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Projekte / Film / Video
Dokumentarfilm: Algo mío - Argentiniens geraubte Kinder
30 Jahre nach dem Ende der argentinischen Diktatur tauchen immer noch Opfer auf: Kinder von damals Verfolgten, die bei Militärfamilien aufwuchsen und nun ihre wahre Identität entdecken. Mit eurer Unterstützung wollen wir die Schicksale von zwei geraubten "Kindern" zeigen - und von ihrer Schwierigkeit erzählen, ein neues Leben anzunehmen. +++ para ver versión español clicar este enlace: www.startnext.de/en/geraubte-kinder +++
12.434 €
10.000 € Fundingziel
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Unterstützer*innen
Projekt erfolgreich
13.04.14, 09:53 Regina Mennig

An einem unserer Drehorte fahren wir zweimal vorbei, ehe wir merken: Sie liegt tatsächlich hier, in einer kleinen Straße mit staubiger Piste, hinter einem unscheinbaren Garagentor - die Sendestation von "FM Rock Zárate". Catalina ist hier als Studiogast eingeladen, in der Sendung "Memoria, verdad y justicia" - "Erinnerung, Wahrheit und Gerechtigkeit". Die Urteilsverkündung gegen ihre Zieheltern steht zwar kurz bevor, und in diesen Tagen betont Catalina immer wieder: Sie brauche Raum für Rückzug, sich öffentlich zu präsentieren koste sie sehr viel Kraft. Doch im Programm von FM Rock Zárate zu sprechen, ist ihr wichtig.

Denn in der Region Zárate-Campana, etwa 100 Kilometer nördlich von Buenos Aires, sind ihre leiblichen Eltern zur Zeit der Diktatur politisch aktiv gewesen. Hier verliert sich Ende der 1970er Jahre die Spur ihres Vaters Raúl. Damals wie heute ist Zárate eine Industrieregion: geprägt von monströsen Metallfabriken und haushohen Frachtschiffen, die den Río Paraná passieren. Und damit ist sie auch geprägt von einer starken Gewerkschaftsbewegung, von linken Aktivisten. Das hat die Gegend zu einer besonderen Zielscheibe des Militärregimes gemacht.

Auf der Fahrt nach Zárate erzählt uns Catalina, dass die Militärs hier besonders viele Menschen gefoltert und verschleppt hätten. "Die Angst ist immer noch sehr präsent", sagt Catalina. In Zárate-Campana komme gerade erst in Gang, was in den größeren Städten des Landes inzwischen an der Tagesordnung sei: über die Diktaturverbrechen zu sprechen und die Täter anzuklagen. Das Schweigen brechen wollen in Zárate die (ehrenamtlich arbeitenden) Radiomacherinnen von "Memoria, verdad y justicia".

Auf Sendung mit Mate, Bonbons und Taschentüchern

Wenige Minuten vor Sendungsbeginn treffen sie ein. Unsere Zweifel, ob das Programm pünktlich beginnen wird, sind schnell zerstreut. Die fünf Frauen haben offensichtlich Routine in dem, was sie tun. Sie nehmen auf den Gartenstühlen rund um den Sendetisch Platz, stellen ihre Mikros ein. Karina, Mutter von vier Jungs und die Lauteste von allen, startet einen steinalten Redaktionscomputer und postet für die Facebook-Fangemeinde, was heute Thema der Sendung ist. Nebenbei kursieren ein Becher mit Mate-Tee, eine Tüte Bonbonbs und der Witz, ob Karina auch ihre Taschentücher dabei habe. Sie hat den Ruf der besonders mitfühlenden Interviewerin, die regelmäßig in Tränen ausbricht.

Ruhender Pol in der quirligen Runde ist Jorge. Ihm gehört die Sendestation des Bürgerradios "FM Rock". Aufgebaut hat er sie mit ausgemustertem Equipment von anderen Radiostationen - außerdem könne er gut improvisieren, erzählt er uns lachend. Ein Blick hinter die Kulissen von "FM Rock" findet ihr in unserem Facebook-Album unter

https://www.facebook.com/media/set/?set=a.278967478946173.1073741835.240186212824300&type=1

Und wenn ihr neugierig seid, was Catalina bei FM Rock erzählt hat, dann seid gespannt auf unseren Film - und bleibt treue Fans unseres Projekts :)

Wir wünschen euch einen schönen Frühlingssonntag!