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Projekte / Film / Video
16. Nippon Connection Filmfestival
Das Nippon Connection Filmfestival in Frankfurt am Main zeigt vom 24. bis 29.5.2016 Filme, Kunst und Kultur aus Japan – das Ganze in einer einzigartigen, familiären Festivalatmosphäre. Bei uns könnt ihr spannende Filme entdecken, mit Filmemachern ins Gespräch kommen, Workshops, Vorträge und Konzerte besuchen oder japanisches Essen geniessen. Werde Unterstützer und hilf uns, die 16. Ausgabe von Nippon Connection auf die Beine zu stellen!
15.673 €
15.000 € Fundingziel
203
Unterstützer*innen
Projekt erfolgreich
Gefördert von kulturMut 2015
Cofunding 9.300 €
02.05.16, 01:09 Jonathan Kreß
Nach monatelangem Sichtungsmarathon haben wir es geschafft! Das Programm des 16. Nippon Connection Filmfestivals (24.-29. Mai 2016) ist online! Auf unserer Webseite kann man bereits Tickets kaufen: http://www.nipponconnection.com Dank Eurer Unterstützung haben wir wieder viele tolle Filme im Programm. Ein kleiner Auszug: Creepy und Journey to the Shore von Kiyoshi KUROSAWA, J 2016 Flying Colors von Nobuhiro DOI The Inerasable von Yoshihiro NAKAMURA Nagasaki: Memories of my Son von Yoji YAMADA Ryuzo and the Seven Henchmen von Takeshi KITANO That’s It von Gakuryu ISHII The Whispering Star von Sion SONO The Mohican Comes Home von Shuichi OKITA The Case of Hana and Alice von Shunji IWAI Harmony von Michael ARIAS, & Takashi NAKAMURA Miss Hokusai von Keiichi HARA u.v.m. Es haben sich bereits zahlreiche Gäste aus Japan angekündigt. Wir erwarten so bekannte Filmschaffende wie: Kiyoshi KUROSAWA Isao YUKISADA Satoko YOKOHAMA Kiyohiko SHIBUKAWA Takashi MAKINO Michael Arias Die komplette Gästeliste findet ihr hier: http://www.nipponconnection.com/gaeste.html Die Retro "Ghosts & Demons – Scary Tales from Japan" widmet sich dieses Jahr Geisterfilmen aus den 1940er bis 1960er Jahren (35mm und 16mm!). Auch das Rahmenprogramm bietet viele Highlights: Rakugo, Manga-Zeichenkurs, Miso-Kochkurs, Kulinarisch Rundgänge, Naginata, Shibori, Karaoke, Dream-Pop mit Cuushe u.v.m. Für das leibliche Wohl wird natürlich auch wieder gesorgt. Neben Sushi, Okinomiyaki und Edamame gibt es im Mousonturm Café von Donnerstag bis Samstag leckere Ramen-Suppe vom Restaurant Muku! Wir freuen uns auf Euch!!
01.01.16, 16:34 Florian Höhr
Wir wünschen allen Crowdfundern ein frohes neues Jahr und möchten uns nochmals für die großartige Unterstützung bedanken! Die Vorbereitungen für Nippon Connection 2016 sind bereits im vollen Gange und wir freuen uns schon darauf im neuen Jahr wieder ein spannendes und abwechslungsreiches Programm präsentieren zu können.
