Mutige gestalten die Zukunft
Eine Entscheidung, 7-mal mehr Funding: Warum AON fast immer gewinnt
Starter:innen News

Eine Entscheidung, 7-mal mehr Funding: Warum AON fast immer gewinnt

26.03.2026
7 min Lesezeit

Groß zu träumen finden wir gut. Ein Ziel zu erreichen finden wir noch besser. Was am stärksten über Erfolg oder Misserfolg entscheidet, ist die Wahl des Finanzierungsprinzips: AON vs. FLEX.

Was wäre, wenn ich dir sage, dass der „Druck“, dein Fundingziel erreichen zu müssen, keine Last ist, sondern ein Erfolgstreiber?

Ein kurzer Exkurs zu den zwei Fundingprinzipien:

Crowdfunding arbeitet mit dem Alles-oder-nichts-Prinzip (kurz. AON), damit Starter:innen und Unterstützer:innen davor geschützt sind, dass das Projekt bei zu geringem finanziellem Erfolg nicht an Unterfinanzierung scheitert. Es ist also ein Schutzmechanismus, der gleichzeitig auch dafür sorgt, dass der Druck das Ziel zu erreichen für alle größer ist. Wird der Mindestbetrag nicht erreicht, fließt kein Geld.

Das Flexible Funding hingegen nimmt den Druck, eine bestimmte Summe erreichen zu müssen. Bei vielen Projekten, vor allem Spendenkampagnen, ist ein Ziel zwar hilfreich, aber jeder Euro zählt und kann Nutzen stiften. Deshalb sind flexible Kampagnen sehr nützlich, denn das Geld kommt wirklich an.

Ich habe mir 387 aktive Projekte auf Startnext angeschaut. Das Ergebnis ist so deutlich, dass ich es teilen muss:

  • AON-Projekte erreichen im Median 122% ihres Fundingziels.

  • FLEX-Projekte erreichen im Median 17,3% ihres Fundingziels.

Mit anderen Worten: Projekte, die sich auf einen Mindestbetrag festlegen (AON) und erfolgreich sind, sammeln sogar mehr Geld ein als geplant. Flexible Projekte, also Projekte ohne zwingendes Ziel, erreichen ihr Ziel dagegen nur zu etwa 17%. Das ist Faktor 7.

Warum? AON-Ziele müssen realistischer sein, damit Erfolg möglich ist. Bei FLEX-Zielen kann dagegen mehr Wunschdenken im Spiel sein. Ich frage mich aber, wie dieses Setup auf Unterstützende wirkt, die lieber gemeinsam einen Erfolg erreichen und ihn dann feiern wollen. 122% feiern sich einfach besser. 17% wirkt fast wie ein Misserfolg, obwohl das Geld trotzdem wertvollen Nutzen stiften kann.

Umdenken bei Indiegogo

Im September 2025 hat Indiegogo, die Plattform, die flexibles Funding quasi erfunden hat, dieses Modell komplett eingestellt. Alle neuen Kampagnen laufen jetzt nur noch als Fixed Funding (AON) und stattdessen mit „Stretch goals”. Die Begründung: Wenn eine Kampagne ihr Ziel verfehlt und riskiert, nicht zu liefern, ist es besser, sich neu zu sortieren und später noch einmal zu starten, statt Unterstützungen zu sammeln, ohne Gewissheit bieten zu können. Das ist keine kleine Anpassung, sondern ein fundamentales Umdenken bei einer der größten Crowdfunding-Plattformen im Netz.

Die Entscheidung von Indiegogo kommt nicht aus dem Nichts. Schau dir die Erfolgsquoten an:

  • Kickstarter (nur All-or-Nothing): 42% Erfolgsquote

  • Indiegogo (früher mit Flexible Funding): 9-18% Erfolgsquote

Das ist fast Faktor 4.

Und es wird noch interessanter: Der durchschnittliche Support bei Kickstarter liegt bei 71 Dollar. Bei unseren AON-Projekten auf Startnext sehen wir einen Warenkorb von 70,20 Euro. Fast identisch. Bei FLEX-Projekten? 52 Euro: 35% weniger.

Die Muster wiederholen sich, egal wo du hinschaust.

Unsere Daten

AON kommt also im Schnitt auf 122%. FLEX schafft im Schnitt nur 17,3%. Das ist ungefähr 7-mal weniger.

Aber es geht nicht nur ums Geld. Was ich in unseren 387 aktiven Projekten gefunden habe und was mich am meisten beschäftigt, ist das Engagement:

Kennzahl (alle Werte: Median pro Projekt)

  • AON-Projekte: 69 Unterstützer:innen, 22 Pinnwandeinträge, 70,20€ Warenkorb, 5.500€ Fundingsumme

  • FLEX-Projekte: 20 Unterstützer:innen, 2 Pinnwandeinträge 52€ Warenkorb, 1.156€ Fundingsumme

22 Pinnwandeinträge versus 2. Das sind nicht nur Zahlen. Das ist der Unterschied zwischen einem Gespräch und Stille. Natürlich sind das nicht die finalen Werte der Projekte aber ein Status quo.

