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Das perfekte Dankeschön (2) - 7 Kniffe zur Preiskalkulation

Das perfekte Dankeschön (2) - 7 Kniffe zur Preiskalkulation

Christin Lorenz
12.01.2015
6 min Lesezeit

Gebe ich die Preise in brutto oder netto an? Soll ich Anfahrtskosten bei Konzerten mit einberechnen? Wie bringe ich meine Kampagne mit Preisaktionen in Schwung? Genau mit diesen Fragen beschäftigen wir uns im zweiten Teil unseres Dankeschön-Blogs. Erfahrt hier praktische Hinweise rundum das Thema Preiskalkulation und Steuern.


Im ersten Teil des Dankeschön-Blogs  hast du gelernt, wie du deine Dankeschöns so gestaltest, dass auch für jeden deiner Fans das Richtige dabei ist. Im heutigen Teil geht es mit einem weitaus weniger kreativen, aber dennoch sehr wichtigen Thema weiter - die Preiskalkulation deiner Dankeschöns. Erfahre hier kurz und knapp zusammengefasst, was es dabei alles zu beachten gibt.

1. Brutto statt netto!

Sobald eine Crowdfunding-Kampagne erfolgreich abschließt, kommen je nach Art des Dankeschöns verbindliche Verträge (z.B. Kaufvertrag bei einer CD oder ein Dienstleistungsvertrag bei einem Wohnzimmerkonzert) zwischen dem Künstler und dem Unterstützer zustande. Wie jeder Verkäufer muss auch der Künstler auf Musicstarter seine Einnahmen versteuern. Ausgenommen er fällt unter die Kleinunternehmer-Regelung nach §19 UStG. Aus diesem Grund solltest du deine Dankeschöns immer inklusive der Mehrwertsteuer anbieten. Die Höhe der Steuer hängt dabei u.a. vom persönlichen Steuerstatus und von der Art des Dankeschöns ab.

Eine erste unverbindliche Zusammenfassung zu den unterschiedlichen Dankeschön-Arten und den dazugehörigen Mehrwertsteuersätzen hat unsere Partner-Plattform Startnext hier einmal zusammengetragen. Grundsätzlich ist es jedoch immer empfehlenswert einen Steuerberater zu Rate zu ziehen.

2. 5€ und mehr!

"Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen". Beim Crowdfunding trifft sicherlich auch das Sprichwort zu, aber man kann es auch übertreiben. Aus diesem Grund empfehlen wir dir keine Dankeschöns unter 5€ anzubieten. Zum einen gehen bei erfolgreicher Kampagnen-Finanzierung (und auch nur dann) von der eingenommenen Fundingsumme noch Support- sowie Payment-Gebühren von Drittanbietern ab. Zum anderen sind die Menschen, die dich wirklich unterstützen wollen, auch bereit mindestens 5€  in den Crowdfunding-Topf zu geben. 

3. Immer realistisch bleiben!

Der Gedanke liegt nahe, dass man mit höheren Dankeschön-Preisen auch schneller zum Fundingziel kommt. Doch in der Crowdfunding-Praxis entpuppt sich dies oftmals als Trugschluss, da überteuerte Preise beim Unterstützer eher eine abschreckende Wirkung haben. Orientiere dich daher - wenn möglich - eher an Marktpreisen ähnlicher Produkte (wie z.B. einer CD), um so viele Supporter wie möglich für deine Dankeschöns zu gewinnen. Jeder glückliche Unterstützer kann somit auch schnell zum Fürsprecher deiner Kampagne werden und diese noch richtig ins Rollen bringen.

Natürlich spielt beim Crowdfunding auch der Unterstützungsgedanke eine große Rolle. Die Menschen wollen dich unterstützen und sind auch gewillt, dir etwas mehr zu geben. Achte jedoch darauf, dass du die Großzügigkeit deiner Fans nicht überstrapazierst und signalisiere ihnen deinen Dank durch kleine Gesten, wie z.B. mit einer Signatur oder Widmung der CD.

4. Versandkosten nicht vergessen!

Denk immer daran, dass du auch die Versandkosten in deiner Preiskalkulation berücksichtigen solltest. Andernfalls musst du für diese Zusatzkosten selbst aufkommen, sodass immer weniger Geld von der eingesammelten Fundingsumme für das eigentliche Musikprojekt übrig bleibt. Auch deine Supporter freuen sich über Rundum-sorglos-Angebote, bei denen sie keine zusätzlichen Kosten im Nachhinein befürchten müssen.

Weise am besten schon in deiner Dankeschön-Beschreibung darauf hin, dass der Versand innerhalb Deutschland inklusive ist. Supporter aus dem Ausland kannst du bitten den Differenzbetrag über den "Freien Betrag" hinzuzufügen. 

Hier eine Beispiel-Formulierung aus der Praxis: "
Lieferung frei Haus innerhalb Deutschlands. Für Österreich bitte noch 4 Euro über den "Freien Betrag"  hinzufügen."

5. Anfahrts-/ Übernachtungskosten einkalkulieren!

Bei Veranstaltungen, wie z.B. Konzerten, sollte schon in der Dankeschön-Beschreibung klar werden, wer in welcher Höhe für deine anfallenden Anfahrt- und Übernachtungskosten aufkommt. In der Praxis haben sich derzeit zwei Varianten etabliert:

Praxisbeispiele zur Kalkulation von Anfahrtskosten  

6. Vermeide unnötige Zusatzkosten!

Denk immer daran, dass du mit deiner Crowdfunding-Kampagne dein Musikprojekt finanzieren möchtest. Die Dankeschöns sollten daher in enger Verbindung mit dem Projekt stehen (wie z.B. die CD bei der Finanzierung eines Albums), sodass die Erlöse bestenfalls 1:1 in die Projektfinanzierung fließen. Zumindest sollten deine Dankeschöns möglichst geringe Zusatzkosten verursachen.

Dankeschöns machen wenig Sinn, wenn sie extra produziert werden müssen und dabei einen Großteil ihres Erlöses selbst verbrauchen. Nutze lieber die Ressourcen, die dir zur Verfügung stehen, als für teures Geld neue zu erschließen.

7. Geheim-Tipp: Bring deine Kampagne mit einer Early Bird-Aktion in Schwung!

Gerade zu Beginn ist es wichtig deine Kampagne in Schwung zu bekommen! Dies schaffst du z.B. mit Preisaktionen, bei denen die ersten und schnellentschlossene Unterstützer mit Preisvorteilen belohnt werden. 

Angenommen du bietest dein Album in der Deluxe-Version regulär für 30€ an. Als Early Bird-Aktion könntest du dieses Dankeschön für die ersten 50 Unterstützer z.B. für 25€ anbieten. In der Praxis musst du einfach nur das Dankeschön auf 50 Stück limitieren.  Im Idealfall geh die Alben weg wie heiße Semmeln, die Kampagne spricht sich herum und zieht dabei neue Unterstützer an! 

Beispiel aus der Praxis

Praxisbeispiel für Early Bird-Aktion


Mit vielen Tipps zum Thema Dankeschön im Gepäck wünschen wir dir nun viel Erfolg mit deiner Kampagne auf Musicstarter. Sollten noch Fragen offen geblieben sein, dann melde dich einfach bei uns, wie z.B. über ein Kommentar unterhalb des Blogbeitrages.

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