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\'13 Stufen\' Daniel Böhme im Interview  
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'13 Stufen' Daniel Böhme im Interview  

12.04.2011
4 min Lesezeit

Den Kerngedanken des Crowdfundings lebt der '13 Stufen' Autor und Regisseur Daniel Böhme schon seit mehreren Jahren, denn die Produktion seines Filmes finanzierte er bisher zu großen Teilen über Straßenverkäufe von Mini DVD's. Es lag also nahe die Crowd erneut in die Produktion weiterer 1000 DVD's einzubeziehen und eine Kampagne über Startnext zu starten. In einem kurzen Interview erzählte mir Daniel etwas über die Idee zu '13 Stufen', Höhen und Tiefen beim Dreh und sein Folgeprojekt '7 Stufen', welches auch über Startnext finanziert werden soll.Der Film '13 Stufen' bekommt sehr gute Kritiken und wurde auch mit dem Prädikat 'besonders wertvoll' der Deutschen Film- und Medienbewertung ausgezeichnet. Wie kam es zu diesem Kurzfilm? Hast du persönliche Erfahrungen darin verarbeitet?

'13 Stufen' ist, bis auf wenige Szenen, nicht autobiographisch. Die Idee zum Film hat aber durchaus einen sehr persönlichen Hintergrund. Ich hatte damals auch gerade eine Beziehung hinter mir und bin irgendwie zum dem Schluss gekommen, den ich meine Hauptfigur auch am Anfang des Films sagen lasse: 'Es ist ja doch immer wieder dasselbe!'... Ich wollte mir selbst und allen Zuschauern aber mit dem Film in dem Moment Mut machen, nach vorn zu schauen. Denn 'jedes Ende ist auch eine Chance für einen neuen Anfang'! :)  

Kurzer Blick hinter die Kulissen: Kannst du mir ein paar kleine Anekdoten vom Dreh des Filmes erzählen?

Ich ärgere mich so, dass es kein Making-Of von '13 Stufen' gibt. Das wäre definitiv ein abendfüllender Abenteuerfilm mit Thriller-Ansätzen... Es war ja unsere erste richtig große Produktion, und so ist natürlich einiges sehr schräg gewesen. Der Dreh war sehr anstrengend und die meisten Drehtage waren deutlich über 12h lang! Aber das extrem kleine Team war genial und stand voll hinter dem Projekt und hat extrem gute Arbeit geleistet ... auch wenn einiges nicht ganz so gelaufen ist, wie es geplant war.

Z.B. hatten die beiden Schauspieler, die eigentlich Julius' Eltern spielen sollten, keine Lust mehr zu warten. Weil wir 20 Minuten zu spät waren, sind die einfach nach Hause gefahren OHNE Bescheid zu sagen. Oder wir hatten kein Geld für eine Drehgenehmigung der Berliner Verkehrsbetriebe, da haben wir uns einfach selbst eine ausgedruckt, gefälscht quasi. Die BVG-Angestellten haben uns das aber nicht abgenommen und so hatten wir nur zwei Takes für die Nummer an der U-Bahn. Dann Starbucks ... die haben versäumt uns Bescheid zu geben und so haben wir die Drehgenehmigung erst erhalten, als das gesamte Team inkl. Technik schon unterwegs war dorthin. Hätte auch schief gehen können ... ist es aber nicht! :)

Die 13 Stufen Schauspieler Roman Roth und Kirstin Warnke sind auch bekannte Fernsehschauspieler. Wie kam es zur Zusammenarbeit?

Ich besetze meine Filme immer aus dem Bauch heraus. Es muss sich einfach richtig anfühlen. Und als ich Romans Foto gesehen hatte, wusste ich sofort, der ist es! Mein erstes Treffen mit ihm hat genau das auch bestätigt. Er hat diese tiefgründigkeit, diese melancholische Ernsthaftigkeit ausgestrahlt.

Zunächst haben wir daran gezweifelt, ob wir überhaupt einen Star für unser Projekt begeistern können. Aber nachdem wir uns selbst gesagt haben: 'Hey, wir machen dieses Mal einen RICHTIGEN Film, das ist jetzt kein Amateurding mehr!' war das kein Problem mehr. Mit dem entsprechenden Auftreten erreicht man viel mehr...

Das Folgeprojekt von '13 Stufen' wird das soziale Filmprojekt '7 Stufen'. Wie bist du darauf gekommen und wann wirst du mit der Umsetzung beginnen?

Ein Straßenzeitungsverkäufer hat uns dazu inspiriert, '13 Stufen' auf der Straße an Passanten zu verkaufen. Damit haben wir uns eine Zeit lang über Wasser gehalten. Und weil das so gut geklappt hat, soll der Straßenverkauf jetzt richtig offiziell bundesweit starten. Und mit den Erlösen wollen wir '7 Stufen' finanzieren.

Damit schließt sich ein Kreis, denn '7 Stufen' ist in erster Linie ein soziales Projekt für Straßenkinder. Mit einem Film als Endprodukt. Der Film soll aber nicht wie üblich nur über Straßenkinder erzählen und mit dem Finger draufzeigen, sondern tatsächlich VON ihnen vor und hinter der Kamera realisiert werden! Auf diese Aufgabe werden sie in Workshops intensiv vorbereitet.

Für mich hat auch dieser Film wieder einen persönlichen Hintergrund, denn ich habe selbst 2 Jahre lang auf der Straße gelebt und viel gelernt während dieser Zeit, das ich jetzt zurückgeben möchte...

7 Stufen Daniel Böhme



Wie bist du zu Startnext gekommen und was kannst du anderen Startern mit auf den Weg geben?

Im Vorfeld habe ich natürlich ausgiebig recherchiert und Startnext hat auf mich persönlich einfach den kompetentesten und engagiertesten Eindruck gemacht. Manche Dinge sind wahrscheinlich auch Geschmackssache, aber das Logo, also die Idee, mein Projekt zu 'gießen', zu hegen und zu pflegen und großzuziehen... sowas spricht mich persönlich sehr an. Meine Projekte sind doch meine Babies!

Mein Tipp: Verlasst euch nicht auf eure Freunde. Viele, von denen ihr es erwarten würdet, werden euch nicht unterstützen, dafür aber andere, von denen ihr es nie gedacht hättet.

Vielen Dank für das Interview, Daniel. 

Wer die Kampagne verpasst haben sollte, kann den Film in Daniels Shop nachbestellen, dort findet ihr auch das Comic zu Daniels Folgeprojekt '7 Stufen'.  

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