02.11.15, 14:50 Florian Höhr
Nicht nur das Crowdfunding, sondern auch unsere Reise nach Japan neigt sich nun langsam ihrem Ende entgegen. Da für uns am letzten Tag des Tokyo International Film Festivals keine Screenings mehr anstanden, besuchten einige von uns das normale Kino in Tokio, um die Zeit bis zum Abschlussempfang sinnvoll zu nutzen. Vor dem Empfang wurden die Gewinner des Festivals bekanntgegeben. Für uns interessant ist hier insbesondere die Kategorie „Japanese Splash“, in der vielversprechende Vertreter des zeitgenössischen japanischen Films gezeigt werden. Gewonnen hat das Thriller-Drama „Ken and Kazu“ von Hiroshi Shoji (siehe Bild oben), welches sicher auch für unser Festivalprogramm interessant sein wird. Auf dem Empfang merkte man nicht nur uns, sondern auch allen anderen Gästen die Erschöpfung an und es kam uns sehr gelegen, dass dieser bereits um 20.30 Uhr endete und wir mit einem gemeinsamen Essen nochmal im privaten Kreis den Abschluss des Festivals feiern konnten. Es waren zwar anstrengende, aber lehr- und erlebnisreiche und insgesamt sehr schöne zwei Wochen, die wir in Tokio auf dem Festival verbringen konnten. Ein Teil des Teams hat bereits die Reise zurück nach Deutschland angetreten, ein anderer Teil wird noch für einige Tage hier bleiben. Für Erholung oder Sightseeing war bisher ja noch keine Zeit. Spätestens wenn alle zurück sind beginnt aber die harte Arbeit: Insgesamt konnten wir ca. 150 DVDs einsammeln und in den nächsten Wochen werden sicher noch einige Filme hinzukommen. Unser Filmteam muss jetzt also fleißig sichten um aus der großen Auswahl die besten Filme für unser Programm bei Nippon Connection 2016 zusammenzustellen.
31.10.15, 05:16 Florian Höhr
Wie bereits angekündigt, haben wir am Freitag Tokio und damit auch das Festival für einen Tag hinter uns gelassen, um in die ca. 50km von Tokio entfernte Stadt Kamakura zu begeben. Der Anlass war eine Einladung des Kawakita Memorial Film Institut, welches derzeit eine Reihe deutscher Filme präsentiert. Was das mit Nippon Connection zu tun hat? Für eine Sonderveranstaltung des Instituts wurde Marion eingeladen um in einem Podiumsgespräch zu erzählen, wie ein japanisches Filmfestival in Deutschland entstanden ist und wie sich dieses zu der weltweit größten Plattform für japanischen Film entwickelt hat. Doch vor der Veranstaltung nutzten wir die Zeit um in Kamakura ein wenig Sightseeing zu betreiben. Die Stadt ist ein beliebtes Touristenziel und insbesondere für ihre mehr als 13m hohe Buddha-Statue bekannt. Zudem befindet sich in der Stadt eine nahezu unüberschaubare Anzahl von Tempeln. Da wir rechtzeitig im Kawakita Institut sein mussten, hatten wir lediglich Zeit um uns besagte Buddha-Statue und die sehr sehenswerte Tempelanlage Hase-dera anzuschauen, sowie uns auf dem Weg zu Kawakita Institut durch eine lange von Souveniershops und Touristen gesäumte Shoppingmeile durchzuschlagen. Am Nachmittag fanden wir uns dann im Kawakita Film Institute ein, wo wir zuerst durch die kleine Ausstellung geführt wurden, in der unter anderen einige Originaldrehbücher von Yasujiro Ozu und zahlreiche Filmplakate zu sehen waren. Beim Podiumsgespräch rekapitulierte Marion die Geschichte unseres Festivals, erzählte von seinen Anfängen und Entwicklungen, den Besonderheiten aber auch den Schwierigkeiten die damit verbunden sind und beantwortete auch die Fragen der interessierten Zuhörer, welche größtenteils zum ersten Mal von Nippon Connection gehört hatten. Nachdem wir den Abend bei einem sehr angenehmen Abendessen mit den Mitarbeitern des Kawakita Memorial Film Institute ausklingen lassen haben, machten wir uns wieder auf den Weg nach Tokio, wo wir heute bei einem letzten Empfang den Abschluss des Festivals feiern werden, bevor wir Tokio wieder verlassen werden.
