Crowdfunding beendet
"Was macht man, wenn man keinen Ausweg hat? Was macht man, wenn man keinen Ausweg hat? Entweder Schluss, oder man steigt aufs Rad. Ich hab den Rikscha Blues." Der neue Roman von Falko Hennig. Unterstützt uns und seid die ersten, die das Buch erhalten!
3.040 €
Fundingsumme
98
Unterstütz­er:innen
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 Rikscha Blues
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Über das Projekt

Finanzierungszeitraum 03.09.18 09:50 Uhr - 26.09.18 23:59 Uhr
Realisierungszeitraum September 2018
Startlevel 500 €

500 Euro reichen, um für einige Wochen über die Runden zu kommen und einen Teil der ersten Auflage mitzufinanzieren.

Kategorie Literatur
Stadt Berlin

Projektbeschreibung anzeigen ausblenden

Worum geht es in dem Projekt?

Es geht um nicht weniger als die Rettung der Existenz eines ehemals recht hoffnungsvollen Literaturtalents, der sich heute, fast 50-jährig, mit Rikschafahren ein karges EInkommen verdient. Er schrieb erste bezaubernde Bücher, um dann zum größten Plagiator der Weltgeschichte zu werden und sich so vollzukiffen, dass erst jetzt wieder etwas veröffentlicht werden kann. Man will nicht wissen, wie er es in seinem Geisteszustand geschafft hat, knapp 300 lesbare Seiten Manuskript zusammenzutragen, aber ja: Es ist das beste, was wir je von ihm gelesen haben und dieses Buch wird uns berauschen, die tragischste Liebesgeschichte liefern, Berlin als Kulisse neue Ehre machen, den Spirit der Stadt einfangen, so, wie es ihn bald nicht mehr geben wird. Es mag wie ein neuer Beitrag zum Genre des Trottel- und Schelmenromans kombiniert mit Kerouacs "On the road"-Spirit wirken, am Ende ist es eine lakonische, nackte Abrechnung mit der Hauptstadt und ihrer Geschichte, falscher Liebe und den Wirrungen des Zwischenmenschlichen. Ein Roman als Rikschafahrt durch die Hauptstadt. Skurril. Schnell. Von der Seite betrachtet. Zauberhaft.

