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Mutige gestalten die Zukunft
Neue Crowdinvestment-Plattform Bergfürst will das System der Unternehmensfinanzierung in Deutschland verändern

Neue Crowdinvestment-Plattform Bergfürst will das System der Unternehmensfinanzierung in Deutschland verändern

20.04.2012
4 min Lesezeit

Am Tag der Cofunding-Konferenz, am 4. Mai wird die neue Crowdinvestment-Plattform Bergfürst an den Start gehen und einer der Gründer Guido Sandler wird in der Session "Zukunft" mehr über die Hintergründe und Pläne verraten. Mit Bergfürst verfolgen die Gründer einen neuen Ansatz im wachsenden Crowdinvesting-Markt: Privatinvestoren haben hier die Möglichkeit, sich mit kleinen Beträgen an jungen, innovativen Unternehmen in ihrer zweiten Wachstumsphase mit Eigenkapital zu beteiligen und diese Beteiligungen anschließend frei zu handeln. Wir haben die beiden Gründer nach der Idee von Bergfürst schon vorher befragt: Dr. Guido Sandler, der als Gründer der Berliner Effektenbank AG und der E*Trade Bank AG schon einige Male die Branche mit neuen Konzepten aufgemischt hat – und Dennis Bemmann, dem technischen Gründer von Deutschlands größtem sozialen Netzwerk StudiVZ.

Was wird Bergfürst anders machen als andere Crowdfinancing-Plattformen?
Bergfürst ist ein absolut neue Plattform in Deutschland. Schauen Sie sich den Status Quo beim Crowdinvesting an: Crowdfunder beteiligen sich heute über Fremdkapital an Unternehmen, also über eine Art Kredit, und sind über viele Jahre gebunden – in denen die Unternehmen alle Höhen und Tiefen durchleben können, ohne das der Investor irgendeinen Einfluss darauf hat. Auch eine mögliche Wertsteigerung geht an den Investoren weitgehend vorbei. Die Leute heute aber wollen mehr, die Zeit der Anlageberatung ist definitiv vorbei. Sie wollen sich aus eigener Verantwortung über Unternehmen informieren, dann investieren und zum Erfolg beitragen. Dabei wollen sie eine Rendite, die dem unternehmerischen Risiko entspricht. Dafür steht auch der Name Bergfürst: für Erfolg und Unabhängigkeit. Wir bringen risikobereite Kapitalanleger mit aussichtsreichen Unternehmen zusammen, damit sie sich an deren Eigenkapital beteiligen. Das bedeutet, dass die Investoren ganz andere Rechte haben und – bei gleichem Einsatz – von Wertsteigerungen viel stärker profitieren können.

Ein gut versorgter Investmentbanker und ein Gründer von StudiVZ tun sich zusammen: Warum machen Sie das?
Wir wollen nicht die Welt durch Projekte verbessern, sondern das System der Unternehmensfinanzierung in Deutschland verändern. Deshalb haben wir diese Plattform genau so entwickelt, wie wir sie uns selbst gewünscht haben. Leute, die Phantasie haben und Ideen finden, die sie für unterstützenswert halten, können gemeinsam etwas zum Fliegen bringen, das sonst Jahre brauchen würde. Bisher reden alle über mangelndes Risikokapital in Deutschland, jetzt wird es mehr davon geben! Wenn das funktioniert, können wir die Gründerzahl in Deutschland verdoppeln! Gleichzeitig ist das Crowdinvesting eine technische Herausforderung: hier handelt es sich ja nicht unbedingt um viele Millionen Nutzer auf einer Unmenge von Seiten, sondern vor allem um absolute Sicherheit und Nachvollziehbarkeit.

Welche Kriterien muss denn ein Unternehmen erfüllen, um auf Bergfürst potenziellen Investoren vorgestellt zu werden?
Bergfürst wendet sich in erster Linie an internetaffine, wachstumsstarke Unternehmen. Zwei Voraussetzungen gibt es: Das Unternehmen muss belegen, dass es vom Markt angenommen wird und dass ein Finanzierungsengpass das weitere Wachstum bedroht. Die Risiken sind immer noch sehr hoch, aber im Gegensatz zum Seedmarkt, also zur Finanzierung von Start-ups geringer. Denn die Unternehmen, die bei uns Investoren suchen, müssen bestimmte Regeln berücksichtigen und ein richtiges Reporting vorlegen können. Wir wollen ja, dass unsere Investoren regelmäßig sauber informiert sind.

Was ist die Motivation der Crowdinvestoren bei dieser Finanzierungsform?
Die Zielgruppe von Bergfürst ist größer als man denkt: Technikaffin, wirtschaftlich erfolgreich, unabhängig und verfügt über einen gewissen Spieltrieb. Diese Investoren sind bereit, riskante Anlagen zu tätigen, wenn die Renditechancen entsprechend hoch sind. Außerdem sind sie kommunikativ stark und gehen in die Tiefe, um ihre eigene Anlagestrategie konsequent zu überprüfen. Und schließlich möchten sie sich von Unternehmern und ihren guten Ideen inspirieren lassen, um genau die Idee und Anlage zu finden, die ihrem Charakter und ihrem Risikoverhalten entspricht. Diese Investoren sind Entdecker, die in der Lage sind, eigene Wege zu gehen – da finden wir ja unseren Namen und die Werte von Bergfürst wieder.

Crowdinvesting wird oft als Demokratisierung der Investitionsmöglichkeiten bejubelt. Welche Rolle spielt Crowdinvesting in Zukunft neben den klassischen Finanzierungsformen?
Crowdinvestoren werden in Zukunft eine ganz wichtige, klassische Rolle von Banken übernehmen: Die Finanzierung von kleineren und neuen, innovativen Unternehmen durch Eigenkapital. Dieses Geschäft scheint für die Banken heute nicht lukrativ genug zu sein. Unternehmen, die noch neu auf dem Markt sind, aber schon gezeigt haben, was sie können, die benötigen für ihr Wachstum frisches Kapital – und finden es heute meist bei Venture Capital- oder Private-Equity-Investoren. Mit Bergfürst brechen wir die Marktmacht dieser Investoren auf. Langfristig demokratisieren wir dieses Geschäft – und übernehmen eine wichtige volkswirtschaftliche Aufgabe. Crowdinvestoren werden zu den Finanziers für den technischem Fortschritt von morgen.

Vielen Dank für das Interview! Wir freuen uns schon jetzt auf die Diskussionen auf der co:funding.

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