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Projekte / Umwelt
Die “Panther Ray”- das Berliner Recycling-Floß für alle
Die “Panther Ray” ist ein Berliner Floß für euch und uns. Es steht für Spaß auf dem Wasser, gemeinsame Aktionen, Umweltbewusstsein und Transparenz (Open-Source).
10.970 €
10.000 € 2. Fundingziel
245
Unterstützer*innen
Projekt erfolgreich
02.10.15, 13:49 Anja Adler
Als wir uns im Februar entschlossen haben, die Panther Ray zu bauen, haben wir uns zum Ziel gesetzt eine offene Floßgemeinschaft zu starten. Wir haben uns für eine Crowdfunding-Kampagne entschieden, weil so auch schon durch kleine Beiträge möglichst viele Menschen Teil unseres Projekts werden konnten. Wir haben mit euch gemeinsam über den Sommer verschiedene Aktionen realisiert, die auf eure Initiative hin entstanden sind. Und darüber hinaus haben wir uns mit dem an das Open Source-Logo angelehnte Panther Ray-Sinnbild auch die Themen Transparenz und Dokumentation auf die Fahnen geschrieben. Statt Do-It-Yourself wollen wir Do-It-Together fördern und euch dazu ermutigen eure Ideen umzusetzen und dabei auf Recycling-Materialien und Umweltbewusstsein zu achten. Unsere Ausgaben, unsere Schwierigkeiten und Erfolge haben wir bereits mit euch geteilt. Heute können wir euch nun endlich die erste Version unserer Baudokumentation zeigen. In Sachen Open Source-Dokumentation haben wir uns für drei Schritte entschieden, von denen zwei nun umgesetzt sind: Online-Kommunikation von Beginn an: Egal ob auf unser Facebook-Seite, hier bei Startnext oder auf unserer für den Winter geplanten Webseite – wir berichten über alles, was passiert, ansteht und schief läuft. Und freuen uns über eure Rückmeldung und eure Unterstützung beim Bauen, Organisieren, Verbessern und Weiterträumen. Einfache Baudokumentation für den Überblick : Aus welchen wesentlichen Teilen besteht die Panther Ray? Was haben diese gekostet? Wie zufrieden sind wir mit dieser Baulösung? In der gerade veröffentlichten, übersichtlichen PDF-Datei haben wir für euch die zentralen Entscheidungen und Bauteile aufgelistet. Bei Interesse könnt ihr mit Jonnys 3D-Modell auch nochmal tiefer einsteigen: https://grabcad.com/library/pantherray-upcycled-open-source-raft-1 Detailliertes Handbuch zum Nachbauen : Für alle von euch, die jetzt auch gern ein Floß bauen wollen, arbeiten wir bis Ende des Jahres noch an einem ausführlichen Handbuch, in dem wir euch jeden einzelnen Arbeitsschritt inklusive Fotoanleitung erklären und auflisten, welches Material wir verwendet haben und wo wir es besorgt haben. Dabei ist uns klar, dass ihr wahrscheinlich nicht originalgetreu die Panther Ray nachbauen wollt. Anstatt dessen wollen wir euch damit inspirieren und davor bewahren, den einen oder anderen Fehler zu machen. So eine Dokumentation ist ziemlich viel Arbeit, die wir ohne Jan Regelmann , den tollsten Floßpraktikanten überhaupt, nicht geschafft hätten. Er hat fotografiert, nachgebohrt und immer wieder dafür gesorgt, dass alles schön gestaltet ist. Danke dafür an ihn und an die Crew von Open State Berlin, die uns Jans Unterstützung ermöglicht hat. Das gesammelte Floß-Wissen in der Dokumentation verdanken wir außerdem auch den Floßgemeinschaften Wackelberry, Anarche und Ziggy, die uns in Sachen Floßkonstruktion beraten haben, Bootsbauer Lorenz mit seinen Konstruktions- und Rechts-Hinweisen sowie allen unseren wahnsinnig tollen BauhelferInnen. Die Anleitung findet ihr zum Runterladen hier: https://www.pinterest.com/pin/143341200617506022/ Für mehr Hintergrundinfos schaut euch gern die folgenden älteren Blogbeiträge nochmal an: Was Open Source für uns bedeutet: https://www.startnext.com/pantherrayfloss/blog/beitrag/?b=47600 Wie unser Zeitbudget und unsere Finanzen aussahen: https://www.startnext.com/pantherrayfloss/blog/beitrag/?b=50600 Was beim Bau geplant war: https://www.startnext.com/pantherrayfloss/blog/beitrag/?b=47918
18.07.15, 12:15 Anja Adler