30.10.15, 00:53 Martin Bregenzer
Jedes Jahr gibt es Ende Oktober ein Event der japanischen Filmszene, das sich niemand entgehen lassen will: Die Nippon Connection Party in Tokyo! Na gut, es ist zugegebenermaßen nicht gerade so, als würden Sion Sono und Hirokazu Koreeda um unsere Einladungskarten betteln, aber auf der Gästeliste finden sich doch durchaus illustre Namen wie zum Beispiel Sakura Ando (Schauspielerin 100 YEN LOVE, 0,5 MM), Ryuichi Hiroki (Regisseur HER GRANDDAUTGHTER, KABUKICHO LOVE HOTEL), Mark Schilling (Filmjournalist für die JAPAN TIMES) oder Kiki Sugino (Schauspielerin/Produzentin/Regisseurin in Personalunion ODAYAKA, CHIGASAKI STORY). Eingefleischten Nippon Connection Besuchern wird jetzt schon aufgefallen sein, dass alle diese Leute schon einmal (oder mehrmals) bei Nippon Connection zu Besuch waren. Denn der Grundgedanke unserer Party ist, dass wir ca. ein halbes Jahr nach dem Festival noch einmal alle ehemaligen Besucher unseres Festivals zusammenbringen und einen schönen Abend miteinander verbringen. Wie gut, dass praktisch alle japanischen Filmschaffenden in Tokyo leben :) Aber bevor der Eindruck entsteht, wir würden hier unsere Fördergelder verprassen und uns volllaufen lassen: Jeder Besucher muss 2500 Yen Eintritt bezahlen, damit wir davon die Raummiete bezahlen können. Mit Hilfe unserer Partner von der Japan Visualmedia Translation Academy (JVTA) haben wir in diesem Jahr eine Bar namens The Pink Cow (wie passend) in Roppongi gefunden, die nur wenige Minuten zu Fuß vom Festivalzentrum Roppongi Hills entfernt liegt. Beim aktuellen Umrechnungskurs betrug der Eintritt rund 19 Euro – für deutsche Verhältnisse recht happig, in Japan, so versichert man uns jedes Jahr, das reinste Schnäppchen. Aber der Eintritt lohnt sich: neben ein bisschen Smalltalk wurde natürlich auch wieder viel darüber gesprochen, wer wann einen neuen Film herausbringt oder in einem mitspielt oder einen produziert oder einen gesehen hat der interessant ist oder davon gehört hat, dass einer einen gesehen hat, der interessant ist usw. usf. Ich habe mich zum Beispiel noch einmal länger mit Yuri Kubota von der Japan Foundation über die Pläne für unsere nächsten Retrospektive unterhalten – es ist noch zu früh um zu sagen, was es werden wird, aber es gibt so einige interessante Ideen, die gerade geprüft werden. Also ihr seht, selbst auf unser eigenen Party sind wir schwer am arbeiten :D Wer genau wissen will, um wen es sich bei den Personen auf den Bildern alles handelt, dem sei unsere Facebook-Seite www.facebook.com/nipponconnection ans Herz gelegt. Dort sind alle abgebildeten Personen verlinkt. Vielleicht erkennt ihr ja ein paar Freunde vom letzten Nippon Connection Festival wieder ;)
29.10.15, 18:10 Florian Höhr
Nach zahlreichen Kinobesuchen in den letzten Tagen bot sich heute für die meisten von uns eine willkommene Abwechslung: Während Marion und Martin heute Termine bei NHK und Unijapan hatten, führte mich mein Weg nach Yokohama um die Tokyo University of the Arts zu besuchen. Seit einigen Jahren kooperieren wir mit der TUOA indem wir ausgewählte Abschlussfilme in unserem Festivalprogramm präsentieren. Auch der diesjährige Animationsworkshop mit Yuichi Ito ist ein Resultat unserer Zusammenarbeit. Nach meiner Ankunft wurde ich vom Assistenzprofessor Hiromitsu Murakami über den Campus geführt. Das Hauptgebäude – eine ehemalige Bank, in der die immer noch vorhandenen Tresore nun als Abstellkammern fungieren – beherbergt den Fachbereich für Film, in dem der bekannte Kiyoshi Kurosawa unterrichtet. Die Eingangshalle diente Kurosawa auch als Drehort für seinen Film „Tokyo Sonata“. Einen ausführlicheren Einblick bekam ich in den Fachbereich für Animation. Hier werden zwei Klassen mit insgesamt etwa 30 Studenten unterrichtet. Professoren sind unter anderen Yuichi Ito und der Oscar-nominierte Koji Yamamura, die beide schon unser Festival besucht haben. Die Studenten