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"Kitchen on the Run" bringt alle an einen Tisch

Anna Theil
02.02.2016
4 min Lesezeit

Tagtäglich werden wir mit dem Thema Flucht und Asyl konfrontiert. Doch wer sind eigentlich die Menschen, die in Europa ein neues zu Hause suchen? Durch gemeinsames Kochen und Essen initiiert das Team von Kitchen on the Run einen Dialog und schafft Begegnungen auf Augenhöhe. Deutschlandweit wird bereits in 20 Städten "über den Tellerrand gekocht". Nun will Kitchen on the Run in einem mobilen Küchencontainer Geflüchtete und Einheimische in ganz Europa zusammenbringen. Wie es dazu kam, erzählen euch die Starter im Interview.

Wer seid ihr und was macht ihr?

Wir sind Kitchen on the Run, eine mobile Küche in einem Schiffscontainer, die durch Europa reist und Geflüchteten und Einheimischen in fünf Ländern Raum und Gelegenheit bietet, gemeinsam zu kochen und sich dabei auf Augenhöhe zu begegnen. In Italien, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und Schweden bleiben wir jeweils vier Wochen an einem Ort und kochen täglich mit einer gemischten Gruppe von 15-20 Neuankömmlingen und Beheimateten. Unser Ziel ist es über 2.000 Menschen an unserem Küchentisch zusammenzubringen und viele leckere Freundschaften zu fördern. An unseren fünf Standorten sollen Communities entstehen, die auch nach unserer Abreise über den Tellerrand kochen und ein Miteinander zwischen Geflüchteten und Einheimischen in Europa leben. Zusätzlich wollen wir die unterschiedlichen europäischen Integrationsideen in einen Austausch bringen und von Land zu Land tragen. Und natürlich dokumentieren wir unsere Reise mit einem Blog, einem Kochbuch und hoffentlich vielen bewegten Bildern, um unsere Crowd an unseren Erlebnissen teilhaben zu lassen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

2012 hatten Rabea und Jule während einer Fahrradtour die Idee, eine Bar in einen Schiffscontainer zu bauen, diese mit einem guten Zweck zu verbinden und um die Welt reisen zu lassen. Nachdem die Idee einige Jahre in der Schublade sorgfältig gereift war, kam sie im Februar 2015 als mobile Wohnküche und Begegnungsort für Geflüchtete und Beheimatete in Europa wieder hervor. Wir haben schon immer viel gemeinsam gekocht und unsere besten Bekanntschaften am Küchentisch gemacht. Die gleiche Erfahrung möchten wir den Neuankömmlingen und den eingesessenen Europäern ermöglichen: Andere Menschen auf Augenhöhe beim Kochen kennenlernen. Gemeinsamkeiten entdecken. Freunde finden. Leckeres Essen genießen.

  

Wie habt ihr zusammengefunden?

Rabea und Jule kennen sich seit der ersten Woche ihres Studiums der Europäischen Kulturgeschichte an der Uni Augsburg. Nach ca. 10 Jahren intensiver Freundschaft und des Überwindens kleinerer kultureller Unterschiede (Rabea kommt aus Traunstein im Chiemgau, also aus dem südlichsten Deutschland und Jule ist in Eutin an der Ostsee nahe der dänischen Grenze aufgewachsen, also aus dem nördlichsten Deutschland) lernten die beiden Andi über eine Freundin und Arbeitskollegin von Rabea in Berlin kennen. Andi war schon für die Containerbar Feuer und Flamme, musste sich aber noch von seinem Job als Psychologe trennen, um im Oktober 2015 so richtig in das Projekt einzusteigen.

Warum ist es euch wichtig, das Projekt zu realisieren?

Nachdem die sogenannte Flüchtlingskrise nach unserer initialen Idee nochmal ganz andere Dimensionen erreicht hat und uns die politischen Stimmungen in Europa zunehmend Sorgen bereiten, möchten wir nun erst Recht unseren Teil dazu beitragen, den Integrationsprozess über die Grenzen hinweg anzustoßen. Uns ist es wichtig, von Anfang an Integration mitzudenken. Und die fängt für uns mit kleinen persönlichen Begegnungen an.

Welchen Crowdfunding Tipp könnt ihr zukünftigen Startern weitergeben?

Crowdfunding hilft euch nicht nur dabei, Geld für euer Projekt zu bekommen, das Verfassen der Texte für die Kampagne hilft auch ungemein dabei weiter, sich als Team darüber klar zu werden, wie man seine Idee am besten nach außen kommuniziert. Denkt beim Erstellen der Kampagne immer unbedingt aus der Sichtweise eurer potentiellen Unterstützer: Warum sollte jemand euer Projekt fördern? Was hat der Unterstützer davon? Und wie kann man ihm die Entscheidung Eurem Projekt Geld zu geben so einfach wie möglich machen…

Vielen Dank für das Interview und alles Gute für euer Projekt!

Hier könnt ihr das Projekt unterstützen.

© Bilder: Kitchen on the Run

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