von Sebastian Blinn und Julia Propp Was haben sie gemein? Sie sind neuartige Projekte, die länger dauern und mehr kosten, als gedacht. Die einen viel mehr (BER, Elbphilharmonie), die anderen weniger mehr (Panther Ray). Zeitbudget: Aus dem Bauwochenende wurde der Baumonat Was am Anfang noch ganz optimistisch als "Bauwochenende" geplant war, wurde später sicherheitshalber in “Bauwoche” umbenannt (O-Ton: "Aber eine ganze Woche brauchen wir bestimmt nicht") und ist im Endeffekt in einem Baumonat geendet. Trotz der besten HelferInnen der Welt, dauert dann doch alles länger als man denkt. Wir haben wirklich ganz schön geackert und es stecken schätzungsweise 240 Personentage allein im Bau des Panthers (Überschlag: 20 Bautage je durchschnittlich 12 Personen) – ohne Planungsphase! Finanzen: Was kostet die Welt bzw. die Panther Ray? Natürlich gab es eine EXCELtabelle, in der wir die Kosten abgeschätzt hatten. Sie sah schick aus und hat jeden einzelnen Punkt unterschätzt. Nach erstem Überschlag kamen wir auf einen Betrag von etwa 10.000 Euro - das war dann auch das Ziel der Kampagne, welches am letzten Tag erreicht und sogar etwas übertroffen wurde. Natürlich haben wir versucht die Kosten gering zu halten, aber irgendwann gab es kein Zurück mehr. Wenn man ein Paket Schrauben braucht (oder auch 10), dann fährt man zu den sau-teuren Baumärkten und legt das Geld auf den Tisch, bevor man den Prozess zu sehr bremst. Und wenn man HelferInnen hat, die den ganzen Tag gemeinsam Höchstleistungen erbringen, dann spart man auch nicht am Feierabendbier. Im Endeffekt kamen wir bei ca. 15.000 Euro raus und haben jedeR 700 Euro privat zugeschossen... über eine Spende an die Bordkasse freuen wir uns deshalb jederzeit und investieren auch weiterhin in unsere Entwicklung auf dem Wasser. Die Panther Ray wird nie ein kommerzielles Projekt werden oder in irgendeiner Form Gewinne abwerfen – aber vielleicht schaffen wir es irgendwann auf die schwarze Null. Und hier unsere grobe Kostenaufschlüsselung (gesamt ca 15.000): • Schwimmkörper (Holz, Epoxidharz, Glasfasermatten, Werkzeugverleih etc.): 4421,38 Euro • Aufbau (Winkel, Schrauben, Leinöl etc.): 1632,25 Euro • Antrieb (Motor, Motorsicherung und Steuerung): 3979,53 Euro • Elektronik (Solar-Batterie, Laderegler, Verkabelung, Beleuchtung): 650,23 Euro • Deko und Zubehör (Fender, Anker, Seile, Aschenbecher etc.): 282 Euro • Essen und Bier während der Bauphase (geschätzt 2/3 davon für Bier und 1/3 für Essen): 1349,60 Euro • Transport (Automiete und Benzin): 621,92 Euro • Laufende Kosten im 1. Jahr (Liegeplatzmiete, Motorwartung, Versicherung, POSTEO-Emailacount, Toilettenentsorgung): 1060 Euro • Platzmiete für Bauplatz: 1000 Euro • Registrierung: 100 Euro Bezüglich Kostenaufteilung haben wir noch einen heißen Tipp für alle, die gemeinsam Projekte chaotischerweise privat finanzieren: Das Onlinetool Splytn (http://splytn.com/)! Es ermöglicht alle angefallenen Kosten zu dokumentieren und auf die Beteiligten aufzuteilen. Was wir noch sagen wollten - wir bereuen nichts Unser Ausgaben waren höher als gedacht und höher als die Einnahmen, aber das Gefühl auf der Panther Ray zu schippern ist dennoch unbezahlbar und übertrifft den Faktor 0,5 bei weitem. Hätten wir das Projekt gemacht, wenn wir gewusst hätten, wie viel Arbeit und Kosten auf uns zukommen? --- Vielleicht nicht! Bereuen wir es, dass wir es getan haben? --- Nein, sicher nicht! Das war es wert!
30.06.15, 13:58 Anja Adler
von Anja Adler Die letzten Wochen waren trubelig, anstregend, aufregend und unglaublich schön. Mit unseren fantastischen HelferInnen haben wir die letzten Bretter verplankt und arbeiten immer noch am Feinschliff. Wir haben aber auch mit Stolz und Tränen in den Augen erleben dürfen wie die Panther Ray in den Himmel und dann in die Spree gekrant wurde und schwimmen lernte. Dank eines vom Berliner Wasser- und Schiffahrtsamt genehmigten Sondertransports wartet sie jetzt in ihrem zukünftigen Heimathafen, wo sie sich unruhig nach ihren ersten Fahrten sehnt. So wie wir...Denn leider haben wir unsere Zulassung noch nicht bekommen. Unerwarteterweise gestaltet sich die Situation etwas schwieriger als gedacht und ist politisch zudem geladen. Wenn wir ganz viel Glück haben, geht es diese Woche schnell, aber aus unserer Erfahrung - wir haben den Antrag vor gut zwei Wochen eingereicht - sollten wir nicht darauf zählen. Für die bereits geplanten Fahrten haben wir diejenigen bereits informiert, die es betrifft. Unsere Dankeschöns "Vinyasa Floß", "Sekt auf Floß", "Techno und Torte" finden diese Woche trotzdem statt. Wir können zwar nicht fahren, aber das Wetter wird grandios und wir wollen es uns nicht nehmen lassen bei Strahle-Sonnenschein in die Spree zu hüpfen. Die Panther Ray liegt in einem wunderbaren Hafen und auch unseren Liegeplatz wollen wir feiern. Dazu bekommt ihr alle auch noch eine Email zu den jeweiligen Terminen. Ich wünschte, wir hätten bessere Nachrichten. Wir alle wollen aufs Wasser! Aber wir wollen uns davon auch nicht die Floß-Stimmung verderben lassen. Also, schickt uns gute Energie und drückt ganz fest die Daumen! Wir halten euch auf dem Laufenden.
