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Projekte / Literatur
Berufung im Wanderhurenstreit
Mit Urteil vom 27.03.2014 hat uns das LG Düsseldorf verboten, den Titel „Die schönsten Wanderwege der Wanderhure“ für einen satirischen Kurzgeschichtenband von Julius Fischer zu verwenden. Das Gericht hat sich damit gegen die Kunstfreiheit und für die Eigentumsinteressen des „Wanderhuren“-Verlags Droemer Knaur entschieden. Gegen dieses Satireverbot wollen wir in die Berufung gehen, denn kommerzieller Erfolg muss parodierbar bleiben.
Dresden
14.669 €
12.000 € Fundingziel
575
Fans
434
Unterstützer
Projekt erfolgreich

Projekt

Finanzierungszeitraum 14.04.2014 11:51 Uhr - 05.05.2014 23:59 Uhr
Realisierungszeitraum 14.04.2014 bis 12.05.2014
Fundingziel 12.000 €
Stadt Dresden
Kategorie Literatur

Worum geht es in dem Projekt?

Julius Fischer ist Satiriker und Slam Poet und hat in unserem Verlag Voland & Quist 2013 unter dem Titel „Die schönsten Wanderwege der Wanderhure“ einen Band mit satirischen Kurzgeschichten, Essays und Glossen veröffentlicht. Droemer Knaur (Herausgeber der „Wanderhuren-Reihe“ des Autorenduos Iny Lorentz) sah durch diesen Titel seine Eigentumsrechte verletzt und warf uns u.a. unlautere Rufausbeutung ihrer (teilweise verfilmten) Bestseller-Reihe sowie Verwechslungsgefahr vor. Dass sich unser Titel in Covergestaltung, durch den Untertitel „Kein historischer Roman“, ganz zu schweigen vom offensichtlichen satirischen Duktus des Titels selbst, deutlich von den Büchern der Wanderhuren-Reihe unterscheidet, reichte Droemer Knaur nicht.
Nachdem wir uns im Dezember gegen die Abmahnung des Bestseller-Verlags gewehrt hatten, erwirkte Droemer Knaur am 27.03.2014 eine einstweilige Verfügung beim LG Düsseldorf, die uns den Vertrieb von Julius' Buch mit diesem Titel untersagt. Das Landgericht Düsseldorf übernimmt im Urteil die Argumentation von Droemer Knaur und findet, unser Titel wirke sich durch seine Nähe zu den Titeln der Wanderhuren-Reihe „störend“ auf diese aus. Es beschied, dass das Eigentumsgrundrecht von Droemer Knaur höher zu bewerten sei als das Recht auf Kunstfreiheit, in unserem Fall: Satirefreiheit. Das bedeutet: „Satire darf alles – außer kommerziellen Erfolg parodieren“, wie es ein Kommentar des Bayerischen Rundfunks treffend beschrieb.

Wir sind der Meinung, dass es die Möglichkeit geben muss, kommerziellen Erfolg auch in Buchtiteln zu parodieren und wollen gegen das Urteil in Berufung gehen.

Was sind die Ziele und wer ist die Zielgruppe?

Diese Kampagne richtet sich an alle, die das erstinstanzliche Urteil der Handelskammer Düsseldorf für ungerecht und falsch halten und an alle, denen die Satirefreiheit am Herzen liegt. Sie bietet die Möglichkeit, sich nicht nur in Kommentaren unter Online-Artikeln und auf Facebook-Seiten über das Thema auszutauschen und Unmut über das Urteil zu äußern, sondern uns aktiv bei der Verteidigung der Satirefreiheit durch die Einlegung der Berufung zu unterstützen.

Wir sind sehr dankbar für das große und positive Feedback in den vergangenen Wochen. Die Aufmerksamkeit und Empörung vieler Kommentatoren über das Urteil hat uns darin bestärkt, weiterzumachen. Beim „Wanderhurenstreit“ handelt es sich um einen Präzedenzfall im Titelrecht. Der Fall hat über den Einzelfall hinaus Bedeutung für die Frage: Was darf Satire und wie weit geht die Kunstfreiheit? Dies gilt es auszuloten. Wir befürchten, dass der Ausgang des Prozesses den Umgang mit Titeln und Kunstfreiheit in der Buchbranche nachhaltig beeinträchtigen könnte. Wir wollen das Eigentum von Droemer Knaur in keiner Weise beschädigen. Aber der Satire muss es erlaubt sein, nicht nur zu kuscheln, sondern auch in fairer und unterhaltsamer, auch bissiger Weise zu kritisieren und zu überspitzen. Und das lassen wir uns nicht ohne Widerstand verbieten.

Wir bitten dich um deine Unterstützung, die es uns ermöglicht, den Fall vor die nächsthöhere Instanz zu bringen.

Warum sollte jemand dieses Projekt unterstützen?

Wenn du der Meinung bist, dass Satire sich auch über kommerziellen Erfolg lustig machen darf, solltest du uns unterstützen. Im Kern geht es um eine Grundrechtsabwägung: Was ist wichtiger? Dass Kommerz geschützt wird gegen vollkommen marginale Eingriffe? Oder dass Satire geschützt wird, die dazu führt, dass die Leute nicht aufhören nachzudenken, zu lachen, kritisch zu sein?

Nachdem uns das bisherige Verfahren bereits 13.000 Euro gekostet hat, brauchen wir eure Unterstützung bei der Finanzierung der Berufung. Für einen kleinen Verlag sind solche Summen nicht ohne Weiteres zu stemmen. Deshalb setzen wir auf Crowdfunding und eure Hilfe.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Das Geld wird den Großteil der durch einen angeblichen Streitwert von 100.000 Euro entstehenden Anwaltskosten und Gerichtsgebühren vor dem OLG Düsseldorf decken. Den Rest bezahlen wir. Zudem werden Kosten für Porto und Versand, die Herstellung der Beutel, Reisekosten für Julius Fischer usw. gedeckt.

Sollten wir gewinnen und Droemer Knaur nicht in die nächste Instanz gehen, bekämen wir die Prozesskosten erstattet. Die Erlöse aus der Crowdfunding-Aktion werden wir dann dem Kurt-Tucholsky-Museum in Rheinsberg spenden.

Wer steht hinter dem Projekt?

Voland & Quist ist ein Independent-Verlag und veröffentlicht junge zeitgenössische Literatur. Im Oktober 2014 feiert der Verlag sein zehnjähriges Bestehen. Seit Gründung sind etwa 90 Titel erschienen, die meisten als Buch mit CD oder DVD mit Lesungen der Autoren. Programmschwerpunkte sind Lesebühnenliteratur, Spoken-Word-Lyrik, Kinderbücher, Comedy sowie Romane und Erzählungen junger osteuropäischer Autoren. Verlegt werden z.B. Bücher von Ahne, Nora Gomringer, Kirsten Fuchs, Bas Böttcher, Jochen Schmidt, Edo Popovic, Jaroslav Rudis und Lydia Daher. 2007 erhielt der Verlag den Arras Preis, 2010 wurde er mit dem Kurt-Wolff-Förderpreis ausgezeichnet.

Impressum
Verlag Voland & Quist // Greinus und Wolter GbR
Bautzner Straße 22
01099 Dresden Deutschland

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