arbeiten im Fachbereich in jeweils nicht einmal 2qm großen Bürozellen (siehe unten) an ihren aktuellen Filmprojekten und auch Yuichi Ito hat sein eigenes Animationsstudio auf dem Campus. Ein Einblick Yuichi Itos Studio stellte auch, nach einem gemeinsamen Mittagessen und einem Gespräch über unsere weitere Zusammenarbeit, den Abschluss meines Besuchs dar. Ito zeigte mir dort seine zahlreichen Puppen und Knetfiguren, die für seine Stop-Motion-Filme zum Einsatz kommen. Für touristische Unternehmungen in Yokohama war jedoch keine Zeit, weshalb ich mich am Nachmittag wieder zurück nach Tokio begeben habe, da dort die nächsten Screenings anstanden. Jeweils in letzter Minute konnte ich mir noch Tickets für den neuen Film von Yoji Yamada, sowie für den Anime „Garakowa – Restore the World“ sichern. Yamada wohl ist einer der produktivsten japanischen Regisseure und dreht selbst im Alter von mittlerweile 84 Jahren fast jedes Jahr einen Film. Bei der heutigen Vorstellung – laut Yamada die erste öffentliche Vorführung - konnte er deshalb auch nicht anwesend sein, da er bereits mit der Fertigstellung seines nächsten Films beschäftigt ist. Das Screening von „Garakowa“ hingegen hatte die Besonderheit, dass ich der einzige nicht-Japaner im Publikum war, weshalb die Dolmetscherin sich, anstatt für alle zu übersetze, neben mich setze und mir die Ausführungen der Synchronsprecher und des Regisseurs simultan übersetzte. Morgen fahren Marion, Martin und ich nach Kamakura. Was genau wir dort tun werden, könnt Ihr Morgen hier nachlesen.
27.10.15, 18:49 Florian Höhr
Dieses Jahr haben wir beim Festival erstmals den "Nippon Honor Award" verliehen. Leider ist unser Preisträger Tadanobu Asano einen Tag vor seiner geplanten Reise nach Deutschland krank geworden, weshalb er den Award nicht persönlich entgegen nehmen konnte. In der Hoffnung ihm seinen Preis doch noch persönlich überreichen zu können, hatten wir den Award mit nach Japan genommen und gestern ereilte uns dann tatsächlich die Zusage für ein Treffen mit Asano. Derzeit ist er auf Promotiontour für seinen neuen Film "Grasshopper" und hat sich in einem Hotel in Tokio einem Interviewmarathon gestellt. Dort trafen wir ihn dann auch - diesmal glücklicherweise bei bester Gesundheit. Asano, der von einer ganzen Entourage, darunter auch sein Vater, begleitet wurde, freute sich sehr über seine Auszeichnung und wir haben ihm bei der Gelegenheit auch gleich unsere Postkarte mit dem Termin für das nächste Festival gegeben - nachdem er seinen Besuch dieses Jahr kurzfristig absagen musste, schafft er es ja vielleicht nächstes Jahr? Aber auch sonst waren wir heute größtenteils außerhalb von Kinos unterwegs: Nachdem ich Mittags immerhin die ersten 60 Minuten des wirklich hervorragenden Animes "The Boy and the Beast" gesehen hatte, musste ich das Kino frühzeitig verlassen um mich auf den Weg zur Japanese Visualmedia Translation Academy (JVTA) zu machen. Mit JVTA arbeiten wir schon seit einigen Jahren zusammen und sie stiften unter anderen den "Nippon Visions Jury Award". Dort haben wir über unsere zukünftige Zusammenarbeit im Rahmen von Nippon Connection gesprochen, uns über Ideen ausgetauscht und uns die neuen Räumlichkeiten angesehen. Schließlich ging es noch zum Abendessen mit Takashi Nishimura. Nishimura-san war jahrelang Leiter des PIA-Filmfestivals und ist heute Managing Director bei Unijapan. Es ist immer von Vorteil in Begleitung von Ortskundigen zu sein. Und so hat Nishimura-san uns in ein sehr authentisches kleines Restaurant fernab von jeglichen Touristen geführt, wo wir die Erfahrung gemacht haben, dass Kugelfisch-Hoden nur so lange gut schmeckt, bis man darüber aufgeklärt wird, was man gerade eigentlich isst. Da man über unsere kulinarischen Erfahrungen aber einen eigenen Blog führen könnte, geht es Morgen stattdessen wieder mit unseren Eindrücken vom Filmfestival weiter. Wir sind ja schließlich nicht zum Essen hier.
