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Projekte / Film / Video
Dokumentarfilm: Algo mío - Argentiniens geraubte Kinder
30 Jahre nach dem Ende der argentinischen Diktatur tauchen immer noch Opfer auf: Kinder von damals Verfolgten, die bei Militärfamilien aufwuchsen und nun ihre wahre Identität entdecken. Mit eurer Unterstützung wollen wir die Schicksale von zwei geraubten "Kindern" zeigen - und von ihrer Schwierigkeit erzählen, ein neues Leben anzunehmen. +++ para ver versión español clicar este enlace: www.startnext.de/en/geraubte-kinder +++
12.434 €
10.000 € Fundingziel
134
Unterstützer*innen
Projekt erfolgreich
17.03.14, 11:34 Regina Mennig

Das Jahr 2013 ist erst wenige Stunden alt, als wir ins Flugzeug nach Buenos Aires steigen, voller Überlegungen, wie wir uns dem Thema der geraubten Kinder in Argentinien nähern können. Werden wir Betroffene finden, die uns ihre Geschichte erzählen? Werden wir soviel Vertrauen gewinnen, dass sie uns Einblick in ihre Gefühlswelt geben - eine Gefühlswelt, die gerade erst von einer Lebenslüge erschüttert wurde? Schon in den Monaten vor unserer Abreise haben wir recherchiert, Kontakte gesucht, Mails geschrieben. Dabei steht fest: Die Schicksale der geraubten Kinder sind viel zu intim und aufwühlend, als dass man sie über ein Telefonat von Deutschland aus erfahren könnte.

Einer unserer ersten Schritte in Buenos Aires ist ein Hintergrundgespräch mit einem Bekannten, der beim Strafgerichtshof von Buenos Aires arbeitet, im Referat für die Aufarbeitung der Diktaturverbrechen. Auf dem Weg dorthin wird uns einmal mehr bewusst, wie aktuell und allgegenwärtig unser Filmthema in Argentinien ist. Neben ganz normalen Werbeplakaten finden sich in den Straßen von Buenos Aires auch Tafeln mit der Aufschrift: "In diesen Weihnachtstagen erwarten wir dich mit offenen Armen. Wenn du Zweifel an deiner Identität hast, wende dich an die Abuelas der Plaza de Mayo".

Die Methoden der Großmütter der Plaza de Mayo, ihre verschwundenen Enkel zu finden, haben sich im Laufe der Jahre stark verändert. Kurz nach dem Ende der Diktatur gingen sie an Schulen und erzählten, dass in Argentinien nicht alle Kinder bei ihren richtigen Eltern leben. Später, als sie in der argentinischen Gesellschaft bereits zu einer Instanz im Kampf gegen die Diktaturverbrechen geworden waren, schalteten die "Abuelas" Spots im Fernsehen. Etwa mit einem jungen Mann, der in den Spiegel schaut und sich fragt, warum er niemandem in seiner Familie ähnlich sieht. Dieser Spot spielte für unsere Protagonistin Catalina eine große Rolle, wie wir später erfahren sollten.

Heute sind die Kinder, nach denen die "Abuelas" suchen, Mitte 30 und haben wahrscheinlich selbst schon Kinder - darauf zielt der aktuellste Spot der Großmütter-Organisation ab: Er zeigt eine Frau mit einem Baby, ihre Mutter begleitet sie zur Vorsorge-Untersuchung mit dem Kleinen. Auf die Frage der Ärztin, ob es in der Familie erbliche Krankheiten gibt, reagiert die Großmutter irritiert; schließlich fragt sie, ob das denn so wichtig sei. Das Video endet mit dem Aufruf: "Überlass' deinem Kind nicht das Erbe des Zweifels. Kläre jetzt deine Identität."

Unter folgendem Link könnt ihr euch das Video ansehen:

http://www.youtube.com/watch?v=gLTIK0mU7x4