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Projekte / Wissenschaft
Datierungen eisenzeitlicher Feldfluren in Schleswig-Holstein
Eisenzeitliche Feldfluren, die mehr als 2000 Jahre alt sein dürften und deren Spuren sich in Altwäldern Schleswig-Holsteins erhielten, sind bisher nur in einem Einzelfall datiert worden, und das nur unzureichend. Zahlreiche geborgene und noch zu bergende Holzkohleproben aus den Wällen zwischen den Parzellen sollen Radiokarbon datiert werden. Damit soll die Einschätzung des Alters dieser Feldfluren auf eine breitere statistisch abgesicherte Grundlage gestellt werden. ENGLISH VERSION: SEE BLOG!
6.760 €
6.300 € Fundingziel
51
Unterstützer*innen
Projekt erfolgreich
28.10.14, 03:18 Dr. Volker Arnold

Nördlich von Poppholz in West-Angeln durchschneidet der alte Heerweg einen Wald, kenntlich auch an der Reihe großer Grabhügel vom älterbronzezeitlichen Typ. Die Grabhügel wurden bei der Anlage der „Celtic Fields“ weitgehend verschont. Oben: Schnitt durch einen erhaltenen und einen damals teilplanierten Grabhügel. Eingezeichnet sind auch die Wälle, die bei Rodungsarbeiten vor Anlage der Bundesstraße (Bildmitte) beobachtet wurden. Daten © LVermGeo SH.

Nochmal im Sachsenwald bei Hamburg: Ausschnitt aus der Mitte des Waldes, durchschnitten von einer Bahntrasse. Viele kleinere Grabhügel sind in die urgeschichtliche Feldflur mit einbezogen. Unmittelbar westlich der neuzeitlichen halbkreisförmigen Struktur verläuft von Nord nach Süd ein von Celtic-Fields-Wällen begleiteter Altweg, der sich über gut 600 m verfolgen lässt. Dieser von H. Erlenkeuser entdeckte Weg ist in Schleswig-Holstein bisher einzigartig. Daten © LVermGeo SH.

Bei der Anlage der urgeschichtlichen, vermutlich eisenzeitlichen Feldfluren nahm man im allgemeinen auf bestehende Grabhügel Rücksicht, so dass sie im Regelfall an den Parzellengrenzen erhalten blieben. Eine Ausnahme bildet ein Großgrabhügel älterbronzezeitlich Typs inmitten der Feldfluren in einem Wald nördlich von Poppholz in Angeln, der teilplaniert und offenbar bewirtschaftet wurde (Bild oben, siehe auch den eingeblendeten Schnitt und die als hellen Strich eingeblendete Lage des Schnittes). Dabei kamen offenbar Steinpackungen und Einfassungssteine zum Vorschein, die in einem großen Steinhaufen an der nordöstlichen Parzellenecke abgelegt wurden. Die anderen, den Heerweg begleitenden Großgrabhügel wurden aber von der damaligen Kultivierung verschont. Im Gegensatz dazu wurden anderenorts Grabhügel bei der Anlage mittelalterlicher Wölbackerbeete überpflügt.