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Projekte / Film / Video
Seit mehreren Jahren schon begleiten wir den nun 12-jährigen Paul mit der Filmkamera auf seinem Weg in und durch die Grundschule. Das wäre nichts Besonderes, wenn er nicht Trisomie 21 (Down-Syndrom) hätte. Trotzdem ist er ein Teil der Gemeinschaft und wird von seinen Mitschülern voll akzeptiert. Wir stellen den ersten Film dieser Dokumentationsreihe fertig und zeigen an Pauls Beispiel, wie die gesellschaftliche Teilhabe gut gelingen kann. Und eine Bereicherung für alle darstellt.
14.700 €
24.000 € 2. Fundingziel
195
Unterstützer*innen
Projekt erfolgreich
18.05.19, 07:18 Rohland Katja
Moin! Einige von Euch antworten uns auf die Mails, die wir über diesen Kanal versenden. Die Antworten kommen aber offensichtlich bei uns nicht an. Wie erreicht Ihr uns also? Das Projektbüro und Katja Rohland über [email protected] Hier läuft alles zum Projekt Paul21 ein Den Verein und unseren Vorsitzenden Prof. Dr. Jochen Hanisch erreicht ihr über [email protected] Und natürlich erreich ihr das Projekt über Facebook , unsere Seite : anders sein - projekt trisomie21 Wir freuen uns, von Euch zu hören! Liebe Grüße Katja Rohland
18.05.19, 07:10 Rohland Katja
Moin, liebe Crowd! In den letzten beiden Wochen wurde noch mal kräftig am Projekt gearbeitet, dabei waren einige Hürden zu nehmen, aber wir waren erfolgreich. Um Euch auf dem Laufenden zu halten, kommt hier das Neueste: 1. In Hamburg wurde das Interview mit Frau Dr. Manske geführt. Dies wollten wir ja so aktuell wie möglich halten. Es war ein super Tag, obwohl es erst gar nicht danach aussah. Zu verdanken war das zum einen einer wunderbaren Interviewpartnerin und dem tollen Filmteam. Aber der größte Dank gilt den Bauarbeitern auf dem Dach nebenan. Die haben Ihre Arbeit für uns unterbrochen und eine extra lange Mittagspause gemacht. Der Lärm, den die Schuttrutsche vom Dach in den Müllcontainer machte beim abdecken des Daches war so laut, dass es technisch nicht mehr möglich war, ein verständliches Wort aufzunehmen. Aber kein Problem, die Herren haben extra für uns eine laaange Mittagspause gemacht. 2. Am Mittwoch war Vereinssitzung, alle Projekte laufen jetzt in ihren Bahnen, auch die anderen des Vereins. Ihr werdet darüber in einem Newletter per mail weiterhin informiert. Wer das nicht möchte, meldet sich bei der ersten Mail ab. Wer dabei bleibt, wird auch auf diesem Wege weiter über das Paul-Projekt informiert. 3. Miko vom k-film berichtete über die Schneidearbeiten des Filmes, da gibt es täglich kleine Fortschritte. Wenn man darüber nachdenkt, was am Ende die Quintessenz der Arbeit ist, dann ist das wirklich ein enormer Aufwand. 1 Minute Film pro Arbeitstag..... dabei stellt sich heraus, das Rohmaterial ist wirklich toll geworden, unsere Botschaft wird transportiert werden! Der Zeitplan sieht die Rohfassung im Juli vor, die Premiere dann im Oktober. Unser Ziel war sportlicher, aber dieses Jahr ist Premierenjahr! 4. Wieder Erwarten mussten wir alle Spendenbescheinigungen ausdrucken, unterschreiben und eintüten. Wir hatte auf eine online-Variante gehofft, dafür aber nicht die offiziellen Möglichkeiten erhalten. Also war die gute alte Handarbeit gefragt. Innerhalb der nächsten drei Wochen sollten also die Spendenbescheinigungen bei Euch eintrudeln. Soweit von hier.... liebe Grüße aus Ostfriesland Katja Rohland