02.06.15, 13:31 Anja Adler
von Nadja Berseck Mit euch haben wir unser Fundingziel nicht nur erreicht, sondern sogar übertroffen! Dieses Vertrauen von insgesamt 245 UnterstützerInnen motiviert uns darin, in den nächsten Wochen die Panther Ray fertigzustellen. Wir sind total beeindruckt, aus dem Häuschen und können unser Glück noch immer kaum fassen. Wir sind außerdem total platt von der vielen Unterstützung, die wir in in Form von jeder Menge Emails, Facebook-Nachrichten und Anrufen erhalten. Ihr habt uns gelobt, hilfreiche Tipps gegeben und seid mit allerlei Projektideen auf uns zu gekommen. Mehr als 40 SchafferInnen haben uns während der Bauwoche mit ihren helfenden Händen unterstützt. Es ist ganz klar: Ohne diese wären wir nicht dort, wo wir jetzt sind. Tausend Dank für diesen Energieschub! Den brauchen wir auch, denn jetzt geht die Arbeit erst richtig los! So geht es jetzt weiter: Mit vereinten Kräften an Schwimmkörpern und Aufbau (5.-21.Juni 2015): Seit Anfang letzter Woche sind wir fleißig am Werkeln und die Panther Ray nimmt Form an: Die beiden Schwimmkörper wurden bis nachts um 1h einlaminiert und geschliffen, das Müllauffanggitter geschweißt und die Hölzer für den Aufbau geschnitten. Vielen Dank an alle, die mit uns geschwitzt, geklebt und gelacht haben. Jetzt erholen wir uns ein wenig, bevor wir am Freitag mit frischem Wind weiter bauen. Wir freuen uns auch am nächsten Wochenende über tatkräftige HelferInnen (bitte Mail an : [email protected]). Jungfernfahrt (21.Juni 2015): Mit den BauhelferInnen wollen wir zum ersten mal aufs Wasser. Genaue Infos zu wann und wo folgen bald per Mail. Einlösen der Dankeschöns (Ende Juni-Mitte September): Wir revanchieren uns natürlich mit der Einlösung der Dankeschöns bei euch und sind den Sommer über unterwegs. E-Mails zur Terminkoordination für die jeweiligen Dankeschöns werden in den nächsten Tagen rausgeschickt. Dokumentation (Herbst/Winter 2015): Website bauen, wir sind dran und dokumentieren bereits fleißig. Ende Herbst 2015 wird die Seite stehen. In der Zwischenzeit könnt ihr unsere Aktivitäten und Events auf Facebook verfolgen. Habt ihr uns eigentlich schon gelikt (https://www.facebook.com/pantherrayfloss)? Wir wollen ja schließlich mit euch in Kontakt bleiben! Kooperationspartner suchen: Wir wollen die Panther Ray als kulturellen Freiraum in Berlin für Performances, Theater, Kino, Konzerte, Lesungen, Workshops und und und etablieren. Im Winter nehmen wir uns Zeit, um zu reflektieren und ein Nutzungskonzept für 2016 zu entwickeln. Ihr habt jetzt schon Ideen für den nächsten Sommer? Her damit: [email protected]! Nun also Schluss mit Panther Ray Crowdfunding und Hallo Panther Ray Floß! Wir freuen uns schon darauf, euch bald persönlich kennen zu lernen. Ob bei Sekt, Dinner, Kaffee oder Yoga: Wir werden sicher eine Menge Spaß zusammen haben! TAUSEND DANK AN EUCH ALLE!!!! An dieser Stelle möchten wir uns auch ganz herzlich bei unseren ProjektpartnerInnen bedanken: Die alten Hasen: Floßgemeinschaften Wackelberry, Anarche, Nuria und Ziggy für ihre hilfreichen Tipps in Sachen Liegeplatzsuche und Floßkonstruktion Die Recycler: ALBA und Material Mafia für die Unterstützung bei der Materialsuche Leinos Reincke Naturfarben und Trendwende für ihr Öl- und Farbsponsoring zum Versiegeln und Verschönern des Floßes Die Kreativen: Herz & Kerbe für die Musik zum Video Simon Kiepe von 10hoch16 für das Logodesign und seine Unterstützung bei der Videoproduktion Massimiliano Navarro für den Schnitt des Videos Die Kommunikationsexperten: Open State für den Support durch den tollsten Floßpraktikanten IPO als Partner für die Open-Source Dokumentation des Floßbaus Das Team von Startnext für die Betreuung während der Kampagnenlaufzeit Ein ganz besonders herzliches, großes Dankeschön geht an den besten (und vielleicht bisher einzigen?) Floß-Praktikanten der Welt: Jan. Du hast dich durch unser Kommunikationswirrwarr gekämpft, eine Dokumentationsstruktur etabliert und geschafft 8 verschiedene Meinungen in traumhafte Grafiken zu vereinen. Ohne dich wäre unsere Crowdfunding-Kampagne sicherlich nur halb so erfolgreich gewesen! Fettes Dankeschön! Ihr seid der Hammer! Ganz, ganz liebe Seemanns- und -frauengrüße vom Panther Ray Team, Anja, Julia, Basta, Jonny, Simon, Jonathan, Laura, und Nadja
28.05.15, 21:11 Anja Adler