Auszug: "Maßstäbe hat der Guide Falko Hennig, mit dem wir am 22. Oktober fuhren, wirklich gesetzt mit einer Fahrt, auf die meine Frau und ich sehr gern verzichtet hätten. Vielleicht hätten wir schon durch die merkwürdige Kleidung unseres Fahrers stutzig werden müssen, die selbst für Berliner Verhältnisse auffällig schäbig und geschmacklos war. Dazu stank er penetrant, womöglich wegen seiner schweren Hautkrankheit, die wohl niemand sonst einem Publikum zugemutet hätte.
Gegen einen Joint nach Feierabend haben wir wirklich nichts, aber dieser Fahrer hat stinkenden Skunk derartig Kette geraucht, dass meine Frau und ich die ganze Zeit hustend in seiner Rauchfahne sitzen mussten.
Elfmal gelang es diesem Individuum, mit der Rikscha gegen Wände, Mauern oder Bäume zu fahren. Von den roten Ampeln, die er überfuhr, den Einbahnstraßen in der falschen Richtung und Bürgersteigen, über die er mit irrsinnigen Tempo raste, wohlgemerkt mit uns als seinen Geiseln in der Rikscha, will ich gar nicht erst anfangen, da dies den Rahmen dieses Briefes sprengen würde.
Dass dieser Mensch schon vor Beginn der Fahrt und dazwischen nicht weniger als sieben mal auf seine Bücher hinwies, die er zu verkaufen habe, war besonders nervend. Er hörte damit auch nicht auf, als wir für unsere Verhältnisse extrem deutlich gemacht hatten, dass wir keinerlei Interesse daran hätten. Schon die oberflächlichste Recherche zeigte uns nach diesem Horrortrip, dass er sich nicht als Schriftsteller, sondern ausschließlich als Plagiator einen Namen gemacht hat. Sein aufdringliches Geschäftsgebaren erinnerte uns an das aus afrikanischen und arabischen Ländern, aber es war nicht verbunden mit dem Charme beispielsweise ägyptischer Händler.
Anfangs fanden wir seine undurchdringliche Sonnenbrille unheimlich und wir wünschten, dass er sie mal absetzte. Vom Augenblick allerdings, an dem er das getan hatte, sich zu uns umdrehte und wir seine blutunterlaufenen, glasigen Augen sehen mussten, hätten wir es begrüßt, wenn er sie wieder aufgesetzt hätte.
Dass unser Fahrer meistens keine Ahnung hatte, wo er sich befand, konnten wir nicht übersehen. Wo wir zum Beispiel genau waren, als er uns das angebliche Geburtshaus von Hitler zeigte, wusste er offensichtlich nicht. Aber dass es unmöglich ein Plattenhochhaus von ungefähr 1985 sein konnte, war auch uns als historische Laien klar. Auch hinterließen seine ständigen Erwähnungen des Führerhauptquartiers, aus dem er komme und in das er wieder zurück müsse, bei uns einen bitteren Geschmack.
Seine Frage, ob wir „auch so'nen Brand“ hätten, verneinten wir ausdrücklich. Gern hätten wir die Fahrt abgebrochen, aber weder wir noch unser Fahrer wussten ja, wo in Berlin wir überhaupt waren. Dass wir mit ihm auf der Avus auf dem Randstreifen der Autobahn bis zur Ausfahrt Spanische Allee fahren mussten und uns am Arsch der Welt wiederfanden, das verdanken wir Ihrem grandiosen Angestellten.
Sein immer wieder vorgebrachter Vorschlag, doch in diese oder jene Kneipe einzukehren, um „die Kehle anzufeuchten“, „einen zu zwitschern“, „ein Sturzbier da vorn“ zu nehmen, weil doch hier sehr „trockene Luft“ sei, lehnten wir ausdrücklich ab. Gerade von trockener Luft konnte bei dem feuchtkalten Wetter in keiner Weise die Rede sein.
Einige seiner Fehlleistungen habe ich in Erinnerung. Der angebliche Biber-Damm war eindeutig die Mühlendamm-Schleuse. Der angebliche Darkroom von Wowereit im Roten Rathaus war ein Wasserloch unter einem Bauwagen in Treptow. Dass Barack Obama und Helmut Kohl ausgerechnet an der Currybude Mehringdamm zusammen gegessen haben, ist doch auszuschließen. Auffällig war der Geldschein, mit dem sich unser Fahrer beim Mann von der Frittenbude auszahlen ließ.
Nun wollte er mit uns „jetzt mal ordentlich einen löten“ und „einen schnasseln“, weil es so heiß sei und das jeweilige Lokal besonders bemerkenswert. Dies beruhte ausschließlich auf seinem Wunsch. In Wirklichkeit war es ziemlich kalt. Weder meine Frau noch ich wollten am Morgen schon Alkohol trinken.
Dass dieser Touristenführer behauptete, ein prominenter Autor zu sein und viele Bücher zur Geschichte der Stadt geschrieben zu haben, ist ein Hohn. Wir haben ja schon erlebt, dass jemand die vielen Friedrichs und Wilhelms in der Berliner Geschichte durcheinanderbringt. Aber noch nie einen, der scheinbar Erich Honecker mit Nelson Mandela verwechselt, von denen, ganz nebenbei, ebenfalls keiner in Berlin geboren oder gestorben ist. Erst recht wurden sie nicht auf dem Marktplatz mit glühenden Zangen gezwickt, gevierteilt und die Teile an den vier Stadttoren auf Spießen ausgestellt.
Seine Unfähigkeit zeigte uns der Fahrer am Brandenburger Tor, das er als höchstes Gebäude der Stadt bezeichnete, obwohl alle angrenzenden Häuser deutlich sichtbar höher waren. Dass es 1980 zur 1000-Jahrfeier Berlins eingeweiht worden sei und man unterm Dach in einem Drehrestaurant speisen könne, waren dann noch die i-Tüpfelchen auf seinem Quark der Inkompetenz. Dieser Mann ist entweder schwer dement, wahnsinnig oder steht unter Einfluss einer Überdosis sehr gefährlicher Drogen.
Zu dem verheerenden Gesamteindruck seiner Arbeit kam hinzu, dass er beim Fahren offensichtlich versuchte, sämtliche Hunde auf den Gehwegen und in den Nebenstraßen zu fotografieren. Als es regnete, schützte sich dieser Irre mit einem Regenschirm, in der Rikscha fahrend und weiterhin fotografierend, ein abscheulicher Anblick für uns hilflos hinten sitzend und ganz unmöglich war es ihm, dabei auf den Verkehr oder uns zu achten.
Lediglich der Auffälligkeit seiner in schreienden Farben lackierten Rikscha ist es zu verdanken, dass schlimmere Unfälle verhindert wurden.
Wir legten keinen Wert auf seine unvermittelten Erzählungen aus dem Drogenmilieu, wo in Saloniki und Harrar in Abessinien man guten Stoff kaufen könne oder wie er in Jijiga völlig high mit dem Gouverneur auf Löwen geschossen und wie viel Nasen er mit Gerhard Schröder gezogen habe, wo welche Drogen hergestellt würden und wo er schon überall verhaftet worden sei, offensichtlich nicht nur wegen Drogendelikten, sondern auch wegen diverser Überfälle, Einbrüche und schwerer Körperverletzung.
Weder meine Frau noch ich wollte wissen, wo und mit wem dieser hässliche Mensch überall schon Sex gehabt hatte. Erst recht war niemand daran interessiert, wo seinem Vater der Fuß amputiert worden sei. Bei einem Zahnarzt wohlgemerkt, wenn man seinen Worten glauben würde, was wir nicht tun. Seine wiederholten Erwähnungen der Massenmörder an der Charité lassen auf eine akute Persönlichkeitsspaltung schließen.
Wer will denn wissen, wo diesem Individuum ein Furunkel am Hoden entfernt worden sei? Wir nicht!
Von den vielen Leuten, die er unterwegs grüßte, kannte ihn niemand. Die Namen, die er ihnen zurief, unter anderem Orje, Kalle und Hotte, stimmten kein einziges mal.
Auf den Fotos, die er zur Illustrierung seiner Ausführungen zeigte, waren ausschließlich dicke Kinder abgebildet.
Des Weiteren fiel sein Zittern und Schwitzen unangenehm auf, dazu stotterte er häufig und sprach dann minutenlang in einer Phantasie-Sprache. Darauf angesprochen, erwiderte er zu seiner Verteidigung, in Abchasien würde man diese Sprache sprechen. Das ist völlig unglaubhaft!
Noch nie haben wir in irgendeinem Land einen so übelriechenden Menschen getroffen. Als er Blauer Mond von Berlin sang, ist uns schlecht geworden. Die absurdesten Verwechslungen unterliefen dem Fahrer am Reichstag, den er uns ernsthaft als Plötzensee vorstellte.
Wir hoffen inständig, dass dieser Mann nicht typisch für Ihre Rikscha-Fahrer ist. Bitte feuern Sie ihn und sorgen Sie dafür, dass er niemals wieder in Berlin arglose Reisende in die Irre und ins Verderben fährt!
Mit freundlichen Grüßen
Dr. jur. Rolf Gottwald (Karlsruhe)
Richter im Ruhestand"

