Mutige gestalten die Zukunft
Wir müssen diesen Podcast jetzt machen! Funding Fieber
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Wir müssen diesen Podcast jetzt machen! Funding Fieber

Denis Bartelt
07.05.2026
10 min Lesezeit

Ich sitze hier im Publix in Berlin. Vor mir ein Mikro, ein Wasserglas, und gegenüber mutige Menschen, die mir mitten in einer Crowdfunding-Kampagne ihre Geschichten erzählen.

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Müde, wütend, hoffnungsvoll, motiviert. Manchmal alles auf einmal. Wir nehmen gerade den Podcast auf, den ich mir lange gewünscht habe – und den wir uns als Plattform, glaube ich, auch verdient haben: Funding Fieber. Dieser Podcast ist anders als alles, was du kennst. Und ich will dir erzählen, warum du ihn jetzt abonnieren solltest.

Zweiter Anlauf

Es ist nicht unser erster Versuch. Früher gab es mal „Gute Ideen". Ein Podcast, in dem wir Projekte und Macher:innen vorgestellt haben. Unser Host damals war Shai Hoffmann (Schauspieler und Aktivist). Er hat wundervolle Gespräche mit unseren Starter:innen geführt. Uns hat schon damals interessiert, ob ein Podcast während einer laufenden Kampagne einen Unterschied machen kann. Für mich wäre der wichtigste Unterschied, dass die Kampagne dadurch erfolgreicher wird. Das wäre ein Traum.

Damals haben wir vor allem Ideen und Menschen porträtiert, selten während sie wirklich im Funding waren. Das ist nachvollziehbar, denn die Organisation eines Podcasts und das Timing einer Kampagne sind eine Herausforderung mit vielen Variablen. Aber es hat mich nicht losgelassen.

Warum jetzt

Ich glaube, der Zeitgeist ist ungeduldig geworden. Menschen wollen machen, nicht nur reden. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass viele von uns – auch ich – manchmal kurz davor sind, müde zu werden. Wenn du dich gerade fragst, ob dein Projekt überhaupt eine Bühne verdient, ob das, was du machst, jemanden interessieren könnte: Ich verstehe dich total. Es ist anstrengend, gegen den Strom zu paddeln, während große Plattformen Aufmerksamkeit nach den Regeln eines Algorithmus verteilen, der am Ende nur eines will: Geld verdienen.

Funding Fieber ist mein Versuch, dem etwas entgegenzusetzen. Ein Raum, in dem Sichtbarkeit nicht über Manipulation entsteht, sondern über echte Geschichten. Ein Doppelhebel, wie wir intern sagen: Der Podcast aktiviert die laufende Kampagne, die laufende Kampagne aktiviert den Podcast. Das ist neu. Und es ist, glaube ich, genau das, was unsere Starter:innen jetzt brauchen.

Geiles Team. Als Host bin ich selbst auf Lernreise. Ich bin nicht als Podcaster geboren und muss jetzt viel lernen. Du kannst mir dabei zuhören und zuschauen. Damit der Rahmen stimmt, haben wir für Funding Fieber ein Team aufgebaut, das mitlernen will und gleichzeitig professionell am Start ist. Florence leitet bei uns das Podcast-Projekt. Sie hat auch schon bei Hotel Matze mitgewirkt. Alex macht Fotos und Design für den Podcast und hat seinen Kumpel alldatmaddis die Musik bauen lassen. Richtig geil. Max Frisch macht Podcasts für Anne Will, Hotel Matze und jetzt auch für Startnext. Jetzt bauen wir mit deiner Hilfe die Vermarktungspower auf.

Was der Podcast ist – und was nicht

Funding Fieber ist kein „So haben wir's geschafft"-Format. Keine glattgebügelte Erfolgsstory. Keine Marketing-Show. Mein Anspruch ist, mit Menschen zu sprechen, während ihre Kampagne läuft. Mit allem Druck, den das mit sich bringt. Mit echten Entscheidungen unter Stress: Wann poste ich was? Wie hole ich mir Reichweite, ohne mich zu verbiegen? Wie sage ich dem Algorithmus, dass mir das Thema wichtiger ist als seine Spielregeln?

Und ja – ich will, dass du nach jeder Folge mit mindestens einem Impuls rausgehst. Mit etwas, das du morgen für dein eigenes Projekt oder dein Leben nutzen kannst. Oder das du als Unterstützer:in einsetzen kannst, wenn du jemanden begleitest, der gerade crowdfundet.