05.05.19, 14:44 Rohland Katja
Ein herzliches "Moin" aus Ostfriesland! Lange habt Ihr nichts von uns gehört und die Frage: "Passiert in dem Projekt den was?" stellt sich schon einigen von Euch! Hier kommt die Antwort:" Natürlich! Sogar so einiges!" Bei all dem vergisst man nur leider schnell, die Transparenz zu unserer tollten Crowd zu halten. Das soll sich jetzt aber hiermit unbedingt ändern! Also: 1.Der Film geht in die Postproduktion! Erste Schritte dafür laufen. Es musste alles nochmal neu gerechnet werden, einige Bedingungen haben sich verändert, ABER ES WIRD GESCHNITTEN und der Film wird DEFINITV gemacht! In wie fern wir den Zeitplan halten können, ist nicht ganz klar! Aber wir können unser Versprechen einhalten! 2. Unsere Spendenquittungen sind gedruckt und gestempelt. Sie müssen nur noch unterschrieben und ausgeteilt werden. Das ist auch in Arbeit. Jede Spendenquittung muss einzeln von Hand unterschrieben und gestempelt werden. Dann noch eintüten und ab zur Post. Zwar haben wir versucht, das Ganze als Mail zu machen, haben dafür aber leider keine "Freigabe" bekommen. Also, die Gute alte Handarbeit ist gefragt. Daher bitten wir auch hier um Eure Geduld. Sollte der ein oder andere Spender jetzt beschließen, eigentlich braucht er die Quittung nicht, möge er jetzt bescheid geben. Dann sparen wir uns unser Porto ;) 3. Die Geschenke sind in Arbeit, können auch schon bald zur Post gehen. Darauf freue ich mich ganz besonders, steckt doch in jedem eine echte Portion "Liebe" mit drin. Wir werden uns befleißigen, Euch hier stets auf den aktuellen Stand zu bringen. Wer uns bei Facebook auf der Seite besucht, kann die weiter Entwicklung auch dort verfolgen. Anders sein-ProjektTrisomie21VaN-eV . Mit ganz herzlichen Grüßen Katja Rohland
24.02.19, 19:54 Rohland Katja
Ich möchte einmal versuchen etwas transparenter zu machen, was gerade passiert. Als erstes haben wir die Legitimation angefordert. Dafür mussten wir jede Menge Papiere und Dokumente bei Startnext einreichen. Satzung, Registerauszug, Gründungsprotokoll, Protokoll der letzten Sitzung, einige Ausweispapiere... alle mit dem Ziel zu überprüfen, ob es uns tatsächlich gibt! Und wir auch mit dem Geld das vorhaben, was wie geschrieben haben. Danach wird das Geld von unseren Spendern eingezogen. Es wird gesammelt und wenn alles zusammen und geklärt ist, dann bekommen wir es. Wir für unseren Teil sind jetzt legitimisiert worden, jetzt wird also schon eingezogen. Wenn dann alles richtig eingezogen wurde und sich keiner beschwert hat, kommt das Geld zu uns. Erst dann können wir auch die Endgültige Spendenliste herunterladen und Euch Eure Geschenke zukommen lassen. Daher bitten wir jetzt noch um etwas Geduld, wie halten Euch auf dem Laufenden! Katja Rohland
14.02.19, 18:13 Rohland Katja
