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Mehr als neun Kilometer Fahrradweg am Stück, komplett überdacht, links und rechts Sitzgelegenheiten, Begrünung, Foodtrucks und Restaurants – so sieht die Vision des paper planes e.V. für die Berliner Radbahn aus, die unter der Hochbahn der Berliner U1-Linie entlangführen soll. Wir haben mit den Architekten Matthias Heskamp und Kristin Karig über das Projekt gesprochen und auch darüber, wie man Stadt neu denken kann.

Alles begann damit, dass der Unternehmer Martti Mela seinen Freund Matthias anrief und fragte: Hey, wieso kann man eigentlich unter der U1-Linie kein Rad fahren? Daraufhin begann Matthias, sich Gedanken zu machen und eine Idee zu visualisieren. Um ihn herum baute sich langsam ein 8-köpfiges Team auf, bestehend aus Architekten, Humangeographen, Verkehrsplanern und anderen kreativen Köpfen. Dabei formte sich diese Gruppe Menschen automatisch, erst holte Matthias Kristin dazu, dann folgten Julia und Stefano, Simon, Perttu, Max, Nicolas und Giulia. „Man begann zu arbeiten, ohne, dass man beschloss, zusammenzuarbeiten. Ohne einen Rahmen gefunden zu haben legte man los und irgendwann identifizierte man sich eben als Team“, erzählt uns Matthias. Später sollte sich ein gemeinnütziger Verein daraus formen.

Projektpräsentation im Guerilla-Style

Die Idee einer Radbahn nahm immer konkreter Gestalt an. Als die erste grobe Studie mit einem einfachen Konzept und einigen Skizzen stand, hat sich das Team für ein ungewöhnlich offensives Vorgehen entschieden: Statt sich direkt an den Senat oder andere Behörden zu wenden, haben sie eine Social Media Kampagne eingefädelt und das Konzept einfach einer breiten Masse online präsentiert. Der Erfolg war überwältigend, dennoch war diese Phase nicht nur einfach, sondern barg auch Risiken und Hürden.

 „Der Senat und die Bezirke haben erst negativ reagiert, weil sie dachten: Jetzt gibt es Stress von der Bevölkerung, das umzusetzen, bevor es auf Machbarkeit geprüft wurde. Es war schwer, die Behörden auf unsere Seite zu bekommen. Einerseits wurden wir in den Medien gefeiert, andererseits gab es sogar Gegenwind von Radfahrerlobbygruppen.“

Inzwischen hat sich dieser Wind jedoch zum Positiven gedreht, da das Team für viele Probleme und Hürden schon direkt Lösungen mitliefert. Dafür sind sie 3.000 Arbeitsstunden in Vorleistung gegangen, woran man sieht: Es ist kein Hobby-Projekt sondern eine wirklich professionelle Studie. Die Idee kommt jetzt auch im Senat an, das Projekt zieht weitere Kreise, hat ein viel schärferes und spannenderes Profil bekommen.

Hinter der Radbahn steht eine viel größere Vision

Die Vision des Radbahn-Teams endet jedoch nicht bei diesem einen Projekt: „Wir wollen die Zukunft skizzieren und damit Stadt neu und menschenfreundlicher denken – weg von der Autogesellschaft. Das Projekt ist nicht nur eine Radbahn, sondern ein innovativ in die Zukunft gedachtes Testfeld für Mobilität. Wir sehen es als Visitenkarte, um ernst genommen zu werden und auch weiterhin für Studien städtebaulicher Art beauftragt zu werden. Insgesamt geht es nicht darum, Fronten zu bilden, zum Beispiel Autofahrer gegen Radfahrer, sondern: Wie schaffen wir es, Stadtraum fair und nachhaltig unter allen aufzuteilen?“, erzählen uns Matthias und Kristin.

Wie schaffen wir es, Stadtraum fair und nachhaltig unter allen aufzuteilen?

Aus dieser Motivation heraus haben sie sich eine rechtliche Form gegeben und den paper planes e.V. gegründet – paper planes (zu Deutsch: Papierflugzeug) deshalb, weil sie quasi eine schnelle Skizze machen und diese in die Welt losschicken. Ohne großartige und komplizierte Pitchs, einfach ausprobieren. Sie sehen sich auch zukünftig nicht als Gruppe, die Ideen zurückhält und umständlich pitcht und sie zu früh durch eine technische Machbarkeit jagen. Stattdessen senden sie kleine Impulse und Visionen in die Öffentlichkeit um zu testen: Wie groß ist das Interesse an so etwas? Was denkt die Bevölkerung, wie reagiert die Politik?

Vom Crowdworking zum Crowdfunding

Das Tool Crowdfunding ist die direkte Weiterführung der Herangehensweise des Teams an das ganze Projekt. Als sie ihre Social Media Kampagne promoted haben, kamen viele Menschen auf sie zu und fragten: Wie kann ich mich einbringen?

Wenn wir schon Crowdworking betreiben, können wir auch Crowdfunding machen

„Einfach zu sagen ,unterstützt unsere Arbeit’ war einfach zu abstrakt, zuerst haben wir keinen Zugang gefunden außer eben aufzufordern, die Idee weiterzuverbreiten. Irgendwann war klar: Wir brauchen Geld, um weiterzumachen. Da wir neben dem Kernteam mittlerweile schon ein XXL-Team hatten – zum Beispiel kam die Grünplanung von Leuten aus Portugal – dachten wir uns: Wenn wir schon Crowdworking betreiben, können wir auch Crowdfunding machen.“

Dieses Projekt ist nicht nur das Projekt der Menschen des paper planes e.v., inzwischen ist es eine Massenbewegung geworden. „Heutzutage geht total viel, es gibt Tools wie Crowdfunding und Social Media. Damit schafft man viel mehr, als man denkt. Früher war alles schwieriger und langwieriger, man musste durch alle Türen gehen, Klinken putzen und so weiter. Mit solchen Tools jedoch kann man alles selbst in die Hand nehmen.“, erklärt Kristin.

Die Radbahn ist erst der Anfang

Die Starter brauchen nun 17.000 Euro, um die Studie als Buch zu produzieren und Lobbyarbeit zu betreiben. Das bedeutet, dass sie sich mit Politikern und anderen Entscheidungsträgern zusammensetzen, ihnen das Buch übergeben und versuchen, sie von der Idee zu überzeugen. Damit die Lobbyarbeit und der Einsatz langfristig und mit viel Energie und Druck dahinter geschehen kann, braucht der Verein jedoch unbedingt die angepeilten 40.000 Euro. Damit wollen sie für und mit den Bürgern Berlins eine große Kampagne starten und um mehr Unterstützung und Aufmerksamkeit werben. Gleichzeitig wollen sie die kleinen kulturellen und städtebaulichen Satelliten-Projekte, die sich entlang der Radbahn bilden, ebenfalls in der Planung berücksichtigen.

Wenn ihr die Idee gut findet und den Verein unterstützen möchtet, könnt ihr hier euren Beitrag leisten, indem ihr die Idee verbreitet und das Team auch finanziell unterstützt.

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