Folge 1: Marie Nasemann – über Wut und die feministische Revolution

Marie Nasemann war die erste, die ich eingeladen habe. Schauspielerin, Aktivistin, Mutter, Feministin – und gerade in der heißen Phase der Crowdfunding-Kampagne für ihren Kurzfilm Adda, der die mentale Frauengesundheit und den Gender Health Gap thematisieren wird.

Wir haben am Tag nach der Notaufnahme aufgenommen. Marie war müde, ich war müde – und vielleicht war genau das gut. Weil wir nicht so getan haben, als wäre alles leicht. Marie hat einen Satz gesagt, der mich seitdem nicht loslässt:

„Wut wird ja auch gerade gesellschaftlich Frauen oft abgesprochen. Aber ich glaube, dass Wut eigentlich eine super Emotion ist – die gibt einfach total viel Power, Sachen umzusetzen."

Wir haben darüber gesprochen, was es bräuchte, damit Männer endlich in dieser Bewegung mitmachen, statt nur am Rand zuzuschauen. Marie sagt es so klar, dass ich es kaum besser zusammenfassen kann:

„Ich möchte einfach, dass Männer auch für Gleichberechtigung kämpfen – und dass es nicht immer so geframed wird als: Das ist ja was, was wir wollen."

Wenn du mich fragst, warum gerade jetzt eine feministische Staffel: Weil wir 2026 noch immer in einer Welt leben, in der ich Marie sagen höre, sie werde auf Instagram von wildfremden Frauen gefragt, was ihr damals gegen die Schwangerschaftsübelkeit geholfen hat. Weil das Wissen über Frauenkörper offenbar noch immer nicht dort ankommt, wo es ankommen müsste. Adda will daran etwas ändern. Und wir helfen, den Film zu finanzieren.

„Bleibt wütend oder werdet wütend – je nachdem, ob ihr euch mit dem Thema schon auseinandergesetzt habt."Marie Nasemann

Folge 2: Sogol Kordi – über das System, das versagt, und die KI, die zuhört

Bei der zweiten Folge wurde es auf eine andere Art ernst. Sogol Kordi, Gründerin von myProtectify, ist Überlebende häuslicher Gewalt. Sie hat mir erzählt, wie sie nach vier Jahren in einer Gewaltbeziehung den Ausstieg geschafft hat. Frauenhäuser voll, Beratungsstellen mit Wartezeiten von Monaten, eine Uni-Psychologin, die ihren Fall „zu schwer" fand. Gerettet hat Sogol am Ende eine fremde Begleiterin, die sie über Instagram gefunden hat.

Aus dieser Erfahrung ist Maya entstanden – ein KI-Chat, der genau das bietet, was Sogol damals gebraucht hätte: jemand, der zuhört. 24/7, anonym, kostenlos, ohne Wartezeit, ohne Urteil. Sogol hat einen Satz gesagt, der dieses Projekt für mich auf den Punkt bringt:

„Lösungen, die für Betroffene auf die Beine gestellt werden, müssen von Betroffenen erschaffen werden – weil eine außenstehende Person nicht nachempfinden kann, was die kleinen Details sind."

Diese Folge tat mir an manchen Stellen weh. Und an anderen hat sie mich extrem aufgerichtet. Weil Sogol nicht nur Schmerz teilt, sondern Haltung. Weil sie und ihr Team aus dem eigenen Trauma ein Werkzeug gemacht haben, das jetzt anderen das Leben retten kann. Sie hat mir beschrieben, wie das Team in einer dunklen Phase – Nachtrennungsgewalt, Morddrohungen über das Kontaktformular – im Büro saß, in Tränen, und sich dann angeschaut hat:

„Ey, wir schaffen das! Egal was ist, wir werden's rocken."

Und dann der Satz, den ich gerne zitiere, wenn jemand fragt, warum gemeinnützige Projekte trotzdem Geld brauchen:

„Wer anderen hilft, kann den Kühlschrank nicht mit Luft und Liebe bezahlen."Sogol Kordi

Sogols Wunsch hat mich am meisten berührt: dass sie irgendwann mit ihrem Team in den Ruhestand gehen kann, weil es in unserer Gesellschaft einfach keine Gewalt mehr gibt. Bis dahin braucht es Maya. Und Maya braucht uns.