Und danach gehts weiter. Wer wissen will, wie der Rikscha Blues klingt, macht mit und unterstützt diese Aktion. Ihr bekommt als erste dann das Buch!

Was sind die Ziele und wer ist die Zielgruppe?

Ziel ist, Autor und Verlag reich zu machen und von den banalsten Herausforderungen der Daseinsfürsorge zu verschonen, um ein angemessenes Leben als Literat und Verwerter führen zu können.

Warum sollte jemand dieses Projekt unterstützen?

Aus Mitleid. Naja, vielleicht auch, weil das Buch gut ist und ihr die ersten sein wollt, die dieses Buch geliefert bekommen. Der Verleger begeisterte sich für Hennigs Geschichte, weil er in Jahren nicht mehr einen so guten Text gelesen hat. Das mag eine ernüchternde Zustandsbeschreibung des Verlags sein, aber wir haben ein Gefühl: dieses Buch IST etwas Besonderes und muss an die Öffentlichkeit.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

- Druckkostenzuschuss
- besondere Ausstattung, gute Papiere

Wer steht hinter dem Projekt?

Der ehemals wohl bestaussehende Berliner Autor und Mitgründer der legendären Reformbühne Falko Hennig: http://www.falko-hennig.de (Achtung: die Fotos auf der Website sind mindestens 20 Jahre alt, er sieht heute wesentlich schlechter und fertiger aus).

Und Alexander Schug, Berliner Verleger, der froh ist, dass in seine Netze endlich mal ein dicker Fisch gegangen ist, dessen Erfolg andere Kleinstverlage wie Hanser & Co. echt alt aussehen lassen wird.

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