Kurz vor Ende der Kampagne ziehe ich schon einmal ein kleines Resume. Ich wurde gefragt, was während so eines Crowdfundigs mit einem passiert, wie man sich fühlt, etc. Die Antwort: glücklich und müde zugleich :) Es ist eine spannende und intensive Zeit. Jeden morgen, wenn man aufsteht, schaltet man den Computer an. Einmal schauen, wo wir stehen. Freunde und Bekannte fiebern mit. Es ist so ein bisschen wie bei einer Weltmeisterschaft. Es wird gemeinsam gelitten, wenn es nicht so läuft, es wird gemeinsam gejubelt. Man hat das Gefühl, alle rücken etwas näher zusammen. Ein schönes Gefühl. Aber die Zeit davor z.B., die sieht man kaum. Der Moment, wenn man sein Projekt von Startnext prüfen lässt, bevor es freigeschaltet wird ist wie ein Trommelwirbel, nach einer langen Zeit der Vorbereitung. Es ging über Monate, fünf Wochen vor Start waren extrem anstrengend. Da gab es nur startnext, essen, schlafen und dann erstmal lange nichts.....der Job muss gemacht werden, klar, da ist auch noch ein Partner. Der taucht dann irgendwann zwischen einem selbst und dem Bildschirm in den Blickwinkel auf und sagt: "Moin, wollte mich nur kurz vorstellen, ich bin ihr Mann! Angenehm!" Zum Glück nimmt er das ganze mit Humor! Was um einen herum zusammen wächst, sind die anderen im Team Paul21. Das ist eine intensive Zeit, mit vielen Ideen, viel Power, Durchhalteparolen , gemeinsam Probleme lösen und gemeinsam Grenzen erkunden. Eine Art kleiner Survivaltrip. Und jetzt, wo die 100er Marke geknackt ist, das ganze bald ausläuft, ist man sehr glücklich und sehr müde. Die Anstrengung der letzten Zeit fällt von einem ab. Man freut sich, denn man weiß das Projekt geht weiter, es wird einen Film geben. Und ganz tief unten in einer kleinen Ecke des Herzens, neben Freude, Stolz, Jubel und all den schönen, warmen Gefühlen, da macht sich doch tatsächlich ein kleiner Punkt bemerkbar, den man so nicht erwartet hat. Ein Abschiedsgefühl - nicht mehr jeden morgen die Daten anschauen, nicht Texte und Bilder auswählen, nicht mehr schauen, was die anderen Teammitglieder vorschlagen, keine Whatsapp über de aktuellen Stand, weitere Ideen..... Es gibt Aufgaben zu tun, wir stürzen uns in die Arbeit...... Aber irgendwas ist da in einem, dass dieses Crowdfunding vermissen wird.... und heimlich, ganz heimlich fragt man sich, ob und wann man sich an ein neues Crowdfunding wagt. Erstmal genießen wir, dieses zu Ende zu bringen, unsere Versprechen einzulösen....und dann sehen wir weiter! DANKE, dass ihr dabei gewesen seid. DANKE, dass ihr jeden morgen noch da wart. Wir werden uns wieder sehen. Ich freue mich drauf. Katja Rohland
31.01.19, 18:12 Rohland Katja
Hier kommt eine Geschichte, die ich selber nur aufgeschnappt habe. Ich fand sie einfach zu witzig und sehr treffend. Lest es mit einem zwinkernden Auge! Eingestellt von Katja Rohland Leiden am Down-Syndrom Verfasser unbekannt Es kann ja sein, das einer behauptet, es litte wer am Down-Syndrom. Es ist auch durchaus möglich, dass er damit Recht hat. Sollte er allerdings meinen, es litte wer am Down-Syndrom, der das Down-Syndrom hat, dann unterliegt er einem fundamentalen Irrtum. Das wird jeder bestätigen, der einen kennt, der bei Chromosom21 dreimal zugreifen musste. Mit diesem kleinen, zusätzlichen Teilchen scheint es eine ganz besondere Bewandtnis zu haben. Menschen mit Down-Syndrom sind Individualisten und in der Regel handelt es sich um recht gefestigte Persönlichkeiten. Sie wissen sehr genau, was sie wollen. Was sie nicht wollen, wissen sie meistens noch besser. Und das Schönste daran ist, dass sie sowohl das eine als auch