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Ist Feminismus nicht überflüssig?
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Ist Feminismus nicht überflüssig?

Paula Kadelski
02.03.2026
4 min Lesezeit

Feminismus erledigt? Gleichberechtigung erreicht? Wer genau hinschaut, merkt: Die Frage ist nicht, ob wir Feminismus noch brauchen, sondern warum so viele gerade jetzt wieder anfangen, sich diese Frage zu stelle. Ein Essay über Müdigkeit, Privilegien und die kleinste Handlung, die heute möglich ist.

Vor wenigen Tagen war Frauen(kampf)tag und ich habe diese Frage in letzter Zeit öfter gehört. Nicht nur online, wo sich „Feminismus ist doch längst erreicht“-Hot-Takes gut klicken. Sondern auch im echten Leben, in Gesprächen mit Freundinnen: „Bin ich überhaupt Feministin?“ „Und wenn ja: bin ich feministisch genug?“

Ich verstehe das. Oft steckt dahinter die Angst, etwas Falsches zu sagen. Oder die Müdigkeit, wenn die Welt so laut ist, dass man am liebsten auschecken würde. Aber mein Punkt ist: Feminismus ist kein Label, das du dir verdienen musst.

Vielleicht liest du das gerade und denkst: Ich kann eh nichts ändern. Ich glaube, genau an dieser Stelle beginnt die eigentliche Frage: Was ist trotzdem möglich?

Feminismus ist nicht nur das, was mir nützt

Feminismus ist, was auch anderen nützt. Das zu hinterfragen tut vielleicht weh. Auschecken ist aber nicht für alle eine Option. Menschen, die im Iran oder in der Ukraine für Rechte und Sicherheit kämpfen, können nicht einfach „heute mal” nicht betroffen sein. Auschecken ist ein Privileg, das nicht allen bleibt.

Das heißt nicht, dass jede:r von uns die größte Aktivistin der Welt werden muss. Aber es heißt: mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Und, wenn es möglich ist, ins Handeln zu kommen. Und clever zu sein.

Mir hilft diese Frage: Was ist die kleinste Handlung, die ich heute machen kann?

  • unterstützen, teilen, spenden, widersprechen

  • zuhören und Stimmen Raum geben

  • mich mit anderen verbinden und verbünden

  • fragen, was andere brauchen (statt anzunehmen)

Du kannst klein anfangen. Viele kleine, kluge, gezielte Handlungen sind politisch wirksam, ohne zu überfordern.

Ungleichheit ist strukturell

Ich bin in Polen geboren, mit meinen Eltern als Kind nach Deutschland migriert und in einer Arbeiterfamilie groß geworden. Ich war die Erste in meiner Familie, die studiert hat. Deshalb weiß ich: Wer sich mit intersektionalem Feminismus, Allyship oder politischer Bildung beschäftigt, braucht oft Ressourcen, die nicht selbstverständlich sind: Zeit, Zugang, Sprache, mentale Kapazität. Manchmal auch finanzielle Luft.

Ungleichheit fällt nicht vom Himmel und ist auch nicht nur eine Summe privater Entscheidungen. Ungleichheit ist politisch hergestellt. Die Ursachen sind strukturell, nicht individuell. Und weil das Problem strukturell ist, braucht es strukturelle Lösungen. (Mehr dazu z.B. im Positionspapier vom Töchterkollektiv.)

Mut braucht eine Plattform – Feminismus braucht Finanzierung

Gleichstellung gerät unter Druck. Wir erleben, wie rückschrittliche Rollenbilder zurückkehren: Gender Pay Gap, Abwertung von Care-Arbeit, Gewalt gegen Frauen. Rechte und antifeministische Narrative werden lauter. In keinem Land der Welt sind Frauen laut aktuellem UN-Bericht gleichgestellt.

Veränderung finanziert sich nicht von selbst. Veränderung braucht Ressourcen und Öffentlichkeit. Genau hier kann Crowdfunding ein Werkzeug sein, wenn strukturelle Lösungen (noch) fehlen oder zu langsam greifen. Crowdfunding ist unser Werkzeug, um Communities eine Infrastruktur zu geben, die sie unabhängig macht. Und das sofort.

Wir bei Startnext wollen lauter werden, wenn es um Haltung, Menschenrechte und Gleichstellung geht, weil wir an die Kraft von Communities glauben, die Projekte tragen. Und ja: Das ist auch ein Weg, unsere eigenen Privilegien (Sichtbarkeit, Reichweite, Ressourcen) zu nutzen und über unseren Arbeitgeber ganz konkret solidarischen Aktivismus zu ermöglichen.

Feministischer März bei Startnext: Jetzt dein eigenes Projekt starten und andere supporten

Wenn du vom Lesen ins Tun willst, hier sind zwei sehr konkrete Wege:

  1. Wenn du selbst ein feministisches/intersektionales/queeres Projekt planst: Im März und April gibt es 35% Rabatt auf Plan Pro/Premium für deinen Start

  2. Feministische Projekte entdecken, teilen, mitfinanzieren

Alle Infos zur Aktion und tolle Projekte, die im Feministischen März gestartet sind, findest du hier:

https://www.startnext.com/feministischer-maerz

Paula von Startnext

Hey, ich bin Paula, Communications Lead bei Startnext. Ich entwickle unsere Kommunikation rund um Haltung, Community und Kampagnen, damit Startnext lauter und wirksamer wird. Ich mache Projekte sichtbar und motiviere zum Mitmachen, damit wir gemeinsam gesellschaftlichen Wandel anschieben.

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