Was du davon hast

Ich weiß, ein Podcast kostet Zeit. Du hast zu wenig davon. Also bin ich dir das schuldig: Was bekommst du zurück?

Wenn du gerade selbst eine Idee in dir trägst – egal ob feministisch, künstlerisch, sozial, lokal – dann sind diese Folgen für dich. Du hörst, wie andere mittendrin entscheiden. Du erlebst, wie Marie und Sogol mit Druck umgehen, mit Hass-Kommentaren, mit der Frage: „Bin ich gerade die Richtige für diese Bühne?" Das normalisiert vieles, was du vielleicht für ein persönliches Problem hältst. Es ist keins. Es geht uns allen so, die was Eigenes machen.

Wenn du Unterstützer:in bist und einfach gern hinter die Kulissen schaust, hörst du echte Geschichten. Es geht nicht um fertige Pitches, sondern um das echte Leben in einer Kampagne. Und du bekommst die Möglichkeit, direkt zu helfen – durch Teilen, durch Unterstützen, durch ein Gespräch in deinem Umfeld.

Und wenn du selbst irgendwann mal denkst, ich könnte das auch – dann ist das übrigens der Zeitpunkt, an dem ich am liebsten zuhöre.

Warum wir das überhaupt tun

Startnext wird dieses Jahr 16. In dieser Zeit haben wir mit der Crowd mehr als 160 Millionen Euro in Projekte gebracht. Aber Geld ist nur die eine Hälfte. Die andere Hälfte sind Sichtbarkeit, Mut und das Gefühl, nicht allein zu sein.

Funding Fieber ist unser Beitrag dazu: eine Audio-Marke für Mut, Machen und Finanzierungskraft. Kein Werbekanal, sondern ein Raum. Ein Safespace für Zweifel, Verunsicherung und Ohnmacht.

Und ja – wir sind ein B-Corp-zertifiziertes Unternehmen, gemeinwohlorientiert, wir schütten keine Gewinne aus. Wenn du das jetzt liest und denkst „der will mir was verkaufen" – ehrlich gesagt: Ja, ich will, dass du den Podcast hörst. Aber ich will nicht dein Geld für mich. Ich will, dass du das Geld in Projekte legst, die unsere Gesellschaft braucht. Adda. Maya. Mooniac. Und alles, was noch kommt.

Was du jetzt tun kannst

Abonniere den Podcast. Such „Funding Fieber" auf Spotify, Apple Podcasts oder YouTube – oder geh direkt auf fundingfieber.podigee.io. So verpasst du keine Folge, und du hilfst uns, weil Algorithmen Aktivität lieben.

Hör beide Folgen – am besten in der Reihenfolge. Marie und Sogol gehören zusammen. Die eine erklärt, warum wir wütend sein dürfen. Die andere zeigt, was aus dieser Wut entstehen kann.

Unterstütze Adda und myProtectify. Beide Kampagnen laufen jetzt. Marie braucht 20.000 €, Sogols Team 100.000 €. Jeder Euro zählt, und Teilen kostet dich nichts.

Starte dein eigenes Projekt. Wenn du eine feministische Idee hast, gibt es im Mai und Juni 35 % Rabatt auf die Erfolgsprovision mit dem Code S_Genug35. Für alle anderen Projekte 2026 gibt es S_FundingFieber mit 20 %. Aber ehrlich: Geld ist nicht der Grund, warum du starten solltest. Der Grund ist, dass deine Idee es verdient hat, gehört zu werden.

Zum Schluss

Ich bin gespannt, was du sagst, wenn du reingehört hast. Schreib mir, schreib uns, schreib in die Kommentare der jeweiligen Plattform. Funding Fieber lebt davon, dass wir nicht in einem Sender sitzen und senden, sondern dass wir mit dir in einem Gespräch sind.

Und falls du selbst gerade an etwas arbeitest, das du dich noch nicht traust, öffentlich zu machen: Ich verstehe das total. Aber vielleicht hörst du eine Folge und denkst danach: jetzt erst recht. Genau dafür machen wir das.

Beste Grüße

Denis

Funding Fieber ist der Podcast von Startnext. Host: Denis Bartelt. Redaktion: Florence Michel. Produktion: Max Frisch. Neue Folgen alle 14 Tage.
Startnext wird von Menschen gemacht – nicht jede:r im Team wird jeden meiner Sätze unterschreiben. Das ist gut so.

Mehr zu lesen

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