von Laura Kaltwasser Und wie sind wir hier hingekommen? Als wir im März noch auf der Suche nach einem Liegeplatz waren, nahmen wir an einer Vereinsversammlung eines Berliner Bootvereins in einer interessanten Multifunktionsbäckerei teil. „Obwohl sich alle VereinsteilnehmerInnen ordnungsgemäß zu der Versammlung wiedergefunden haben“ (Vereinssprech), merkten wir schnell, dass wir nicht komplett auf einer Wellenlänge mit ihnen sind. Das merkten die wohl auch. Nachdem sie uns kritisch inspiziert hatten, empfahlen sie die Werft in Niederschöneweide . Und dann war schnell klar: dies ist der ideale Geburtshafen für die Panther Ray. Gemeinsame Vorliebe für elektronische Klänge, geordnetes Chaos und wertvolles fachmännische Know-How sind hier vorhanden. Wir freuen uns, dass der erfahrene Bootsbauer Marcel Lorenz uns fachkundig bei dem Bau der Panther Ray unterstützt. Das erste Abenteuer war der Transport der Materialien für die Schwimmkörper aus Leipzig nach Berlin . Sie stammen von einem engagierten Hobbybootsbauer, der leider sein Projekt wegen Krankheit aufgeben musste. Die traurige Geschichte werden wir nun zu einem glücklichen Ende bringen. Sie sind ganze acht Meter lang – schnell wurde uns klar, dass wir jetzt in anderen Dimensionen denken müssen. Die Teile passten nicht mal in den von uns extra angemieteten LKW. Als sie in abenteuerlicher voller Länge vor uns standen, mussten wir erstmal schlucken. Mittlerweile haben wir uns an die Größe gewöhnt. In den ersten Bautagen geschahen weitere Wunder, z.B. entstand ein mystischer Panther als Gallionsfigur (und damit kam die Frage auf, was eigentlich der Unterschied zu einem Puma ist?). Und eine Schaukel aus einem Einkaufswagen sowie eine Schatzkiste. Außerdem haben wir ein zauberhaftes Headquarter mit guter Musik und köstlichem Essen von Smutje Basta aufgebaut – auch das ist wichtig, wenn man tagelang in Schöneweide lebt. Wir leben unseren Traum im Staub und Lärm neben Werkzeugen und Bierflaschen. Es wird hart gearbeitet, auf Beton gezeltet, hitzig diskutiert und zum Glück auch gelacht. Demnächst gibt es einen Zeitrafferfilm von der Kamera auf dem Dach. Was wir noch brauchen: • LKW Batterie oder Blei-Gel-Akku (für die Solaranlage) • Feuerlöscher (haben wir nicht vor zu benutzen) • Schiffsdeko (maritimen Kram aus euren Kellern) • Bunte Farbe für den Außenanstrich (gerne Farbreste und idealerweise Naturfarbe) • Einen Gril (für leckere Sojawürste) • Unterstützung beim Nähen einer visionären Flagge (mit Panther) • Paddel und Ruder (nur für Notfälle) • Ein Kaleidoskop (für unser zukünftiges Fernrohr) Und natürlich die letzten Euros, um weiter zu investieren. Erzählt euren FreundInnen von uns – der Floßsommer wird wunderbar.
25.05.15, 15:53 Anja Adler
von Julia Propp, Anja Adler und Nadja Berseck In Zeiten des Internets ist Kommunikation und Kollaboration ja eigentlich einfach. Jede_r kann arbeiten wo er oder sie möchte und alles wird digital diskutiert und entschieden. Wir haben ja schließlich Handys und WLAN. Zumindest in der Theorie ist es also kein Problem, dass Julia in Asien einen Yogakurs macht und Nadja in New York StadtentwicklerInnen für ihre Doktorarbeit interviewt. Allerdings mussten wir schmerzlich lernen, dass Zeitverschiebung, Kompabilität von Formaten und das gute alte Internet unsere Nerven strapazierten und es ohne offline eben doch nicht geht. Unsere fünf Learnings für zukünftige Projekte aus der digitalen Zusammenarbeit am Floßprojekt der letzten Wochen: 1. Irgendwas ist immer - ja, wirklich IMMER mit der Technik Trotz halbwegs neuen Handys und Laptops gibt es immer am Anfang Schwierigkeiten, wenn mehrere Personen sich einwählen oder ein Dokument bearbeiten. Wir haben uns am Ende darauf geeinigt, eine halbe Stunde Pufferzeit einzuplanen, damit wir nicht frustriert sind. Falls man die nicht braucht, dann kann man immer noch die Zeit zum Plaudern nutzen, bevor der Call anfängt. 2. Zeitverschiebung ist verwirrend und erfordert klare Absprachen oder besser einen geteilten Kalender Das Vor- und Zurückrechnen über drei Zeitzonen hinweg ist tatsächlich manchmal schief gelaufen und Dinge lassen sich im Ausland schlecht planen. Da hetzt Julia in Thailand noch zum Taxi, weil der Berufsverkehr stockt, während Anja extra vorzeitig eine Party in Berlin verlässt und Nadja verschläft dann doch in New York, weil gerade auf Sommerzeit umgestellt wurde. Abhilfe verschafft ein Kalender, der die Zeitzonen automatisch einträgt (z.B. im Googlekalender möglich), das Vier-Augenprinzip und idiotensichere Absprachen. 3. Digital ist gut, aber ohne analog geht es nicht Besonders zu Beginn dieses Projekts war es für uns extrem wichtig, dass wir uns auch offline kennenlernen und Grundsätze diskutieren. Wir haben erstmal ein ganzes Wochenende damit verbracht uns zu beschnuppern und Visionen und Vorstellungen zu teilen. Ohne diese Zeit hätte uns die Grundlage für die hunderten Emails und Nachrichten sicherlich gefehlt. Wer sich offline nicht kennt, versteht sich digital oft falsch. Klingt banal und ist trotzdem total wichtig. 