Zeigt die Statistiken von AON & FLEX

Warum das so ist

Studien bestätigen, was man in der Praxis sieht: AON Funding erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit signifikant stärker als Flexible Funding. Plausible Gründe:

  • Für Starter:innen: Der Druck, das Ziel zu erreichen, führt zu realistischeren Plänen und aktiverer Kommunikation.

  • Für Unterstützer:innen: Das Vertrauen ist höher, weil klar ist: Geld wird nur eingezogen, wenn das Projekt wirklich umgesetzt werden kann.

Druck als Verbündeter

Der „Druck“, ein Alles oder Nichts-Ziel erreichen zu müssen, ist also nicht dein Feind. Er ist dein Verbündeter: Er zwingt zu realistischer Planung, konsequenter Kommunikation und echter Verbindlichkeit. Er zwingt dich, mit deiner Community zu sprechen. Nicht einmal, sondern immer wieder. Er zwingt dich, wirklich zu wollen.

FLEX-Projekte haben diesen eingebauten Verstärker nicht. Das kommunikative Ziel ist ein Wunsch, kein Versprechen. Und ich sehe in den Daten, was passiert, wenn dieser Druck fehlt: weniger Kommunikation, weniger Engagement, weniger Verbindung zur Community.

Wann FLEX passt

FLEX-Funding ist nicht falsch. Es ist für eine andere Art von Projekt gemacht. Die Frage ist:

Brauchst du einen Mindestbetrag, um überhaupt liefern zu können?

Wenn du ein Album produzieren willst, finanzierst du die Studiokosten. Wenn du ein Buch drucken willst, finanzierst du die Druckkosten. Wenn du ein Produkt herstellen willst, finanzierst du die Produktionskosten. Ohne diese Summe kannst du nicht liefern, und deine Unterstützer:innen stehen mit leeren Händen da. Hier ist AON nicht nur sinnvoll, sondern fair!

Aber es gibt Projekte, bei denen jeder Euro hilft. Unabhängig von der Gesamtsumme.

Ein Sportverein sammelt für neue Trikots: Mit 500€ gibt es Trikots für die Jugend. Mit 2.000€ für alle Mannschaften. Mit 5.000€ noch Trainingsanzüge dazu. Jeder Betrag macht einen Unterschied. Eine soziale Initiative unterstützt Obdachlose mit warmen Mahlzeiten: 100€ bedeuten 50 Mahlzeiten. 1.000€ bedeuten 500 Mahlzeiten. Es gibt keinen Mindestbetrag, ab dem die Hilfe erst „zählt“.

Das sind die Projekte, für die FLEX gemacht ist: Kampagnen, bei denen es nicht um ein konkretes Produkt geht, sondern um kontinuierliche Unterstützung: Kampagnen mit freien Spenden zum Beispiel. Wo kein Versprechen gebrochen wird, wenn weniger zusammenkommt als erhofft.

Aber: Viele Starter:innen wählen FLEX nicht, weil ihr Projekt dafür geeignet ist. Sondern aus Angst, ihr Ziel nicht zu erreichen.

Verbindlichkeit macht erfolgreich

AON bedeutet: „Ich schaffe das – oder es fließt kein Geld." Das ist ein Versprechen an dich selbst und an alle, die an dich glauben. Für deine Unterstützer:innen schafft es Sicherheit: Ihr Geld wird nur dann eingezogen, wenn das Ziel erreicht ist und das Projekt wirklich umgesetzt werden kann.

Nach Jahren bei Startnext, nach Tausenden von Projekten, nach dem Blick auf Kickstarter, Indiegogo und wissenschaftliche Studien, glaube ich: Die wichtigste Entscheidung ist nicht dein Video, nicht deine Dankeschöns und nicht mal dein Fundingziel. All das hat Einfluss – aber keiner dieser Faktoren wirkt sich so stark auf deinen Erfolg aus wie die Wahl zwischen AON und FLEX. Es ist die Entscheidung, wie verbindlich du sein willst.

Wenn du dir zutraust, für dein Projekt zu kämpfen und Verbindlichkeit als Motivation nutzen kannst, wähle AON – nicht weil es einfacher ist, sondern weil es dich erfolgreicher machen kann.

Wenn du unsicher bist, welches Modell zu deinem Projekt passt: Sprich mit uns. Im Projektcheck schauen wir gemeinsam drauf.

Basis-Pläne ohne Flex

Ab dem 1. April 2026 gibt es neue Preise im Basis-Plan, die Erfolgsprovisionen werden in allen Crowdfunding-Arten günstiger. Gleichzeitig bieten wir im Basisplan die Flex-Option nicht mehr an. Außerdem entfallen die Staffelpreise im Basisplan, und der Zugriff auf die API ist künftig ebenfalls nicht im Basis-Plan enthalten. Wer groß denken will, wählt deshalb den Pro-Plan.

Beste Grüße,
Denis

Startnext wird von Menschen gemacht. Nicht jede:r im Team wird meine Meinung teilen. Das ist gut so.

Mehr zu lesen

Teilen
Eine Entscheidung, 7-mal mehr Funding: Warum AON fast immer gewinnt
www.startnext.com
Facebook
X
WhatsApp
LinkedIn
Xing
Link kopieren