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Selbstorganisation? Selbstexploration!
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Selbstorganisation? Selbstexploration!

9 min Lesezeit

Wir sind ein Unternehmen im Wandel. Im Außen fördern wir seit 10 Jahren eine innovative, vielfältige und verantwortungsvolle Gesellschaft. Im Innen haben wir letztes Jahr einen Organisationsentwicklungsprozess angestoßen, um auch unsere Arbeit im Team zu erneuern. Mit diesem Blogbeitrag nehmen wir dich auf diese Reise mit. Wir möchten dich zur Veränderung inspirieren und Lernmomente mit dir teilen. Weil wir davon ausgehen, dass Teilen substanzieller Bestandteil von Leben ist.

"Sowohl aus ökonomischer als auch menschlicher Sicht sprechen viele Argumente dafür, dass wir die Art, mit der wir derzeit in Organisationen zusammen arbeiten, nicht fortsetzen können." (Frederic Laloux: Reinventing Organizations)

Seit einiger Zeit schon fragen wir uns: Leben wir neues, purpose-orientiertes Wirtschaften eigentlich auch nach innen? Wie wollen wir wirklich arbeiten? Wir stehen in einem schmerzhaften Spagat: Ein Bein in der Leistungsgesellschaft, die wir gelernt haben, aber nicht mehr wollen – das andere in einer Zukunft der Arbeit, die wir uns ersehnen, zu der uns aber die erprobten Muster fehlen. Gespannt sprechen wir deshalb mit Wegbereiter*innen wie Einhorn oder Soulbottles, die mit Holacracy, kollegialer Führung oder Selbstorganisation an der Kartografie einer veränderten Arbeitslandschaft tüfteln. Als uns dann Veränderungen in unserer eigenen Leitungsstruktur vor neue Herausforderungen stellen, beschließen wir Anfang 2020: Es ist Zeit, selbst auf Reisen zu gehen. 

Zum Einstieg nimmt uns unsere Starterin Bettina Rollow vom Projekt New Work needs Inner Work in einem Workshop mit in die Welt der Selbstorganisation und macht uns klar: Bevor wir fröhlich alte Hierarchien einstampfen, fließende Kompetenzdynamiken etablieren und eine strahlende New Work-Vision entwickeln können, müssen wir erst erkennen, wer wir sind und was zu uns passt.   

Der erste Aha-Moment also: Erst die Selbstexploration – dann die Selbstorganisation - oder eben ein ganz anderes Konstrukt? Mit dem Willen zu einem langen Atem beschließen wir, das Ergebnis zunächst offen zu lassen und uns Zeit zu geben, zu lernen und organisch ein für uns passendes Organisationsmodell zu entwickeln. 2020 bedeutete das, uns in Workshops intensiv mit uns und den Themen Kommunikation, Führung und Werten auseinanderzusetzen. Das war und ist herausfordernd, auch weil wir uns durch Corona parallel als Remote-Team neu entdeckten. Bis hierhin – und mit Hilfe unserer Coaches der Agentur BSPW – haben wir aber bereits einiges gelernt.    

Diese 7 Erkenntnisse möchten wir mit dir teilen:  

1.         Tauscht euch aus.  

Durch Gespräche mit anderen Teams wie z.B. Roxana Baur von tbd* haben wir schnell gehört, dass es sehr hilfreich sein kann, sich Unterstützung von außen zu holen. Also haben wir uns für eine Zusammenarbeit mit BSPW entschieden, die uns seitdem auf unserem Weg coachen.  

2.         Findet eine gemeinsame Sprache.  

Transparenz ist nicht gleich Offenheit ist nicht gleich Vertrauen. Wir sprechen alle verschiedene Sprachen. Wir nutzen die gleichen Wörter und meinen unterschiedliche Inhalte. Um uns trotzdem gemeinsam als Team im Veränderungsprozess zu verorten, bedienen wir uns Modellen wie Spiral Dynamics oder dem 4-Quadranten-Modell

"Alle Modelle sind falsch, aber einige sind nützlich." (George Box)  

3.         Übt euch in wertschätzender Kommunikation & Feedback.  

Wenn wir altbekannte Strukturen infrage stellen, kann meist nur ehrliche und proaktive Kommunikation den Leerraum füllen. Gewaltfreie Kommunikation hilft, Bedürfnisse sichtbar zu machen. Auch die Bedeutung von Feedback wächst. Wir lernen, Feedback als Geschenk und Angebot zum Austausch statt als Kampfansage zu erkennen. 