26.10.15, 12:23 Nicolo Dresp
Hallo ihr Lieben :) Über die letzten Tage sind wir nicht dazu gekommen regelmäßig unseren Blog zu füttern – domo sumimasen! Deshalb holen wir hier jetzt die letzten zwei Tage nach. Beginnen wollen wir mit dem vergangenen Samstag und der lässt sich am besten so zusammenfassen: Puh, ist das spannend und anstrengend zugleich! :D Ich bin übrigens Nicolo und löse Flo jetzt mal ab, damit er ein bisschen mehr Schlaf bekommt. ;-) Also Samstag war wieder voll mit Filmen, Filmemachergesprächen und natürlich dem ein oder anderen Meeting. Der Tag fing schon gut an mit "When Spring Comes" - ein Film über den Wechsel zum Frühjahr. Denn Frühjahr, vor allem März und April, bedeutet in Japan Veränderung. Anders als bei uns, beginnt das Schul-, Uni-, und Arbeitsjahr in Japan zum 01. April. Das bedeutet vor allem für viele junge Leute eine neue Schule, Prüfungen, den Wechsel von Oberstufe zur Uni oder der Beginn des ersten Jobs. In dem Film "When Spring Comes" ging es darum, wie ein alleinerziehender Vater mit seiner Tochter von Hiroshima nach Tokyo fährt, um für sie eine Wohnung zu suchen. Viele Erinnerungen an die vergangenen Jahre kommen auf und die beiden genießen ihre vorerst letzten gemeinsamen Stunden zusammen. Als nächstes ging es nach Shinjuku ins Kino zu "Galaxy Turnpike". Eine verrückte Komödie über den Besitzer eines Burgerrestaurants am Galaxy Expressway in der Milchstraße und die Gäste die dort einkehren, samt ihrer persönlichen Geschichten. Sehr interessant und mal was anderes. Zum Filmabschluss an diesem Tag habe ich mich in die Fortsetzung von "Library Wars" mit dem Titel "Library Wars - The Last Mission" gesetzt. Ein Actionfilm mit einer Priese Romanze, in der die Library Defense Force mit ihrer Spezialeinheit für die Freiheit des Wortes und gegen den Staat und seine Zensur kämpft. Hochqualitativ produziert und mit einer wichtigen Botschaft die leider wieder sehr aktuell ist. Das Ganze ließen wir dann im TIFF-Café mit einer Party ausklingen ("Tokyo Cinema Night"). Wobei Party eigentlich das falsche Wort ist. Vielmehr handelte es sich um eine 2-stündige Networking-Veranstaltung, die extra darauf ausgelegt ist, dass junge Filmemacher und Filmemacherinnen mit Leuten zum Beispiel von Festivals ins Gespräch kommen können. Es gab viele interessante Gespräche mit Regisseuren, Schauspielern und noch vielen anderen. Schauen wir mal, was für Schätze sich da für nächstes Jahr finden lassen. ;) Am Sonntag waren wir wieder unterwegs mit einigen Filmemachern, und den ein oder anderen Film gab es natürlich auch zu sehen. Dass Sonntag ist, merkt man überhaupt nicht in Japan, und schon gar nicht beim TIFF. Nur das wirklich sehr viele Familien mit Kindern unterwegs waren, war doch auffällig – und recht schnell findet man auch den Grund dafür: In Tokyo wird nämlich schon fleißig Halloween gefeiert! Uns wurde versichert, dass es sich dabei um eine recht neue Tradition in Japan handelt, die auch von den älteren Japanern recht kritisch beäugt wird (wie in Deutschland ja auch). Aber die Kinder scheinen ihren Spaß zu haben :) Heute gab es auch eine Begegnung mit dem Nippon Connection Traum-Paar Irene und Tetsuaki Matsue. Sie hatten sich 2010 bei Nippon Connection kennengelernt (Tetsuaki war mit einem Film zu Gast, Irene hat als Übersetzerin gearbeitet) und nach der Hochzeit ist jetzt tatsächlich das erste Kind da (siehe Bild unten - man