das andere unumwunden sagen. Das geschieht gewöhnlich kurz und prägnant und liegt keinesfalls an mangelndem Wortschatz. Zum bessern Verständnis zwei Beispiele: Während sich ein Patient wie du und ich im ärztlichen Wartezimmer zu seiner Bronchitis lieber noch ein Magengeschwür einfängt, statt darauf hinzuweisen, dass er vor drei Stunden einen Termin hatte, geht einer mit Dows-Syndrom spätestens eine Viertelstunde nach der vereinbarten Zeit an den Anmeldetresen und verkündet: “Ich habe die Warterei jetzt satt!“ Nun raten Sie mal, wer als nächster aufgerufen wird!!! Tritt der „normale“ Patient dem Arzt gegenüber, erwartet er nach einem schüchternen: “Guten Tag, Herr Doktor!“ brav dessen Anweisungen. Der mit Down-Syndrom stürmt ins Behandlungszimmer, haut dem Doktor mit einem: „Hey, grüß dich!“ fidel eins zwischen die Schulterblätter, reißt sich den Pulli runter und kommandiert: “Hör‘ mich mal ab!“ Geht eine Familie in eine Gaststätte, kommt es ab und zu vor, dass alle Tische besetzt sind. Möglicherweise käme sie ja noch unter, aber dann würde sie eventuell jemandem ihre Gesellschaft aufdrängen. Wie unangenehm. Also lieber nicht. Sollte allerdings ein Familienmitglied mit Down-Syndrom dabei sein, verläuft die Sache wahrscheinlich so: Der Vorschlag, wieder zu gehen, wir mit einem „Fällt aus, ich habe Hunger!“ knallhart abgeschmettert. Als Nächstes folgt ein Blick in die Runde, und dann wird zielsicher der Tisch angesteuert, an dem noch eine freie Kante gesichtet worden ist. Nach spätestens drei Minuten sitzt die Familie fröhlich vereint mit bis dahin wildfremden Leuten auf engstem Raum zusammen, die alle nach weiteren fünf Minuten zur nächsten Grillparty eingeladen werden. Darauf, wer die Einladung ausspricht, kommen sie sicher von allein… Also, wie gesagt, es kann schon sein, dass der eine oder der andere hin und wieder unter dem Down-Syndrom leidet. Aber dann handelt es sich garantiert nicht um einen, der es hat.
25.01.19, 19:32 Rohland Katja
Ein Recht auf Teilhabe ist zwar in den Gesetzten verankert, aber das nützt nichts, wenn nach wie vor darum gekämpft werden muss. Schaut Euch dazu das Interview von unserem ersten Vorsitzenden Prof. Dr. Hanisch und den Eltern von Paul an. Katja Rohland
22.01.19, 08:31 Rohland Katja
Das erste Mal ist immer etwas Besonderes. Das erste Mal ist der Beginn, ein Moment, an den man sich immer zurück erinnern wird. Das erste mal in die Schule gehen. Spannend! Das erste mal küssen. Aufregend! Das erste Mal ganz alleine Auto fahren. Noch aufregender! Und der erste 10er für das Projekt. Daran erinnere ich mich auch. Der 10er, der steht bei mir im Büro im Regal. Er ist etwas Besonderes. Die erste Spende, die ich persönlich in die Hand gedrückt bekam. Sie kam von einer Bekannten, ich hatte Bücher abzugeben. Darunter etwas, dass sie gebrauchen konnte. Ich wollte es ihr schenken, aber sie drückte mir trotzdem das Geld in die Hand: "Dann ist das eine Spende für das Projekt!" Und da war es, mein erstes Mal Geld für das Projekt entgegen nehmen. Natürlich habe ich dann einen 10er in das Projekt gesteckt, aber einen anderen. Denn diesen einen, den wollte ich behalten. Er erinnert mich daran, das alles einmal klein beginnt und zeigt mir, wie weit wir schon gekommen sind.