4. Ohne klare Regeln zur Entscheidungsfindung geht jede Diskussion unter Kernfrage bei digitalen Diskussionen ist, wie Entscheidungen getroffen werden. Wir hatten uns zu Beginn geeinigt die Prinzipien der soziokratischen Kreisorganisation einzuhalten. Dieses Verfahren kommt aus den Niederlanden und wurde dort entwickelt, um das Zusammenleben und -arbeiten von Menschen zu organisieren. Es basiert auf folgenden vier Basisregeln: (1) Konsent, (2) Wahl von Personen, (3) Kreisorganisation, und (4) Doppelte Verknüpfung. Mehr dazu gibts hier: http://www.soziokratie.com/was-ist-soziokratie/die-vier-basisregeln.html Für unsere Kommunikation über 3 Kontinente hinweg war vor allem das Prinzip der Konsensentscheidung wichtig. Das bedeutet, dass man Lösungen findet, mit denen ALLE Gruppenmitglieder leben können (im Gegensatz zur Mehrheitsentscheidung, bei der nur die MEHRHEIT damit zufrieden sein muss). Eine Grundsatzentscheidung muss also von allen Gruppenmitgliedern mindestens toleriert werden. Dadurch muss keiner Angst haben, dass die eigene Meinung vorschnell übergangen wird. In der Praxis bedeutet das, dass man manchmal auch im Konsens entscheidet, dass man eine bestimmte Entscheidung gerade NICHT im Konsens entscheidet. Bei Zerreißproben wie der Namenssuche siegte am Ende doch die Mehrheit - aber nur weil alle mit diesem Verfahren einverstanden waren. 5. Email klappt gut für wichtige Fragen und Kontakt nach außen, per Facebook diskutieren wir schneller und offener, bei anderen Tools wählt man sich dann doch nicht ein. Wir haben im Endeffekt mehr über eine Facebookgruppe diskutiert als per Email. Die Hemmschwelle einen Post oder Kommentar zu schreiben ist geringer als bei einer Email und Diskussionen mit mehreren Posts bleiben übersichtlicher. Das ist Geschmacksache aber hat für uns gut funktioniert. Es gibt zahlreiche andere Onlinetools, die sicher in der Funktionalität praktischer gewesen wären… aber da bleibt jeweils das Problem, dass man sich extra einwählen muss. Und ja, wir geben zu, dass die meisten von uns eben eh schon mehrmals täglich diese hellblaue Seite aufrufen, deshalb blieb es dabei. ...nach hunderten Mails, Posts, geteilten Dokumenten und Calls stand die Crowdfunding-Kampagne. Wir sind überwältigt von dem ganzen Support, den wir bisher erhalten haben und sowohl online und offline unfassbar glücklich. Danke, danke danke! Ihr seid toll! Und wir sind dann langsam alle auch wieder zusammen auf einem Kontinent, in einer Stadt und auf einem Fluss!!! Denn der tatsächliche Bau startete bereits ganz und gar offline (aber wie ihr auf Facebook seht, wir posten natürlich vom Fortschritt ;)).
18.05.15, 13:53 Anja Adler
von Johannes Heereman und Simon Ludwig Es gibt schon Flöße und es gibt auch schon Flöße in Berlin. Richtig geile sogar. Wir haben einfach SOFORT angefangen mit ALLEN zu reden : Mit den Floßbaumeistern der Wackelberry [ http://bootschaft.org ], der An:arche [ kulturfluss.org ], der Zola, der Rockfisch, der Nuria und der Ziggy. Mit Marcel Lorenz dem Bootsbauer, mit Materialspezialisten (für Epoxide, Faserverbundwerkstoffe), mit Floßkünstlern von der Lohmühle und mit den Machern der open-islands [ www.open-island.de ] in Berlin. Mit der Materialmafia und mit den Jungs von der ALBA. Und natürlich mit lauter unkooperativen Schnarchnasen sowie verschiedensten Sesselfurzersorten. Bis auf die Letztgenannten sind wir jedem einzelnen Gesprächspartner dankbar! Ohne Eure Hilfe wären wir nicht da, wo wir heute schon sind! Ziemlich schnell ist uns in diesen Gesprächen klar geworden, wo die Problem- und Gefahrenzonen, also sozusagen die Orangenhaut und die Weichteile, eines Floßes sitzen. Was man dagegen tun kann, hat Google uns freundlicherweise nach ein paar wilden Nächten heftigen Frage-Antwort-Spiels gesagt. Aber sowohl mit unseren als auch mit Googles Freunden gibt es ein Problem: Auf ein und dieselbe Frage antwortet der eine „Passt schon!“ und der andere „Vergiss es!“. Es führt also kein Weg daran vorbei, sich in die Materie einzunerden und Entscheidungen letztlich selbst zu treffen. Relativ bald stellt sich auch heraus, dass das, was wir bauen wollen, nautisch betrachtet gar kein klassisches Floß, sondern ein Katamaran ist. Welche Proportionen muss so ein Katamaran-Floß haben? Wieviel Auftrieb braucht man ungefähr? Werden wir ein Rolls Royce, ein Porsche oder ein Trabi? Wo liegt der Mittelweg zwischen Wollsockenlösung aus Europaletten, Kanistern und nem Kilometer Schnur auf der einen, und Karbon, Mehrkomponentenkleber und aqua-dynamischen und -statischen Simulationen auf der anderen Seite? Der Witz ist, dass wir das nicht planen können. Wir arbeiten mit gebrauchten Materialien. Vorhandenes Material bestimmt Konstruktion, nicht: Konstruktionsplan bestimmt Material. Ganz ohne planen geht es aber nicht. Es ist ein ständiges Hin und Her zwischen planen, überlegen, suchen, finden, ändern … und irgendwann am Ende dann MACHEN. Es hat genau einen Monat gedauert, da bekam einer von uns einen Anruf: „Hey, ich hab gehört ihr baut ein Floß? Können wir Dir ein paar Fragen stellen?