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Projekte / Journalismus
Auf der Suche nach dem Spirit of Gezi
Die Gezi-Proteste waren f├╝r viele in der T├╝rkei ein Hoffungsschimmer. Hunderttausende sind f├╝r Demokratie und B├╝rgerrechte auf die Stra├če gegangen. Seitdem hat sich vieles ver├Ąndert: Es tobt erneut ein Krieg in den kurdischen Gebieten und gerade nach dem Putschversuch wird es immer gef├Ąhrlicher, Kritik an der AKP-Regierung zu ├Ąu├čern. Ich will mich in Istanbul mit Aktivisten, Journalisten, Wissenschaftlern und Politikern treffen und herausfinden, was geblieben ist vom rebellischen Spirit of Gezi.
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Unterst├╝tzer
Projekt erfolgreich
 Auf der Suche nach dem Spirit of Gezi

Projekt

Finanzierungszeitraum 23.08.16 15:42 Uhr - 25.09.16 23:59 Uhr
Realisierungszeitraum 4. Quartal 2016
Fundingziel 1.800 ÔéČ
Stadt Istanbul
Kategorie Journalismus

Worum geht es in dem Projekt?

Die Gezi-Proteste haben als Demonstrationen gegen die Abholzung des Gezi-Parks im Stadtzentrum Istanbuls angefangen. Schnell ging es aber um viel mehr. In verschiedenen St├Ądten der T├╝rkei sind hunderttausende f├╝r Demokratie und B├╝rgerrechte auf die Stra├če gegangen - und gegen eine Regierung die zunehmend autokratischer wurde.

Auch nach der Niederschlagung der Proteste blieb bei den Demonstranten das Gef├╝hl, etwas gro├čes geschaffen zu haben. Verschiedene politische und soziale Bewegungen sind aus den Protesten entstanden. Auch der Wahlerfolg der linken prokurdischen Partei HDP im Juni 2015 hatte viel mit dem ÔÇťSpirit of GeziÔÇŁ zu tun.

Etwas mehr als drei Jahre nach den Gezi-Protesten hat sich in der T├╝rkei jedoch vieles ver├Ąndert. Im S├╝dosten des Landes tobt erneut ein Krieg des t├╝rkischen Staates gegen die PKK und die kurdische Zivilbev├Âlkerung. Regierungskritische Wissenschaftler, Journalisten und Aktivisten werden reihenweise angeklagt und verhaftet.

In dieser Situation m├Âchte ich f├╝r zehn Tage nach Istanbul fliegen und mich unter anderem mit Aktivisten, Journalisten, Wissenschaftlern und Politikern treffen, um herauszufinden, was vom Spirit of Gezi noch geblieben ist.

Durch die Gezi-Proteste sind viele Soziale Bewegungen und Projekte entstanden oder haben neuen Aufwind erfahren. Im Istanbuler Stadtteil Yelde─čirmeni haben Aktivisten 2013 ein lange leerstehendes Haus besetzt und zu einem sozialen Nachbarschaftszentrum gemacht. Nachdem die lokale Stadtteilverwaltung das Projekt unterst├╝tzt hatte, wurde das Haus bereits 2014 auf Gehei├č der AKP-Stadtverwaltung ger├Ąumt. Ich will wissen: Was machen die Aktivisten heute? Haben sie resigniert, oder haben Sie neue R├Ąume f├╝r ihre Ideen gefunden?

W├Ąhrend der Gezi-Proteste waren Gezi-Park und Taksim-Platz ein sicherer Ort f├╝r Frauen und LGBT. Wenige Wochen nach der R├Ąumung des Gezi-Parks nahmen mehrere zehntausend Menschen an der Istanbuler Gay Pride Parade teil. In den letzten beiden Jahren wurden die Demonstrationen f├╝r LGBT-Rechte verboten und von der Polizei gewaltsam aufgel├Âst. Ich will wissen: Wie gehen feministische Gruppen und LGBT-Organisationen mit Demonstrationsverboten und Gewalt um?

Die gr├Â├čte Oppositionspartei CHP war 2013 eine gro├če Unterst├╝tzerin der Gezi-Proteste. Anfang August 2016 sprach der Vorsitzende der kemalistischen Partei jedoch ebenso wie Staatspr├Ąsident Erdo─čan vor hunderttausenden auf einer Anti-Putsch-Kundgebung der AKP. Ich will wissen: N├Ąhert sich die CHP aufgrund des politischen Drucks der AKP an? Und lebt der Geist von Gezi in der Partei heute immernoch weiter?

Dies sind nur drei der vielen Fragen, die ich stellen m├Âchte. Ich will ein m├Âglichst umfassendes Bild davon bekommen, wie sich die Stimmung seit 2013 ver├Ąndert hat. Am Ende m├Âchte ich versuchen eine Antwort auf die Frage geben zu k├Ânnen, was passieren muss, damit die t├╝rkische Demokratie ├╝berlebt.

Ich werde das Ergebnis meiner Recherche als multimediale Reportage auf Correctiv.org ver├Âffentlichen und au├čerdem f├╝r weitere Medien berichten.

Was sind die Ziele und wer ist die Zielgruppe?

F├╝r t├╝rkische Journalisten wird es immer schwieriger, kritisch zu berichten. Und die meisten Auslandskorrespondenten und Nachrichtenagenturen berichten vor allem ├╝ber die t├╝rkische Regierungspolitik, ├╝ber B├╝rgerrechtsverletzungen und den Fl├╝chtlingsdeal.