15.01.19, 20:06 Rohland Katja
Inklusion ist ein spannendes Feld. Gut, dass es Menschen gibt, die sich damit auskennen. Aber echte Experten sind leider nicht leicht zu finden. Zum Glück hat Pauls Mama eine gute Expertin gefunden: Frau Dr. Manske. Paul und ich dürfen sie regelmäßig besuchen und bei ihr lernen. Nicht nur Paul, sondern auch ich lerne eine Menge von ihr. Zum Beispiel, wie Inhalte für Kinder mit Trisomie 21 aufbereitet werden können, was genau eine Handlung ist und was nur eine symbolische Darstellung. Wie die Stufe der Symbolik richtig genutzt werden kann ....kurz gesagt, geht es um den Aufbau funktioneller Hirnsysteme. Ohne sie wäre Paul nicht so weit, wie er jetzt ist. Ganz besonders stolz sind wir, in ihrem Mathebuch erschienen zu sein. In regelmäßigen Abständen wurden während der Grundschulzeit Ideen entwickelt in Mathematik, sehr genau wurden wir dabei von Frau Dr. Manske reflektiert. Sie gab uns Aufgaben mit, kontrollierte, verwarf Gedanken und entwickelte phantastische Ideen. Wir durften die Früchte ihrer Arbeit genießen. Sie hat ein tolles Buch über Mathematik geschrieben und wir sind dankbar, ein Teil davon zu sein. Liebe Dr. Christel Manske, DANKE! Katja Rohland
07.01.19, 21:21 Rohland Katja
Geschichten die das Leben schreibt, sind einfach die besten. Hier ist so ein Moment, die ich vor einigen Jahren mit Paul erlebt habe. :) Bisher hat dieser Artikel den Weg in die Öffentlichkeit noch nicht gefunden, aber jetzt wird es Zeit! Hier also meine Kurzgeschichte...und ja...es hat sich so zugetragen! Vom stillen Örtchen und anderen Behinderungen Wer wie ich einen kleinen Jungen mit Trisomie21 in der Öffentlichkeit begleitet, der verändert seine Sicht auf das Leben sehr drastisch. Jeden Tag begegnen einem neue Menschen und Meinungen. Und da ich den nötigen, inneren Abstand (meist) habe, kann ich über einiges nur den Kopf schütteln, aber über anderes auch beherzt lachen. Neulich waren Paul und ich im Schwimmbad. Das macht er sehr gerne. Schwimmen. Er wird auch richtig gut, jedes Mal entdeckt er neue Dinge, die er mit seinem Schwimmgürtel um den Bauch anstellen kann – z.B. wenn man paddelt wie ein Hund, geht man trotz Gürtel fast unter, aber wenn man ruhig stehen bleibt, dann treibt man wieder hoch. Ein Spiel, das er stundenlang betreiben kann. Und dann ergibt sich ein Problem, wenn man Wasser um sich hat, schwimmt, und es lange dauert, dann muss man mal zur Toilette. Jetzt kann ich den kleinen Mann ja schlecht auf die Herrentoilette begleiten, die „normalen“ Herren schauen so seltsam, wenn man als Frau selbstbewusst mit dem Kerl an der Hand zur Toilette stürmt und behauptet, man hat was wichtiges zu erledigen. Allein geht noch nicht. Jetzt ist Paul schon recht groß, d.h. mitnehmen auf die Damentoilette ist auch nicht mehr, zumal Paul von selbst davor bremst, auf das Schild zeigt und deutlich zu verstehen gibt:“ Paul Junge!