressionsmaßnahmen vereitelten die Vision gemeinschaftlichen Wohnens und künstlerischen Arbeitens. Nach der politischen Machtübernahme durch die NSDAP 1933 wurden Razzien durchgeführt und Bewohner*innen festgenommen. Viele Künstler*innen der Künstlerkolonie flohen noch 1933 aus Deutschland. Die Gedenktafeln und Stolpersteine der Kolonie erzählen von diesen Schicksalen. Viele berühmte Zeitgenossen haben hier gewohnt: Ernst Bloch, Eva und Ernst Busch, Heinz Hilpert, Lil Dagover, Douglas Sirk, Steffi Spira - um nur Einige zu nennen.

Der KunstRaum
Im September 2020 wurde in der Künstlerkolonie ein KunstRaum ins Leben gerufen, in dem Künstler*innen Lesungen und Veranstaltungen organisieren.
Das Künstler*innenkollektiv Barnay veranstaltet dort szenische Lesereihen.

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Stückentwicklung MATA HARI
www.startnext.com