Ich will mich vor Ort mit denen treffen, die 2013 f├╝r einen Wandel auf die Stra├če gegangen sind, von dem die T├╝rkei heute scheinbar weiter entfernt ist, als je zuvor. Ich will den Lesern einen Einblick in die Teile der t├╝rkischen Gesellschaft verschaffen, die Erdo─čan mit allen Mitteln versucht, zum Schweigen zu bringen.

Warum sollte jemand dieses Projekt unterst├╝tzen?

Die T├╝rkei ist nicht nur geografisch ein Bindeglied zwischen Europa und dem Nahen Osten. Auch politisch ist das Land hin- und hergerissen. Wird die T├╝rkei auf lange Sicht ein stabiles Land, in dem Demokratie und B├╝rgerrechte selbstverst├Ąndlich sind? Oder entwickelt sie sich weiter zu einem autorit├Ąr gef├╝hrten Staat, der Kriege gegen eigene Bev├Âlkerungsgruppen f├╝hrt?
Um zu verstehen, was geschehen muss, um letzteres zu verhindern, m├╝ssen wir verstehen, wie Opposition und Zivilgesellschaft in der T├╝rkei funktionieren.

Die Demonstranten von Gezi sind f├╝r eine offene Gesellschaft auf die Stra├če gegangen, eine Gesellschaft in der B├╝rgerrechte und individuelle Freiheiten wichtiger sind, als autorit├Ąre Machtanspr├╝che und religi├Âse Dogmen. Ich will herausfinden, ob der Geist der Gezi-Proteste die Repressalien der letzten Jahre ├╝berlebt hat und noch heute das Potential hat, den Wandel herbeizuf├╝hren, den die T├╝rkei so dringend braucht.

Dabei brauche ich eure Unterst├╝tzung!

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Das Geld flie├čt komplett in meine zehnt├Ągige Recherche in Istanbul. Das bedeutet: Flugkosten, Unterkunft, Verpflegung und Co. Ich habe meine Vorrecherche bereits selbst finanziert, kann die Kosten f├╝r eine zeitintensive und umfangreiche Recherche vor Ort als freier Journalist aber nicht alleine tragen. Gleichzeitig ist eine ausf├╝hrliche Vor-Ort-Recherche absolut notwendig f├╝r guten Journalismus. Meine finanzielle Kalkulation ist dabei bislang sehr knapp - ich w├╝rde mich darum auch freuen, wenn mit eurer Unterst├╝tzung mehr als die anvisierten 1800ÔéČ zusammenkommen.

Sollte ich meine Recherche aus Sicherheitsgr├╝nden eher abbrechen m├╝ssen oder gar nicht erst ins Land gelassen werden, werde ich einen Teil des Geldes f├╝r Recherchen von Deutschland aus verwenden und den Rest an Reporter ohne Grenzen spenden!

Wer steht hinter dem Projekt?

Ich bin freier Journalist und besch├Ąftige vor allem mit Themen wie Rechtsextremismus, Sozialen Bewegungen, Flucht und Migration und Jugend- und Subkulturen. Immer wieder stehen aber auch die politischen Entwicklungen in der T├╝rkei und den kurdischen Gebieten in meinem Fokus.

W├Ąhrend der Gezi-Proteste 2013 war ich zum ersten Mal in Istanbul. Nachdem ich mit hunderttausenden Menschen auf dem Taksim-Platz stand, hat mich das Thema nicht mehr losgelassen. Danach war ich 2014 erneut einen Monat lang f├╝r einen Sprachkurs in Istanbul und habe im Juni 2015 f├╝r VICE.com von der t├╝rkischen Parlamentswahl berichtet. Ich berichte au├čerdem immer wieder ├╝ber t├╝rkische und kurdische Proteste in Deutschland.

Ich habe bislang unter anderem f├╝r VICE, bento, taz, Freitag, bodo und Surprise geschrieben und bin Mitglied des Journalistenblogs Ruhrbarone.
Meine Fotos wurden in verschiedenen internationalen Medien wie dem Guardian, Telegraph oder den New York Daily News ver├Âffentlicht.

Impressum
Correctiv - Recherchen f├╝r die Gesellschaft gemeinn├╝tzige GmbH
Christian Humborg
Huyssenallee 11
45128 Essen Deutschland

Einzeln vertretungsberechtigt:
Dr. Christian Humborg, David Schraven
Steuernummer 112/5754/1437
Handelsregister Essen
HRB 25135

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CORRECTIV

Wir von CORRECTIV wollen Crowdfunding f├╝r journalistische Projekte vereinfachen und versprechen drei Sachen: Wir pr├╝fen alle Projekte vorab, ob sie umsetzbar sind. Wir garantieren den erfolgreichen Abschluss aller gef├Ârderter Recherchen. Wir helfen Geldgebern dabei, Steuern zu sparen. ...

├ťber Startnext

Startnext ist die gr├Â├čte Crowdfunding-Plattform f├╝r kreative und nachhaltige Ideen, Projekte und Startups in Deutschland, ├ľsterreich und der Schweiz. K├╝nstler, Kreative, Erfinder und Social Entrepreneurs stellen ihre Ideen vor und finanzieren sie mit der Unterst├╝tzung von vielen Menschen.

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