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Schickt sie weg: Crowdspondent geht für euch auf Recherche nach Japan!
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Schickt sie weg: Crowdspondent geht für euch auf Recherche nach Japan!

Anna Theil
28.07.2015
3 min Lesezeit

Auf der einen Seite hat man oft das Gefühl, sich in der heutigen Informationsgesellschaft kaum noch in den Nachrichtenfluten zurecht finden zu können. Auf der anderen Seite berichten viele Medien über die immer gleichen Themen; ist ein Skandal oder Großereignis in einem Land vorüber, wendet sich die kollektive Aufmerksamkeit ab. Lisa und Steffi wollen dort hingehen, von wo die klassischen Medien gerade nicht berichten, und recherchieren genau die Themen, die ihre Leser - also euch - interessieren!

Wer seid ihr und was macht ihr?

Wir sind Lisa Altmeier und Steffi Fetz und arbeiten als Journalistinnen. Wir wollen dieses Jahr von September bis November als eure Reporterinnen nach Japan reisen. Das Besondere: Ihr bestimmt, was wir vor Ort recherchieren. Was wollt ihr wissen, wen sollen wir treffen? Ihr seid der Boss! Um unsere Reisekosten abzudecken brauchen wir allerdings noch etwas Geld und das versuchen wir jetzt über das Crowdfunding zusammen zu kriegen. Die Ergebnisse unserer Recherchen kann man sich auf Crowdspondent.de angucken, dort veröffentlichen wir Texte und Videos.

Wie seid ihr auf die Idee für Crowdspondent gekommen?

Angefangen hat alles mit einer gemeinsamen Brasilien-Recherche, damals noch über ein Stipendium (Vocer Innovation Medialab) finanziert. Wir haben uns "Crowdspondent" genannt, weil wir als Korrespondentinnen der Crowd ein Land entdecken wollten. Entstanden ist die Idee ehrlich gesagt während unserer Journalistenschulzeit bei einem Abend mit Rotwein und einer Weltkarte. Wir wollten uns nicht damit abfinden, dass Länder einfach so aus der Berichterstattung verschwinden und es immer weniger Auslandskorrespondenten gibt. Deshalb haben wir unser eigenes Ding gemacht, unabhängig von klassischen Medien. Das hat gut funktioniert: Wir haben in Brasilien im Auftrag der Crowd in Favelas recherchiert und erforscht, wie sich das Land ein Jahr vor der Fußball-WM veränderte. Im letzten Jahr sind wir auf dieselbe Weise crowdfinanziert durch Deutschland  gereist und haben unter anderem eine Borderline-Patientin in der Psychiatrie besucht und ein ehemaliges Flüchtlingskind getroffen. Wir sind gespannt, was uns in Japan erwartet!

 

Wie habt ihr zusammen gefunden?

Wir haben beide 2011 eine Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München angefangen. Dort haben wir schreiben, filmen und Radio machen gelernt - und uns angefreundet. Wir haben beide viel Lust auf Technik und auf die Zusammenarbeit mit der Crowd und keine Probleme damit, monatelang unterwegs zu sein und nicht zu wissen, was morgen passiert. Deshalb sind wir ein ziemlich gutes Team.

Warum ist es euch wichtig, das Projekt zu realisieren?

Wir haben das Gefühl, dass Japan aus der deutschen Berichterstattung weitestgehend verschwunden ist. Nachrichten sind eben sehr stark aktualitätsgetrieben, was dazu führt, dass man seit dem großen Fukushima-Medienhype sehr wenig von dort mitkriegt. Das wollen wir ändern und zwar mit Hilfe der Crowd. Wir glauben daran, dass es gut ist, Journalismus im Team mit den Lesern zu gestalten.

Welchen Crowdfunding Tipp könnt ihr zukünftigen Startern weitergeben?

Klingt einfach, machen aber viele trotzdem nicht oder erst Monate später: Sich bei den Unterstützer persönlich (also nicht nur in Form einer Massennachricht) bedanken. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Unterstützer das sehr schätzen.

Vielen Dank für das Interview und alles Gute für euer Projekt!

Hier geht's zur Projektseite.

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