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Mutige gestalten die Zukunft
co:funding Speaker: Timon Birkhofer über den ersten Film über Crowdfunding CAPITAL C

co:funding Speaker: Timon Birkhofer über den ersten Film über Crowdfunding CAPITAL C

17.04.2012
5 min Lesezeit

Timon Birkhofer hat vor rund zwei Wochen seine Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter für den weltweit ersten Dokumentarfilm über Crowdfunding gestartet: CAPITAL C. 45 Tage hat er noch Zeit, um die 80.000 Dollar von der Crowd zu sammeln, die er für die Realisierung seines Films benötigt. Auf der co:funding Konferenz wird er ausführlich über das Projekt sprechen ... vorab haben wir mit Timon schon ein Interview dazu geführt. Viel Spaß beim Lesen!

Wie waren denn die bisherigen Reaktionen auf deine Crowdfunding-Kampagne?
Mit einem Wort: erstaunlich.Wir hatten uns für die mehrwöchige Laufzeit des Projekts einen konkreten Fahrplan zurechtgelegt. Zum Zeitpunkt dieses Interviews sind wir nun in der zweiten Woche unserer Kampagne. Ein Zeitraum, in dem wir uns mit der Kommunikation nach außen noch zurückgehalten haben, da wir das Projekt erst einmal einigen Leuten vorstellen wollten, von denen wir uns umfangreichere finanzielle Beteiligung in CAPITAL C versprochen haben. Das hat soweit schon ganz gut funktioniert. Wirklich erstaunlich war allerdings, dass in dieser Zeit auch Leute auf das Projekt aufmerksam wurden, mit denen wir überhaupt nicht gerechnet hatten. Mit "The Next Web" hat schon drei Stunden nach Projektstart einer der 15 größten Blogs weltweit bei uns angeklopft. Einige Zeitungen haben für Interviews angefragt. Eine Forbes-Redakteurin folgt uns auf Twitter. Buchautoren, die mit Crowdfunding das selbe Thema wie wir mit CAPITAL C behandeln, schreiben uns… Das Thema scheint die Medien also zu locken. In den nächsten Wochen muss sich nun beweisen, ob es auch die Crowd selbst motivieren wird, in CAPITAL C ein paar Dollar zu investieren, um einen Film Wirklichkeit werden zu lassen, der ihre eigene Geschichte erzählt.

Was war für dich der entscheidende Anstoß diesen Film über Crowdfunding zu machen?
Crowdfunding ist nicht nur eine erstaunliche Innovation, um als unabhängiger Projektstarter an Geld zu kommen. Es ist eine echte Revolution! Und zwar, weil es jeder machen kann und es viele schon tun. So viele, dass Crowdfunding inzwischen ein ernstzunehmender Rivale der alten Institutionen geworden ist. Wäre allein das größte Crowdfunding-Portal Kickstarter ein Comic-Verlag, so wäre es schon heute der viertgrößte Comic-Verlag der Welt. Es dürfte nur wenige Firmen geben, die einen derartigen Output an technischen Innovationen bieten, wie Kickstarter. Außer vielleicht Quirky, die ihrerseits auf faszinierende Weise Crowdsourcing und -funding miteinander verbinden. Es ist die Stunde der Nerds und Geeks um mit ihren faszinierenden Projekten nach außen zu gehen und dafür Kapital von jenen zu bekommen, die sie verstehen. Und die Rede ist nicht von Banken oder Unternehmen. Die Rede ist von uns. Wichtig ist zudem, dass diese Entwicklung keine Grenzen kennt. Es ist egal, ob du Popcorn, Musik, Spiele oder Gadgets produzieren möchtest. Wenn deine Idee gut ist, wirst du deine Crowd finden. Und auch geografisch lösen sich die Grenzen immer weiter auf: Mit Startnext, VisionBakery, oder auch Pling treibt diese Revolution inzwischen auch in Deutschland ihre Blüten. Diesen Prozess und die Vorreiter dieser Entwicklung zeigen zu können ist für uns als Filmemacher ein echtes Geschenk.

Pitchvideo von Timon Birkhofer zu seinem Kickstarter Projekt

 


Du finanzierst dein Projekt ja über die amerikanische Plattform Kickstarter. Was hat dich als deutschen Filmemacher dazu bewegt, den Film über diese Plattform finanzieren zu lassen?
CAPITAL C wendet sich an ein internationales Publikum. Dafür ist Kickstarter derzeit die Plattform mit der größten Reichweite. Auch ist es die Plattform, die derzeit den Aufstieg von Crowdfunding am eindrucksvollsten beschreibt. Superlative finden aktuell vor allem dort statt. Doch ich bin auch sehr froh, dass sich Crowdfunding stark differenziert und für jede Form eigene Plattformen entstehen, die z.B. einen Fokus auf Crowdinvestment haben, oder thematisch beispielsweise auf Musik festgelegt sind, wie Sell-a-Band oder Pledge-Music.

Gibt es Crowdfunding-Projekte, die dich während deiner Recherchen besonders begeistert haben?
Unzählige. Mich als Filmemacher interessiert allerdings nicht nur das Projekt, sondern vor allem auch die Story dahinter. Wir sind jenen auf der Spur, deren Leben sich mithilfe des Crowdfundings grundlegend geändert hat. Egal ob es die kleine Familie aus Massachusetts ist, die dank Crowdfunding ihre kleine Firma für Bio-Popcorn starten konnte oder der Comic-Autor aus einer Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen, der inzwischen eine weltweite Fangemeinde hat und sich mit Crowdfunding seinen Lebenstraum erfüllen konnte, von seiner Comic-Saga leben zu können. Das sind die Projekte, die uns bewegen und die neben den großen Namen und Geschichten sicher auch den Weg in unseren Film finden werden.

Wagst du in deinem Film auch einen Ausblick auf das Thema Crowdfunding? Wie wird sich diese Finanzierungsform speziell in Deutschland weiterentwickeln?
Wir haben das große Glück mit den Wirtschafts-Koryphäen und Vordenkern der Bewegung in engem Kontakt zu sein. Jeder hat zu deiner Frage seine jeweils eigene Meinung. Die Entwicklung verspricht in jedem Falle spannend zu werden und sie wird schon bald das Feld der genannten Geeks und Nerds verlassen. Crowdfunding wird der Benchmark-Test der Zukunft und damit ein etabliertes Instrument der Wirtschaft werden. Wer es zukünftig schafft, seine Crowd zu finden, wird seinen Einstieg meistern, egal in welchem Land und in welcher Branche.

Vielen Dank für das Interview und wir freuen uns schon auf deinen Vortrag auf der co:funding!

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