“ „Fragen? MIR? ….äh klar, kein Problem, wat willste wissen?“ Das war der Punkt wo wir gemerkt haben, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Ein Floß aus Müll, geht das? Na klar! Denn das, was wir so nebenbei als Müll bezeichnen, sind eigentlich meterlange Holzbohlen, Stahlträger oder Aluschienen. Wenn es aber erst einmal den Müll-Stempel trägt, dann wirkt es plötzlich nutzlos und man geht in den Baumarkt. Mit dem notwendigen Idealismus in den Segeln kann man natürlich ein paar Baustellen plündern, Sperrmüll einsammeln oder den Keller ausräumen. Ok, aber effizient gedacht: Wo landet das Zeug normalerweise, wo ist das Nest? Auf Abfallhöfen und bei Recyclingunternehmen! Berge über Berge über Berge voller … Baumaterial! Unser Highlight: die Jungs von den ALBA Höfen. Zunächst skeptisch, stellen sie sich schnell als interessiert, hilfreich und meganett heraus. Sie haben uns unsere Schwimmkörper (alte Plastiktanks) rausgesucht, Holz (Dielen, Paletten, Lattenroste) geht auch klar und die Berliner Metallschrotthöfe haben schon Stahlträger für unsern Unterbau reserviert. Die Kombination dieses Recycling-Berges mit der nautischen Katamaranliteratur ergibt: Der Abstand zwischen den Mittellinien der Schwimmkörper sollte zur Länge in einem Verhältnis von 0.4 oder größer sein, um Welleninterferenz zwischen den Schwimmkörpern zu verhindern (siehe ABB.1). Das Floß sollte mindestens doppelt so lang wie breit sein, sonst ist es nicht manövrierfähig. Bei Breite geht es hier um den Abstand der Mittellinien der zwei Schwimmkörper voneinander. (ABB. 2) Ein einzelner Schwimmkörper ist 70cm hoch, 60cm breit, 8m lang. Wir machen den Mittellinienabstand in 3.2m, dann haben wir genau das gesuchte Verhältnis von 0.4(=3.2/8). Insgesamt sind wir also 3.2+0.6m = 3.8m breit. Das Verhältnis von Länge zu Breite der einzelnen Schwimmkörper charakterisiert das Floß. Mit dem Verhältnis von 8/0.6=13.3 fallen wir in die Kategorie „Racer/Cruiser“. Und genau da wollen wir hin. ☺ Verhältnisse ab ca. 12 (wir 13.3) machen angeblich kaum Bugwellen. Das bedeutet wir sind schnell und machen wenig Wellen. Das macht gerade in Anbetracht der durch Wellengang unterspülten Uferbefestigung des Landwehrkanals sehr viel Sinn! Die Maximalgeschwindigkeit in Verdrängerfahrt („Rumpfgeschwindigkeit“ oder „Hull speed“) hängt von der Länge der Schwimmkörper ab. Mit unseren 8 m Länge haben wir (bei entsprechender Motorisierung) eine Maximalgeschwindigkeit von 7 Knoten, bzw. 13km/h. Die Antriebskraft, die man für Maximal-, bzw. Rumpfgeschwindigkeit braucht, liegt bei ca. 4kw/t. Bei unseren 3t sind das also 12kw=16.32 PS → Wir sind mit 15 PS fast ideal motorisiert. Soweit der Plan und in spätestens 4 Wochen seht Ihr das Ergebnis!
14.05.15, 10:34 Anja Adler
von Anja Weil wir in letzter Zeit oft darauf angesprochen wurden, wie die Idee der „Panther Ray" entstanden ist, möchten wir euch heute gern davon erzählen und vor allem erklären, was es mit Dragon Dreaming auf sich hat. Wenn Projekte entstehen, ist es normalerweise doch so, dass eine Person oder eine kleine Gruppe von Leuten das Projekt ins Leben rufen und vorantreiben. Oft ist es die Vision einiger Weniger, der sich dann Andere anschließen und dennoch nicht unbedingt mit allem einverstanden sind. Der Traum von der „Panther Ray“ ist ein bisschen anders geboren. Mit dem Ziel keine Kompromisse zu machen und ein Projekt zu starten, in dem alle acht ProjektstarterInnnen gleichberechtigt ihre Floßträume wiederfinden, haben wir uns Anfang Februar für ein Wochenende getroffen. Völlig ergebnisoffen – damals war noch nicht klar, ob wir in dieser Gruppenkonstellation überhaupt ein Floß bauen würden – haben wir mit der Dragon Dreaming-Methode uns und unsere Visionen kennen gelernt. Win, Win, Win Dragon Dreaming ist eine Methode zur Visionsfindung und Projektentwicklung, die von dem Australier John Croft entwickelt wurde und westliche Projektmanangement-Tools mit dem spirituellen Wissen der Aboriginees verbindet (Einen schönen Einführungstext dazu gibt es auf dem Sein-Blog: https://www.sein.de/dragon-dreaming-traeume-verwirklichen/ und mehr Infos auf http://www.dragondreaming.org/ ). Ich arbeite noch nicht so lange damit und war sehr dankbar, dass sich die Gruppe darauf eingelassen hat, etwas Neues auszuprobieren. Die Dragon Dreaming geht nämlich von der in unserer westlichen Kultur wohl eher unüblichen Win-Win-Win-Prämisse aus, also davon, dass Projekte und Visionen nur dann erfolgreich sein werden, wenn sie drei Anforderungen erfüllen: 1. Sie dienen dem persönlichen Wachstum jedes Einzelnen. 