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Warum Crowdfunding kombiniert mit öffentlichen Förderinstitutionen neue Chancen eröffnet   

Warum Crowdfunding kombiniert mit öffentlichen Förderinstitutionen neue Chancen eröffnet   

22.05.2012
3 min Lesezeit

Wir werden oftmals gefragt, warum sich öffentliche Förderinstitutionen beim Crowdfunding - einer aus der Zivilgesellschaft selbst organisierten Finanzierungsmöglichkeit - einbringen sollten. Aus unserer Sicht gibt es dafür viele Gründe, mit denen wir uns u.a. auch in unserem neuen co:funding Handbuch auseinandersetzen. Die ersten sogenannten Cofunding-Modelle, die Crowdfunding und das Engagement von Förderinstitutionen oder auch Stiftungen sinnvoll verknüpfen, wurden bereits erfolgreich erprobt und zeigen die Chancen auf, die damit entstehen. Im Handbuch stellen wir die ersten Cofunding Cases vor, dazu gehört die Einbindung von Crowdfunding im Kontext von Städten (Nordstarter Hamburg, Dresden Durchstarter), die Verknüpfung von Crowdfunding mit Stiftungsgeldern (Alfred Töpfer Stiftung) oder das Engagement von Filmförderinstitutionen im Nachwuchsbereich (Mitteldeutsche Medienförderung).

Warum könnte Crowdfunding aus Sicht der öffentlichen Kultur- und Wirtschaftsförderung von Interesse sein?

Involvierung des Publikums

Crowdfunding ermöglicht die Beteiligung der Crowd, mit der Folge, dass die Auswahl der kreativen Projekte vom Publikum gesteuert wird. Damit entscheiden beispielsweise im Unterschied zur öffentlichen Kulturförderung nicht mehr nur Gremien, Kuratorien und Experten, welche Projekte förderungswürdig sind und welche nicht. Mit der Entscheidung der Crowd für ein kreatives Projekt entsteht ein Gütekriterium, das außerhalb des staatlichen Einflusses liegt und durch die Involvierung des Publikums demokratischer ist.

Private Förderung von kreativen Projekten

Angesichts der hart umkämpften öffentlichen Fördertöpfe, kann Crowdfunding einen neuen Finanzierungsbaustein darstellen, insbesondere für Projekte aus dem Nachwuchsbereich. Die private Kulturförderung, die im deutschsprachigen Raum bisher noch relativ schwach ausgeprägt ist, wird über das Crowdfunding-Modell gestärkt und die verfügbaren Gesamtbudgets für kreative Projekte können erhöht werden. Ein Ansatz ist, die Crowd in den Auswahl- und Förderprozess von kreativen Projekten miteinzubinden und damit eine neue Form der partizipativen Förderung zu ermöglichen.

Folgend sollen exemplarisch drei denkbare Cofunding-Modelle näher beschrieben werden:

1. Crowdfunding und öffentliche Förderung
Die privaten Unterstützungsgelder auf einer Crowdfunding-Plattform werden mit öffentlichen Geldern gespiegelt oder ergänzt, so dass die Förderzusage an die Unterstützung der Crowd gebunden ist. Diese Strategie ist ähnlich dem aus den USA bekannten Modell der Matching Funds. Die Spiegelung der Gelder für die Projekte erfolgt nach einem vorher definierten Schlüssel und visuell wird dieses Co- Finanzierungsmodell innerhalb der Projekte sichtbar gemacht.

2. Crowdfunding als Vorqualifizierung
Bei diesem Modell wird erfolgreichen Crowdfunding-Projekten der Zugang zu öffentlichen Fördertöpfen erleichtert. Nach der Zusage der Crowd, wählt in einem zweiten Schritt eine Jury Projekte für eine öffentliche Förderung aus. Um den Prozess transparent zu gestalten, wird auch dieses Modell auf der Crowdfunding-Plattform visuell dargestellt. Während die Förderinstitutionen weiterhin für Qualitätsanspruch stehen, liefert die Crowd die gesellschaftliche Relevanz.

3. Crowdfunding als kommunales Förderinstrument
Die ersten Erfahrungen zeigen, dass auch auf webbasierten Crowdfunding-Plattformen viele Unterstützer Projekte in ihrer Region unterstützen, da sie ihr unmittelbares kreatives Umfeld mitgestalten wollen und oftmals von dem Ergebnis der Förderung selbst profitieren können.

Wer neugierig geworden ist und mehr über die ersten Cofunding Cases in Deutschland wissen möchte, kann das alles in unserem co:funding Handbuch nachlesen. Bestellen kann man das co:funding Handbuch über unsere Startnext-Kampagne: https://www.startnext.com/cofunding-buch

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