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Einmal um die Welt: Eine 3jährige Weltreise ohne zu fliegen
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Einmal um die Welt: Eine 3jährige Weltreise ohne zu fliegen

Anna Theil
30.08.2016
5 min Lesezeit

Die Freiburger Gwen Weisser und Patrick Allgaier haben 2013 eine außergewöhnliche Reise begonnen: Zu zweit sind sie in den Osten aufgebrochen und dreieinhalb Jahre später zu dritt aus dem Westen wieder nach Hause zurück gekommen. Ohne zu fliegen sind sie einmal um die Welt gereist, sind 50.000 km per Anhalter getrampt und über die Ozeane mit dem Schiff übergesetzt. Jetzt soll aus dem Abenteuer ein Dokumentarfilm und ein Reisemagazin entstehen.

Wer seid ihr und was macht ihr?

Hallo, ich bin Patrick. Ich liebe es überrascht zu werden, deswegen bin ich schon seit meinem Abitur viel unterwegs. Die ersten Jahre ging es mit alten VW-Bussen und ein paar Freunden im Gepäck über Land nach Syrien oder auch einmal nach Gambia in Afrika. Immer mit dabei war die Kamera. Diese Leidenschaft entwickelte ich übrigens auch auf der Reise und vertiefte sie später, zuhause in Freiburg. Bei verschiedenen Fernsehsendern und Produktionsfirmen. Irgendwie bestand schon seit langem der Wunsch, auch einmal ohne Rückreisetermin auf Weltreise zu gehen.

Ich bin Gwen und habe schon während meiner Waldorfschulzeit jede freie Minute damit verbracht, durch Europa zu trampen. Pure Neugierde und die Lust Menschen und ihre Geschichten kennen zu lernen, brachten mich zum Beispiel immer wieder dazu in den Balkan zu reisen. Nebenher engagierte ich mich bei einer Jugendfilmgruppe, da ich selber gerne Regisseurin werden wollte. Als das Abitur geschafft war, packte ich meine Sachen um loszuziehen. Da klopfte Patrick an und meinte, dass er mitreisen werde. Nicht nur ich sondern auch meine Eltern freuten sich darüber :) Zusammen schmiedeten wir dann den Plan, keinen zu haben und zogen im Frühjahr 2013 los. Nur fliegen wollten wir nicht- was uns auch gelungen ist!

Im Mai 2015, nach über zwei Jahren auf Reise, kam dann unser Sohn Bruno in Mexiko auf die Welt. Zu dritt kehrten wir im Juli 2016 in unsere Heimat Freiburg zurück.

Nun wollen wir aus den Erlebnissen und Erfahrungen einen Kinofilm schneiden und ein Magazin gestalten und damit ab Frühjahr 2017 durch Deutschland zu touren.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Wir haben von Beginn an der Reise viele Eindrücke mit der Kamera dokumentiert und hatten einen Video-Blog auf Vimeo mit 28 Episoden verwirklicht. Patrick hat schon einmal einen Roadtrip-Movie in einigen kommunalen Kinos in Deutschland gezeigt und auch schon vor dieser Reise stand fest, dass es irgendwann einen Film geben wird. Die Idee zum Magazin ist zusammen mit dem Grafikdesigner Julian Henschel entstanden, der sich für dieses Jahr eine Auszeit von seinem Bürojob genommen hat, um freie und individuelle Projekte umsetzen zu können.

Warum wir kein Buch schreiben? Wir haben unterwegs viel fotografiert, auch Anekdoten, Notizen und Rezepte gesammelt, deshalb haben wir uns für die Form eines Magazins entschieden.

Warum ist es euch wichtig, das Projekt zu realisieren?

Weil wir damit die Welt ein wenig enger zusammenrücken lassen wollen. Wir können zwar nur subjektiv aber dafür authentisch erzählen und so den allgemeinen Medien eine Alternative zu bieten. Kaum jemand kann sich vorstellen, wie sich der "normale Alltag" in Pakistan anfühlt, wenn man nicht selbst dort gewesen ist. Auch per Anhalter durch China zu reisen oder Couchsurfing im Iran. Alles persönlich prägende Erlebnisse, die wir unbedingt mit vielen Menschen teilen wollen.

 

Bilder: Trampen in Tokio, Zelten im Iran, Trampen in Pakistan, Gastfreundschaft in der Ukraine

Mit wem würdet ihr gerne zusammen arbeiten?

Am liebsten würden wir in Zukunft mit Kreativköpfen, Querdenkern und Träumern zusammen arbeiten. Und wir sind uns sicher: Die gibt es überall! Nicht zu selten auch als BetreiberInnen von kleinen Kinos, urigen Bars, kultigen Festivals und bunten Kulturvereinen. Gerne würden wir unseren Film in genau solchen Locations zeigen und so oft wie möglich danach noch für kleine Diskussionsrunden und Gespräche zur Verfügung stehen!

Was sollten mehr Menschen wissen?

Wir Menschen sollten wieder anfangen, uns mehr auf das Aufbauende und Begeisternde in der Welt zu konzentrieren. Man trifft es nämlich in jedem noch so entlegenen Winkel der Erde, wenn man danach Ausschau hält. Wir haben unglaubliche Gastfreundschaft im Iran erleben dürfen, erfahren wie wunderschön Tadschikistan sein kann und haben sorgenfrei ein Kind in Mexiko geboren. Es gibt sie, die guten Menschen, überall!

Vielen Dank für das Interview und alles Gute für euer Projekt!

Hier könnt ihr das wunderbare Projekte Gwen und Patrick unterstützen!  

© Fotos: Projekt WEIT

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