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Projekte / Musik
TWITTERMONOLOGE. Komposition eines Liederzyklus nach Texten von Donald J. Trump. CD-Produktion im Juli 2017 mit Laura Pohl (Sopran) und Ashley Hribar (Piano)
465 €
3.000 € Fundingziel
8
Unterstützer*innen
Projekt beendet
19.06.17, 13:22 Manuel Rösler
Twitter Monologues is a cycle of songs by the german composer Manuel Roesler, based on short tweets, (excerpts of) speeches and interviews. Seven miniature operatic scenes in which Trump, for example, complains about how unfairly he is treated by the media, while the piano is constantly striking new rhythmic hooks ("Trump's Lament"). Or belittles TV personalities like Bryant Gumbel or Rosie O’Donnell. And of course it’s always the “corrupt media” that simply don’t get him right “(Fake News”). In “Best Builder” we meet Trump as a startled young boy, who needs to assure himself that he actually is important – at least to someone: "Sorry losers and haters, but my IQ is one of the highest - and you all know it"). And we see all his childhood dreams shattered at “Inauguration Day”, which feels like an empty birthday party to which nobody came – a song that resonates the medieval traditions of a “passacaglia”. And with it’s “death bell”-like drone also remands of a march to the scaffold. Or a “walk of shame” if you prefer that image… In his "twitter monologues" Roesler does not position himself as a defender of his protagonist - but not as his opponent. Rather, he is interested in the abysmal and bizarre nature of the self-created "creature Trump", the operatic exhibition of irritating character traits as well as the question, whether there is a man behind the noise that he makes.
16.06.17, 21:39 Manuel Rösler
Das siebte und letzte Lied ist fertig: "Inauguration Day". Der Text setzt sich aus zwei Tweets vom Herbst 2016 und Jnauar 2017 zusammen - und ich bin so frei, Laura Pohl zu zitieren, die am 25. Juni die Uraufführung singen wird. "traurig und einsam und verlassen und nicht-gesehen-fühlen und deshalb unterschwellig aggressiv.... kommt alles durch. Und für den Zuhörer dann im Paket richtig unheimlich. Passt perfekt zu Trump!" Musikalisch gesehen ist "ID20" eine Chaconne, also ein besonders strenge musikalische Form, die nur wenig Abweichungen vom vorgezeichneten Pfad zulässt. Dieselben acht Harmonien werden unablässig wiederholt - und dazu läutet ein "Totenglöckchen" den immer gleichen Rhythmus auf einem einzigen Ton. Der Marsch zum Kapitol erinnert auf diese Weise ein wenig an den Gang zum Schafott. Und am Ende wird es einsam um den kleinen Jungen, der Präsident werden wollte. Das Titelblatt der Druckausgabe nimmt allmählich ebenfalls Gestalt an. Der erste Entwurf erinnert mich aber aber an irgendeinen Verlag, .. ich weiß auch nicht ;-)
13.06.17, 15:00 Manuel Rösler
„Neben Donald Rumsfeld und Donald Duck gehört Donald Trump zu den einflussreichsten politischen Lyrikern der Gegenwart. In seinen Texten vereint der 1946 geborene Regierungspraktikant Eigenschaften des japanischen Haiku mit Elementen abendländischer Aphorismenkunst und des irischen Limerick.“ EMILY DICKINSON (FAKE NEWS) Im Rahmen des Festivals „Zeiten im Wandel“ am Sonntag, 25. Juni 2017 um 18 Uhr werden in der Mindener Martinikirche zwei Werke uraufgeführt, die die Komponisten Arsalan Abedian und Manuel Rösler für diesen Anlass geschaffen haben. Während Abedian traditionelle persische Lyrik mit einer Sängerin, der traditionellen Santur und elektronischen Zuspielungen in Musik setzt und damit gewissermaßen literarische Hochkultur in Szene setzt, wählt der in Berlin lebende Manuel Rösler einen ungewöhnlichen und provokanten Ansatz und ergänzt auf diese Weise das Werk seines iranischen Kollegen. Die textliche Grundlage der Twittermonologe für Sopran und Klavier bilden kurze Tweets des amtierenden US-Präsidenten. Sieben miniaturhafte Opernszenen, in denen sich Trump etwa in einem einsamen Arioso darüber beklagt, wie unfair er von den Medien behandelt wird, während das Klavier unablässigen Rotationen ständig neue rhythmische Haken schlägt („Trump’s Lament“). In „Best Builder“ begegnen wir erstmals Trump als kleinem ängstlichen Jungen, der sich der eigenen Bedeutung vergewissern muss („Sorry losers and haters, but my I.Q. is one of the highest - and you all know it.“) und dabei unbewusst immer wieder in kindliche Bilder und Sprachmuster verfällt („I am the BEST builder, just look at what I’ve built“) - und erleben das Scheitern dieser kindlichen Träume im Lied „Inauguration Day“. Hier malt sich Trump aus, wie schön das Fest zu seiner Amtseinführung werden wird, wie viele Stars aus Film und Showbusiness anreisen werden – und dass es schwer sein wird, in passende Abendgarderobe zu finden („All the dress shops are sold out in Washington“). Umso bitter der Kampf gegen die Enttäuschung, dass es eben doch kein rekordverdächtiger Besucherandrang geworden ist. Und wenn im Zuge dieser Amtseinführung rasch von „alternativen Fakten“ die Rede war, lässt sich dieses irrationale Angehen gegen offensichtliche Wahrheiten wohl nur aus dem Gefühl tiefer Kränkung verstehen, die dem Donald John Trump in seiner Kindheit widerfahren sein muss. In seinen „Twittermonologen“ positioniert sich Rösler jedoch nicht als Verteidiger seines Protagonisten – aber auch nicht als dessen Gegner. Ihn interessiert vielmehr das abgründige und bizarre Wesen der selbsterschaffenen „Kreatur Trump“, das opernhafte Ausstellen irritierender Charakterzüge ebenso wie die Frage frei nach Tucholsky, ob es hinter dem Lärm, den er macht, einen Menschen gibt.