4.         Entdeckt eure Lernzone.  

In der Komfortzone passiert bekanntlich wenig spannendes, aber auch in der Panikzone gibt es keine produktiven Fortschritte, weil alle in Angststarre verharren. Findet heraus: Was braucht ihr, um euch entwickeln zu können? Wie viel Sicherheit, Kontinuität und Autonomie muss es geben? Wo liegen die eigenen Grenzen – und die der anderen?   

5.         Spürt die Werte eures Unternehmens auf.  

Beschäftigt euch damit, was wirklich wichtig ist. Das leitet euch bei der Arbeit und in Entscheidungen. Wir lernen gerade, wie wir das, was für Startnext Wert hat, mit unseren individuellen Werten verknüpfen und konstruktiv über Wertespannungen sprechen.

6.         Beleuchtet alle blinde Flecken.  

Alle Konflikte werden immer wieder auftauchen, bis wir sie gemeinsam mit allen Beteiligten bearbeitet haben. Über blinde Flecke in unserem Denken und Verhalten lässt sich deshalb nicht "drüber hinweg" arbeiten. Fangt jeweils bei euch selbst an zu suchen und hört aufmerksam zu, wenn andere im Team euch auf einen blinden Fleck im Sichtfeld aufmerksam machen. 

"Wir wollten ihren Blick auf die an sich einfache Tatsache lenken, dass wir alle unter bestimmten Bedingungen Entscheidungen treffen. Diese Bedingungen rahmen das, was wir für realistisch, möglich oder wünschenswert halten. Sie sind so etwas wie die Box, in der wir uns befinden. In Innovationsprozessen ist es hilfreich, nicht nur kurz aus ihr rauszudenken [...]. Es ist auch sinnvoll, mal so weit herauszutreten, dass wir einen Blick auf die Box gewinnen." (Maja Göpel in Unsere Welt neu denken)

7.         Macht langsam & haltet aus.   

Wir wollen schnell vorankommen und hasten deshalb gern auch mal durch die Organisationsentwicklung. Veränderung und Verstetigung aber brauchen Zeit. Ein Transformationsprozess erfordert die Fähigkeit, mehrere Wahrheiten gleichzeitig halten zu können - zum Beispiel, dass etwas schmerzhaft, zäh, unsicher und gerade deshalb genau richtig sein kann.  

Wo stehen wir jetzt und wo wollen wir hin?   

Wir haben 2020 miteinander exploriert, wer wir als Team sind. Einige unserer Erkenntnisse haben wir bereits voll beherzigt und mehr und mehr in unsere Arbeit eingebaut. Über andere von ihnen stolpern wir immer wieder gemeinsam. Wir haben gelernt, dass auch das ein Teil des Prozesses ist. Im Coaching arbeiteten wir mit dem Modell "4 Zimmer der Veränderung" : Bevor eine Erneuerung ansteht, muss man zwangsläufig den Raum der Konfusion durchschreiten. Dieser Weg wiederholt sich im Laufe der Zeit immer wieder zyklisch – und vom Status Quo zur Erneuerung gibt es leider keine Short Cuts.  

2021 geht es jetzt darum, von der Exploration zur Umsetzung in der Organisation weiterzumarschieren. Wir bauen ein aktualisiertes Arbeitsmodell für uns, das auf unseren Werten, Visionen und Kompetenzen fußt. Ein kleiner Einblick in unsere To Do Liste:  

  • Unsere Kommunikationsskills vertiefen
  • Bestehende blinde Flecken aufspüren und lösen 
  • Die Balance zwischen definierten Werten und der Erkenntnis, dass alles im Wandel ist, finden 
  • Unsere jeweiligen Kompetenzen noch besser kennenlernen und sichtbar machen 
  • Uns mit OKRs, die uns motivieren und antreiben, strukturieren 
  • Verantwortungen klarer machen u.a. mit dem RACI-System 
  • Eine Rollenstruktur finden, die zu uns passt 

Wenn du Lust hast, nehmen wir dich auch auf diese Reise gern weiter mit: Wir - das sind Lilli und Friederike - werden regelmäßig auf dem Blog über unsere Erfahrungen als Prozessbegleiterinnen unserer Teamentwicklung berichten. 

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