beachte den Dinosaurier-Strampler mit den passenden Füßen)! Omedeto! Am Abend waren haben wir noch Yuka Kimbara und ihren Sohn getroffen. Frau Kimbara ist in Japan eine angesehene Journalistin und war in diesem Jahr das erste Mal auf unserem Festival. In Japan hat sie dann mehrere Artikel über Nippon Connection veröffentlicht, u.a. in Kinema Junpo, einem der ältesten Filmmagazine Japans, und im Brutus Magazin. Aber warum war ihr Sohn dabei? Mit Sicherheit nicht, weil er sich für unser langweiliges Geschäftsessen interessiert hat. Wir hatten mitbekommen, dass er großer Fußballfan ist. Besonders von der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, daher hatten wir ihm ein Geschenk mitgebracht – hier der Bildbeweis:
23.10.15, 19:48 Florian Höhr
...und natürlich eine weitere Party. Dieser Satz fasst unsere heutigen Erlebnisse bereits ganz gut zusammen. Mit Beginn des Tokyo International Film Festivals ist die Filmauswahl nochmal größer als sie es bisher schon war. Zu den vielen japanischen Filmen kommen nun noch zahlreiche Filme aus anderen Ländern hinzu, die wir uns allerdings natürlich nicht anschauen können – wir kommen mit den japanischen ja schon kaum hinterher! Deshalb haben wir uns heute wieder aufgeteilt um möglichst viele Screenings abdecken zu können. Ich selbst habe den Tag zum größtenteils in Roppongi verbracht. Im Hochhauskomplex "Roppongi Hills" sind die Festivalkinos. Im 49.(!) Stock befindet sich ein Videosichtungsraum, wo man verpasste Screenings auf DVD anschaun kann. Allerdings ist der Andrang dort so groß, dass man nach spätestens zwei Stunden seinen Platz wieder räumen muss. Ich selbst war jedoch nicht in der Bibliothek, sondern habe mir 2,3 Filme im dortigen Kino angeschaut. Die 0,3 deshalb, weil sich der Schlafmangel heute während der 10 Uhr-Vorstellung endgültig bemerkbar gemacht hat und ich so nur den Anfang und den Schluss des Films zur Kenntnis nehmen konnte (das ist übrigens keineswegs wertend gegenüber dem Film gemeint. Ich bin mir sicher er war trotzdem sehr interessant!). Glücklicherweise fiel es mir bei den späteren Vorstellungen etwas leichter durchzuhalten, so dass ich inzwischen zumindest schon drei Filme gesehen habe, die ich mir auf jeden Fall auch für Nippon Connection 2016 wünschen würde. Und wir haben ja noch gar nicht in die mittlerweile fast 100 DVDs reingeschaut, die wir in den letzten Tagen erhalten haben. Am Abend dann wieder die fast schon scheinbar unvermeidliche Party, bei der wir den Regisseur Juichiro Yamasaki trafen, der 2012 mit seinem Film "The Sound of Light" den Nippon Visions Award gewann. An dieser Stelle sei nebenbei angemerkt, dass es sich bei den bisher erwähnten Partys keineswegs um rauschende Feste handelt, bei denen wir Fördergelder verprassen. Es handelt sich eher um Empfänge um Networking zu betreiben, und bezahlt haben wir bisher gar nichts. Schamlos ausnutzen konnte wir das kostenlose Angebot an Essen und Getränken jedoch nicht, denn bereits pünktlich um 20.30 Uhr wurde der "Asian Network"-Empfang schon wieder beendet, so dass wir uns noch zu einem Abendessen mit der Produzentin Yukie Kito trafen, zu dem sich auch der Regisseur Kohki Hasei gesellte, der mit seinem Langfilmdebüt "Blanka" dieses Jahr beim Filmfestival in Venedig vertreten war. Bei solch prominenten Besuchern macht man in Tokio auch mal eine Ausnahme, weshalb das Restaurant heute extra für uns geöffnet hatte.