2. Sie fördern die Gemeinschaft und das Wachstum der Gruppe. 3. Sie stehen im Dienste der Natur und Gesellschaft. Alle drei Ziele sind gleichwichtig und keines darf zu kurz kommen. Diese Philosophie übersetzt Dragon Dreaming in konkrete methodische Schritte und in vier gleichwertigen Phasen – im Träumen, im Planen, im Handeln und im Feiern. Den kompletten ersten Tag haben wir deshalb auch erstmal damit verbracht, so lange von unserem Floß zu träumen, bis jeder und jede alles gesagt hatte, was gesagt werden wollte – vom Traum einer Floß-Demo, der Bemalung und dem Kräutergarten auf dem Floßdach, von “Sex auf dem Außenborder” bis zum Open Source-Gedanken. In einem Traumkreis, in dem die Träume gemeinsam von allen gelesen werden, entstand so unser Gemeinschaftstraum von einem recycelten, Open Source-Floß, das Teil einer größeren Floßgemeinschaft ist und so viele Leute, wie möglich, einbindet. Konkret werden Am zweiten Tag hieß es dann konkret zu werden und diesen riesigen Traum in Arbeitsschritte zu übersetzen. Bei so viel Träumen waren die ersten auch schon skeptisch, ob das überhaupt geht. Doch schließlich haben wir die über 40 Träume in Termine, Aufgaben und Rollen übersetzt und der Projektplan stand. Am Ende des Sonntags haben wir uns dann alle dazu verpflichtet, unsere Vision zu realisieren – mit mehreren Stunden Arbeit jede Woche, mit regelmäßigen Treffen, mit Arbeitsgruppen, die sich z.B. um die Finanzierung, den Bau oder die Liegeplatzsuche kümmern. Für mich noch wichtiger ist allerdings, dass wir an diesem Wochenende von acht einzelnen TräumerInnen, die sich nicht oder nur teilweise kannten, zu einer Floßgemeinschaft geworden sind – einem Floßgruppenkern (FGK) sozusagen. Wir haben unsere Träume und Ängste geteilt und gemeinsam entschieden, welche Aufgaben wir zuerst angehen, damit das Projekt auch wirklich klappt. Auch im weiteren Projektverlauf wollen wir mit der „Panther Ray“ der Projektphilosophie des Dragon Dreaming gerecht werden: So soll jeder in der Gruppe immer Raum und Zeit haben an den Herausforderungen im Projekt und in der Gruppe zu wachsen – was auch bedeutet, dass man mal abtauchen, Fehler machen oder rummaulen darf. Wir wollen unsere Gruppe weiterhin offen für Veränderung halten, aber vor allem auch einen gesellschaftlichen und nachhaltigen Beitrag leisten. Wir verstehen unseren Floßgruppenkern vor allem dieser Vision verpflichtet und freuen uns deshalb, über jeden und jede, der/die weiter mit uns träumen will. Wir wollen Spaß haben, aber immer auch mehr als das: Jetzt braucht es also euch und eure Träume, damit auch unsere wahr werden können!
10.05.15, 18:57 Anja Adler
Der Begriff Open Source (oder auch Freie Open Source Software FOSS) stammt eigentlich aus der Softwareentwicklung und bedeutet quelloffen. Hinter dem Begriff versteckt sich mittlerweile allerdings auch eine wachsende politische Bewegung, die sich dafür einsetzt, dass Code und Wissen sich verbreiten können, allen zugänglich sind und darauf aufbauend dann gemeinsam verbessert und weiterentwickelt werden. Ganz vereinfacht gesagt, geht es darum, dass der Quelltext von Software in einer für den Menschen lesbaren und verständlichen Form vorliegt und beliebig kopiert, verbreitet und genutzt werden darf. Da das Open Source-Prinzip aus der Software-Entwicklung kommt, ist es gar nicht so einfach, es auf andere Produkte zu übertragen (Falls ihr mehr zum Thema Open Source-Hardware und nachhaltiges Produktdesign lesen mögt, schaut mal hier: http://www.openstate.cc/blog/general/sexy-apple-open-linux/ ). Wir wollen es trotzdem gern versuchen und haben das Floßprojekt so entwickelt, dass 1. wir s o transparent, kommunikativ und offen wie möglich sind, damit so viele Menschen wie möglich, mitmachen können. 2. J ede/r auf Basis unserer Dokumentation selbst ein Floß-Projekt starten kann . 3. Wir von anderen Flößen, die es schon gibt oder noch geben wird, lernen und uns über Erfahrungen in Sachen Bau und Co. austauschen . Wir arbeiten deshalb mit unseren Partnern von Open State und den IPO Tables an Ideen, wie eine richtig gute Open Source-Dokumentation aussehen könnte. Konkret bedeutet das: Einhaltung bestimmter Design- und Dokumentationsregeln: Bei der Bauplanung fragen wir uns immer mal wieder, ob wir unseren Ansprüchen in Sachen Nachhaltigkeit und Open Source auch gerecht werden? Dafür gibt es kein einfaches Ja oder Nein. Wir müssen abwägen und entscheiden. Wir halten deshalb alle diese Design- und Bauentscheidungen schriftlich fest, so dass man später nachvollziehen kann, warum wir z.B. welche Materialien genommen haben (und welche nicht). Gemeinsam mit