“ Aber für solche Fälle gibt es ja eine sogenannte „Behindertentoilette“ . An diesem Ort ist Waffenstillstand im Geschlechterkampf. Das Geschlecht wird durch die Behinderung negiert, denn bei Toiletten unterscheidet man lediglich zwischen drei Kategorien „Mann“ „Frau“ und „Behindert“. Auf das “ Örtchen für Geschlechterlose“ zugesteuert, Schwimmgürtel ab und den jungen Mann sein Geschäft verrichten lassen. Jetzt hätte sich Erleichterung breit machen können – hätte…… wäre da nicht eine engagierte Dame gewesen, die sich für die Rechte der Behinderten einsetzte. Lautstark weißt sie mich auf das Schild hin: „Ihr Kind darf da gar nicht auf dieses Klo, das ist nur für BEHINDERTE.“ „Danke, das sind wir!“ rufe ich lautstark zurück und lächle beschwichtigend – WIR meine ich auch so, schließlich sind wir behindert durch unser Geschlecht. Aber das war nicht der Satz, den die Dame erwartet hatte. Offensichtlich habe ich gerade den Knopf gefunden, der ihren Motor startet. Eigentlich finde ich es rührend, wie sie die Rechte und Orte der Behinderten verteidigt. Wo in der Öffentlichkeit traut sich schon jemand, einfach mal beherzt für andere einzustehen. Großartig! Nur jetzt steuerte sie auf mich zu, deutete auf das Schild und wiederholte:“ BE-HIN-DER-TE!“ Böse Blicke anderen Badegäste trafen mich.. Ich versuchte die Gemüter der Umstehenden etwas zu beruhigen „ Im Ernst, wir sind behindert. Ich kann den Jungen nicht allein zur Toilette schicken und für die Damentoilette ist er zu groß“ Unverständliches Kopfschütteln der Beschützerin und Badegäste. Ich setzte grinsend nach: “ Oder reicht ein Down Syndrom für eine Behindertentoilette nicht.“ Die Blicke fliegen von mir zu Paul und zurück. Ich würde sagen: Schachmatt. Der Zug war nicht ganz fair von mir, wie konnte ich diese tapfere Kämpferin so vorführen? Aber irgendwie musste ich ja diese kleine Versammlung auflösen um noch mehr Aufsehen zu verhindern. Jetzt tut mir die gute schon wieder sehr leid. Sie wird rot, stammelt etwas von Entschuldigung, sie habe das ja nicht gewusst. Also, das könnte man ja auch gar nicht so sehen. Ich beschließe sie zu erlösen:“ alles in Ordnung. Nett dass sie sich so einsetzten. Und dass man es nicht sieht, das nehmen wir mal als Kompliment.“ Ich lächle sie beruhigend an und beschließe dies Sache als erledigt zu betrachten. Paul bekommt seinen Schwimmgürtel in die Hand gedrückt, er kann sich den ja schon mal wieder umschnallen. Jetzt muss ich nämlich zur Toilette. Allerdings für die Damen, sicher ist sicher. Als ich vom Klo komme, steht Paul mit erhobenen Händen dort, wo ich ihn gebeten hatte zu warten. Vor ihm kniet unsere Kämpferin. Diesmal hat sie sich den Schwimmgürtel vorgeknöpft. Sie hat ihn Paul umgelegt und fingert am Verschluss. Dabei stammelt sie etwas von: „den bekommt man ja nicht zu, das gibt es wohl nicht.“ Pauls grinst mir zu, ich grinse zurück und nicke ihm zu. In aller Ruhe nimmt Paul ihr den Verschluss aus der Hand und schließt ihn. Er kann das. Ist ein Sicherheitsverschluss. Sicher ist sicher. Die Dame schaut verdutzt drein. Sie tut mir schon wieder leid. Sie konnte ja nicht ahnen, dass wir zu diese Art von Behinderten gehören. Katja Rohland (Bild pixabay zorro4)
02.01.19, 18:37 Rohland Katja