22.10.15, 19:53 Florian Höhr
Während die TIFFCOM sich dem Ende zuneigte (der Besucherandrang war schon merklich geringer als an den letzten Tagen, einige Stände wirkten verwaist), wurde das Festival heute offiziell eröffnet. Dennoch standen noch eine Menge Meetings an, unter anderem bei Color Bird (siehe Foto), die z.B. "Our Family" im Programm haben, der bei Nippon Connection 2015 gelaufenen ist. Auf der TIFFCOM stand nur noch ein einziges Markt-Screening auf dem Programm stand; Megumi, Nicolo und ich haben uns stattdessen abseits des Festivals in ein Kino in Shinjuku begeben um uns dort den Anime "The Anthem of the Heart" (welcher glücklicherweise englische Untertitel hatte) anzusehen. Da das Festival erst Abends eröffnet wurde, hat sich an unserem Tagesablauf vorerst nichts großartig geändert, und der Tag endete mal wieder mit einer Party. Diesmal aber mit einer besonderen, denn es handelte sich um den Eröffnungsempfang des Festivals, wo wir neben zwei meiner japanischen Lieblingsschauspieler, Kee und Sakura Ando, auch die Regisseure Makoto Shinozaki, Isao Yukisada und Momoko Ando (die dieses Jahr bei uns mit ihrem Debüt 0.5mm vertreten war) getroffen haben. Wie üblich wurde die Party frühzeitig beendet und selbst die After-Party endete gefühlte 5 Minuten, nachdem wir sie betreten hatten. Das ist zwar schade um die kostenlosen Getränke und das ziemlich gute Sushi, mit Blick auf den morgigen Terminplan sollte man den Veranstaltern allerdings dankbar sein. Mehr dazu morgen!
21.10.15, 17:42 Florian Höhr
...und die Nächte kürzer. Deshalb, und damit hier nicht noch mehr abgedroschene Phrasen fallen, nur ein kurzes Update vom zweiten von drei TIFFCOM-Tagen, welcher sich nicht großartig vom ersten unterschieden hat. Erneut wurden Screener eingesammelt, Filme geschaut und Kontakte geknüpft. Darunter auch die ein oder andere Begegnung der skurrileren Art (siehe oben) – bedauerlicherweise war das Maskottchen so schnell weg wie es aufgetaucht war, weshalb wir nun leider auch nicht wissen, ob und für wen wir damit Werbung machen! Unter den heutigen Filmen waren mit den neuesten Werken der renommierten Regisseure Isao Yukisada ("Pink and Gray") und Ryosuke Hashiguchi ("Three Stories of Love") gleich zwei Hochkaräter dabei. Neben der großen Filmauswahl mussten wir uns am Abend auch für eine der zahlreichen Partys entscheiden. Die Wahl fiel schließlich auf die "Indonesian Cinema Night", welche ich jedoch nach 20 Minuten bereits zugunsten des nächsten Screenings wieder verlassen musste und auch danach nicht nochmal aufsuchen konnte. Denn Partys gibt es hier zwar en masse, allerdings dauern diese in der Regel nur 2-3 Stunden – möglicherweise um die Kosten nicht explodieren zu lassen, oder aber auch, damit morgen alle für den letzten Messetag wieder fit sind. Um diesem Vorbild zu folgen verabschiede ich mich vorerst und freue mich auf den morgigen offiziellen Beginn des Festivals.