unserem Floßpraktikanten Jan arbeiten wir daran, die Dokumentation intuitiv und einfach zu gestalten. Wahrscheinlich wird es eine Art Webseite werden, bei der man sich über die unterschiedlichen Schritte informieren kann. Dabei erklären wir euch nicht nur den Bauplan, sondern dokumentieren auch die Zusammenarbeit in der Gruppe oder halten die Infos zur Zulassung in Berlin fest. Kooperation mit IPO-Tables: http://de.ipotables.net/ IPO Tables versucht die Open Source-Ansätze mit dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft zu verbinden und entwickelt gerade eine Datenbank entlang des Input-Process-Output-Modells. Für jedes Produkt kann man sehen, wo die Bestandteile herkommen und was nach der Nutzung als “Müll” übrig bleibt. Was Müll bei einem Produkt ist, kann dann wieder Input für ein anderes sein. Wir wollen das Floß dort als ein Beispielprojekt anlegen und ausprobieren, wie es in einen gesamten Wirtschaftskreislauf eingebunden ist. In Sachen Open Source-Hardware-Dokumentation gehören wir zu den Pilotprojekten. Deshalb würden wir uns hier riesig freuen, wenn es unter euch EnthusiastInnen gibt, die Lust hätten, uns bei der Konzeption und Umsetzung, die vor allem für den Herbst 2015 geplant ist, zu unterstützen. Erste Blogbeiträge, kurze Bautipps, sowie Fotos und Videos gibt es aber auf jeden Fall auch schon vorher von uns! P.S. Die ExpertInnen unter euch werden beim Lesen meines Blogposts aufschreien, weil ich die Debatte um FOSS für den Kontext hier sehr vereinfache. Kommentiert hier oder meldet euch bei mir und wir vertiefen das gern!
04.05.15, 09:28 Anja Adler
Kurz nachdem wir unsere Floßidee gemeinsam erträumt haben, war uns klar, dass wir einen großartigen, witzigen, intelligenten und eingängigen Namen für unser zukünftiges Prachtstück brauchen. Außerdem wollten wir ein Logo, das wir uns bei erfolgreicher Vollendung kollektiv als Erinnerung auf den Hintern tätowieren können. Die Namenssuche und der Logo-Skizziermarathon hatten begonnen, bevor wir überhaupt wussten wie groß das Floß werden sollte und wurde zur ersten Zerreißprobe für unsere Gruppe. Über drei Kontinente hinweg (Julia war in Indien bei einem Yogakurs und Nadja für ihre Doktorarbeit in New York) diskutierten wir verschiedene Vorschläge. Eigentlich wollten wir im Konsensverfahren entscheiden, aber wenn wir das durchgezogen hätten, wären wir noch immer damit beschäftigt. Letztendlich war es uns allen wichtiger ein Floß zu bauen als Zeit mit Namensfindung zu verbringen. Also wurde schlussendlich ein pragmatischer (online-)Mehrheitsbeschluß gefasst. Die Idee hinter dem Namen: "Panther Ray" ist an "Panta rhei" angelehnt, was ein Zitat (genau genommen ein Aphorismus) des griechischen Philosophen Heraklit (ca. 500 vor Chr.) ist. Es bedeutet wörtlich "alles fließt" oder- "alles ist im Fluss" und sinngemäß, dass sich alles im Leben im konstanten Wandel befindet - also sowohl wir selber als auch unsere Umgebung vergänglich ist. "Du wirst nie im selben Fluss baden, weder trägt der Fluss das gleiche Wasser noch bist du derselbe.” Wir mochten den Spruch, weil er sowohl gut zu einem Floß auf dem Fluss, als auch zu unserem Einsatz von Recyclingmaterialien und der Idee der Kreislaufwirtschaft passt. Aus “Pantha Rhei-Alles im Fluss" wurde irgendwann “Panther Ray - Alles im Floß”. Warum? Wir mochten die Umdeutung in der geschriebenen Version und außerdem hat sie Vorteile bei der eindeutigen Zuordnung von Suchmaschinen. Der Panther als Tier hat für uns etwas mystisches und faszinierendes. Er ist mittlerweile unser Maskottchen geworden. Und "Ray" also "Strahl" (engl.) passt zu der Vorstellung vom Sonnenuntergang auf dem Wasser und der "Ausstrahlung", die das Floß auf andere haben soll. Die Idee hinter dem Logo: In einem der ersten Logoentwürfe kam ein Panther mit Sonnenbrille (einer bekannten Marke, die in Asien populär imitiert wird) und Schwimmreifen vor. Das war uns dann aber irgendwie doch zu albern (und für das Tatoo auch ungeeignet). Wir wollten stattdessen ein schlichtes und offenes Logo und haben allerlei gescribbelt (siehe unten). Inspiriert ist die jetzige Version durch das Logo der Open Source Initiative, der wir uns verbunden fühlen. Die hat ebenfalls einen nach unten geöffneten Kreis im Logo. Die Welle kam durch unseren Wasserbezug hinzu (na logo...). Außerdem fanden wir, dass die Kombination irgendwie an einen schön-kitschigen Sonnenuntergang auf dem Wasser erinnert. Der Schriftzug und finale Look stammt von unserem Floßpraktikant Jan Regelmann (kein Scherz- unser Floß hat nen Praktikanten! Und was für einen tollen! Dazu bald mehr). Also- wie ihr seht haben wir uns einiges dabei gedacht, auch wenn das am Ende dann doch niemand auf Anhieb erkennt. Noch Fragen?