Wir wünschen Euch ein buntes und tolles Jahr 2019! Ich bin noch einigen eine Erklärung schuldig. Und da dachte ich einfach, damit ich mich nicht wiederhole, stellen ich es einfach hier ein. Ich wurden gefragt: Warum trägst du verschiedene Socken? Machst du das immer? Die Antwort: Nein nicht immer. Aber im Moment immer öfter, also täglich. Eigentlich zieht man verschiedene Socken am Welt-Down-Syndrom-Tag an. Der ist am 21.03. Legt man die Socken mit den Fersen zusammen, so sehen sie aus wie Chromosomen. Davon hat ein Mensch mit Trisomie fast auch immer ein Paar, nämlich zwei. Nur das 21 Chromosom tanzt fröhlich aus der Reihe und ist dreimal vorhanden. Es ist eben ein wenig bunter. Um darauf aufmerksam zu machen, ziehen ich/ wir am 21.03. bunte Socken an. Immer wenn jemand darauf reagiert, kann ich / können wir über Trisomie21 aufklären. Da sich während unserer Crowdfunding-Kampagne bei uns vieles um Trisomie21 dreht und wir ohnehin viele Menschen aufklären wollen, dachten ich, es ist eine tolle Gelegenheit zweifarbige Socken zu tragen. Und ich habe geschworen, ich ziehe es bis zum Ende der Kampagne durch! :)
31.12.18, 12:06 Rohland Katja
Manchmal, ja manchmal hilft der Zufall einfach mit. Wir waren zu einer Spendenübergabe eingeladen. Mit vielen anderen Spendenempfängern und Presse. Dabei trafen wir auf Herrn Hillebrand. Er hat den ersten Artikel für die Ostfriesische Zeitung über das Projekt verfasst. Jetzt traf er uns per Zufall wieder. Nach unserer Unterhaltung hat er diesen tollen Artikel geschrieben. Danke und Viel Spaß bei lesen! Mit diesem Artikel verabschieden wir uns für dieses Jahr und wünschen einen guten Rutsch ins neue Jahr!
28.12.18, 06:03 Rohland Katja
Da sind wir nun endlich! Film 1 ist greifbar nah. Nur noch wenig trennt uns, das Ziel ist in Sicht! Heute erzähle ich, Katja Rohland, wie für mich alles begann. Vor ca. fünf Jahren stellte man mir eine simple Frage: "Willst Du mit Paul zur Schule gehen?" Nicht mehr und nicht weniger brauchte es, um mein Leben radikal zu verändern. Nach über 12 Jahren verabschiedete ich mich aus der Ergotherapiepraxis und packte meine Schultasche. Für mich hieß es lernen, nicht lesen und schreiben, sondern den sinnvollen Aufbau von Lerninhalten, von praktisch handelnd, über die Symbolik bis hin zu den Schriftzeichen. Auf diesem Weg musste ich mich oft in Frage stellen, mich überdenken, aber ich durfte auch Entwicklungen anstoßen und Ideen wachsen sehen. Nicht nur bei Paul, sondern auch bei mir. Ich durfte zusammen mit Lehrern und Pauls Eltern Lösungen für vermeintliche Probleme finden. Eine intensive und tolle Zeit. Aber wie kommt man drauf, das ganze jetzt als Film zu dokumentieren? Da kamen andere drauf. Im Rahmen einer Fortbildung musste ich eine Prüfung ablegen und einen Vortrag halten. Mein Thema: "Vorurteile über Trisomie21". Es waren diese berühmten Minuten im Leben, die einen Stein ins rollen bringen können. Ein Mensch im Publikum hat mein Vortrag berührt und gezündet. Dieser Funke wurde weiter getragen, von meinem Vortrag erzählt. Nach zwei Wochen bekam ich eine Anfrage des VaN e.V. "Können sie nach Hamburg kommen und ihren Vortrag hier nochmal halten?" Den Vortrag hielt ich damals vor drei Leuten: Prof. Dr. Jochen Hanisch( 1. Vorsitzender des VaN) , Michael Kottmeier und Stefan Prehn (von k.film). Das war die Geburtsstunde des Projektes. Paul21 :)