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Relumity entwickelt die erste reparierbare und nachhaltige LED-Lampe
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Relumity entwickelt die erste reparierbare und nachhaltige LED-Lampe

Anna Theil
22.06.2016
5 min Lesezeit

"Langlebigkeit ist die beste Abfallvermeidung," davon ist Franz Streibel, Entwickler der LED-Lampe relumity, überzeugt. Ihn und seine Kollegen hat es genervt, dass es trotz der Vielzahl an Lampentypen, keine gibt, die reparierbar ist. Egal, ob Energiesparlampe oder Elektrolampe, es muss nur eine Kleinigkeit kaputt gehen und schon muss die komplette Lampe entsorgt werden. Das hat eine unnötige Umweltbelastung zur Folge. Sie haben daher die erste nachhaltige und reparierbare LED-Lampe entwickelt, bei der alle Bauelemente als Ersatzteile verfügbar sind. Im Interview erzählen sie uns mehr über die Entstehungsgeschichte und ihre Ziele.

Wer seid ihr und was macht ihr?

Wir sind Franz, Florian und Alex aus Stuttgart und Umgebung. Wir haben die Vision, eine faire, verantwortungsvolle und dezentrale Wirtschaft zu schaffen, die für die Gesellschaft und Natur arbeitet. In unserer Wegwerfgesellschaft sind wir es gewohnt, permanent neue Elektrogeräte zu kaufen und diese nach verhältnismäßig kurzer Zeit wieder wegzuwerfen. Wer erinnert sich noch an die Zeiten als z.B. Fernseher jahrzehntelang funktionierten oder repariert werden konnten? Das ist mittlerweile in vielen Bereichen anders.

Alle drei haben wir uns schon lange mit Themen wie Social Entrepreneurship, Entwicklungszusammenarbeit, Cradle to Cradle oder demokratische Unternehmen beschäftigt und unabhängig voneinander eigene Projekte realisiert. Franz hatte früher ein eigenes Ingenieurbüro und arbeitete in verschiedenen Positionen als Ingenieur und Entwickler. Wir möchten mit dem Projekt Relumity zeigen, dass nachhaltige und langlebige Elektroprodukte möglich sind – von der Produktion über den Gebrauch bis hin zur Weiterverwendung und dem Recycling.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Franz – unser Entwickler – hat sich schon seit geraumer Zeit mit der Lebensdauer und Reparierbarkeit von Elektroprodukten beschäftigt. Es fing alles mit einer defekten Lampe an, die Franz vor einigen Jahren nicht öffnen, zerlegen und reparieren konnte. Gerade Lampen (jeder Art) sind im Regelfall – wie die meisten Elektroprodukte – fest verklebt, vercrimpt, verschweißt oder nur noch durch Spezialwerkzeug zu öffnen. Nach einigem Hin und Her und viel Fragerei im eigenen Berufsumfeld (Ingenieuren) und bei Fachleuten, wurde Franz versichert, es wäre nicht machbar, reparierbare Lampen herzustellen, denn sonst hätten es andere Hersteller ja bereits realisiert. Mit dieser Aussage hat sich Franz nicht zufriedengegeben und angefangen, eine Lampe zu entwickeln, die Funktionalität, Langlebigkeit, Reparierbarkeit, soziale und ökologisch Aspekte miteinander vereint. Es wurden einige Prototypen entwickelt, viel Feedback eingeholt und schließlich ein erster funktionierender Prototyp konstruiert, der mittlerweile auch schon über zwei Jahre durchgängig läuft. Nach vielen positiven Rückmeldungen haben wir uns entschieden, über Startnext eine erste Charge zu produzieren und damit unseren Startpunkt für faires Licht zu setzen.

  

Wie habt ihr zusammengefunden?

Wir haben uns alle das erste Mal bei einem kleinen Event zum Thema Sozialunternehmertum in Tübingen getroffen und uns sofort super verstanden. Flo und Alex waren von Anfang an begeistert von der Idee, eine reparierbare und lokal produzierte LED-Lampe herstellen zu können. Gerade in der Elektroindustrie finden sich bis dato noch verhältnismäßig wenig faire und nachhaltige Produkte. Es zeichnen sich z.B. mit dem Fairphone und der Nager IT (faire Computermaus) bereits einige sehr coole Entwicklungen ab, jedoch gibt es in diesem Bereich noch einen Menge Potenzial. Vor diesem Hintergrund fiel relativ rasch die Entscheidung, das Projekt gemeinsam auf die nächste Stufe zu heben und eine erste Kleinserie zu produzieren.

Warum ist es euch wichtig, das Projekt zu realisieren?

Es werden jährlich Unmengen an Alt-Leuchtmitteln weggeworfen. Diese werden wiederum zu Elektromüll, der oft nicht fachgerecht entsorgt wird. Insbesondere die klassischen Energiesparlampen beinhalten hochgiftiges Quecksilber. Dieser Umstand hat weitreichende Folgen für unsere Umwelt und unsere Gesellschaft. Es gibt bereits eine Menge tolle Bewegungen, die sich mit den genannten Problematiken auseinandersetzen, wie z.B. die immer größer werdende Repair-Café Bewegung, Energiegenossenschaften, "Murks? Nein, Danke" usw. Genau hier wollen wir ansetzen und als Anbieter eines Standard-Elektroprodukts unseren Beitrag leisten. Hinzu kommt, dass klassische Elektroprodukte im Regelfall in Fernost unter problematischen Arbeitsbedingungen gefertigt werden. Diese werden dann um die halbe Welt verschifft, um hier gebraucht und weggeworfen zu werden. Mit nachhaltigem Wirtschaften hat das wenig zu tun! Wir wollen mit der Lampe eine Alternative zu diesem System anbieten und für einen nachhaltigen Ressourceneinsatz sensibilisieren.

Mit wem möchtet ihr gern zusammenarbeiten?

Wie bereits weiter oben erwähnt, gibt es viele tolle Initiativen, mit denen wir auch bereits kooperieren. Besonders spannend wären in Zukunft auch Kooperationen zu den großen Versandhäusern und Plattformen für nachhaltige Produkte. Auch für einen Austausch mit den großen Lampenproduzenten wären wir offen, wenn diese Unternehmen Interesse daran hätten, ihre Produkte nachhaltiger zu gestalten und neue Impulse aufzunehmen. Wir halten es für wenig sinnvoll, sich gegenüber den etablierten Playern zu verschließen – nach dem Motto: "Ihr seid die Bösen und wir sind die Guten". Eine möglichst positive und weitreichende Wirkung wird vor allem durch die Integration aller Akteure erreicht.

Vielen Dank für das Interview und alles Gute für euer Projekt!

Hier könnt ihr Relumity unterstützen und euch euch eine LED-Lampe sichern.

© Fotos: Relumity

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