20.10.15, 18:02 Florian Höhr
Bevor das eigentliche Festival am Donnerstag startet, wurde heute auf der künstlichen Insel Odaiba (die im Wesentlichen teure Hotels und Einkaufszentren beherbergt) die TIFFCOM, bzw. neuerdings "Japanese Content Showcase" eröffnet. Hierbei handelt es sich um einen Filmmarkt, auf dem zahlreiche Firmen versuchen, ihre neuesten Produktionen unter die Leute zu bringen. Neben Wiedersehen mit alten Bekannten werden hier auch neue Kontakte geknüpft und schon heute konnten wir den Markt mit einigen DVDs von neuen Filmen im Gepäck verlassen. Glücklicherweise sind darunter auch einige der beim Festival laufenden Filme, denn die Menge an japanischen Filmen ist dieses Jahr besonders groß – zu groß, um alle davon im Kino zu sehen. Trotzdem haben wir heute bereits einige Filme gesehen, da es während des Markts auch Vorführungen für Fachbesucher gibt. Die Ausbeute war jedoch, so viel sei schon mal verraten, eher ernüchternd. Den Anfang machte der taiwanesische Film "Zinnia Flower". Das mag auf den ersten Blick wenig Sinn machen, allerdings spielt der Film zu Teilen auf Okinawa. Da der Okinawa-Teil des klischeebeladenen Betroffenheitsdramas jedoch nur etwa 20 von insgesamt 90 Minuten dauert, hat der Besuch leider auch auf den zweiten Blick wenig Sinn gemacht. Weiter ging es mit Shion Sonos gestern bereits angekündigten "Virgin Psychics", den wir nach den ersten 20 Minuten wieder verlassen haben, da er außer relativ einfallslosen Albernheiten wenig zu bieten hatte. Man munkelt bereits, dass er sich nicht im Programm von Nippon Connection 2016 finden wird. Da Sono dieses Jahr bisher 5 (!) weitere Filme gedreht hat, stehen die Chancen zumindest nicht schlecht, dass es ein anderer Film von ihm ins Programm schafft. Und schließlich konnten wir bereits den Abschlussfilm des Festivals, "Terminal", sehen. Zu diesem sei vielleicht nur erwähnt, dass die Vorführung sich sehr gut eignete um das bisherige Schlafdefizit ein wenig auszugleichen. Es ist bei den Filmen bisher also noch Luft nach oben. Der Abend klang mit einem Eröffnungsempfang der TIFFCOM aus, von dem aus man einen wunderbaren Blick auf die Skyline Tokios hatte. Hierzu auch das heutige Foto von Festivalleiterin Marion Klomfaß mit Vertreterinnen der Firma Open Sesame.
19.10.15, 16:57 Florian Höhr
Einen Tag vor Beginn der TIFFCOM hat sich heute Abend das Tokio-Team (v.l.n.r.: Atsuko, Martin, Marion, Florian, Megumi und Nicolo) erstmals in voller Besetzung zusammengefunden um den ersten Festivaltag zu planen: Wer geht mit wem zu welchem Treffen; wer besucht welches Screening? Nachdem schließlich noch in einer knallharten Diskussion ausgefochten wurde, wer Morgen Shion Sonos "The Virgin Psychics" schauen darf hat sich die Runde auch schon aufgelöst – es müssen schließlich noch Treffen mit Firmenvertretern vorbereitet, Mails geschrieben, Jetlags überwunden und natürlich auch Blogbeiträge gepostet werden. Übrigens waren Marion, Martin und ich schon bei unserer Anreise nicht untätig: Dank des Bordprogramms unserer Airline konnten wir schon einige aktuelle japanische Produktionen sichten, darunter auch Takeshi Kitnos neuen Film "Ryuzo and the Seven Henchmen". In diesem kehrt Kitano nach den "Outrage"-Filmen wieder zu seinen komödiantischen Wurzeln zurück und erzählt die Geschichte von einer Gruppe alternder Yakuza, die es nochmal wissen wollen. Mit Kitanos Großtaten der 90er kann der Film leider nicht mehr mithalten, weshalb er auch nicht alle überzeugt hat. Die gut aufgelegte Besetzung und einige treffsichere Gags tragen aber dennoch zum Gelingen bei und vielleicht ist der Film ja bei Nippon Connection 2016 zu sehen?
17.10.15, 17:38 Florian Höhr
Morgen Abend wird ein kleiner Teil des Festivalteams nach Tokio aufbrechen um das Tokyo International Film Festival zu besuchen. Dort und auf dem vorher stattfindenden Filmmarkt, der TIFFCOM, werden wir wieder Filmemacher und Firmenvertreter treffen und vor allem viele neue Filme schauen um bei Nippon Connection 2016 ein vielseitiges Programm bieten zu können. Auch dieses Jahr werden wir wieder live aus Tokio berichten und in diesem Blog unsere Eindrücke vom Festival posten.